Roland Wagenhäuser

Roland Wagenhäuser hat zwei Schlaganfälle erlitten. Die Erfahrungen, die er anschließend machte, gibt er nun an andere weiter.

Roland Wagenhäuser erinnert sich genau an den 2. November 2006: Nachts wachte er plötzlich auf, ihm war unwohl. „Es fühlte sich an, als wäre eine Welle durch meinen Oberschenkel gerast“, erzählt er. Er griff gedankenschnell zum Handy und rief einen Freund an, der ihn in ein Krankenhaus fuhr. Dort verschlimmerte sich ein Zustand zunehmend. „Irgendwann habe ich meine Arme nicht mehr gespürt“, berichtet er. Auch seine Beine gehorchten ihm zwischenzeitlich nicht mehr und er saß im Rollstuhl. Später wurde Wagenhäuser in ein Klinikum in seiner Heimatstadt Frankfurt verlegt. Die Diagnose: Schlaganfall – mit 36 Jahren.  

Beirren ließ sich der gebürtige Hesse von seinem Schlaganfall nicht, auch wenn viele gewohnte Handgriffe nicht mehr saßen. „Ich musste wieder laufen und mit Messer und Gabel essen lernen“, erzählt er. Eine Rückkehr in seinen Job als Key-Account-Manager war zu diesem Zeitpunkt in weiter Ferne. Doch aufgeben kam für ihn nicht infrage. Roland Wagenhäuser kam für zwei Monate in die Reha. Er erholte sich gut und kehrte an seinen Arbeitsplatz in Düsseldorf zurück. Als Folge des Schlaganfalls ist nur die Feinmotorik in der linken Hand nicht mehr vollständig vorhanden. „Das erinnert mich immer wieder an meinen Schlaganfall“, sagt er. 

Bis 2015 arbeitete Roland Wagenhäuser als Key-Account-Manager. Dann zog er einen Schlussstrich – nach 17 Jahren. „Es hat einfach nicht mehr gepasst“, sagt er. Der Hesse wagte einen Neuanfang und den Schritt in die Selbstständigkeit als Karrierecoach. Heute, sieben Jahre später, sagt er: „Es war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Denn er habe seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.  
Dass sein Leben anders verlief als vorgestellt, findet Wagenhäuser nicht schlimm – ganz im Gegenteil: „Ich habe als Kind einen Autounfall, später Krebs, zwei Schlaganfälle und ein extrem aggressives Virus, das mich ebenfalls fast das Leben gekostet hätte, überlebt. Jedes Mal habe ich mich aus dem tiefsten Sumpf gezogen“. Anderen Schlaganfall-Betroffenen und Menschen in schwierigen Situationen möchte der gebürtige Frankfurter jetzt eine positive Unterstützung sein und „beim Aufbau von Resilienz und bei der Karriere helfen“, sagt er. 

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