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Rettungskette: Was passiert nach dem Notruf?

 

Ein Mann wird auf einer Trage von zwei Sanitätern das Treppenhaus hinuntergetragen. Eine Angehörige begleitet ihn und trägt eine Tasche.

Durch den Eingang des Notrufs bei der Rettungsleitstelle wird der Notarzt beziehungsweise der Rettungsdienst alarmiert. Dieser versorgt den Betroffenen vor Ort und bringt ihn idealerweise so schnell wie möglich in ein für Schlaganfall-Betroffene spezialisiertes Krankenhaus.

Ein Mann wird auf einer Trage von zwei Sanitätern das Treppenhaus hinuntergetragen. Eine Angehörige begleitet ihn und trägt eine Tasche.  

Durch den Eingang des Notrufs bei der Rettungsleitstelle wird der Notarzt beziehungsweise der Rettungsdienst alarmiert. Dieser versorgt den Betroffenen vor Ort und bringt ihn idealerweise so schnell wie möglich in ein für Schlaganfall-Betroffene spezialisiertes Krankenhaus.

Ein Mensch mit einem akuten Schlaganfall wird idealerweise in einer spezialisierten Klinik mit einer Spezialstation für Schlaganfall-Betroffene, einer so genannten Stroke Unit zu Deutsch Schlaganfall-Einheit  behandelt.

In der Stroke Unit:

Eine Krankenhausmitarbeiterin schiebt einen Patienten in einen Computertomografen.  

Dort wird der Betroffene zunächst körperlich untersucht. Um schnellstmöglich mit einer Therapie beginnen zu können, wird mittels einer Computertomographie (CT) nach dem Hauptgrund für den Schlaganfall gesucht. Mit dieser Röntgenschichtaufnahme können die Ärzte schon in den ersten Stunden feststellen, ob es sich um eine Hirnblutung („Platzen" eines Gefäßes) oder um einen  Hirninfarkt („Verstopfen" eines Gefäßes) handelt.

Neben einer so genannten Basistherapie, die aus einer Überwachung und Behandlung der Atem- und Herzkreislauffunktionen, der Körpertemperatur und des Blutzuckers besteht, gibt es abhängig vom ermittelten Hauptgrund und anderen medizinischen Ausschlusskriterien verschiedene therapeutische Maßnahmen.

Behandlungsschwerpunkte:

Eine Krankenhausmitarbeiterin leuchtet einen Patienten mit einer kleinen Taschenlampe in die Augen.  
  • Die beim Herzinfarkt schon seit längerer Zeit eingesetzte so genannte Thrombolyse wird seit einigen Jahren auch in der Therapie von Hirninfarkten eingesetzt.
    Bei der „Lyse" werden Medikamente in den Körper eingebracht, um Blutgerinnsel aufzulösen. Dahinter steckt die Idee, dass die durch den Verschluss eines Gefäßes von der Versorgung abgeschnittenen Hirnbereiche wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und somit vor dem Absterben bewahrt werden. Wenn die Medikamente über eine venöse Infusion gegeben werden und im ganzen Körper wirken, sprechen Mediziner von einer systemischen Thrombolyse. Dieses Verfahren ist allerdings nur bis zu drei Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome des Schlaganfalls möglich.
    Von einer lokalen Thrombolyse spricht man, wenn das Medikament über einen Katheter direkt „vor Ort" in der Arterie verabreicht wird. Dieses Verfahren ist bis zu sechs Stunden nach Einsetzen der Symptome möglich, unterliegt jedoch strengen medizinischen Ausschlusskriterien. Die ersten Stunden und Tage nach einem Schlaganfall verbringt der Betroffene auf der  speziellen Überwachungs- und Therapiestation.
     
  • Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt ist die so genannte Sekundärprävention. Ziel ist es, von Anfang an durch Medikamente die Blutgerinnung zu hemmen und dadurch die Bildung von weiteren „Verstopfungen" der Gefäße zu verhindern, also einem weiteren Hirninfarkt vorzubeugen.
     
  • Bei Hirnblutungen oder bei Hirninfarkten, die mit einer Schwellung des Hirngewebes einhergehen, kann eine Operation am Gehirn notwendig sein. Diese kann bei einer Hirnblutung zum Beispiel dem „Ausräumen" von Blutungen dienen; bei Hirninfarkten kann durch eine Entfernung von Teilen des Schädelknochens dem sich ausdehnenden Gehirn Raum geschaffen werden. Der entfernte Teil des Schädelknochens wird dann wieder eingesetzt, wenn sich die Schwellung zurückgebildet hat. Solche Eingriffe sind allerdings selten notwendig.

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Stroke Units sind Spezialstationen für Schlaganfall-Patienten

 

Ein Schild einer Schlaganfallstation in einem Krankenhaus.

Eine Stroke Unit hat die technischen und die personellen Voraussetzungen, Schlaganfall-Patienten mit den notwendigen medizinischen Maßnahmen zu versorgen. Ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte arbeitet hier zusammen. Rund um die Uhr werden die Lebensfunktionen der Betroffenen überwacht.

Ein Schild einer Schlaganfallstation in einem Krankenhaus.  

Stroke Units sind Spezialstationen, auf denen Schlaganfall-Betroffene in den ersten Tagen nach ihrem Schlaganfall betreut werden. Auf den Stationen erfolgt die Diagnostik, die Betroffenen werden überwacht und therapiert.
Der englische Begriff „stroke" lässt sich mit dem deutschen „Schlag" übersetzen, „unit" bedeutet so viel wie „Einheit". Das Konzept der „Schlaganfall-Einheiten" stammt ursprünglich aus den USA, wo die Stationen in Anlehnung an so genannte „Coronary Care Units" – Stationen zur Behandlung von Menschen mit Herzinfarkt ‑ entstanden sind.

In Deutschland werden seit Mitte der 1990er Jahre Stroke Units aufgebaut. Inzwischen gibt es mehr als 250 von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifizierte Stationen. Eine Stroke Unit hat die apparativen und die personellen Voraussetzungen für die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Die lebensnotwendigen Funktionen der Betroffenen können rund um die Uhr überwacht werden, ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte, bestehend aus Neurologen, Kardiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen sowie Radiologen, arbeitet zusammen. Außerdem beginnt hier schon in den ersten Tagen die Rehabilitation durch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Pflegende.

Eine Krankenschwester sitzt an einem Schreibtisch und schreibt etwas auf.  

In der Regel verlassen die Betroffenen nach drei bis fünf Tagen die Stroke Unit. Von hier aus werden sie entweder auf eine neurologische bzw. allgemeine Normalstation verlegt oder sie werden direkt in eine Rehabilitationseinrichtung überwiesen.