Ein Facebock-Post geht "durch die Decke"

Wie macht sich ein Schlaganfall-Patient bemerkbar, wenn er nicht mehr sprechen kann? Diese Frage beschäftigte im Oktober eine große Facebook-Community.

Karsten Krone hatte Glück im Unglück. Mitte September erlitt er eine TIA, eine transitorisch-ischämische Attacke. Sie äußert sich wie ein Schlaganfall, doch die Symptome bilden sich von allein zurück. Bei Karsten Krone war es ein Ausfall des rechten Armes und der Verlust der Sprache, "zum Glück nur für 30 Sekunden", sagt der Mann aus dem sächsischen Makranstädt.

Karsten konnte den Schlaganfall-Verdacht nicht äußern

Er selbst hatte gleich den richtigen Verdacht, doch "meine Frau konnte meine lallende Sprache nicht verstehen, als ich Schlaganfall sagen wollte", so Krone. Zum Glück reagierte sie dennoch schnell und löste den Notruf aus. In kurzer Zeit war Karsten Krone in einer nahegelegenen Stroke Unit (Schlaganfall-Station) und erhielt Hilfe. Doch die Hilflosigkeit, die er in den ersten Sekunden verspürte, ließ ihn während des Krankenhausaufenthaltes nicht mehr los.

Wie macht man sich im Notfall verständlich?

"Ich habe in den Tagen überlegt, was man in so einem Fall für ein allgemein bekanntes Zeichen ausmachen könnte, um jemand anderem verständlich zu machen, dass man einen Schlaganfall vermutet," sagt Karsten Krone. Sein Vorschlag: Der Patient legt die "gesunde" Hand auf das Gesicht. Ein Bild dazu schickte er der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe noch vom Krankenbett.

Ein Schlaganfall-Zeichen steht zur Diskussion

Die Schlaganfall-Hilfe postete das Foto mit der Geschichte dazu auf ihrem Facebook-Kanal, natürlich mit seiner Genehmigung. Was dann geschah, hatte niemand erwartet. Die Meldung verbreitete sich viral, erreichte 100.000 Nutzer. Zahllose Patienten schilderten ihre Schlaganfall-Geschichten, kommentierten und diskutierten Karstens Vorschlag.

"Das ist eine tolle Idee," schrieb zum Beispiel Nutzerin Monique. "Mein Schwiegervater konnte sich nicht mehr äußern, hat aber gemerkt, was los war." Mit ihr waren viele Nutzer begeistert von dem Vorschlag und meinten, das müsse unbedingt publik gemacht werden. "Sicher können das nicht alle Betroffene," meint Karsten, "aber viele, denen dann schneller geholfen werden kann."