Web Content Anzeige
Rehaforum Schlaganfall Ost-Sachsen
Versorgung bereits auf gutem Niveau
Die Region Ost-Sachsen ist in der Schlaganfallversorgung schon recht gut aufgestellt. Regionale Vernetzung und die Bildung von Therapiezentren für die ambulante Versorgung, aber auch eine verbesserte berufliche Weiterbildung in Medizin, Pflege, Therapie und Hilfsmittelversorgung sollen die Qualität weiter verbessern. Dies sind die Ergebnisse des Rehaforums Schlaganfall Ost-Sachsen. Rund 90 Fachleute aus der Region nahmen an der Veranstaltung teil.
Mehr als 22.000 Schlaganfälle ereigneten sich in Sachsen im Jahr 2009, knapp 2.000 allein in der Stadt Dresden. Die Regionalanalyse zeigt, dass das Land Sachsen im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands relativ gut versorgt ist. Über das SOS-NET sind 16 Kliniken der Region Ost-Sachsen mit der Universitätsklinik Dresden telemedizinisch verbunden. So erhalten rund 1.000 Schlaganfall-Patienten in kleineren Kliniken Hilfe durch Experten. Der erste Schlaganfall-Lotse - ein Modell der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe – ist in Dresden bereits aktiv, weitere sollen folgen. In ein bis zwei Jahren, so Dr. Ulf Bodechtel vom Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum, könnte das Land Sachsen flächendeckend so gut versorgt sein.
Herausforderungen gibt es in Sachsen wie in anderen deutschen Regionen vor allem aber an den Schnittstellen der weiteren Versorgung sowie in der Messung des Therapieerfolgs. Hier sind neue Instrumente erforderlich, waren sich die Teilnehmer einig, um die Wirksamkeit von Therapien zu beweisen. In der Rehabilitation zählt die Region und das Land Sachsen rein quantitativ bereits zu den besser versorgten Gebieten. Nach Expertenmeinung haben rund 50 Prozent der Schlaganfall-Patienten bei der Entlassung aus der Klinik einen akuten Rehabilitationsbedarf. In den Regionen Rhein-Ruhr und Ostwestfalen-Lippe - Orte der vorangegangenen Rehaforen – liegt die Rehaquote bei etwa 28 Prozent. In Sachsen dagegen erhalten 39 Prozent eine stationäre Rehabilitation. Dabei gibt es innerhalb des Landes noch starke Schwankungen. Während Dresden mit 56 Prozent am besten versorgt ist, liegt die Quote in Chemnitz lediglich bei 27 Prozent. Medizinische Erklärungen gibt es aus Sicht der Experten hierfür nicht. Die vorliegende Regionalanalyse wird Grundlage weiterer Diskussion sein.
Die Rehaforen finden im Rahmen der Initiative „Mobil nach Schlaganfall" statt, die gemeinsam durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und das Unternehmen Otto Bock HealthCare zur Stärkung der Reha nach Schlaganfall ins Leben gerufen wurde. Veranstaltungspartner ist das Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen e.V. (NDGR) sowie – für das Rehaforum Schlaganfall Ost-Sachsen – Carus Consilium Sachsen und das „Schlaganfallversorgung in Ost-Sachsen Netzwerk" SOS-NET. Die wissenschaftliche Begleitung obliegt dem Institut Arbeit und Technik (IAT).
Web Content Anzeige
Axel Schulz zu Gast in Dresden
„Ich habe Glück gehabt"
Prominenter Besuch beim Ratgeberforum: Der ehemalige Weltklasseboxer Axel Schulz kam nach Dresden, um Schlaganfall-Betroffenen aus Ost-Sachsen Mut zu machen. Schulz engagiert sich ehrenamtlich als Botschafter für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Berührungsängste kennt Axel Schulz nicht. Ganz im Gegenteil. Im Deutschen Hygienemuseum in Dresden war der Ausnahmesportler dauerhaft von einer Menschentraube umringt. Viele Schlaganfall-Betroffene, aber auch angehende Pfleger und Therapeuten belagerten ihn. Gefragt waren Autogrammkarten und natürlich Fotos mit dem Stargast. Schulz erfüllte jeden Wunsch, stets geduldig und gutgelaunt.
Fünf Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere bleibt Axel Schulz ein absoluter Sympathieträger. Große Siege hat er errungen, aber auch schmerzliche Niederlagen einstecken müssen. Nicht immer hat man ihn fair behandelt. Doch Schulz lamentierte nicht, stand auch nach Tief- und Niederschlägen wieder auf und glaubte stets an seine Chance - im Ring wie im Leben.
In seinem letzten Kampf gegen den US-Amerikaner Brian Minto 2006 hatte Schulz viele schwere Kopftreffer hinnehmen müssen. Wenige Tage nach dem Kampf erlitt er einen Schlaganfall. Vor voll besetzten Rängen auf dem Ratgeberforum sprach Axel Schulz offen darüber. Wie seine Zunge taub wurde und er den Bonbon in seinem Mund nicht mehr spürte. Axel Schulz hatte Glück im Unglück: Er fand einen Arzt, der gleich die richtige Vermutung hatte und ihn in die Klinik einwies. Heute ist Axel Schulz komplett geheilt, „nur wenn ich mal ganz klein schreiben muss, fällt mir das noch schwer.“
Der Schlaganfall kann jeden treffen, weiß Axel Schulz. Deshalb will er aufklären über die Symptome und helfen, dass Betroffene schnell eine wirksame Therapie erhalten. Und er will den Betroffenen nach Schlaganfall Mut machen. „Ich weiß, es hätte viel schlimmer kommen können. Ich habe Glück gehabt, deshalb engagiere ich mich heute.“ Bewegung ist ihm immer noch wichtig, ins Fitnessstudio aber geht er nicht. „Mehr ist nicht immer gesünder“ lautet sein Motto.