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Therapiemöglichkeiten beim kindlichen Schlaganfall
Es gibt die unterschiedlichsten Therapieformen, deren Erfolg teilweise umstritten ist. Vor dem Beginn einer Therapie sollten Sie sich mit der eigenen Krankenkasse über eventuell anfallende Kosten abstimmen. Die folgende Liste ist unvollständig, gibt aber einen guten ersten Überblick über unterschiedliche Therapieformen.
Die Liste ist nach weitgehend von den Krankenkassen anerkannten, aber möglicherweise nicht bezuschussten, Therapieformen und nicht anerkannten Therapieformen unterteilt und alphabetisch geordnet.
- Ergotherapie
- Hippotherapie
- Logopädie
- Sensorische Integration
- Vojta
- Affolder Modell
- Akupunktur
- Arm-Basis-Training für schwer betroffene Patienten
- Botox
- Brügger-Therapie
- Cranio - Sacral - Therapie
- EMG - Gesteuerte Elekrostimulation
- Feldenkrais Methode
- Facio-orale Therapie (FOT)
- Die Forced-Use Therapie nach Taub
- Gangschulung mit Musik- Biofeedback
- Homöopathie
- Klangtherapie (auch Frequenztherapie)
- Kognitive therapeutische Übungen nach Perfetti
- Konduktive Förderung nach Andras Petö
- Laufbandtraining mit partieller Gewichtsentlastung
- Neuropsychologisches Training
- Neurolinguistische Therapiesoftware (EvoCare-Therapie)
- Osteopathie
- Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
- Visuelles Restitutions Training (VRT; Computergestütztes Sehtraining)
- Wassertherapie nach Mc Millan/Halliwick Konzept
Beschreibungen dieser Therapieformen finden Sie im unteren Teil der Seite.
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung vom Rehabilitationszentrum Bremen-Friedhorst
Ergotherapie und Physiotherapie, z.B. Bobath
Das Bobath-Konzept ist ein ganzheitliches Pflege- und Therapiekonzept. Die Selbstständigkeit des Patienten soll gefördert werden. Besonderes Charakteristikum: Der Alltag wird zur permanenten Therapie.
Das motorische Lernen spielt eine zentrale Rolle. Der Patient wird mit Situationen konfrontiert, die sich aus seinem Alltag ergeben. Zuerst sind es überschaubare, leichte Prozesse, die mit der Zeit immer komplexer werden.
Das ständige Wiederholen von Abläufen findet in vielen Lebensbereichen wie der Kommunikation, Körperpflege oder Fortbewegung statt.
Hippotherapie (wird in manchen Rehabilitationskliniken angeboten)
Das Besondere an der Hippotherapie ist - im Gegensatz zum heilpädagogischen Reiten oder zum Behindertenreitsport - dass der Patient nicht aktiv auf das Pferd einwirkt, sondern im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten auf Bewegungsimpulse von außen reagiert. Diese werden von ihm übernommen, wiederholt, verbessert und schließlich automatisiert.
Die Hippotherapie wird von einem Arzt verordnet und von einem Physiotherapeuten mit Zusatzqualifikation ‚Hippotherapeut' in einem Reitzentrum durchgeführt.
Die Therapiepferde werden von einem Pferdeführer unter genauer Anweisung des Physiotherapeuten am Langzügel im Schritt geführt. Das Aufsteigen auf das Pferd kann stark gehbehinderten Patienten über eine Rampe erleichtert werden. Während der 20-minütigen Einzelbehandlung überträgt das Pferd etwa 90-110 dreidimensionale Schwingungsimpulse pro Minute auf den Rumpf des aufrecht sitzenden Patienten. Dies entspricht fast genau dem Bewegungsablauf eines Erwachsenen.
Logopädie
Die Logopädie ist eine noch relativ junge medizinisch-therapeutische Fachdisziplin, die bei Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörbeeinträchtigungen zum Einsatz kommt. Ihr Ziel ist es, den Betroffenen in seiner Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen. Durch unterschiedliche Techniken wird angeregt, wieder in die Kommunikation ‚einzusteigen'. Therapiert werden Störungen des Sprachverständnisses, der gesprochenen und geschriebenen Sprache, das Sprechen und Atmen, die Stimme, die Mundfunktion, das Hörvermögen, das Schlucken und die Wahrnehmung. Mittlerweile gibt es ein großes Netz von Logopäden in ganz Deutschland.
