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Deutsche Schlaganfall-Hilfe zeichnete Neurologen aus

Motivationspreis 2016

15 Neurologen aus vielen Teilen Deutschlands wurden in Gütersloh mit dem Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet. Prämiert wurde ihr besonderes Engagement in der Schlaganfall-Versorgung.

15 Neurologen aus vielen Teilen Deutschlands wurden in Gütersloh mit dem Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet. Prämiert wurde ihr besonderes Engagement in der Schlaganfall-Versorgung.

 

Stiftungsgründerin Liz Mohn nahm die Ehrung persönlich vor. „Als Regionalbeauftragte sind Sie Teil der Arbeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe", erklärte die Präsidentin. „Dank Ihnen ist es uns möglich, in ganz Deutschland Menschen über den Schlaganfall zu informieren und Schlaganfälle zu verhindern."

Alle Preisträger sind leitende Ärzte, Chefärzte oder Direktoren bedeutender Akut- oder Rehabilitationskliniken. Neben dem herausfordernden Klinikalltag und ihren Forschungsaufgaben engagieren sie sich ehrenamtlich als Regionalbeauftragte der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie begleiten Selbsthilfegruppen, führen Expertensprechstunden durch, klären auf in Informationsveranstaltungen oder unterstützen Projekte der Schlaganfall-Hilfe in anderer Weise.

 

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, und Prof. Dr. Rolf Schneider (Aschaffenburg), Koordinator der Regionalbeauftragten, dankten den Ausgezeichneten für ihr vorbildliches Engagement. Erstmalig wurden mit dem Motivationspreis in diesem Jahr Neurologen ausgezeichnet. Seit 2012 wird der Preis an Menschen verliehen, die besondere Verdienste in der Schlaganfall-Versorgung erworben haben und durch ihr gutes Beispiel auch andere dazu motivieren.
 

Mit dem Motivationspreis 2016 ausgezeichnet wurden:

  • Dr. Iris Adelt

Chefärztin Neurologische Klinik; Klinikum Lünen, St.-Marien-Hospital

  • Dr. Gabriele Bender

Ärztliche Direktorin Neurologie; Reha Centrum Hamburg

  • Dr. Florian Bethke

Chefarzt Klinik für Neurologie; Klinikum Ibbenbüren

  • Dr. Ulf Bodechtel

Chefarzt Neurologie; Klinik Bavaria Kreischa

  • Dr. Elmar Busch

Chefarzt Klinik für Neurologie; St. Josef Krankenhaus Moers

  • Dr. Rüdiger Buschfort

(Chefarzt der Neurologischen Abteilung; Aatalklinik Wünnenberg)

  • Dr. Alexander Hemmersbach

Leitender Chefarzt; Johanniter-Ordenshäuser Bad Oeynhausen

  • Prof. Dr. Jan Marek Jauß

Chefarzt der Neurologischen Klinik; Ökumenisches Hainich Klinikum

  • Prof. Dr. Jürgen Klingelhöfer

Direktor der Klinik für Neurologie; Klinikum Chemnitz

  • Prof. Dr. Christoph Redecker

Chefarzt der Klinik für Neurologie; Klinikum Lippe

  • Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz

Chefarzt Klinik für Neurologie; Ev. Krankenhaus Bielefeld

  • Prof. Dr. Mario Siebler

Leitung Neurologie; MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr, Essen

  • Prof. Dr. Robert Stingele

Chefarzt Klinik für Neurologie; DRK Kliniken Berlin Köpenick

  • Dr. Ingrid H. Sünkeler

Stv. Ärztliche Direktorin; BDH-Kliniken Braunfels GmbH

  • Dr. Kai Wohlfarth

Direktor Klinik für Neurologie; BG Klinikum Bergmannstrost Halle
 

Weitere zehn Ärzte wurden mit dem Motivationspreis ausgezeichnet, konnten der Feierstunde jedoch nicht beiwohnen:

  • Prof. Dr. Bernd Griewing

Medizinischer Vorstand Rhön Kliniken AG, Bad Neustadt

  • Prof. Dr. Michael Jöbges

Ärztlicher Direktor, Brandenburg Klinik-Waldfrieden GmbH, Bernau

  • Prof. Dr. Zaza Katsarava

Chefarzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Krankenhaus Unna

  • Dr. Christoph Kley

Chefarzt Klinik für Neurologie; St. Johannes Krankenhaus, Troisdorf

  • Prof. Dr. Rainer Kollmar

Direktor der Klinik für Neurologie, Klinikum Darmstadt GmbH

  • Prof. Dr. Thomas Postert

Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, Paderborn

  • Dr. Carsten Schröter

Chefarzt Neurologische Abteilung, Klinik Hoher Meissner, Bad Sooden-Allendorf

  • Prof. Dr. Matthias Sitzer

Chefarzt Klinik für Neurologie, Klinikum Herford

  • Prof. Dr. Ulrich Tebbe

ehemaliger Chefarzt Kardiologie, Klinikum Lippe Detmold    

  • Dr. Jens Weise

Chefarzt Klinik für Neurologie, HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH

 
Dr. Iris Adelt
 
Dr. Gabriele Bender
 
Dr. Florian Bethke
 
Dr. Ulf Bodechtel
 
Dr. Elmar Busch
 
Dr. Rüdiger Buschfort
 
Dr. Alexander Hemmersbach
 
Prof. Dr. Jan Marek Jauß
 
Prof. Dr. Jürgen Klingelhöfer
 
Prof. Dr. Christoph Redecker
 
Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz
 
Prof. Dr. Mario Siebler
 
Prof. Dr. Robert Stingele
 
Dr. Ingrid H. Sünkeler
 
Dr. Kai Wohlfarth

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Reges Interesse an der Schlaganfall-Hilfe

 

Mit einem Tag der offenen Tür stellte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am vergangenen Wochenende der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Erstmalig konnten Besucher auch einen Blick in das neue Stiftungsgebäude im Herzen von Gütersloh werfen.

 

Mit einem Tag der offenen Tür stellte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am vergangenen Wochenende der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Erstmalig konnten Besucher auch einen Blick in das neue Stiftungsgebäude im Herzen von Gütersloh werfen.

Rund 1.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über den Schlaganfall zu informieren oder verschiedene Checks durchzuführen. Dabei ging es um die Prävention des Schlaganfalls ebenso wie um das richtige Verhalten im Notfall und um die Behandlung und das Leben mit den Folgen eines Hirnschlags. Vorgestellt wurden die Akutbehandlung, die ambulante Rehabilitation und die Versorgung mit Hilfsmitteln.
 
Anfang Juni bezog die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihren neuen Stiftungssitz in der Gütersloher Innenstadt. Die Bertelsmann Stiftung hatte das Gebäude erworben und für die Schlaganfall-Hilfe restaurieren lassen. Stadtverwaltung, Stadtbibliothek und Kunsthaus des Städtischen Gymnasiums waren die bisherigen Nutzungen in der bewegten, über 100jährigen Geschichte des Hauses. Viele Gütersloher Bürginnen und Bürger verbinden persönliche Erinnerungen mit dem denkmalgeschützten Haus. Hier haben sie als Kinder in der ehemaligen Stadtbücherei Bücher ausgeliehen. Entsprechend groß war der Andrang bei den Führungen durch das Haus.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Informationen, Checks und Führungen

Tag der offenen Tür der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Mit einem Tag der offenen Tür stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Samstag, 10. September, der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Von 10 bis 15 Uhr erwartet die Besucher in der Schulstraße 22 ein umfangreiches Programm.

 

Mit einem Tag der offenen Tür stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Samstag, 10. September, der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. 

