Diskutierten auf dem Hauptstadtkongress über das Modell der Schlaganfall-Lotsen (von links): Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Claudia Wein, Moderator Dr. Peter Stuckhard und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz.

Hauptstadtkongress 2017: Schlaganfall-Lotsen auf einem guten Weg

Schlaganfall-Lotsen nach dem Modell der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind auf dem besten Weg in die Regelversorgung. Das war eine der Botschaften des Hauptstadtkongresses 2017.

Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus der Politik und dem Gesundheitssektor kamen in Berlin zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hob noch einmal hervor, wie wichtig der Innovationsfonds des Bundes sei, der das Lotsen-Projekt STROKE OWL fördern wird.

Drei Jahre wird die Deutsche Schlaganfall-Hilfe Zeit haben, den Nutzen von Schlaganfall-Lotsen nachzuweisen. Sie begleiten Patienten für ein Jahr und sollen unter anderem dafür sorgen, dass deutlich weniger Betroffene einen erneuten Schlaganfall erleiden. Lässt sich dies beweisen, wird eine Einführung von Schlaganfall-Lotsen in die Regelversorgung sehr wahrscheinlich. „Die Förderzusage des Gemeinsamen Bundesausschuss´ allein ist bereits ein Qualitätssiegel", erläuterte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, auf dem Hauptstadtkongress. Mit Vergabe der Fördermittel aus dem Innovationsfonds hat der G-BA deutlich gemacht, dass er in dem Projekt ein großes Potenzial sieht.

Weshalb Nachsorge Programme wie die Schlaganfall-Lotsen so wichtig sind, machte auch Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz deutlich. Der renommierte Neurologe aus Bethel ist Sprecher der medizinischen Fachgesellschaft, der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. „Wir haben weltweit die beste Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten", lobte er auf dem Hauptstadtkongress das deutsche Gesundheitssystem. „Aber die Weiterversorgung ist nicht optimal". An seiner Klinik ist seit über drei Jahren bereits eine Schlaganfall-Lotsin erfolgreich im Einsatz.

Erste Schlaganfall-Lotsen soll es bald auch in der Hauptstadt geben. Das kündigte Dr. Claudia Wein vom Betheler Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge an. „Wir haben uns für die Schlaganfall-Hilfe sehr über die Zusage aus dem Innovationsfonds gefreut", sagte die Ärztin und Versorgungsexpertin. „Von den Erfahrungen aus diesem Projekt wollen wir profitieren, um dann in engem Austausch mit der Stiftung auch in Berlin Schlaganfall-Lotsen auf die Spur zu bringen".