Elektronischer Medikationsplan kommt
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Elektronischer Medikationsplan kommt

Zum Tag der Patientensicherheit am 17. September fordert die BAGSO-Initiative „Medikationsplan schafft Überblick“, Betroffenenorganisationen bei der Einführung des elektronischen Medikationsplans zu beteiligen.

Medikationsplan muss von den Betroffenen angenommen werden

Patienten-, Behinderten- und Seniorenorganisationen müssen frühzeitig in die Erstellung und Verbreitung der Informationsmaterialien einbezogen werden. Denn nur wenn der elektronische Medikationsplan von den Betroffenen angenommen wird, kann er künftig zur Patientensicherheit beitragen.

Elektronischer Medikationsplan bis zum Jahresende

Zum Hintergrund: Der elektronische Medikationsplan soll bis zum Jahresende eingeführt werden. Arztpraxen können die Medikation einer Patientin oder eines Patienten dann auf der Versichertenkarte abspeichern. Den Zugriff steuern die Betroffenen über eine PIN. Gibt der Patient sein Einverständnis, können Arztpraxen und Apotheken die aktuelle Medikation einsehen.

Voraussetzung dafür ist, dass Patientinnen und Patienten vom Nutzen überzeugt sind und die Funktionsweise verstehen. Betroffenenorganisationen, zu denen sich auch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nach ihrem Selbstverständnis zählt, können zu zielgruppengerechter Information beitragen und für Vertrauen werben.

„Der neue elektronische Medikationsplan überzeugt. Aber Patientinnen und Patienten müssen gut informiert und begleitet werden, denn Einverständnis erfordert Wissen“ so Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO.

Initiative "Medikationsplan schafft Überblick"

Die BAGSO-Initiative „Medikationsplan schafft Überblick“ wurde 2019 gegründet, die Deutsche Schlaganfall-Hilfe zählt zu den Gründungsmitgliedern. Sie klärt Patientinnen und Patienten, die täglich mehrere Präparate einnehmen müssen, über ihren Anspruch auf einen aktuellen Medikationsplan auf und ermutigt sie, in der Arztpraxis und Apotheke nachzufragen. Patientinnen und Patienten erhalten zudem Hinweise für den sinnvollen Umgang mit dem Medikationsplan.

Multimedikation ist für viele Schlaganfall-Betroffene in der Nachsorge eine große Herausforderung. Zur Vorbeugung eines wiederholten Schlaganfalls müssen sie zahlreiche Medikamente einnehmen und können dabei schnell durcheinander geraten. Der Medikationsplan soll ihnen eine Orientierungshilfe sein.

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, ist Schirmherrin der Initiative.