Von 10 bis 15 Uhr erwartet die Besucher in der Schulstraße 22 ein umfangreiches Programm. Im Vordergrund steht natürlich die Gesundheit. So werden verschiedene Gesundheits-Checks mit Beratungen angeboten, ebenso wie ein Aktivprogramm zum Mitmachen. Infostände bieten unter anderem das Zentrum für ambulante Rehabilitation Bielefeld, der Hilfsmittelversorger PVM und die Diakonie an. Ein Vortragsprogramm und Filmpräsentationen ergänzen das Informationsgebot. Essen, Trinken und ein Kinderprogramm machen einen Besuch auch für Familien interessant. Nicht nur Kindern stellt das Rote Kreuz seinen Sanitätswagen vor.

Viele Gütersloher Bürginnen und Bürger verbinden persönliche Erinnerungen mit dem denkmalgeschützten Gebäude in der Schulstraße 22. Sparkasse, Stadtverwaltung, Stadtbibliothek und Kunsthaus des Städtischen Gymnasiums waren die bisherigen Nutzungen in der bewegten, über 100jährigen Geschichte des Hauses. Jetzt wurde das Gebäude umfangreich historisch restauriert. Interessenten haben am Tag der offenen Tür die Gelegenheit, das Gebäude bei drei Führungen (11.00, 12.00 und 14.00 Uhr) zu erkunden.

 

Vortragsprogramm

10.00 Uhr „Selbsthilfearbeit in Gütersloh"
Annette Harnischfeger (Leiterin der Selbsthilfegruppe Gütersloh)

10.45 Uhr „Als Lotsin im Einsatz für Schlaganfall-Betroffene"
Stefanie Feldmann (St. Elisabeth Hospital)

11.30 Uhr „Wie Stroke Units arbeiten"
Dr. Thomas Kloß (Chefarzt Neurologie St. Elisabeth-Hospital/LWL-Klinikum Gütersloh)

12.15 Uhr „Versorgung mit Hilfsmitteln in Pflege und Therapie, die richtige Auswahl und Anwendung"
Markus Wendler und Markus Krahl (PVM Patienten Versorgung Management GmbH)

13.00 Uhr „Therapieformen in der ambulanten Rehabilitation"
Dr. Martin Falkenberg (Chefarzt Neurologie, ZAR Zentrum für ambulante Rehabilitation Bielefeld GmbH)

13.45 Uhr „Notfallwissen kompakt vermittelt"
Günter Göpfert (Vorstand, DRK Kreisverband Gütersloh)

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Stiftung aufgenommen

 

29. Juli 2016: Stiftung aufgenommen

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist jetzt außerordentliches Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Die Mitgliederversammlung beschloss die Aufnahme der Schlaganfall-Hilfe einstimmig.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist jetzt außerordentliches Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Die Mitgliederversammlung beschloss die Aufnahme der Schlaganfall-Hilfe einstimmig.

Die BAG Selbsthilfe ist die Dachorganisation von 113 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen und ihren Angehörigen, die bundesweit Aktivitäten entfalten. In dem Verband sind mehr als 1.000.000 körperlich, geistig, psychisch behinderte und chronisch kranke Menschen organisiert, die auf örtlicher Ebene in Selbsthilfegruppen und -vereinen zusammengeschlossen sind.

Da die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe kein eingetragener Verein ist, wurde sie als außerordentliches Mitglied aufgenommen. In der BAG ist sie die erste Organisation, die sich mit dem Krankheitsbild Schlaganfall befasst. Die BAG Selbsthilfe vertritt als bundesweiter Zusammenschluss dieser Organisationen die Interessen der Gesamtheit der behinderten und chronisch kranken Menschen, unabhängig von parteipolitischen oder konfessionellen Bindungen als freier Verband.

Feierliche Übergabe

Neues Zuhause für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

 

Aart De Geus (rechts), Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, und Liz Mohn (2.v.r.) übergeben den Schlüssel für das neue Zuhause der Schlaganfall-Hilfe an die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und den Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Brinkmeier.

28. Juni 2016: Neues Zuhause für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Nach 13 Monaten Sanierungszeit übernahm sie jetzt offiziell das Gebäude Schulstraße 22 in Gütersloh von der Bertelsmann Stiftung. Diese hatte das Haus im Mai 2015 auf Veranlassung von Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, von der Stadt Gütersloh gekauft. 200 geladene Gäste nahmen an der feierlichen Übergabe teil.

 
Aart De Geus (rechts), Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, und Liz Mohn (2.v.r.) übergeben den Schlüssel für das neue Zuhause der Schlaganfall-Hilfe an die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und den Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Brinkmeier.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Nach 13 Monaten Sanierungszeit übernahm sie heute offiziell das Gebäude Schulstraße 22 in Gütersloh von der Bertelsmann Stiftung. Diese hatte das Haus im Mai 2015 auf Veranlassung von Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, von der Stadt Gütersloh gekauft. 200 geladene Gäste nahmen an der feierlichen Übergabe teil.

Aart De Geus übergab als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung den symbolischen Schlüssel für das Haus an Liz Mohn. Diese bedankte sich sehr herzlich bei allen Beteiligten. „Es ist ein Moment, auf den ich mich lange gefreut habe, weil es mir eine besondere Herzensangelegenheit ist", so die Präsidentin. Sie wolle die Arbeit der Stiftung langfristig sichern und in der Heimatstadt sichtbar machen. „Ich möchte ein Haus, mit dem die Schlaganfall-Hilfe noch mehr für die Menschen in Gütersloh und Umgebung da sein kann."

Auch Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz freute sich sehr über das Engagement der Bertelsmann Stiftung: „Sie erhalten der Stadt ein herausragendes Baudenkmal, das nun auch innen seine architektonische Qualität wiedergewonnen hat. Dass damit die bundesweit bekannte Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vom Stadtzentrum aus agiert, registriere ich mit Stolz und Freude."

Mit der Schlaganfall-Hilfe freute sich auch ihre prominente Botschafterin Verona Pooth. Und Kinderbotschafterin Jule Köhler (15) berichtete den Gästen auf der Bühne des Festaktes eindrucksvoll, wie sie mit sechs Jahren ihren Schlaganfall im Kindergarten erlebte und sich danach wieder zurück ins Leben kämpfte. Durch das Programm führte TV-Moderatorin Birte Karalus.

Das neue Gebäude der Stiftung wurde 1912/13 durch die Stadtsparkasse Gütersloh errichtet. Stadtverwaltung, Stadtbücherei und Städtisches Gymnasium Gütersloh folgten als Nutzer in der über 100-jährigen Geschichte, bis die Bertelsmann Stiftung das Haus im vergangenen Jahr für rund 900.000 Euro erwarb. Die Sanierung des Gebäudes leitete der Gütersloher Architekt Walter Hauer.

Die denkmalgeschützte Fassade des Hauses blieb unverändert. Im Inneren wurde das Gebäude entkernt und etwa 80cm nach unten verlängert, um auch den Keller als Vollgeschoss nutzen zu können. Dachkonstruktion und -deckung sowie die Fenster wurden authentisch erhalten, viele historische Details restauriert. 31 Arbeitsplätze beherbergt das Haus nun. Herz des neuen Stiftungsgebäudes ist die ehemalige „Schalterhalle" im Erdgeschoss. Sie soll künftig für die verschiedenen Veranstaltungsformate der Schlaganfall-Hilfe genutzt werden.

Die Schlaganfall-Hilfe konnte sich am Dienstag noch über eine weitere Schenkung freuen. Sie erhielt wenige Wochen nach der Charity-Gala „Rosenball 2016" einen umweltfreundlichen Dienstwagen: einen vollelektronischen BMW i3. Den Wagen hatte Margit Tönnies Ende April bei der Rosenball-Tombola gewonnen und umgehend einem guten Zweck zugesprochen. Nun machte sie ihre Ankündigung wahr und reichte ihren Hauptgewinn im Beisein von Liz Mohn und BMW-Manager Hans-Reiner Schröder an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe weiter.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Kunst in der Stiftung

 

26. Juni 2016: Kunst in der Stiftung

Die Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Mitarbeiter und Besucher der Stiftung können sich künftig nicht nur über ein schönes Gebäude im Herzen von Gütersloh freuen, sondern auch über die Kunst in der Stiftung. 35 Werke des verstorbenen Künstlers Herbert Schlimgen zieren die Wände.

