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Versorgungsforschung

aus den Zielsetzungen der Helsingborg-Deklaration

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beteiligt sich an verschiedenen nationalen und internationalen Versorgungsforschung-Projekten, insbesondere auch mit dem Ziel die Patientenbedürfnisse stärker in den Fokus der Versorgungsforschung zu rücken.

Der Schlaganfall stellt eine große Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen jährlich in Deutschland, etwa 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der Alterung unserer Gesellschaft diese Zahl zukünftig deutlich zunehmen wird.
In den letzten Jahren hat sich das Wissen um die Prävention sowie Möglichkeiten von Diagnostik und Behandlung/Nachsorge des Schlaganfalls deutlich verbessert. Insbesondere am Beispiel der Schlaganfall-Prävention lässt sich anhand einer Vielzahl von Studien eindrucksvoll aufzeigen, dass durch eine konsequente Verminderung der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren ein großer Teil der Erkrankungen zu vermeiden wäre. Dem gegenüber steht jedoch die nüchterne Erkenntnis, dass das theoretische Wissen nicht immer ausreichend in der Alltagsversorgung umgesetzt wird und eine Schlaganfall-spezifische Versorgungsforschung dringend aufgebaut werden muss.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beteiligt sich an verschiedenen nationalen und internationalen Versorgungsforschung-Projekten, insbesondere auch mit dem Ziel die Patientenbedürfnisse stärker in den Fokus der Versorgungsforschung zu rücken.

Die Arbeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe leitet sich im Bereich der Versorgungsforschung unter anderem aus den Zielsetzungen der Helsingborg Deklaration ab.

Die Helsingborg Deklaration von 2006

Im November 1995 kamen auf Einladung der WHO erstmals neurologische Fachverbände aus Europa, die europäische Schlaganfall-Organisation, die internationale Schlaganfall-Organisation, sowie die internationalen Dachverbände der Physio- und Ergotherapeuten zusammen. Bei dem Treffen wurden die notwendigen Grundlagen für die Behandlung des Schlaganfalls festgelegt, die als Ziele bis zum Jahr 2005 galten.

Im März 2006 fand ein zweites Treffen in Helsingborg statt. Überprüft und spezifiziert wurden die 1995 gesteckten Ziele. Bei diesem Treffen waren Patientenorganisationen durch SAFE vertreten.

1. Aufbau von Schlaganfall-Services

Alle Schlaganfall-Patienten in Europa sollen Zugang zu Versorgungsleistungen haben von der Akutversorgung auf der Stroke Unit bis hin zu angemessener Rehabilitation und sekundärpräventiven Maßnahmen.

2. Notfallmanagement des Schlaganfalls

Ziel ist es, dass mehr als 85 Prozent der Schlaganfall-Patienten die ersten Monate überleben und mehr als 70 Prozent der Betroffenen nach drei Monaten in ein unabhängiges Leben zurückkehren können. Alle Schlaganfall-Patienten sollen in ein Krankenhaus mit den notwendigen technischen Voraussetzungen und dem Fachwissen für eine spezialisierte Schlaganfall-Versorgung eingeliefert werden.

3. Prävention

Die Sterblichkeitsrate ist um 20 Prozent gesenkt ausgehend von dem Level von 2005. Alle Länder zielen darauf ab die Hauptrisikofaktoren des Schlaganfalls in ihrer Bevölkerung zu senken, insbesondere Bluthochdruck und Rauchen. Alle TIA und Schlaganfall-Patienten erhalten eine angemessene Sekundärprävention.

4. Rehabilitation nach Schlaganfall

Das Ziel der Schlaganfall-Rehabilitation ist es, dass 70 Prozent der überlebenden Schlaganfall-Patienten unabhängig in den Aktivitäten des alltäglichen Lebens sind.

5. Evaluation der Schlaganfall-Versorgung

Alle Länder erheben routinemäßig Daten, die nötig sind um die Qualität der Schlaganfall-Versorgung zu bewerten, einschließlich patientenrelevanter Date.

Die Rolle der Patienten und ihrer Angehörigen sowie der Patientenorganisationen wird durch die Helsingborg Deklaration gestärkt. Gesundheitsexperten und Laien arbeiten eng zusammen, um die Aufklärung über den Schlaganfall zu verbessern, auf die Bedürfnisse von Patienten und ihren Angehörigen einzugehen und die soziale Unterstützung auf regionaler Ebene durch beispielsweise die Gründung von Selbsthilfegruppen zu stärken. Die ausführliche Helsingborg-Deklaration von 2006 können Sie an dieser Stelle in englischer Ausführung nachlesen.