Sensorische Integration
Ein gesunder Mensch kann Sinneseindrücke fühlen, empfinden und erfahren. Sie kommen vom eigenen Körper und aus der Umwelt, werden zum Gehirn geleitet und dort erfasst, eingeordnet, verglichen, verarbeitet und gespeichert. Die Wahrnehmungen können sich dann in einer angemessenen Reaktion äußern. Bei einer Wahrnehmungsstörung kommt es zur ungenügenden Übermittlung und Speicherung von Informationen aus dem eigenen Körper. Dadurch können die Informationen aus der Umwelt nicht aufeinander abgestimmt verarbeitet werden. Ziel der Therapie ist die Verbesserung der sensorischen Integration. Mittel sind die gezielte Reizsetzung bzw. das gezielte Reizangebot, wie beim Trampolinspringen oder Schaukeln in der Hängematte (zur Stärkung der muskulären Grundspannung) oder körperliches Arbeiten gegen Widerstände.
Vojta
Bei der Vojta-Therapie wird das Gehirn angeregt, bestimmte angeborene Bewegungsmuster zu aktivieren. Dazu drückt der Therapeut spezielle Punkte der Skelettmuskulatur und spricht dadurch das zentrale Nervensystem auf allen Schaltungsebenen an. So wird auch die Gesichtsmuskulatur, die Augenbewegung, der Schluckvorgang, die Atmung oder die Verdauung aktiviert.
Die Behandlung wird ca. viermal täglich für jeweils 20 Minuten durchgeführt. Damit die Therapie erfolgreich verläuft, ist es wichtig, die Übungseinheiten auch zu Hause weiter zu führen.
Affolder-Modell (auch: St. Galler-Modell oder Geführte Interaktionstherapie)
Die folgenden Therapieformen werden in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt bzw. bezuschusst. Sie werden von unterschiedlichen Therapeuten und Krankengymnasten mit einer entsprechenden Zusatzausbildung angeboten.
Das Affolder-Modell wird bei Menschen mit Wahrnehmungsstörungen eingesetzt. Im Zentrum steht der sogenannte ‚taktil-kinästhetische und propriozeptive Wahrnehmungskanal', der bei wahrnehmungsgestörten Menschen betroffen ist. Der Patient verliert das Gefühl für seinen Körper und dessen Bezug zur Umwelt. Bestimmte Handlungsabläufe kann er nicht mehr ausführen.
Der Therapeut führt den Körper des Patienten. Dadurch soll der Betroffene Interaktionserfahrungen machen und zudem bei der Informationssuche unterstützt werden. Die Therapie orientiert sich stark am Alltag des Patienten und findet deshalb, wenn möglich, zu Hause statt.
Akupunktur
In der chinesischen Medizin geht man davon aus, dass die Energie (Qi) in bestimmten Bahnen, den so genannten Meridianen, durch den Körper fließt. Ist der Energiefluss gestört, entstehen Krankheiten. Den zwölf Hauptmeridianen sind bestimmte Organe zugeordnet, die durch Nadelreize an den entsprechenden Meridianpunkten zur Selbstheilung angeregt werden.
Je nach Erkrankung sind zwischen zwölf und 20 Sitzungen notwendig. Der Einstich ist bei professioneller Durchführung fast schmerzlos.
Akupunktur gilt als wirksame Therapie zur Schmerzlinderung, zur Stärkung des Immunsystems und Behandlung funktioneller sowie psychischer Erkrankungen. Es gilt jedoch folgender Grundsatz: „Die Akupunktur kann nur heilen, was gestört ist, nicht was zerstört ist."
Arm-Basis-Training für schwer betroffene Patienten
Das Arm-Basis-Training ist für Patienten, die eine schwere Armlähmung besitzen. Sie können entweder einzelne Muskeln kaum oder gar nicht mehr steuern. Armbewegungen benötigen hingegen die Mithilfe einiger Muskelgruppen, deshalb wird bei dieser Therapieform versucht, recht viele Muskeln und Gelenke zu trainieren.