Die Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Mitarbeiter und Besucher der Stiftung können sich künftig nicht nur über ein schönes Gebäude im Herzen von Gütersloh freuen, sondern auch über die Kunst in der Stiftung. 35 Werke des verstorbenen Künstlers Herbert Schlimgen zieren die Wände.

 

 
Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Brinkmeier freut sich über die Dauerleihgabe von 35 Kunstwerken des Bielefelder Galeristen Alexander Baumgarte (rechts).

Die zwischen 30 x 30 Zentimeter und 1,80 x 1,20 Meter großen Originale sind eine Dauerleihgabe des bekannten Bielefelder Galeristen Alexander Baumgarte. Der Inhaber der 1975 von seiner Mutter Ruth gegründeten Samuelis Baumgarte Galerie hatte den Nachlass des 2007 in Gütersloh verstorbenen Künstlers erstanden. Ein paar Tage vor der feierlichen Übergabe des Gebäudes verteilten Baumgarte und sein Team die Werke im Haus.

Für Alexander Baumgarte schaffen die Bilder eine ideale Verbindung zum Arbeitsschwerpunkt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: "Das Thema der Haptik und kognitiven Wahrnehmung ist sowohl in der Kunst als auch in den Behandlungsmethoden der Patienten sehr ausgeprägt". Erst im vergangenen Jahr veranstaltete der Kunsthistoriker und Jurist ein Charity-Dinner zugunsten der Schlaganfall-Hilfe. Dabei kamen unter anderem durch die Versteigerung eines Bildes von Heinz Mack stolze 70.000 Euro zusammen.
Das Team der Schlaganfall-Hilfe hat seinen neuen Sitz in dieser Woche bezogen. Auf Veranlassung von Präsidentin Liz Mohn hatte die Bertelsmann Stiftung, deren stellvertretende Vorstandsvorsitzende sie ist, das stadtbildprägende Gebäude (Baujahr 1913) gekauft und saniert. Kommende Woche wird es der Schlaganfall-Hilfe feierlich zur Nutzung überlassen. (ausführlicher Bericht folgt)

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Initiative Schlaganfallvorsorge

Stiftung und MdB auf Stroke Unit Emden

15.Juni 2016: Initiative Schlaganfallvorsorge

Heiko Schmelzle hält, was er verspricht. Im vergangenen Jahr lernte der Bundestagsabgeordnete aus Norden (Ostfriesland) Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, in Berlin kennen und sagte ihm Unterstützung im Kampf gegen den Schlaganfall zu. Jetzt besuchten die beiden gemeinsam im Rahmen der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" die Schlaganfall-Station in Emden.

Heiko Schmelzle hält, was er verspricht. Im vergangenen Jahr lernte der Bundestagsabgeordnete aus Norden (Ostfriesland) Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, in Berlin kennen und sagte ihm Unterstützung im Kampf gegen den Schlaganfall zu. Jetzt besuchten die beidem gemeinsam im Rahmen der "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" die Schlaganfall-Station in Emden.

"Zwei von drei Schlaganfällen könnten verhindert werden, wenn die Vorsorge optimiert wird", weiß Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Schlaganfall-Hilfe und Vertreter der "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln". Um diesem Ziel näher zu rücken und die Versorgung von Schlaganfall-Patienten insgesamt zu verbessern, engagiert sich die Stiftung seit langem mit zahlreichen Initiativen in ganz Deutschland. Unter anderem sollen Akteure aus Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft auch auf regionaler Ebene zusammengebracht und vernetzt werden.

Heiko Schmelzle, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestags, unterstützt dieses Vorhaben und besuchte diese Woche die Stroke Unit (Schlaganfallstation) des Klinikums Emden. Ziel des Termins war es zum einen, sich einen Überblick über die Patientenversorgung in der Region zu verschaffen, zum anderen die große Bedeutung der Prävention hervorzuheben.

"Es ist sehr wichtig, sich gemeinsam dafür einzusetzen, die Menschen über den Schlaganfall zu informieren. Denn viele kennen die Symptome nicht oder trauen sich bei Beschwerden nicht, rechtzeitig in die Klinik zu gehen", erklärte Heiko Schmelzle. Ihm sei es daher ein wichtiges Anliegen, hier als Multiplikator aufzutreten. Er versprach, sich auch im Bundestag weiter für das Thema einzusetzen. Beim Besichtigungstermin vor Ort zeigte sich der Bundestagsabgeordnete beeindruckt von der hervorragenden Akutversorgung und der Nachsorge auf der Stroke Unit in Emden.

Prof. Dr. Thomas Büttner, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Emden, unterstrich die Notwendigkeit, bei einem Schlaganfall schnell zu reagieren. "Wer Warnzeichen wie zum Beispiel Seh- oder Sprachstörungen oder Lähmungen bemerkt, sollte nicht warten, sondern sofort den Notruf 112 wählen", rät er. Denn nur wer die Akutstation für Schlaganfall-Patienten schnell erreiche, habe gute Chancen, die Folgen eines Schlaganfalls möglichst gering zu halten.

 
Hans Freese (49) erlitt einen Schlaganfall während seiner Arbeit im Küstenschutz. Auf der Stroke Unit in Emden berichtete er Heiko Schmelzle (sitzend) bereitwillig von seiner Erkrankung. Aufmerksame Zuhörer (stehend von rechts) sind Dr. Michael Brinkmeier, Prof. Dr. Thomas Büttner und Oberarzt Dr. Michael Bauerle, Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe.

Auf der Stroke Unit des Klinikums können Patienten nach Auskunft von Prof. Büttner mit Hilfe optimaler Überwachungsmöglichkeiten behandelt werden. "Diese Station, die zehn Betten umfasst, ist als einziges Zentrum in Ostfriesland für die Schlaganfall-Therapie zertifiziert", so der Chefarzt. Neben den zehn Plätzen für Akutpatienten gebe es einen Nachsorgebereich mit acht Betten in derselben räumlichen Einheit. Dabei stehen laut Büttner eine frühe Mobilisationsbehandlung sowie neuro-physiologische und -psychologische Rehabilitationsmaßnahmen im Vordergrund, um den Schlaganfallpatienten eine kontinuierliche Behandlungskette anbieten zu können.

"Diese umfassende integrierte Versorgung ist genau der richtige Weg, um die Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern", lobte Michael Brinkmeier die Arbeit der Klinik. Es sei sehr wichtig, dass alle Beteiligten den gesamten Behandlungsprozess des Patienten im Blick haben – von der Aufklärung bis zur häuslichen Nachsorge. Die Schlaganfall-Hilfe ist gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für die Zertifizierung von Stroke Units verantwortlich.

Mehr Informationen zur "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln": www.schlaganfall-verhindern.de

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Berliner Schlaganfall-Lotse in Sicht

Hauptstadtkongress

(von links) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Ev. Krankenhaus Bielefeld), Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Moderator Dr. Peter Stuckhard und Dr. Michael Birnkmeier.

10. Juni 2016: Berliner Schlaganfall-Lotse in Sicht

Die Hauptstadt soll ihren ersten Schlaganfall-Lotsen bekommen. Das kündigte Dr. Claudia Wein, Referentin des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg, auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit an.

 
(von links) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Ev. Krankenhaus Bielefeld), Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Moderator Dr. Peter Stuckhard und Dr. Michael Birnkmeier.

Die Hauptstadt soll ihren ersten Schlaganfall-Lotsen bekommen. Das kündigte Dr. Claudia Wein auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit an. Die Referentin des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg war gemeinsam mit Schlaganfall-Hilfe-Vorstand Dr. Michael Brinkmeier und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja auf dem Podium.

