Richtig handeln bei
Schlaganfall
Aktion Kinder
Schlaganfall-Hilfe

Newsletter

Web Content Anzeige

Was ist drin im Qualm?

 

Nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BgA) stecken im Zigarettenrauch mehr als 4.800 chemische Substanzen, davon sind 250 giftig oder krebserzeugend. Wirklich appetitlich ist die Liste der Inhaltsstoffe nicht: Neben Nikotin und Teer stecken etwa Arsen, Blausäure, Formaldehyd und Cadmium im „blauen Dunst".

 

Nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BgA) stecken im Zigarettenrauch mehr als 4.800 chemische Substanzen, davon sind 250 giftig oder krebserzeugend. Wirklich appetitlich ist die Liste der Inhaltsstoffe nicht: Neben Nikotin und Teer stecken etwa Arsen, Blausäure, Formaldehyd und Cadmium im „blauen Dunst".

Aktiver und bekanntester Wirkstoff ist das Nikotin. Dieses Pflanzengift ist eines der stärksten Gifte überhaupt, 60 mg sind für einen Erwachsenen tödlich. Der vorgeschriebene Grenzwert für eine Zigarette liegt bei maximal 10 mg.

Was verursacht Rauchen im Körper?

Die Chemikalien im Rauch gelangen über die Lungen in den Blutkreislauf. Schon beim ersten Zug am „Glimmstängel" ziehen sich die Blutgefäße zusammen, weshalb das Herz schneller zu schlagen beginnt, um den Körper mit Blut zu versorgen. Als Folge davon steigt der Blutdruck. Die Durchblutung wird reduziert und die Körpertemperatur sinkt. Außerdem verändern die Substanzen im Zigarettenrauch die Fließeigenschaften des Blutes - es wird zähflüssiger und neigt verstärkt zur Bildung von Blutgerinnseln.

Das im Rauch enthaltene Nikotin führt zu einem Anstieg von Neurotransmittern und Hormonen, zum Beispiel von Noradrenalin, Dopamin und Endorphinen. Auch diese „Glückshormone" sind es, die Rauchern das Aufhören so schwer machen.

Wie macht Nikotin süchtig?

Der menschliche Körper nimmt das Nikotin beim Rauchen über die Schleimhäute und die Lungenbläschen auf. Innerhalb von sieben Sekunden gelangt das Nervengift in die Hirnzellen. Inhaliertes Nikotin macht schon in geringen Mengen sehr schnell abhängig.

Im Gehirn lagert sich Nikotin an verschiedenen Nervenzellen an und beschleunigt die Aktivität der Botenstoffe zwischen diesen. Dies bewirkt unter anderem:

  • Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration sowie des Kurzzeitgedächtnisses
  • Leichterer Umgang mit Gefühlen, insbesondere Dämpfung von Angst, Wut und Aggressionen
  • Entspannung bei Stress und Nervosität
  • Minderung der Schmerzempfindlichkeit
  • Dämpfung von Hungergefühlen
  • Entspannung der Muskulatur
  • Abbau von Müdigkeit

Außerdem bewirkt Nikotin im Gehirn die Ausschüttung von Dopamin. Dieser körpereigene Botenstoff ist für die Übermittlung positiver Gefühle verantwortlich. Damit ist er entscheidend für die Verstärkung von Verhaltensweisen: Der Raucher erwartet sich von jeder Zigarette zunehmend positive Effekte - die Abhängigkeit entsteht.

Bemerkenswert ist auch, dass Nikotin ein „bivalentes Wirkspektrum" hat. Je nach Ausgangssituation und Erwartung des Rauchers sowie der Dosierung kann es beruhigend und entspannend oder auch konzentrationsfördernd und anregend wirken. Diese doppelte Wirkweise „je nach Bedarf" führt zu vermehrtem Griff zur Zigarette, was den Suchtkreislauf anheizt.

Web Content Anzeige

Warum ist Rauchen ein Risikofaktor für Schlaganfall?

