Gangtherapie auf dem Laufband

Viel hilft viel

In der motorischen Rehabilitation gilt der Leitsatz: Viel hilft viel! Doch stimmt er? Dieser Frage ging der Konstanzer Neurologe Prof. Dr. Christian Dettmers nach.

Experten nennen es die „Dosis-Wirkungs-Beziehung“: wer viel trainiert, lernt schneller wieder laufen. Therapeuten machen sich dieses Prinzip zu nutzen, sie nennen das „Shaping“. Dabei bekommt der Patient ständig neue Ziele oder eine höhere Belastung. Auf die Frage, wie viel mehr es sein sollte oder darf, liefern die Studien allerdings kaum antworten.

In der Gangrehabilitation gibt es eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung

Dettmers verglich zahlreiche internationale Arbeiten und fand darin eindeutige Nachweise, dass es zumindest in der Gangrehabilitation eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt. Dieser Effekt war bei Schlaganfall-Patienten sogar ein Jahr nach dem Schlaganfall feststellbar. Und noch etwas fand Dettmers heraus: viel Wirkung zeigt eine hohe Therapiedichte insbesondere bei den Patienten, die vorher kaum aktiv waren.

Ein Ergebnis, das Patienten Mut machen kann: es lohnt also, sich in der Therapie zu quälen.