Erste beratende Gespräche zwischen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Berliner Klinik fanden bereits Anfang des Jahres statt. Nun plant das KEH, das Konzept der Schlaganfall-Hilfe zu übernehmen und Ende des Jahres einen Lotsen einzustellen. Das von der Schlaganfall-Hilfe entwickelte Nachsorge-Modell des Schlaganfall-Lotsen wurde bereits in einem Modelprojekt in Ostwestfalen-Lippe erfolgreich getestet. Zwei Lotsinnen des Projektes arbeiteten im Ev. Krankenhaus Bielefeld - eine Klinik der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, zu denen auch das KEH gehört.

Eine dieser Bielefelder Lotsinnen, Petra Tarrach-Rieks, berichtete auf dem Forum aus ihrer praktischen Arbeit. Viele Patienten seien nach der Entlassung aus der Klinik orientierungslos. Plötzlich müssten sie ihre Versorgung selbst organisieren – eine Situation, die sie völlig überfordere. Ihr Chefarzt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz unterstrich, dass ein solches Betreuungsmodell auch aus ärztlicher Sicht Sinn mache. Insbesondere in der Sekundärprävention, der Vermeidung weiterer Schlaganfälle, könne man Erfolge erzielen, indem man durch Information und Motivation die Therapietreue der Patienten erhöhe.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, freut sich sehr über die Ankündigung aus Berlin. „Dass wir unser Lotsenmodell auf diese Weise nun auch in die Hauptstadt tragen können, wird dem gesamten Projekt nochmals einen kräftigen Schub verleihen". Unerwartete Unterstützung erhielten er und das KEH von Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja. Er begrüße das Projekt sehr, sagte der Politiker, und könne sich auch eine Zusammenarbeit mit der Schlaganfall-Hilfe vorstellen, wenn es um weitere Lotsen-Projekte ginge.

Ziel der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist es, den Lotsen zu einem Teil der Regelversorgung zu machen. Um Kostenträger von der Wirksamkeit des Lotseneinsatzes zu überzeugen, braucht es jedoch noch mehr Projekte und eine wissenschaftliche Auswertung.

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Schlaganfall-Hilfe auf dem Hauptstadtkongress

 

Das Präventionsforum auf dem Hauptstadtkongress mit (von links) Rudolf Henke, Thomas Altgeld, Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Dietrich Garlichs, Dr. Heidrun Thaiss und Moderator Guido Pschollkowski.

9. Juni 2016: Schlaganfall-Hilfe auf dem Hauptstadtkongress

„Das neue Präventionsgesetz ist wichtig, doch damit darf es nicht enden", sagte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, auf dem Podium des Hauptstadtkongresses. Beim wichtigsten gesundheitspolitischen Ereignis in Deutschland machte Brinkmeier klar, dass man Prävention nicht allein durch Gesetze regelt.

 
Das Präventionsforum auf dem Hauptstadtkongress mit (von links) Rudolf Henke, Thomas Altgeld, Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Dietrich Garlichs, Dr. Heidrun Thaiss und Moderator Guido Pschollkowski.

„Das neue Präventionsgesetz ist wichtig, doch damit darf es nicht enden", sagte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, auf dem Podium des Hauptstadtkongresses. Beim wichtigsten gesundheitspolitischen Ereignis in Deutschland machte Brinkmeier klar, dass man Prävention nicht allein durch Gesetze regelt.

Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft kamen in Berlin zusammen. Brinkmeier war eingeladen, an einer Diskussionsrunde zum neuen Präventionsgesetz teilzunehmen. Die Bundesregierung stellt künftig mehr Geld für die Prävention zur Verfügung. Das Augenmerk soll stärker auf individuelle Belastungen und Risikofaktoren gelegt werden. Deshalb setzen die Maßnahmen in den Lebenswelten der Menschen an, in Kitas, Schulen und Betrieben. Auch die Unterstützung für die Selbsthilfe soll um 30 Millionen Euro aufgestockt werden.

„Ein Schritt in die richtige Richtung", betonte Michael Brinkmeier in Berlin, der das Gesetz begrüßt. Insbesondere beim Schlaganfall mangele es in der Bevölkerung an Wissen. Ein Beispiel dafür ist das Vorhofflimmern. Die Herzrhythmusstörung ist in der Bevölkerung kaum bekannt, obwohl sie verantwortlich gemacht wird für jeden vierten bis fünften Schlaganfall. Deshalb hat die Stiftung gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und den Pharmaunternehmen Pfizer und Bristol Meyers Squibb die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln!" ins Leben gerufen.

Aufklärung durch Kampagnen würde auch Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes, gerne mehr sehen. „Ein Drei-Minuten-Spot vor jedem Tatort könnte viel bewirken", so der Bundestagsabgeordnete. Dr. Christine Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, lobte das Gesetz, mahnte jedoch, dass man es nun mit Leben füllen müsse.

 
Politische Gespräche in den Pausen des Hauptstadtkongresses (von links): Dr. Michael Brinkmeier im Gespräch mit Karl-Josef Laumann, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Rainer Norden (Vorstand Bethel) und Michael Mielke (Geschäftsführer KEH).

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer grundsätzlich über zwei Aspekte. Die Eigenverantwortung der Bürger müsse gestärkt werden, insbesondere die Verantwortung der Eltern für die Gesundheitserziehung ihrer Kinder. Und: Über Steuer- bzw. Preispolitik lassen sich sehr wohl Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten setzen, wie das Beispiel Tabak zeigte. Dieses politische Instrument werde noch zu wenig genutzt. Warum nicht „ungesunde" Lebensmittel höher besteuern, andere dafür von der Steuer befreien? Dr. Dietrich Garlichs von der Deutschen Diabetes Gesellschaft: „Wir haben das mal durchgerechnet und kamen auf das Ergebnis, dass so ein Modell quasi kostenneutral wäre".

Neben dem Podiumsauftritt nutzte Michael Brinkmeier den Kongress auch, um viele Politiker und Entscheidungsträger aus dem Gesundheitswesen zu treffen und sich bei Ihnen für eine verbesserte Schlaganfall-Versorgung einzusetzen.

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Liz Mohn erhält Ehrenbürgerwürde

 

3. Juni 2016: Liz Mohn erhält Ehrenbürgerwürde

Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, wird Ehrenbürgerin von Gütersloh. Dies gab die Stadt heute nach einer Sitzung des Rates bekannt. Mit der Auszeichnung honoriert das Gremium die großen persönlichen Verdienste von Liz Mohn für Gütersloh.

 

Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, wird Ehrenbürgerin von Gütersloh. Dies gab die Stadt heute nach einer Sitzung des Rates bekannt. Mit der Auszeichnung honoriert das Gremium die großen persönlichen Verdienste von Liz Mohn für Gütersloh.

Als Witwe von Bertelsmann-Nachkriegsgründer Reinhard Mohn führe sie sein Lebenswerk im Konzern fort, heißt es in der Begründung. Wesentliche Gründungen und Stiftungen, die Liz Mohn ins Leben gerufen habe, gingen vom Standort Gütersloh aus und seien hier verankert. Liz Mohn ist die erste weibliche Ehrenbürgerin der Stadt; die Auszeichnung wurde seit 1882 insgesamt 17 Mal verliehen. Auch Reinhard Mohn wurde 1981 mit der Ehrenbürgerwürde von Gütersloh honoriert; Liz und Reinhard Mohn sind damit das erste Ehepaar, das diese Ehrung erhält.

Liz Mohn sagte: „Gütersloh ist meine Heimat, der Stadt gehört mein Herz. Über die Ernennung zur Ehrenbürgerin freue ich mich sehr und bin dankbar; die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder seinen Teil zum Gelingen der Zukunft beitragen kann – entsprechend ist es für mich ein Privileg, das Wirken meines Mannes und unserer Familie in fünfter Generation fortzusetzen. Gütersloh ist dabei stets Ausgangs- und Mittelpunkt unserer unternehmerischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Initiativen. Bertelsmann wird sich auch künftig auf vielfältige Art und Weise engagieren – international ebenso wie in der Region Gütersloh."    

