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Rehabilitation nach Schlaganfall…

...zurück ins Leben

Eine Krankenhausmitarbeitern begrüßt freudig einen Patienten.

Etwa zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, haben körperliche Einschränkungen und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Damit die Betroffenen wieder einen möglichst selbstbestimmten Alltag leben können, ist die Phase der Rehabilitation überaus wichtig.

Eine Krankenhausmitarbeitern begrüßt freudig einen Patienten.  

Etwa zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, haben körperliche Einschränkungen und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Damit die Betroffenen wieder einen möglichst selbstbestimmten Alltag leben können, ist die Phase der Rehabilitation überaus wichtig.

Rehabilitation bedeutet vieles: Akutrehabilitation, stationäre, teilstationäre oder ambulante Rehabilitation – der Patient weiß erst einmal gar nicht so richtig, was er mit diesen Begriffen anfangen soll. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Formen eines Schlaganfalls und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen sehr unterschiedlich sind. In jedem Fall aber gilt: Eine geeignete Rehabilitationsbehandlung muss so schnell wie möglich einsetzen, denn dann sind die Therapieaussichten besser.

Zuversichtlich bleiben!

Der Schlaganfall ist ein heftiger Einschnitt in das Leben Betroffener und Angehöriger. Manchmal sind die Folgen gravierend, doch verlieren Sie nicht den Mut! Der Körper und das Gehirn verfügen über erstaunliche Regenerationsfähigkeiten, welche durch die Therapien in der Rehabilitation aktiviert werden.

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Neues Internetportal von REHADAT

 

Sie suchen Unterstützung und wollen Sie sich gleichzeitig sozial engagieren? Unter www.rehadat-wfbm.de können Sie jetzt umfangreiche Informationen zu allen anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und Blindenwerkstätten in Deutschland abrufen.

 

Sie suchen Unterstützung bei der Gartenarbeit, wollen Flyer drucken lassen, suchen einen Anbieter von Bio-Lebensmitteln oder einen Party-Service in Ihrer Nähe? Und mit Ihrer Auftragsvergabe wollen Sie sich gleichzeitig sozial engagieren? Oder Sie sind Arbeitgeber und möchten Ihre Ausgleichsabgabe reduzieren?

Unter www.rehadat-wfbm.de können Sie jetzt umfangreiche Informationen zu allen anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und Blindenwerkstätten in Deutschland abrufen.
Dort können Sie sich zum Beispiel einen Überblick verschaffen, welche Auftragsarbeiten, Dienstleistungen und Produkte die jeweilige Werkstatt anbietet. Außerdem können sich Nutzer über die Möglichkeiten für behinderte Menschen informieren.

Das Portal REHADAT-Werkstätten wird im Rahmen des Informationssystems REHADAT angeboten. REHADAT ist das deutsche Informationsangebot zu Behinderung und beruflicher Teilhabe.

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Neue Entwicklungen für mehr Lebensqualität

REHACARE 2015

Fotos: Messe Duesseldorf / ctillmann

Auf der diesjährigen REHACARE wurden wieder viele Produkte und Dienstleistungen präsentiert. Neben bekannten und bewährten Hilfen gab es einige Neuheiten zu sehen. Wir haben uns für Sie umgeschaut.

 
Fotos: Messe Duesseldorf / ctillmann

Auf der diesjährigen REHACARE präsentieren im Messezentrum Düsseldorf 754 Aussteller aus 37 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen. Zielgruppe waren Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf und Fachleute aus der Rehabilitation. Neben bekannten und bewährten Hilfen gab es einige Neuheiten zu sehen. Wir haben uns für Sie umgeschaut.

„Design, das Denken verändert" nennen die Modemacherinnen Anastasia Umrik und Kathrin Neumann ihr Projekt „inkluWAS". Mit einer jungen Design-Linie wollen die beiden ihren Teil zur Inklusion beisteuern. Die zwei setzen auf Nachhaltigkeit, arbeiten ausschließlich mit zertifizierten, umweltfreundlichen Textilien und mit inklusiven Betrieben zusammen, die Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigen. Von jedem verkauften Artikel spenden sie einen Euro an ein ausgewähltes soziales Projekt. Discounter-Preise gibt es bei inkluWAS natürlich nicht. Doch unter diesen Voraussetzungen sind 20 bis 25 Euro für ein T-Shirt absolut preiswert.

