Die elektronische Patientenakte kommt

Die elektronische Patientenakte kommt

Gesetzliche Versicherte haben seit dem 1. Januar Anrecht auf die Nutzung einer elektronischen Patientenakte, kurz: ePA. Dieses Anrecht besteht jedoch nur theoretisch, denn bis die Akte läuft, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Das Thema ist in Deutschland so alt, dass seine Entwicklung schon diverse Gesundheitsminister überlebt hat. Viele widersprüchliche Interessen und hohe Ansprüche an den Datenschutz haben die ePa immer wieder ausgebremst. Unter Minister Jens Spahn sollte dann alles ganz schnell gehen. Eigentlich – denn das Unternehmen gestaltet sich auch in der Praxis sehr schwierig.

Per App ärztliche Daten verwalten

Künftig stellen die Krankenkassen ihren Versicherten eine App zur Verfügung, die sie auf ihrem Smartphone oder Tablet installieren können. Damit können Patienten – auf freiwilliger Basis - ihre Daten verwalten und den Zugriff für ihre Ärzte freischalten. Dabei geht es nicht nur darum, Praxen und Kliniken papierfrei zu machen. In erster Linie soll die Versorgung von Patienten sicherer, schneller und damit besser werden.

Erste Daten, die in die neue Akte eingespeist werden

Doch noch sind wir nicht so weit. Derzeit läuft eine Probephase, in die 200 Arztpraxen eingebunden sind. Im optimalen Fall soll die ePa ab Juli flächendeckend verfügbar sein. Die ersten Daten, die in die neue Akte eingespeist werden, sollen wichtige Informationen für einen Notfall sein sowie der elektronische Medikationsplan für Patienten, die über längere Zeit mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen.

Technische Infrastruktur herstellen und Datenschutzfragen klären

Einsicht in ihre Akte werden die Patienten selbst nach derzeitigem Stand erst im kommenden Jahr nehmen können. Bis dahin gilt es, die technische Infrastruktur herzustellen und weitere Datenschutzfragen zu klären. Vor allem aber braucht es, wie es scheint, eine umfangreiche Aufklärungskampagne. Nach einer aktuellen Umfrage wissen gerade einmal zehn Prozent der Bevölkerung, wie die neue ePa funktionieren soll.

Weitere Informationen

  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe erklärt in diesem Papier (PDF) die Funktionsweise der elektronischen Patientenakte.
  • Die gematik GmbH hat eine umfangreiche Infografik erstellt, die anschaulich erklärt, wie die ePa künftig funktionieren soll.