 

Die zahlreichen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs führen zu Schädigungen aller Organe. Was viele nicht wissen: Raucher sterben häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen als an Krebs.
Ein Grund dafür liegt darin, dass viele der Schadstoffe besonders die Blutgefäße belasten. Vor allem das Nikotin führt dazu, dass sich die Arterien verengen und gleichzeitig die Herzaktivität steigt.

Die zahlreichen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs führen zu Schädigungen aller Organe. Was viele nicht wissen: Raucher sterben häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen als an Krebs.
Ein Grund dafür liegt darin, dass viele der Schadstoffe besonders die Blutgefäße belasten. Vor allem das Nikotin führt dazu, dass sich die Arterien verengen und gleichzeitig die Herzaktivität steigt. Die Folge ist eine schlechtere Durchblutung aller Gefäße und ein steigender Blutdruck. Dieser Druck schädigt die Blutgefäße und fördert die Entstehung der Arteriosklerose, auch als Arterienverkalkung bezeichnet.

Zusätzlich verändern die schädlichen Substanzen im Zigarettenrauch die Fließeigenschaften des Blutes. Es wird zähflüssiger und neigt stärker zur Bildung von Blutklümpchen. Diese sogenannten Gerinnsel können ein verengtes oder sehr kleines Blutgefäß verstopfen. Das von diesem Gefäß versorgte Gewebe oder Organ erhält keinen Sauerstoff mehr. Ist also ein hirnversorgendes Gefäß verstopft, kann das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Dies führt zu einem Schlaganfall. Das Schlaganfall-Risiko steigt mit der Anzahl der "Raucherjahre" und der täglichen Zigarettendosis.

Wie unterscheidet sich das Schlaganfall-Risiko von Rauchern und Nicht-Rauchern?

Viele Studien zeigen, dass Raucher ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko für einen Schlaganfall haben wie Nicht-Raucher. Für Frauen und sehr starke Raucher kann ein noch höheres Schlaganfall-Risiko angenommen werden.

Auch Passivrauchen verursacht Schlaganfälle

 
Prof. Dr. Mario Siebler

„Viele Studien zeigen, dass Raucher ein deutlich höheres Risiko für einen Schlaganfall haben als Nicht-Raucher", sagt Prof. Dr. Mario Siebler, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Gefährdet sind auch Passivraucher – natürlich auch Kinder.

Ein Grund dafür liege darin, dass viele der Schadstoffe besonders die Blutgefäße belasteten. Rauchen führt zu einer direkten Schädigung der Gefäßinnenwand, so dass Ablagerungen entstehen, die Arteriosklerose, und sich an diesen Stellen Thrombosen bilden. Die Folge ist eine schlechtere Durchblutung aller Organe und ein steigender Blutdruck. Dieser Druck schädigt die Blutgefäße zusätzlich und fördert die Entstehung der Arteriosklerose, auch als Arterienverkalkung bezeichnet. Das Schlaganfall-Risiko steigt mit dem Alter, der Anzahl der „Raucherjahre" und der täglichen Zigarettendosis.

Außerdem gilt: Für Nicht-Raucher, die in ihrem Haushalt regelmäßig Passivrauch ausgesetzt sind, liegt das Schlaganfall-Risiko schon bei fünf Zigaretten pro Tag deutlich höher als für Menschen ohne Passivrauchbelastung. In Deutschland rechnet man mit mehr als 1.800 tödlichen und nicht-tödlichen Schlaganfällen durch Passivrauchen.

Kinder, die zu Hause ständig dem Zigarettenrauch ausgesetzt sind, haben neben Lungenschäden ein um mehr als 20 Prozent erhöhtes Risiko für einen hohen Blutdruck. Dieser kann bis in das Erwachsenenalter bestehen bleiben und dann Risikofaktor für einen Schlaganfall sein.
In einer aktuellen Studie hat eine finnisch-australische Forschergruppe nachgewiesen, dass die Halsschlagadern von Erwachsenen, die als Passivraucher mit zwei rauchenden Elternteilen aufgewachsen sind, im Schnitt ein um 3,3 Jahre höheres „Gefäßalter" aufweisen.