Der Markt der Rollatoren und Gehhilfen ist mittlerweile schwer überschaubar. Wichtig für viele Anwender ist die Flexibilität ihrer Hilfsmittel, insbesondere dann, wenn es häufig mit ins Auto soll oder wenig Platz in der Wohnung vorhanden ist. Die Firma rehastage hat mit dem FOLDY-Walker eine Neuentwicklung vorgestellt. Er kann durch einfache Handgriffe so schmal zusammengefaltet werden, dass er hinter jeden Autositz passt. Das solide Gehgestell wurde insbesondere für den Einsatz auf Reisen konzipiert.

Ein Auto, das selbsttätig in die Garage fährt? Oder den Blinker setzt, wenn man es ihm sagt? Zwei Messeneuheiten stellte die Firma Paravan vor. Das Schäbische Unternehmen besitzt viel Know-How im Bereich der Fahrzeugumrüstung. Ab November bringt es sein neues „Smart Drive" System auf den Markt. Sämtliche Fahrzeugfunktionen sind dann nicht nur über ein Tablet steuerbar, das System beinhaltet auch eine Spracherkennung. Die App dazu soll es für Android als auch für Apple geben.

Zweite Neuerung ist die automatische Einparkhilfe. Der Fahrer fährt vor die Garage, verlässt den Wagen und aktiviert von außen über einen Touchscreen die Einparkautomatik. Mittels eines Laserscanners berechnet der Wagen ein 3-D-Bild vom Innenraum der Garage. Steht nichts im Wege, parkt der Wagen selbsttätig ein. In Gefahrsituationen lässt sich der Einparkvorgang jederzeit manuell beenden. Der Einsatz des Systems ist aber nur auf privatem Grund erlaubt, nicht im öffentlichen Verkehr.

Ein aktives Sitzmodul hat die Firma Motion Concepts für ihre Rollstühle entworfen. Es soll vor allem der Dekubitusprophylaxe dienen. Das Modul lässt sich so programmieren, dass abwechselnd mal die eine, mal die andere Seite stärker belastet wird und imitiert so das normale Sitzverhalten nichtbehinderter Menschen. Diese Funktion soll insbesondere das Leben von druckempfindlichen Rollstuhlfahrern erleichtern und ihnen mehr Teilhabe ermöglichen. Geschäftsführer Klaus Gierse spricht von einem „riesiegen Gewinn an Lebensqualität, weil solche Patienten bisher oft liegen mussten".

Viele Menschen wollen sich trotz Behinderung die Freude am Radfahren nicht nehmen lassen. Der Markt an Spezialrädern ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das Manko vieler Räder: Sie sind sehr groß und wenig für den Transport geeignet. Die Firma Hase Bikes hat ihr Liegerad „Kettwiesel" jetzt mit einem Faltrahmen ausgestattet. So kann es mit wenigen Griffen auf ein Format gebracht werden, das auch in Kombi oder Mini-Van passt.

Das Motomed ist ein Trainingsgerät, das aus vielen Rehabilitationseinrichtungen nicht mehr wegzudenken ist. Viele Patienten nutzen es auch in der häuslichen Nachsorge für das Eigentraining. Gerade Menschen mit Halbseitenlähmung ermöglicht es eine gute Kontrolle, wie viel Kraft die gelähmte Körperseite aufbringt. Bisher war das Gerät für das Beintraining und das Armtraining erhältlich. Neu ist jetzt das Motomed Muvi. Es ermöglicht das simultane Training von Armen und Beinen und damit ein effektiveres Trainingsergebnis.

Viele Neuerungen kommen aus dem Ausland und werden auf der REHACARE erstmals einem deutschen Publikum präsentiert. So etwa das Bestic aus Schweden, ein kleiner Tischroboter, dessen Arm einen Löffel hält und seinen Nutzer beim Essen unterstützt. Auf Knopfdruck, der auch mit dem Kopf ausgeführt werden kann, führt Bestic das Essen zum Mund. In ihrer Heimat haben die Erfinder bereits 230 dieser Geräte ausgeliefert.