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, erklärte: „Persönlich sowie im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bertelsmann gratuliere ich Frau Mohn herzlich zu dieser Auszeichnung. Ihr Engagement für Gütersloh und für das Haus Bertelsmann ist beispiellos. Nach Reinhard Mohn ist sie die zweite Persönlichkeit unseres Hauses, die mit dieser Ehre der Stadt Gütersloh bedacht wird. Dies zeigt, wie eng Bertelsmann der Region verbunden ist."

Der Rat der Stadt Gütersloh nennt in seiner Begründung verschiedene Punkte für die Auszeichnung von Liz Mohn. Hierzu gehören unter anderem die 1993 erfolgte Gründung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der internationale Gesangswettbewerb „Neue Stimmen", den Liz Mohn 1987 initiierte sowie das persönliche Engagement für diverse Kultur- und Bildungsprojekte (u. a. „Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung", Förderung lokaler Schulbibliotheken, Einsatz für den Neubau des Gütersloher Theaters). Auch die jährliche Verleihung des Reinhard-Mohn-Preises der Bertelsmann Stiftung, der international wegweisende Lösungen zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderung auszeichnet, stellte der Rat heraus.

Die offizielle Übergabe des Ehrenbürgerbriefes an Liz Mohn erfolgt auf einer außerordentlichen Ratssitzung in Gütersloh in der zweiten Jahreshälfte 2016.

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Medienkampagnen wirken

Aber sie müssen wiederholt werden

6. Mai 2016: Medienkampagnen wirken

Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall, ausgerufen durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Warum solche Aktionstage wichtig sind, zeigt eine aktuelle Studie aus Norwegen.

Am 10. Mai - ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall, ausgerufen durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Warum solche Aktionstage wichtig sind, zeigt eine aktuelle Studie aus Norwegen.

In der Region Stavanger haben Wissenschaftler eine massenmediale Aufklärungskampagne über Schlaganfälle begleitet und ausgewertet. Die Kampagne dauerte einen Monat und vermittelte Informationen über Schlaganfall-Symptome und die Notwendigkeit einer schnellen Behandlung. Ergebnis: Die Lyserate in der Region stieg von 7,3% auf 11,3%.

Die Thrombolyse ist die Standardtherapie bei einem Gefäßverschluss im Gehirn, die jedoch nur in einem engen Zeitfenster nach dem Schlaganfall angewandt werden kann. Der Anstieg der Lyserate war im Wesentlichen Folge eines höheren Anteils von Patienten, die schnell in die Notaufnahme kamen. In Bevölkerungsbefragungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das einherging mit einer Zunahme des Bekanntheitsgrads von Schlaganfallsymptomen.

„Die Botschaften kamen an", meint der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist Philipp Grätzel von Grätz. Er beobachtet für die Deutsche Schlaganfall-Hilfe die internationale Schlaganfall-Forschung. Sein Urteil: „Medienkampagnen wirken, aber sie müssen wiederholt werden, um auch langfristig effektiv zu sein."

Unter dem Motto „Stopp den Schlaganfall – mit Nachdruck gegen Hochdruck" will der Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai auf die Risikofaktoren der Erkrankung aufmerksam machen. Insbesondere der Bluthochdruck steht im Fokus. Wird er rechtzeitig entdeckt und behandelt, sind viele Schlaganfälle vermeidbar.

(J Stroke Cerebrovasc Dis 2016; doi:10.1016/j.jstrokecerebrovasdis.2016.02.026)

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Ein Pass soll Patienten helfen

Modellprojekt der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

6. Mai 2016: Ein Pass soll Patienten helfen

Ibbenbüren wird Modellregion der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Am bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall, am 10. Mai, erhalten die ersten Patienten am Klinikum Ibbenbüren einen Hilfsmittelpass. Die Schlaganfall-Hilfe will ihn nach der Testphase bundesweit einführen.

Ibbenbüren wird Modellregion der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Am bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall, am 10. Mai, erhalten die ersten Patienten am Klinikum Ibbenbüren einen Hilfsmittelpass. Die Schlaganfall-Hilfe will ihn nach der Testphase bundesweit einführen.

Jährlich erleiden 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Volkskrankheit ist die häufigste Ursache für Behinderungen, viele Betroffene sind auf Hilfsmittel angewiesen. Doch die optimale Versorgung bleibt ein Manko unseres Gesundheitssystems. An der Behandlung und Versorgung eines Patienten sind viele Spezialisten beteiligt. „Eine Zusammenarbeit über die so genannten Sektoren hinweg ist jedoch nicht selbstverständlich", erläutert Christina Habig, Projektleiterin der Schlaganfall-Hilfe. „Häufig ist der Patient selbst das Medium, das die Informationen von A nach B tragen muss". Schwierig werde es dann, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Und das trifft auf den Großteil der Patienten zu, sie sind medizinische Laien.

Schlaganfall-Patienten sind in besonderer Weise betroffen. Denn diese chronisch Kranken sind oft ihr Leben lang auf Behandlung, Therapie oder Hilfsmittel angewiesen. Gerade die Versorgung mit Hilfsmitteln aber ist ein komplexes Thema. Hilfsmittel müssen immer individuell angepasst werden, und im Verlauf der Erkrankung können sich Änderungen im Bedarf ergeben. Studien zeigen, dass viele Hilfsmittel schon nach kurzer Zeit ungenutzt in der Ecke landen - traurig für die Patienten, teuer für die Gesellschaft.

Ärzte, Therapeuten und Sanitätshäuser kommunizieren über den Pass

Ein zusätzliches Problem: der Markt an Hilfsmitteln ist heute so groß und spezialisiert, dass sich nur noch Experten wirklich damit auskennen. Umso wichtiger ist es, dass alle an der Versorgung Beteiligten ein Medium haben, über das sie kommunizieren können. Der neue Pass in Heftgröße (DIN A5) enthält alle wichtigen Informationen über Therapien, Therapieziele, Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel des Patienten und dokumentiert die Entwicklungen im Zeitverlauf. Alle Beteiligten können Eintragungen vornehmen. Klinik-, Fach- und Hausärzte, Therapeuten und Sanitätshausmitarbeiter können auf diese Weise miteinander kommunizieren. Datenschutz ist kein Problem, denn der Patient ist Besitzer des Passes und Hüter seiner Daten.

 
Freuen sich über den Projektstart (v.l.): Daniel Koopmeiners, Dr. Florian Bethke, Christina Habig und Prof. Dr. Michael Wessels.

Die Testphase läuft jetzt am Klinikum Ibbenbüren (Betriebsstätte St.-Elisabeth-Hospital) an. Chefarzt Dr. Florian Bethke und sein Team der Neurologischen Klinik werden den Pass an 80 Patienten der Stroke Unit (Schlaganfall-Station) ausgeben, sofern diese bereit sind, an dem Modellprojekt teilzunehmen. „Das gibt uns die Möglichkeit, über den Aufenthalt in der Akutklinik hinaus etwas für die Patienten zu tun", freut sich Bethke.

In rund sechs Monaten wird die Gruppe dann durch Prof. Dr. Michael Wessels von der praxisHochschule Rheine zu ihren Erfahrungen befragt. „Ein spannendes Projekt", urteilt der Hochschullehrer, „ weil es einen echten Mehrwert für die Patienten und die Versorger bieten kann". Auch eine Kontrollgruppe von 80 Patienten ohne Heil- und Hilfsmittelpass wird interviewt. So erhalten die Projektpartner Aufschluss darüber, wie sehr die Patienten von dem Pass profitieren können, und bekommen gleichzeitig Rückmeldungen zur Optimierung des Passes.