Web Content Anzeige

Gute Gründe fürs Nichtrauchen

 

Die Aufgabe des Rauchens zeigt schon nach kurzer Zeit positive Effekte auf Ihre Gesundheit. Bereits nach 20 Minuten sinkt der Herzschlag wieder. Nach 48 Stunden verbessern sich Geruchs- und Geschmackssinn und nach einer Woche sinkt der Blutdruck. Nach drei Monaten verbessert sich die Durchblutung und die Kapazität der Lunge steigt deutlich an.

 

Die Aufgabe des Rauchens zeigt schon nach kurzer Zeit positive Effekte auf Ihre Gesundheit.

Bereits nach 20 Minuten sinkt der Herzschlag wieder. Nach 48 Stunden verbessern sich Geruchs- und Geschmackssinn und nach einer Woche sinkt der Blutdruck. Nach drei Monaten verbessert sich die Durchblutung und die Kapazität der Lunge steigt deutlich an.

Ihr Schlaganfall-Risiko verringert sich auch wenn Sie bereits seit Jahrzehnten rauchen oder wenn schon mal ein Schlaganfall aufgetreten ist.

  • Wieder alles im Fluss: Bereits eine Woche nach Aufgabe des Rauchens sinkt Ihr Blutdruck.
  • Wieder durchatmen: Innerhalb von drei Tagen fällt das Atmen leichter.
  • Wieder mehr Geld: Senken Sie Ihre Kosten durch den Rauchstopp.
  • Wieder fit: Nach dem Rauchstopp sind Sie bald belastbarer.
  • Wieder frisch aussehen: Verfärbungen der Zähne und Finger verschwinden. Die Haut wird reiner. Kein Rauchgeruch mehr in Haaren und Kleidung.
  • Wieder frei: Sagen Sie Nein zur Zigarette und gewinnen Sie die Kontrolle über Ihr Leben zurück.

Wie werde ich zum Nichtraucher?

Ein Rauchstopp ist auch starken Rauchern aus komplett eigenem Antrieb und in Eigenregie möglich, ermutigt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS in ihrer „Basisbroschüre Tabak". Die meisten Raucher würden den Ausstieg auf diesem Weg schaffen. Eine gute Vorbereitung, das Lernen aus Rückschlägen sowie eine gewisse Großzügigkeit sich selbst gegenüber seien Grundlage für den Erfolg, so die DHS.

Alternativ gibt es angeleitete Angebote, wegzukommen von der Zigarette. Eine Kombination aus Verhaltens- und Nikotinersatztherapie bzw. medikamentöser Therapie habe sich hier als zielführend erwiesen, berichtet die DHS. Kurse, idealer Weise in der Gruppe durchgeführt, sollten sich in drei Phasen gliedern: Abstinenzvorbereitung, Konsumbeendigung und Stabilisierung. Über Anbieter informieren die Krankenkassen oder das Portal www.anbieter-raucherberatung.de.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält die kostenlose Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei" bereit. Auf 96 Seiten werden zahlreiche Tipps zur Vorbereitung und Begleitung der Zigaretten-Entwöhnung gegeben. Auch eventuelle Rückfälle werden thematisiert und Lösungen  vorgeschlagen. Die Broschüre ist per Fax zu bestellen unter 02 21 89 92-157 oder kann im Internet heruntergeladen werden.

Web Content Anzeige

Gerade Frauen profitieren vom Leben ohne Zigaretten

 

Wer vor dem 40. Lebensjahr das Rauchen aufgibt, lebt zehn Jahre länger. Insbesondere Frauen profitieren von dem Verzicht, so eine Studie.

 

Wer vor dem 40. Lebensjahr das Rauchen aufgibt, lebt zehn Jahre länger. Insbesondere Frauen profitieren von dem Verzicht, so eine Studie.

Raucher sterben früher, das ist nicht neu. Neben dem Lungenkrebs sind sie vor allem durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall stark gefährdet. In einer Studie haben Wissenschaftler aus den USA herausgefunden, dass Raucher ihre Lebenserwartung sogar um zehn Jahre verlängern können, sofern sie vor dem 40. Lebensjahr aufhören.