Während des Arm-Basis-Trainings werden alle möglichen Armbewegungen des Betroffenen systematisch wiederholt. Dabei werden Schultergelenk, Ellbogengelenk, Handgelenk und Fingergelenk gleichermaßen mit in die Übungen einbezogen.
Das Ziel dieser Therapieform ist es, die Muskelgruppen im betroffenen Arm wieder zu aktivieren. Entweder einzelne Muskeln, bestenfalls alle. Ziel ist es, dass der Patient die Basisfunktionen wiedererlangt.
Botox
Botulinum-Toxin, besser bekannt unter dem Namen Botox, wird von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert und gilt als eine der giftigsten Substanzen. Bereits 10 Nanogramm reichen, um einen Menschen zu töten. Aufgrund dieser Wirkung wurde die Substanz auch zur Entwicklung von Biowaffen genutzt. Botox führt zu einer Unterbrechung der Impulsübertragung vom Nerv auf den Muskel, was eine Lähmung des Muskels zur Folge hat. Etabliert hat sich Botox auch bei der Behandlung von Migräne, Rückenschmerzen, Schielstellung der Augen, extremem Schwitzen, bestimmten Formen des Tremors oder beim spastischen Schiefhals.
Brügger-Therapie
Der vom Neurologen Dr. med. Alois Brügger entwickelten Therapie liegt der Gedanke zu Grunde, dass es ein Zusammenspiel zwischen einem Schaden (z.B. Kontraktur eines Muskels, Veränderungen des Sehnengewebes), einem Schutzprogramm (z.B. Schmerz) und dem Zentralen Nervensystem (ZNS) gibt. Diese Idee steuert die Diagnosestellung und die Therapie. Existiert an einer beliebigen Stelle im Körper ein Schaden, so werden von diesem Ort aus Signale an das ZNS gesendet. Auf diese Nachricht reagiert es zum Beispiel mit Schmerzen und mit einem ‚Schonprogramm', um die Störung weitestgehend einzudämmen. Das kann dazu führen, dass Bewegungsmuster in ihrem Ablauf verändert werden und es zu einer Schonhaltung oder Ausgleichsbewegung kommen kann.
Basis für die Therapie ist die so genannte Funktionsanalyse, die aus einem Test- und Überprüfungsverfahren besteht. Die Übungen können beispielsweise Dehnungen, Training von Alltagsbewegungen, Patienteninformationen, Wärmeanwendungen und die Entlastung der betroffenen Körperregion umfassen.
Cranio - Sacral - Therapie
Diese Therapie hat ihren Ursprung in der Osteopathie. Das Cranio-Sacrale System wird von Schädel (lat.: cranium), Kreuzbein (lat.: sacrum) bzw. Wirbelsäule, den Gehirn- und Rückenmarkshäuten sowie der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit gebildet. Durch Unfälle, Traumata oder Krankheiten kann der craniosacrale Rhythmus aus dem Gleichgewicht geraten, was die Osteopathen ertasten und mit leichtem und gezieltem Druck wieder in Einklang bringen.
Die Behandlung ist sehr sanft und ist geprägt von meditativer Ruhe. Während der Patient in bequemer Position liegt, behandelt der Therapeut gezielt den ganzen Körper. Erspürt er eine Störung, übt er zur Regulierung und Entkrampfung einen sanften Druck aus.
EMG - Gesteuerte Elekrostimulation
Die EMG ist eine medizinisch-technische Methode zum Wiedererlernen verloren gegangener Bewegungsabläufe in einem gelähmten Körperteil.
Während der täglich 20- bis 30-minütigen Sitzung werden Neurostimulations-Elektroden auf der Hautoberfläche über den betroffenen Muskel platziert.
Der Patient versucht dann, die Muskulatur zu aktivieren. Auch wenn von außen nichts zu sehen ist, können die Elektroden eine Willkürbewegung registrieren. Daraufhin wird der Muskel elektrisch stimuliert, so dass die Bewegung im vollen Umfang ausgeführt wird. Das Gehirn erhält eine positive Rückmeldung („Bewegung ausgeführt"), was durch mehrmalige Trainingswiederholung zu einem Lernprozess führt.