Unterstützt wird das Projekt durch das Netzwerk Schlaganfall Steinfurt e.V. (NeSSt). „Wir freuen uns, dass die Schlaganfall-Hilfe uns als Modellregion ausgewählt hat", sagt dessen Vorsitzender Daniel Koopmeiners aus Rheine. „In der Schlaganfall-Nachsorge können wir noch einiges optimieren, deshalb haben wir das Projekt von Beginn an unterstützt". Mit den im nördlichen Kreis Steinfurt gemachten Erfahrungen wird die Deutsche Schlaganfall-Hilfe den Hilfsmittelpass überarbeiten, um ihn 2017 deutschlandweit allen Patienten anbieten zu können.

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Motivationsstrategien helfen

 

4. Mai 2016: Motivationsstrategien helfen

Zum „Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai empfiehlt Motivationsexperte und Diplom-Psychologe Rolf Schmiel eine Strategie in Form von drei Schritten, die Betroffene bei der Akzeptanz und der Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten nach der Diagnose unterstützen kann.

Berlin/München/Gütersloh/Bonn, 04. Mai 2016. Vorhofflimmern ist eine Erkrankung, die viele Betroffene kaum bemerken und die sie zunächst auch nicht einschränkt. Da mit der Diagnose „Vorhofflimmern" jedoch das Risiko für einen Schlaganfall steigt, sollten Betroffene Maßnahmen zur Schlaganfallprävention ergreifen: Das können Änderungen einiger Lebensgewohnheiten sein, wie eine herzgesunde Ernährung, oder – sollten neben Vorhofflimmern noch weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall vorliegen – auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Im Gegensatz zu Erkrankungen wie Diabetes, wo sich der Behandlungserfolg direkt anhand der Blutzuckerwerte nachvollziehen lässt, ist der Effekt von Maßnahmen zur Schlaganfallprävention nicht direkt messbar. Die zentrale Frage ist daher: Wie schaffen es vor allem ältere Betroffene, die womöglich zusätzliche behandlungs-bedürftige Erkrankungen haben, bestimmte Gewohnheiten nachhaltig zu ändern?

Zum „Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai empfiehlt Motivationsexperte und Diplom-Psychologe Rolf Schmiel eine Strategie in Form von drei Schritten, die Betroffene bei der Akzeptanz und der Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten nach der Diagnose unterstützen kann.

Wie alle chronischen Erkrankungen kann auch die Diagnose Vorhofflimmern für einige Betroffene ohne große Änderungen der Lebensgewohnheiten einhergehen. Für manch andere Patienten bedeutet die Diagnose Vorhofflimmern eine größere Umstellung der Lebensgewohnheiten und womöglich eine zusätzliche und gegebenenfalls langjährige Medikamenteneinnahme. Das ist der Fall, wenn zusätzlich zur Diagnose Vorhofflimmern weitere behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen, wie Bluthochdruck oder Diabetes. Gerade für Letztere können die vom Experten Rolf Schmiel empfohlenen drei Motivationsschritte hilfreich sein. Diese können möglicherweise helfen, liebgewonnene Gewohnheiten leichter aufzugeben. Diplom-Psychologe und Motivationsexperte Rolf Schmiel empfiehlt eine dreistufige Strategie, die die Patienten individuell an ihre Bedürfnisse anpassen können. Sie kann helfen, Veränderungen im Alltag dauerhaft zu meistern. „Nachhaltig lassen sich Verhaltensweisen oft nur durch den Austausch mit anderen ändern – entweder im Einzelgespräch mit einem Vertrauten oder aber in einer Gruppe." Als Drittes sollten Vorsätze mit positiven Anreizen verbunden werden. „Wichtig ist, die Strategie so anzupassen, dass sie einem zusagt. Jeder Mensch ist schließlich anders."

1. Das Gespräch mit einem Vertrauten - Sorgen ausdrücken und Unterstützung finden

Am Anfang steht das Gespräch mit einem Vertrauten, beispielsweise einem engen Freund, der den weiteren Weg nach der Diagnose mitgeht. „Je nach Bedürfnis des Patienten kann das aber auch der Arzt, ein Therapeut oder der Sportcoach sein, der einem durch regelmäßigen persönlichen Austausch das Gefühl der Überforderung nimmt", so Schmiel. „Ganz gleich, welche Methode der Einzelne wählt: Ängste auszusprechen erleichtert generell die Verarbeitung und ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lebensumstellung."

Gerade die Kommunikation mit dem Arzt spielt eine große Rolle: Immerhin empfiehlt der Arzt womöglich einen Plan, der den Patienten im Alltag vor Herausforderungen stellt: mehr Bewegung und weniger Alkohol, eine ausgewogene, „herzgesunde" Ernährung, Stressabbau, kein Nikotin und eventuell eine regelmäßige Einnahme der Medikamente. „Hier unterstützt die ‚Initiative Schlaganfallvorsorge‘ Menschen in Gesundheitsfragen, damit sie selbst aktiv werden und möglichst bis ins hohe Lebensalter gesund bleiben", erklärt Dr. Barbara Keck, Geschäftsführerin der BAGSO Service Gesellschaft. Unter www.schlaganfall-verhindern.de finden Interessierte nützliche Informationen. Außerdem können dort kostenlos die Aufklärungsbroschüre „Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern. Erkennen. Handeln. Vorbeugen." sowie ein Flyer heruntergeladen werden. Zur Verbesserung der Erkennung von Vorhofflimmern können folgende Tipps für Betroffene hilfreich sein:

  • Lernen, den eigenen Puls selbst zu ertasten
  • Das eigene Risiko für Vorhofflimmern ab einem gewissen Alter und beim Vorliegen von Risikofaktoren mit dem Hausarzt besprechen
  • Die Notwendigkeit einer weiterführenden Diagnostik mit dem Hausarzt klären

2. Motivation durch "Gleichgesinnte" - Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt in der Gruppe

„Zusätzlich zum Gespräch mit einem festen Vertrauten kann es helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die gleiche Erfahrungen machen", so Schmiel. Der zweite Schritt führt daher zu Interessensgruppen, in denen Betroffene nicht nur Gleichgesinnte finden, sondern auch Hilfsbereitschaft und Solidarität. Das können Herzsportgruppen sein, sowie Koch- oder Abnehmtreffs, die über Zeiten hinweghelfen, in denen die nötige Motivation fehlt. Gemeinschaften bieten Identifikation, Tipps und Vorgaben, um sich daran zu orientieren. „Die Gruppe fungiert dabei als wohlwollende ‚Kontrollinstanz‘, die einen unterstützt", erklärt der Psychologe. Interessierte können ihren Arzt nach Abnehmtreffs in der Region fragen. Auch die Krankenkasse kann dazu wertvolle Tipps geben. Sportvereine sind eine gute Anlaufstelle, um nach geeigneten Herzsportgruppen zu fragen.

3. Kleine Schritte zum individuellen Ziel - und nicht vergessen, Erfolge zu feiern

Jeder, der schon einmal versucht hat, ein längerfristiges Ziel zu erreichen, kennt den psychologischen Trick: Das große Ziel in der Ferne wird greifbar, wenn man sich kleine Etappenziele setzt. Rolf Schmiel empfiehlt daher drittens, sich jeweils eine Zeitspanne von drei Monaten zu stecken, um Vorhaben zu verwirklichen. „Je kurzfristiger bzw. schneller die Vorsätze umsetzbar sind, desto höher ist die Motivation, auf das nächste Ziel hinzuarbeiten." Das kann zum Beispiel sein, sich über die nächsten drei Monate strikt an die Einnahme der Medikamente zu halten, einmal die Woche zum Sport zu gehen oder ähnliches. Diät- und Schritttagebücher können helfen, Ernährungsdaten oder sportliche Aktivitäten Tag für Tag zu dokumentieren; auch in Abnehmgruppen kann der Gewichtsverlust gemessen und festgehalten werden. Wer sich damit wohlfühlt, kann Apps oder digitale Fitnessarmbänder nutzen, um Fortschritte festzuhalten.

