pflegebedürftige Person

Denk ans Delir

Nicht wenige Patienten auf Stroke Units fallen ins Delirium. Die Uniklinik Schleswig-Holstein in Kiel hat jetzt die Pflege mit dem Screening beauftragt.

Pflegewissenschaftler Peter Nydahl hat Plakate und Aufkleber im ganzen Haus verteilt. „Denk ans Delir“ lautet die Botschaft. „Im klinischen Alltag fällt ein Delir doch oft gar nicht auf,“ erklärt er seine Initiative. „Wenn der Patient mit ja und nein antwortet, ist er erstmal nicht auffällig.“ Deshalb müssten gerade die Pflegekräfte sensibilisiert werden, auf Symptome der Verwirrung zu achten.

Hintergrund: Patienten im Delirium erleiden nachgewiesen häufiger Komplikationen, liegen länger im Krankenhaus und haben ein höheres Sterberisiko. Eine frühe Rehabilitation auf der Stroke Unit mit bei ihnen kaum möglich. Valide Zahlen gibt es kaum, doch vieles deutet darauf hin, dass mehr als ein Viertel der Patienten auf Stroke Units ins Delir fällt.

Nydahl hat in seinem Pflegeteam deshalb ein einfaches Delir-Screening eingeführt, das mehrmals täglich durchgeführt wird. „Das ist gar kein großer Aufwand, man kann es neben der Grundpflege durchführen“, sagt Nydahl. Ein einfacher Test sei beispielsweise, Patienten die Wochentage rückwärts aufsagen zu lassen. Wer damit Schwierigkeiten habe, den müsse man genauer betrachten.