Nicht der Strom ist das Heilmittel, sondern die vom Strom im Patienten ausgelöste Reaktion.
Feldenkrais Methode
Im Alltag bewegen sich die Menschen automatisch, beim Feldenkrais achten sie auf ihre Bewegungen und finden so heraus, welche Bewegungsmuster anstrengend oder schmerzhaft sind. Für diese Bewegungen werden einfachere Alternativen erprobt und ohne großen Muskelaufwand ausgeführt. Dies sorgt nach einiger Zeit für mehr körperliche und geistige Beweglichkeit. Die Methode besteht aus zwei Techniken: Die ‚Funktionale Integration' findet in Einzelsitzungen statt, mit Unterstützung des Trainers führt der Patient passiv Bewegungen aus. ‚Bewusstheit durch Bewegung' geschieht in der Gruppe, die Teilnehmer führen die vorgegebenen Bewegungen aus. Diese stehen jedoch nicht im Mittelpunkt, sondern die Konzentration auf Tempo, Kraftaufwand, Koordination und Grad der Aufmerksamkeit.
Facio-orale Therapie (FOT)
Die facio-orale Therapie dient der Behandlung von Patienten mit Störungen beim Schluckvorgang (Dysphagie). Diese Therapieform steht in enger Verbindung zum Bobath Konzept. Darüber hinaus sollen Atmung und Kommunikation verbessert werden. Dabei nutzt man alltägliche Bewegungsabläufe. Die FOT ist ein Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzepts.
Der Schluckvorgang wird in Phasen unterteilt, die unter anderem die Stimulationsphase (Hunger, Durst), das Kauen bzw. Abbeißen, den Transport über Mund, Speiseröhre bis in den Magen beinhalten.
Im Mittelpunkt steht die Beobachtung der verschiedenen Phasen eines Schluckvorgangs. Die Behandlung setzt demzufolge direkt bei den einzelnen Phasen an und stärkt zum Beispiel durch Stimulation mit Eis die Wangen- und Zungenmuskulatur. Die Stimulationsphase kann durch therapeutisches Führen angeregt werden. Hier steht der Therapeut hinter dem Betroffenen und unterstützt ihn beim Zubereiten und Zuführen der Nahrung (z.B. Brot schmieren und führen zum Mund).
Die Forced-Use Therapie nach Taub (auch Taub´sche Therapie, Bewegungs-Induktionstherapie, Constraint-induced-movement-therapy)
Viele Schlaganfall-Patienten nutzen nach einer erlittenen Halbseitenlähmung (Hemiparese) die gesunde Körperhälfte verstärkt und der behinderte Arm wird geschont. Das führt zu einem Rückgang der Muskelmasse. In der Therapie wird der gesunde Arm fixiert. Der Patient wird gezwungen, den gelähmten Arm zu nutzen. So soll das teilweise bereits über Jahre erlernte ‚Schonverhalten' durchbrochen werden.
Gangschulung mit Musik- Biofeedback
Dieses Verfahren versucht rhythmische musikalische Reize als Biofeedback einzusetzen. Seinen Ursprung hat die Methode in bereits angewendeten Biofeedbackverfahren. Hier wurde eine audiovisuelle Rückmeldung von elektrischen Muskelaktivitäten von Knie, Knöchel oder von Auftrittskräften bei Halbseiten-Gelähmten angewandt. Der so genannte ‚Reha- Walkman', der am Gürtel getragen werden kann und einige Melodien gespeichert hat. Sensoren in der Sohle geben Signale ab, die das Tempo und die richtige Melodie steuern.
Der Patient versucht durch einen sicheren und taktmäßigen Gang die richtige Melodie erklingen zu lassen. Dabei muss der Patient willkürlich die Schrittdauer, die Gewichtsverlagerung und den Bodenkontakt steuern. Die Musikwiedergabe kann dabei variieren.