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Neuentwicklungen in der Rehabilitation

Für Sie gesichtet

Schlaganfall-Rehabilitation verändert sich laufend. Was es aktuell Neues gibt, war im Frühjahr auf der Messe REHAB in Karlsruhe zu sehen. Wir haben uns umgeschaut.

Schlaganfall-Rehabilitation verändert sich laufend. Was es aktuell Neues gibt, war im Frühjahr auf der Messe REHAB in Karlsruhe zu sehen. Wir haben uns umgeschaut.

 

Bewegung mit dem Roboter

 

Neu in Deutschland ist das HAL von Cyberdyne, entwickelt an einer japanischen Universität. Laienhaft könnte man das Gerät als „Roboterskelett" bezeichnen, das sich die Patienten gewissermaßen anziehen. Elektroden nehmen minimale Bewegungen der Gliedmaßen wahr und verstärken diese. Ein Computer steuert das System. Die Extremitäten werden nur so viel „fremdbewegt" wie nötig. Durch die Wechselwirkung von Eigen- und Fremdbewegung entstehen im Gehirn Trainings- und Lerneffekte.

Cyberdine hat ein Trainingszentrum am Berufsgenossenschaftlichen Uniklinikum Bergmannsheil in Bochum eingerichtet. Private Krankenversicherungen und die Berufsgenossenschaften übernehmen die Therapiekosten bereits. Derzeit wird eine Studie mit Schlaganfall-Patienten durchgeführt. Zwölf Wochen lang erhalten sie hier neben der klassischen Physiotherapie werktäglich Übungen mit dem Hall-System.

Training durch Vibration

Muskeltraining durch Vibration wird bereits seit einiger Zeit in der Schlaganfall-Rehabilitation angewandt. Durch Bewegungseinschränkungen nach einem Schlaganfall leidet auch die Körperhaltung, was zu Folgeschäden führen kann. Mit erfahrenen Therapeuten können Patienten durch das Training auf den Standgeräten verschiedene Muskelpartien trainieren und Spastiken lösen. Auch die gesamte Körperwahrnehmung, so berichten Patienten, soll sich so verbessern.

Unter anderem für Schlaganfall-Patienten wurde von der Firma Galileo die so genannte Wobbel-Funktion entwickelt. Sie führt zufällige Frequenzänderungen durch, auf die sich der Nutzer nicht vorbereiten kann, und erhöht so den Trainingseffekt. Neu sind die Geräte Med Advanced mit erweiterten Funktionen für die intensive Einzeltherapie sowie das Mano 30, eine Ergänzung des Standgeräts für das Training von Armen und Oberkörper. Alle Geräte sollten nur von erfahrenen Therapeuten eingesetzt werden.

Kommunikation auch analog

 

Sprach- und Sprachverständnisstörungen (Aphasien) gehören zu den häufigsten Folgen eines Schlaganfalls. Zur Alltagsunterstützung und für die therapeutische Anwendung wurden bereits zahlreiche Kommunikationshilfen entwickelt. Besonders im Trend in den letzten Jahren ist die digitale Technik. Wie bei handelsüblichen Smartphones und Tablet-PCs geht die technische Entwicklung auch in diesem Bereich schnell voran.

Einen kleinen Kontrapunkt setzt die Firma REHAVISTA. Sie hat die Dynamik ihrer computergestützten Hilfen in die klassische, analoge Variante eines komplexen Kommunikationsbuches übertragen. Der Nutzer kann hier durch die Verknüpfung von Gegenständen und Aktivitäten (in Bildern) komplexere Zusammenhänge ausdrücken. Gedacht ist es vor allem für Patienten, die wenig Erfahrung an Computern haben.

