Voller Einsatz für Menschen mit Behinderung

Thorsten Blasey weiß, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu werden – mit 48 erlitt er einen Schlaganfall. Als Beauftragter der Stadt Mölln für Menschen mit Behinderungen engagiert er sich daher für mehr Integration.

Thorsten Blasey war Personal-Controller bei den Berliner Verkehrsbetrieben, immer ein sportlicher Mensch, ging Klettern in den Bergen, fuhr Mountainbike und war gesund. Bis zu jenem 5. April 2013, als er in seiner damaligen Berliner Wohnung abends einen Schlaganfall erlitt. „Ich hatte vorher noch Sport gemacht und war mit leichten Kopfschmerzen ins Bett gegangen“, erinnert sich der 48-jährige. In der Nacht wachte Blasey dann plötzlich auf: „Meinen linken Arm habe ich nicht mehr gespürt“, erzählt er. Geistesgegenwärtig wählte er den Notruf und erinnert sich: „Ich habe die Sanitäter noch selbst in die Wohnung gelassen“. Umgehend kam er in die Berliner Charité – für seine Familie begann eine Zeit des Bangens und Wartens. „Meine Frau wusste nicht, ob ich noch lebe oder sie einen Bestatter braucht“, erzählt er.

Thorsten Blaseys Leben stand auf Messers Schneide. Denn am nächsten Tag wurde der Druck auf sein Gehirn größer. Er wurde in ein anderes Krankenhaus und ins künstliche Koma verlegt, um den Druck zu mildern. Trotzdem war eine OP nötig – Blasey wurde ein Teil der Schädeldecke entfernt, um sein Leben zu retten. Anschließend ging es für den Familienvater in die Reha, zwischenzeitlich machten ihm Depressionen zu schaffen. Neun Monate nach dem Schlaganfall wurde Blasey nach Hause entlassen. „Ohne die Unterstützung meiner Familie hätte ich das nicht durchgestanden“, erzählt er heute, Jahre nach dem Schlaganfall.

Von seinem Schicksalsschlag ließ sich der Möllner nicht aus der Bahn werfen.

Thorsten Blasey ist zurück im Leben. Als Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Stadt Mölln setzt er sich für die Belange anderer ein. Er weiß wie kein zweiter, wie es ist, im Alltag mit einer Behinderung zurechtkommen zu müssen: „Ich sitze selbst im Rollstuhl, habe einen Neglect (Aufmerksamkeitsstörung) links und weitere Einschränkungen auf der Seite“, erzählt er.

Als Ziel setzte sich Thorsten Blasey, mit seinem Enkel in den Bergen klettern zu gehen. „Wenn er zwölf ist, möchte ich mit ihm von Schierke bis auf den Brocken. Ich sehe uns jetzt schon zusammen auf der Spitze stehen“, sagt er. Wer Thorsten Blasey kennt, der weiß: Was er sich vornimmt, das setzt er auch um. Was den Motivationspreis angeht, heißt es jetzt: Daumen drücken.

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