Homöopathie
Die Homöopathie basiert auf dem Prinzip „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt". Es wird also nach einer Arznei gesucht, das an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann wie die, an denen der Patient leidet. Das ausgewählte Mittel bekommt man in einer besonders zubereiteten ‚potenzierten' Form, das bedeutet, es ist in Wasser oder Alkohol geschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und dabei so stark verdünnt, dass der eigentliche Ausgangsstoff nicht mehr nachgewiesen werden kann. Auf diese Weise sollen unerwünschte Wirkungen der Substanz verringert und gleichzeitig die Wirkung verstärkt werden. Manche Krankenkassen übernehmen zumindest einen Teil der Behandlungskosten, wenn sie bei einem zugelassenen Arzt durchgeführt wird.
Klangtherapie (auch Frequenztherapie)
Darunter fallen viele Behandlungs- und Therapiemethoden, die mit Hilfe von Tönen, Tonfrequenzen, Gesängen und Melodien Beschwerden lindern oder sogar vollständig beheben sollen.
Die Philosophie, die hinter der Klangtherapie steht, bezeichnet alle Töne, die wir hören, als Schwingungen mit bestimmten Frequenzen. Auch der Mensch wird als aus Schwingungen bestehend angesehen. Krankheiten entstehen aufgrund von fehlenden Frequenzen und führen so zu einem ‚Missklang' den es zu beheben gilt. Hierzu werden in der Klangtherapie dem Patienten die fehlenden Schwingungen zurück gegeben, was mit Klängen von einer CD für zu Hause geschehen kann oder auch mittels eines sogenannten Klangstuhls in einer Praxis. So soll der Zellstoffwechsel und die Gehirnfunktion positiv beeinflusst werden.
Kognitive therapeutische Übungen nach Perfetti
Die Therapie besteht aus Wahrnehmungsübungen auf neuro-physiologischer Basis. Das Wiedererlernen und Schulen von Bewegungsabläufen steht nicht im Vordergrund. Vielmehr sollen die kognitiven Fähigkeiten verbessert werden. Letztendlich kann so auch die Bewegungsfähigkeit beeinflusst werden.
Die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und kognitive Bewegungskontrolle sind die drei Schwerpunkte des Konzeptes, wobei der Tastsinn im Mittelpunkt steht. In den einzelnen Übungen soll der Patient lernen, eine Aufgabe zu lösen, indem er sensible, über den Tastsinn erhaltene Informationen sammelt.
Konduktive Förderung nach Andras Petö (auch Konduktive Pädagogik oder Petö-System)
Die zusammenführende Förderung führt Entwicklungs-, Lern- und Erziehungsprozesse zusammen und betrachtet die Bewegungsstörung nicht isoliert, sondern ganzheitlich. Petö stufte die durch Schäden des Zentralen Nervensystems verursachten Störungen nicht als Krankheiten ein, sondern sah darin Lernprobleme. Daraus entstand ein Konzept, das zumeist in einer Gruppe umgesetzt wird. Es ist den individuellen Fähigkeiten angepasst. Die sehr unterschiedlichen Aufgaben beinhalten u.a. Bewegungsübungen im Sitzen, Stehen und Gehen. Wichtige Elemente sind zudem die ‚Petö-Möbel', der Einsatz der Sprache oder die Aufstellung eines strukturierten Tagesprogramms.
Laufbandtraining mit partieller Gewichtsentlastung (auch Lokomotionstherapie)
Diese Therapie ist ein neuer physik-therapeutischer Ansatz zur Behandlung von neurologisch bedingten Gangstörungen nach Schlaganfall.
Der Patient wird auf dem Laufband mit einem Fallschirmgurt gesichert, die Gangbewegung wird durch das Laufband aktiviert und je nach Geschwindigkeit beeinflusst.
Die Therapie ist auch für nicht steh- oder gehfähige von Schlaganfall Betroffene geeignet. Durch die Sicherung werden Stürze vermieden, der Patient kann daher angstfrei und entspannt trainieren. In der Anfangsphase des Trainings sind zwei Physiotherapeuten notwendig: einer hilft den Rumpf zu stabilisieren, während der andere dabei behilflich ist, das gelähmte Bein nach vorne zu setzen.
Das Training erfolgt 30 Minuten am Tag.
Neuropsychologisches Training
Eingesetzt wird das Training zur Schulung geschädigter kognitiver Fähigkeiten. Trainiert wird die Konzentration, Orientierung, Rechen- und Lernfähigkeit, Gedächtnis, Raumsinn, Planung und Sprache. Die Übungen werden anhand bestimmter Materialien durchgeführt: Arbeitsblätter, Wort- oder Bildkarten oder auch Piktogramme.