Auf keinen Fall sollte dabei vergessen werden, sich für erreichte Etappenziele etwas Gutes zu tun. Denn das Erreichen der selbstgesteckten Ziele zu feiern, kann zusätzlich anspornen und motivieren, durchzuhalten. Psychologen nennen das „positives Konditionieren". Worin die Belohnung besteht, entscheidet jeder selbst: ein Wellnesstag, sein Lieblingsessen kochen, der Ausflug mit Freunden oder die Shoppingtour. Nach den ersten Fortschritten folgt das nächste Etappenziel. Mit Hilfe dieser dreistufigen Strategie kann langsam die Akzeptanz der chronischen Erkrankung, die langfristige Lebensumstellung oder Therapie gelingen.

Kontakt

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle, Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210, 33311 Gütersloh
Tel.: 05241 9770-12, Fax: 05241 9770-712
E-Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de
    

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)
Ursula Lenz, Pressereferat
Bonngasse 10, 53111 Bonn
Tel.: 0228 249993-18, Fax: 0228 249993-20
E-Mail: lenz@bagso.de


Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh, Public Affairs
Arnulfstraße 29, 80636 München
Tel.: 089 12142-7036, Fax: 089 12142-262
E-Mail: eszter.viragh@bms.com
    

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner, Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10, 10785 Berlin
Tel.: 030 550055-51088
E-Mail: presse@pfizer.com

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Neue Leitlinie empfiehlt Thrombektomie

Schlaganfall-Behandlung

14. April 2016: Neue Leitlinie empfiehlt Thrombektomie

Das mechanische Entfernen von Blutgerinnseln im Gehirn mit einem Katheter (Thrombektomie) setzt sich in Deutschland durch. Die bahnbrechende neue Methode kann schwere Behinderungen nach einem schweren Schlaganfall vermeiden, indem sie eine verstopfte Hirnarterie von einem Blutgerinnsel (Thrombus) befreit. Eine neue Leitlinie empfiehlt in bestimmten Fällen eine Kombination aus bewährter Thrombolyse mit einem Medikament und der mechanischen Methode mittels Katheter.

 

Das mechanische Entfernen von Blutgerinnseln im Gehirn mit einem Katheter (Thrombektomie) setzt sich in Deutschland durch. Die bahnbrechende neue Methode kann schwere Behinderungen nach einem schweren Schlaganfall vermeiden, indem sie eine verstopfte Hirnarterie von einem Blutgerinnsel (Thrombus) befreit. Eine neue Leitlinie empfiehlt in bestimmten Fällen eine Kombination aus bewährter Thrombolyse mit einem Medikament und der mechanischen Methode mittels Katheter.

Die Thrombektomie soll möglichst schnell möglichst vielen Patienten zugutekommen. Dafür habe sich eine enge Zusammenarbeit von Stroke Units und Neurovaskulären Zentren bewährt, teilen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) mit. Zudem bieten Neuroradiologen, die den Kathetereingriff vornehmen, bereits verstärkt zertifizierte Fortbildungen an.

Rund 80 Prozent aller jährlich 250.000 Schlaganfälle werden in Deutschland durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), das ein Blutgefäß verschließt, verursacht. Als Folge können Teile des Gehirns nicht mehr mit Blut versorgt werden. In solchen Fällen bestand bisher die beste Behandlung darin, die Patienten möglichst rasch mit einer Infusion des Medikaments Alteplase (rt-PA) zu behandeln. Der Wirkstoff kann das Blutgerinnsel in den Hirnarterien auflösen. Diese Lysetherapie ist in allen deutschen Schlaganfalleinheiten (Stroke Units) seit Mitte der 1990er-Jahre Standard. Allerdings können mit dieser Therapie tatsächlich nur etwa 50 bis 60 Prozent der großen Blutgerinnsel beseitigt werden.

Neue Ära in der akuten Schlaganfallbehandlung

Aktuell erweitern Kliniken, die eine Stroke Unit besitzen, ihr Angebot um eine neue Therapieoption, die sich kürzlich in fünf Studien als wirksam erwiesen hat: Spezialisierte Neuroradiologen schieben von der Leiste aus einen Katheter bis an die Stelle des Gehirns, wo das Blutgerinnsel eine Arterie blockiert hat. Der Katheter durchbohrt den Thrombus und umschließt das Gerinnsel mit einem Stent wie ein Drahtkäfig. Anschließend kann es über einen Hohlkatheter abgesaugt werden. „Diese Behandlungsmethode, auch mechanische Thrombektomie genannt, wurde in den letzten Jahren so weit verfeinert, dass fast 90 Prozent der Gefäße wieder eröffnet werden können", sagt Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Er verweist auf eine kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet publizierte Meta-Analyse, die die Ergebnisse von fünf Studien zusammenfasst und zeigt, dass vielen Patienten durch die mechanische Thrombektomie schwerwiegende Behinderungen infolge des Schlaganfalls erspart blieben.

Aktuelle Leitlinie bewertet die neue Methode

Die beteiligten Fachgesellschaften haben die Studienergebnisse zum Anlass genommen, ihre Leitlinie zu ergänzen. „Die Leitlinie gibt umfassende Anleitungen zu allen Aspekten der neuen Therapie", berichtet Professor Dr. Peter Ringleb, Mitglied im Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Leiter der Sektion Vaskuläre Neurologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er ist Erstautor der neuen Leitlinie. „Im Regelfall werden beide Therapien – die Lysetherapie und die mechanische Thrombektomie – miteinander kombiniert", so Peter Ringleb. Im Ärzte-Jargon heißt das „Drip-and-ship". Da eine Katheterbehandlung derzeit nur an bestimmten Kliniken möglich ist, wird der akute Schlaganfallpatient zuerst in die nächste Stroke Unit gebracht, um ohne Zeitverzug mit der Lysetherapie zu beginnen („drip"). Dort entscheiden die Ärzte dann umgehend, ob eine mechanische Thrombektomie in Frage kommt und der Patient mit dem Rettungswagen in eine Klinik transportiert („ship") werden soll, in der die Katheterbehandlung möglich ist.

„Drip-and-ship" als funktionierendes Konzept in der Akutversorgung

„Dass diese Vorgehensweise gut funktioniert, wurde jüngst von dem neurovaskulären Rhein-Ruhr Netzwerk belegt", berichtet Professor Dr. Christoph Groden, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Mannheim. Zu dem Netzwerk gehörten zum Zeitpunkt der Studie 17 Stroke Units im Ruhrgebiet, von denen acht 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche eine Katheterbehandlung anbieten. Die gewonnenen Erfahrungen mit 643 Patienten zeigen, dass „Drip-and-ship" im deutschen Gesundheitswesen erfolgreich organisiert werden kann. „Die Überlebensrate der Patienten, die aus anderen Kliniken überwiesen wurden, war vergleichbar mit jenen, die in den Zentren direkt behandelt wurden", so Christoph Groden. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) fordert, dass die Neurovaskulären Netzwerke flächendeckend ausgebaut werden. „Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben bereits in kurzer Zeit die Zahl der Neuroradiologen bzw. Radiologen ausgebaut, die in der Thrombektomie erfahren sind", sagt er. Die Thrombektomie wird bereits in vielen Regionen verlässlich angeboten. Um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen, bauen die Fachgesellschaften auf die Stroke Units in Verbindung mit den Neurovaskulären Netzwerken.

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Schlaganfall-Netzwerk in Gütersloh

 

Arbeiten zusammen im Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh (von links): Christiane Dammann, Carmen Göbel-Bettermann, Corinna Pook, Chris Vormfenne, Christina Habig, Anette Harnischfeger, Jana Hilmert-Thomas, Bärbel Gaisendrees und Sureya Niemeyer.