Fernreisen trotz Behinderung

Reisen trotz Behinderung? Das ist schon lange keine Frage mehr, der Markt an Anbietern und Angeboten für barrierefreies Reisen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Zu den Veranstaltern gehört auch der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. mit seinen BSK Reisen. Jedes Jahr bringt er einen umfangreichen Katalog von Gruppen- und Individualreisen heraus. Lagen die Ziele für behindertengerechte Reisen früher vornehmlich an der deutschen Küste, werden sie jetzt zunehmend exotischer. Neu aufgenommen ins Programm 2015 hat BSK Reisen die Ziele Jamaika und Malta.

Rollstuhl als Therapiegerät

Rollstühle werden meist als reine Hilfsmittel verwandt. Die Firma permobil hat für ihre Neuentwicklung F5 Corpus den Werbeslogan „Weniger Stuhl, mehr Reha" geprägt. Das Modell hat eine besondere Funktion, auf Knopfdruck kann der Nutzer unterstützt aufstehen. Diese Option bietet mehr Möglichkeiten, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen, und hat darüber hinaus einen therapeutischen Effekt. Medizinische Vorteile wie eine verbesserte Durchblutung und Druckentlastung liegen auf der Hand. Allerdings hat aufwändige Technik ihren Preis. Wie teuer ein F5 konkret ist, war vom Hersteller leider nicht zu erfahren.

Unser Service für Sie: Linkliste

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Licht schafft Aufmerksamkeit

Erste "Attention Lounge" eröffnet

Prof. Dr. Mario Siebler

Konzentrationsstörungen, ein schwaches Gedächtnis, Orientierungslosigkeit - auch das können Folgen eines Schlaganfalls sein. In Essen gibt es jetzt eine Spezialstation für die Rehabilitation dieser Betroffenen.

"Attention Lounge" hat Prof. Dr. Mario Siebler das neue Projekt genannt. Er zeigt sich zuversichtlich: "Wir haben schon in der Konzeptionsphase gesehen, dass die Therapie den Patienten hilft."

 
Prof. Dr. Mario Siebler

"Attention Lounge" hat Prof. Dr. Mario Siebler das neue Projekt genannt, frei übersetzen lässt es sich mit "Aufmerksamkeitsraum". Ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team um den Neurologen hat das Konzept entwickelt. Nach rund einjähriger Probephase hat die MediClin Fachklinik Rhein-Ruhr ihre neue Station im April feierlich eröffnet. "Damit machen wir Pionierarbeit, eine vergleichbare Station gibt es in Deutschland bisher nicht," sagt Siebler, der sich als Regionalbeauftragter für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert.

Das Konzept der Attention Lounge bündelt klassische Physiotherapie und Ergotherapie mit kognitiven Methoden in einem festen Tagesablauf. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Licht. Eine Vielzahl der Aktivitäten findet im zentralen Therapieraum mit einem speziellen Lichtsystem statt, das bis zu 12.000 Lux leistet. Die Lichttherapie hat nicht nur einen antidepressiven Effekt, sondern verbessert die Konzentrationsfähigkeit und unterstützt einen normalen Schlaf-/Wachrhythmus. Dieser ist bei vielen Patienten gestört. Die Lichttherapie hilft ihnen, ihre "innere Uhr" neu zu stellen.

"Bisherige Rehabilitationskonzepte sind nicht aufeinander abgestimmt und umfassen nicht alle Therapieoptionen," stellt Siebler die Vorzüge der neuen Station heraus. Kognitive Übungen werden in den Alltag integriert, das Gedächtnistraining etwa behandelt das Fernsehprogramm vom Vortag. Die gesamte Maßnahme dauert in der Regel drei Wochen. 10 Betten stehen zur Verfügung, doch schon jetzt die Nachfrage größer. Mit der technischen und personellen Ausstattung tritt MediClin finanziell in Vorleistung, eine besondere Vergütung erhält die Klinik nicht.

"Wir betrachten uns als Pilotprojekt," sagt Siebler, der die Ergebnisse mit Unterstützung der Uni Duisburg auswerten wird. Damit möchte der die Wirksamkeit des Konzeptes belegen und Kostenträger überzeugen, hier eine höhere Vergütung einzuführen. Siebler zeigt sich zuversichtlich: "Wir haben schon in der Konzeptionsphase gesehen, dass die Therapie den Patienten hilft."