Weltgesundheitstag

Flächendeckend optimale Versorgung

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, müssen schnell, vor allem auch durch Spezialisten behandelt werden. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Akutversorgung bei Schlaganfällen sehr gut sichergestellt ist.

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, müssen schnell, vor allem auch durch Spezialisten behandelt werden. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Akutversorgung bei Schlaganfällen sehr gut sichergestellt ist. Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum Weltgesundheitstag am 7. April aufmerksam, der dieses Jahr die flächendeckende Gesundheitsversorgung zum Thema hat.

Mehr als 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten in Deutschland werden in spezialisierten Schlaganfall- Einheiten, so genannten Stroke Units, behandelt. Von 95 Prozent der deutschen Städte und Gemeinden aus ist heute eine Stroke Unit innerhalb von 30 Minuten erreichbar. Die Zahl der zertifizierten Stroke Unis wächst kontinuierlich. 310 Kliniken hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bisher zertifiziert. „Damit nimmt Deutschland in der Akutversorgung eine Vorreiterrolle ein", sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Heute sterben nur noch etwa halb so viele Menschen an einem Schlaganfall wie vor 25 Jahren. Jetzt ist es wichtig, flächendeckend auch die mittel- und langfristige Nachsorge weiter zu verbessern."

Deswegen hat die Stiftung unter anderem das Projekt STROKE OWL ins Leben gerufen. Professionelle Schlaganfall-Lotsen werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 2000 Schlaganfall-Patienten in Ostwestfalen- Lippe begleiten – von der Stroke Unit über die Reha bis zur häuslichen Nachsorge. Ein Jahr lang stehen sie den Betroffenen und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Sie achten auf darauf, dass Patienten ihre Medikamente einnehmen und ihren Lebensstil ändern, sie koordinieren Therapien und die passenden Hilfsmittel und unterstützen auch in der Kommunikation mit den Krankenkassen und Ärzten.

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Lebensqualität der Betroffenen durch die engmaschige Begleitung steigt und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls sinkt. „Der Innovationsfonds des Bundes fördert unser Modellprojekt. Das tut er nach eigener Aussage nur bei Projekten, die ein großes Potenzial mitbringen, in die so genannte Regelversorgung überführt zu werden, das heißt die Krankenkassen irgendwann die Kosten übernehmen. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass zukünftig flächendeckend eine optimale Nachsorge gesichert ist", erklärt Brinkmeier.