Besonders Frauen profitieren von dem Verzicht auf den „blauen Dunst". Das Schlaganfall-Risiko rauchender Frauen war in der Studie gegenüber nicht rauchenden Frauen mehr als dreimal so hoch. Männer trugen durch Rauchen das 1,7-fache Risiko. Frauen, die rauchen, setzen sich also einer besonders hohen Schlaganfall-Gefahr aus.

Der National Health Interview Survey ist die alljährliche Erhebung von zentralen Gesundheitsdaten in der US-Bevölkerung.

Web Content Anzeige

Nichtraucher nach Schlaganfall - Von volle Pulle auf Null

 

Vom wirklich starken Raucher auf einen Schlag zum Nichtraucher - das geht. Im Fall von Joachim Krohn allerdings leider wirklich „auf einen Schlag", denn mit dem Rauchen aufgehört hat er erst nach seinem ersten Schlaganfall.

 

Vom wirklich starken Raucher auf einen Schlag zum Nichtraucher – das geht. Im Fall von Joachim Krohn allerdings leider wirklich „auf einen Schlag", denn mit dem Rauchen aufgehört hat er erst nach seinem ersten Schlaganfall.

„Ich habe wirklich viel geraucht", erzählt Krohn. Bis zu 40 Zigarren am Tag seien das gewesen. In den ersten Jahren war er der klassische „Paffer", aber später hat er inhaliert. „Vormittags habe ich gar nicht geraucht, da war ich ja mit dem Blumenwagen unterwegs. Aber ab mittags auf dem Großmarkt hatte ich durchgehend eine Zigarre im Mund", so der ehemalige Blumenhändler. Ein paar Schafe hatte Krohn damals, „abends bin ich immer zu denen auf die Weide gegangen, die kannten mich gar nicht ohne Zigarre. Sonst wäre ich ja von den Mücken völlig zerstochen worden", war Krohn damals um eine handfeste Begründung seiner Sucht nicht verlegen.

Dann kam der erste Schlaganfall, mit hoher Wahrscheinlichkeit war Stress der Auslöser. „Ich habe damals einfach nicht auf meinen Körper gehört", weiß Krohn heute. „Das Rauchen, hier und da Alkohol, außerdem zu wenig Schlaf und zu viel Arbeit - der Körper rächt sich." Natürlich hatte er auch vor dem Schlaganfall schon öfter gehört, dass er mit dem Rauchen aufhören solle, auch von Ärzten. „Aber da hört man ja nicht hin."

Wirklich leicht gefallen ist es ihm nicht, aber Krohn stellte seinen Zigarren-Konsum nach dem Schlaganfall tatsächlich von einem Tag auf den anderen ein. „Mein Leben hing damals am seidenen Faden, deshalb habe ich schlagartig aufgehört." Eine starke Motivation für ihn war der Wunsch, seinen damals sehr jungen Sohn, das Küken der Familie, unbedingt aufwachsen zu sehen und ins Leben zu begleiten.

In den 13 Jahren seit seinem letzten von insgesamt drei Schlaganfällen hätten Vernunft und Versuchung oft gegen einander gekämpft, berichtet der 63-Jährige. „Anfangs in den Fraktionssitzungen, wenn der Rauch direkt um mich war, das war schon schwer", so der engagierte Lokalpolitiker. „Und der Duft von einer Pfeife oder einer guten Zigarre, den kann ich auch heute noch herrlich finden." Sehr viel einfacher sei die Abstinenz für ihn mit dem Nichtrauchergesetz in öffentlichen Räumen geworden.

Seit einigen Jahren ist Joachim Krohn in der Selbsthilfe engagiert, leitet mittlerweile zwei Gruppen. Behutsam geht er das Thema „Rauchen nach Schlaganfall" dort an: „Gern bin ich anderen auch dabei behilflich, mit dem Rauchen aufzuhören, aber der echte Wunsch von innen heraus, den muss jeder selbst haben. Ich kann da nur das gute Beispiel vorleben."