Nach Schlaganfall Cholesterin deutlicher senken
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Nach einem Schlaganfall sollte das LDL-Cholesterin deutlicher gesenkt werden

Das zeigt eine neue Studie, die gerade im „New England Journal of Medicine“ publiziert wurde.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), hierzulande zuständig für die Behandlungsleitlinien des Schlaganfalls, reagierte mit einer Pressemeldung.

Was schützt vor einem weiteren Schlaganfall?

Patienten haben nach einem Schlaganfall oder einer TIA (transitorisch-ischämische Attacke mit vorübergehenden Anzeichen) ein hohes Risiko, einen zweiten, oft deutlich schwereren Schlaganfall zu erleiden (Rezidiv). Deshalb kommt der Sekundärprävention, also der optimalen Einstellung der Patienten im Hinblick auf Blutdruck, Blutfette und Blutzucker, eine hohe Bedeutung zu.

Das schlechte Cholesterin steht im Fokus

Bei den Blutfetten, dem Cholesterin, richten Mediziner ihren Fokus vor allem auf das LDL, das „böse“ Cholesterin. Die aktuelle Behandlungsleitlinie der DGN fordert, es medikamentös auf einen Wert unter 100 mg/dl zu bringen. Meist kommen dabei so genannte Statine zum Einsatz.

Jeder fünfte Folge-Schlaganfall konnte verhindert werden

Die neue Studie, an der sich Schlaganfall-Zentren in Frankreich und Südkorea beteiligten, verglich jetzt Patienten, die nach aktuellen Leitlinien eingestellt waren, mit einer Gruppe, bei der das LDL unter 70 mg/dl gesenkt wurde. Ergebnis: durch die stärkere Senkung konnten die Mediziner statistisch betrachtet jeden 5. Folge-Schlaganfall verhindern.

Wie weit soll der LDL-Spiegel gesenkt werden?

Offen blieb, wie weit man den LDL-Spiegel senken sollte. Frühere Studien legen nahe, das zu tiefe Werte das Blutungsrisiko erhöhen könnten. „Für eine definitive Festlegung des Grenzwertes sind weitere Studien erforderlich,“ sagt Professor Dr. Hans-Christoph Diener aus Essen, Pressesprecher der DGN.