Colin GEipel wird für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Selbsthilfepreis für Engagement

Der Brief war eine große Überraschung. Colin Geipel hat nichts davon geahnt, dass sein Kollege Uwe Helbig ihn für den Sächsischen Selbsthilfepreis vorgeschlagen hatte. Die Jury war beeindruckt von Colins Engagement.

"Ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut. Das ist einfach eine große Wertschätzung für das Ehrenamt", sagt er.

Selbst Schlaganfall-Betroffener

Nach seinem Schlaganfall im 2003 war noch nicht abzusehen, dass er wieder so aktiv werden würde. „Ein Schlaganfall verändert das Leben von Grund auf. Viele machen die Probleme erstmal mit sich selbst aus. So war es bei mir auch. Es hat relativ lange gedauert, bis ich Selbsthilfe-Angebote in Anspruch genommen habe“, erinnert sich der Dresdner.

Colin Geipel gründetet eine Selbsthilfegruppe

Inzwischen ist er nicht nur in einer Selbsthilfegruppe aktiv, sondern hat selbst viel auf die Beine gestellt. In Reha entdeckte er seine Leidenschaft fürs Tischtennis – das ging nämlich mit der gesunden Seite noch sehr gut. Doch er fand nach der Entlassung keine Gruppe für Menschen mit ähnlichen Einschränkungen. Also gründete er kurzerhand selbst eine Tischtennis-Gruppe für Menschen mit Schlaganfall und Schädel-Hirn-Verletzungen und gliederte diese einem bestehenden Sportverein an. „Wir treiben nicht nur gemeinsam Sport, sondern treffen uns auch mit den Angehörigen, gehen Radfahren oder Wandern. Es sind viele Freundschaften daraus entstanden“, freut sich Colin.

Beratung auf Augenhöhe - Colin ist ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer

Doch dabei blieb es nicht: Als er von dem Projekt „Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erfuhr, wusste er sofort: Das ist etwas für mich.

Die Ausbildung absolvierte er in Halle/Saale, da es in Dresden damals noch kein Angebot gab. Seit einem Jahr arbeitet er im „SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall“ – Team des Dresdener Uniklinikums mit. Manche Betroffene oder Angehörige kommen persönlich vorbei, die meisten melden sich allerdings telefonisch. „Ich kann eine Beratung auf Augenhöhe bieten, schließlich habe ich viele Situationen selbst erlebt oder die gleichen Anträge gestellt. Und wenn ich etwas nicht weiß, weiß ich, wo ich mich informieren kann.“

Wenn er nicht gerade in Sachen Schlaganfall aktiv ist, verbringt er seine Freizeit am liebsten auf dem Liegerad oder beim Tuba-Spielen – denn auch das klappt wieder.

„Neben der Beratung ist bei meiner Arbeit als Schlaganfall-Helfer vor allem eins wichtig: Den Betroffenen Mut machen, dass es weitergeht.“ Dafür wird er jetzt geehrt.