Das Training geht über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen, eine Sitzung dauert 45 bis 60 Minuten. Es ist nicht nur auf die gestörten Funktionen ausgerichtet, sondern fördert auch die gut erhaltenen Fähigkeiten. Es kann bereits im Akutstadium nach einer Hirnschädigung in vereinfachter Form begonnen werden.
Neurolinguistische Therapiesoftware (EvoCare-Therapie)
Neurolinguistische Therapiesoftware ist ein Übungsprogramm, welches speziell für Patienten mit Sprachstörungen (Aphasie) entwickelt wurde. Dieses zusätzliche Verfahren gilt als Unterstützung in der (teil-)stationären und ambulanten Rehabilitation und ist auch als EvoCare-Therapie oder Evoling bekannt. Die 2002 neu entwickelte Therapie wird ergänzend zur konventionellen Arbeit der Logopäden angewandt. Bedient wird das Übungsprogramm über einen berührungsempfindlichen Monitor, der an einen Computer angeschlossen ist, so dass er auch für motorisch eingeschränkte Personen bedienbar ist. Nach Abschluss der klinischen Rehabilitation nehmen Patienten die Therapie mit nach Hause und üben dort in Eigenregie weiter.
Osteopathie
Die Osteopathie ist ein überwiegend manuelles Diagnose- und Behandlungskonzept. Es kommt aus den USA und geht davon aus, dass der Körper eine Funktionseinheit bildet. Störungen in einem Bereich können also andere Bereiche beeinflussen. Durch die Behandlung des Knochengerüstes und des Bewegungsapparates sollen sich diese Störungen beheben lassen. Nach Meinung der Osteopathen besitzt der Körper die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Sie können nach eigener Aussage mit den Händen die Spannung von Muskeln, Knochen und Gelenken feststellen und gestörte Funktionen spüren. Durch verschiedene Techniken angeregt soll sich der Körper selbst heilen.
Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
Die PNF ist eine Ganzkörper-Behandlung, die darauf abzielt, dass Muskeln und Nerven besser zusammen arbeiten. Bestimmte Reize werden im Nerven- und im Muskelsystem gebildet und geleitet. In einer festgelegten Art und Weise nutzt der Therapeut bestimmte Stimuli wie z.B. Zug, Druck oder Dehnung und erhält daraufhin erwartete Reaktionen: Muskelkontraktion oder Muskelentspannung.
Die Techniken der PNF sind im Stehen, Sitzen, Liegen und Gehen anwendbar .
Visuelles Restitutions Training (VRT; Computergestütztes Sehtraining)
Das VRT ist ein Computer basierendes Therapieprogramm zur Behandlung neurologisch bedingter Gesichtsfeldausfälle. Nach einer Gesichtsfeld-Vermessung des Patienten wird ein individuelles Trainingsprogramm erarbeitet. Damit trainiert der Patient zu Hause am Computer, und zwar ein halbes Jahr lang täglich zwei Mal. Im Laufe des Trainings soll der Patient auch Lichtpunkte außerhalb seines zentralen Gesichtsfeldes wahrnehmen, diese erkennen und per Tastendruck bestätigen. Das VRT kann eine komplette Wiederherstellung des Gesichtsfeldes nicht erreichen, sorgt aber für eine verbesserte Sehfähigkeit.
Wassertherapie nach Mc Millan/Halliwick Konzept
Die Therapie wird als ergänzende Maßnahme bei neurologischen Krankheitsbildern, aber auch bei orthopädischen Erkrankungen eingesetzt. Bei der Bewegungstherapie im Wasser wirken das Element an sich, die Wärme und der Auftrieb positiv auf den Patienten ein.
Antriebshilfen werden nicht verwendet, jeder Patient hat einen Helfer. Aufbauend auf einem Drei-Stufen-Plan, bekommt der Patient durch ‚Geistige Anpassung' (auf die neue Situation reagieren), ‚Gleichgewichtserhaltung' und ‚Bewegung' wieder Vertrauen in seine Fähigkeiten und erlernt bestimmte Bewegungen.