8. April 2016: Schlaganfall-Netzwerk in Gütersloh

Ein Schlaganfall-Netzwerk - ergänzend zur Schlaganfall-Lotsin - soll in Gütersloh dafür sorgen, dass Schlaganfall-Patienten in der häuslichen Nachsorge künftig besser versorgt werden.

 
Arbeiten zusammen im Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh (von links): Christiane Dammann, Carmen Göbel-Bettermann, Corinna Pook, Chris Vormfenne, Christina Habig, Anette Harnischfeger, Jana Hilmert-Thomas, Bärbel Gaisendrees und Sureya Niemeyer.

Ein Schlaganfall-Netzwerk soll in Gütersloh dafür sorgen, dass Schlaganfall-Patienten in der häuslichen Nachsorge künftig besser versorgt werden. In den nächsten Wochen wollen die Netzwerkpartner niedergelassenen Ärzten ihre Arbeit vorstellen. Die Schlaganfall-Hilfe hat die Entstehung begleitet und hofft, dass andere Regionen die Idee aufgreifen.

Allein im Kreis Gütersloh erleiden jährlich über 1.000 Menschen einen Schlaganfall. Nach Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt stehen sie und ihre Angehörigen oft vor einem Berg an Herausforderungen: Behandlungen und Therapien müssen organisiert, finanzielle Hilfen beantragt und Wohnräume barrierefrei umgebaut werden. All dies ist nicht leicht. Das Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh will dem begegnen – und so die nachstationäre Versorgung von Schlaganfall-Patienten verbessern. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung nimmt es jetzt die Arbeit auf. Am Donnerstag haben die Netzwerkpartner eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Sinnvolle Ergänzung zur Arbeit der Schlaganfall-Lotsin

Initiiert von der Diakonie Gütersloh sowie der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, umfasst das Netzwerk aktuell sechs Partner aus den Feldern Pflege, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie. Neben der Diakoniestation Gütersloh haben sich folgende Partner angeschlossen: Logopädische Praxis Carmen Göbel-Bettermann, Logopädische Praxis Bärbel Gaisendrees, Praxis für Logopädie Christiane Dammann, Gemeinschaftspraxis für Prävention – Ergotherapie – Rehabilitation sowie Physio Moving.  

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unterstützt das Projekt weiterhin beratend. Aus ihrer Sicht stellt es ein gutes ergänzendes Angebot neben der Gütersloher Schlaganfall-Lotsin dar, die mit Unterstützung der Bürgerstiftung Gütersloh am St. Elisabeth Hospital etabliert worden war. Die Lotsin kann zum Beispiel Patienten, die sie aus Kapazitätsgründen nicht betreuen kann, an das Netzwerk verweisen. Zudem arbeitet das Netzwerk mit Ärzten und Kliniken in der Region zusammen.

Therapien sollen einander sinnvoll ergänzen

„Das Ziel, das wir damit erreichen wollen, klingt erst einmal ganz simpel", erläutert Corinna Pook, Leiterin der Diakoniestation Gütersloh an der Kirchstraße. „Jedem Patienten stellen wir einen sogenannten Case Manager, also einen Fallmanager, zur Seite, der ihm bei allen Fragen, auch zu behördlichen Angelegenheiten, weiterhilft und zudem die verschiedenen Therapien und Behandlungen koordiniert." Das sei nötig: „Die meisten Schlaganfall-Patienten haben einen vollen Terminkalender. Physio- und Ergotherapie, logopädische und ärztliche Behandlung – und dazwischen gibt es noch den ambulanten Pflegedienst, der sich um den Patienten kümmert", zählt Bärbel Gaisendrees auf. „Das alles zu koordinieren und abzustimmen, stellt für den Patienten oder seine Angehörigen eine Menge Arbeit dar – und nicht immer ist gesagt, dass sich die verschiedenen Therapien und Behandlungen sinnvoll ergänzen. Schließlich findet in der Regel fast gar kein Austausch zwischen den Beteiligten statt."

Hier will das interdisziplinäre Netzwerk ansetzen und die ambulante Betreuung der Patienten zentral steuern und koordinieren. Mindestens alle drei Monate – im Bedarfsfall jedoch häufiger – stehen verbindliche Treffen für die Partner an. „Hier besprechen wir dann unter anderem, ob Therapien und Behandlungen für den jeweiligen Patienten weiter passen oder ob sich etwas ändern muss", erklärt Corinna Pook, die selbst als Fallmanagerin für das Projekt arbeitet. „Dafür haben sich alle Beteiligten mit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung auch zur Verschwiegenheit verpflichtet. Alles, was den Patienten betrifft, behandeln wir streng vertraulich." Dieser erhalte zudem eine Mappe, in der Berichte der Therapeuten abgelegt werden und die er bei Arztbesuchen vorlegen kann. „Die Mappe ist das Kommunikationsmedium für alle, die mit dem Patienten zusammenarbeiten", so Logopädin Carmen Göbel-Bettermann.

Um eine bestmögliche Betreuung der Patienten zu gewährleisten, setzen die Initiatoren zudem auf ehrenamtliche Unterstützung. Anette Harnischfeger, Leiterin der Schlaganfall-Selbsthilfe in Gütersloh und darüber hinaus Sprecherin der Selbsthilfegruppen für den gesamten Kreis Gütersloh, wird ebenfalls an den Netzwerktreffen teilnehmen: „Wir wollen die ehrenamtliche und die hauptamtliche Schiene in der Betreuung von Schlaganfall-Patienten weiter verzahnen", erläutert sie. Zusammen mit der Diakonie und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beteiligt sie sich derzeit an der Schulung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer, die Betroffenen bei kleinen Dingen des Alltags unter die Arme greifen oder einfach ein offenes Ohr haben. Auch Treffen für Angehörige werden angeboten.

Anfänge des Projekts in 2014

Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zum Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh stellt den vorerst letzten Schritt eines Projekts dar, das in seinen Grundzügen bereits Anfang 2014 startete. Seitdem ist Corinna Pook als zertifizierte Case Managerin unterwegs. Als solche half sie in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 50 Schlaganfall-Patienten bei Fragen rund um Therapie- und Behördenangelegenheiten, koordinierte die Nachsorge und stand mit Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten in Kontakt. Dafür hatte die Diakonie Gütersloh ihre eigene Schlaganfall-Koordinationsstelle ins Leben gerufen. Auch Betroffene wurden ins Boot geholt: Auf Workshops, ausgerichtet von Diakonie und Stiftung, konnten Schlaganfall-Patienten und ihre Angehörigen schildern, was sie in der Nachsorge vermissen – und worauf es aus ihrer Sicht ankommt. Dem folgten schließlich der Aufbau des Netzwerks und die Suche nach Partnern. „Hier sehen wir uns nun gut aufgestellt", bilanziert Ergotherapeutin Sureya Niemeyer. „Aber natürlich stehen unsere Türen auch weiteren Therapeuten und Medizinern offen."

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Bei Diabetes auf den Blutdruck achten

Weltgesundheitstag

5. April 2016: Bei Diabetes auf den Blutdruck achten

Diabetes ist das Thema der WHO in diesem Jahr, eine der Erkrankungen mit den weltweit größten Zuwächsen. Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Weshalb bei ihnen ein besonderes Augenmerk auf den Blutdruck gelegt werden sollte, erklärt eine aktuelle britische Studie.

 

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Diabetes ist das Thema der WHO in diesem Jahr, eine der Erkrankungen mit den weltweit größten Zuwächsen. Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Weshalb bei ihnen ein besonderes Augenmerk auf den Blutdruck gelegt werden sollte, erklärt eine aktuelle britische Studie.

Fast zwei Millionen Patienten haben die britischen Epidemiologen in ihre Studie eingeschlossen. Untersucht wurden deren Krankheitsdaten aus den Jahren 1997 bis 2010. Im Vordergrund der Studie stand vor allem die Frage, wie sehr Diabetes das Risiko für bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen wie den Herzinfarkt oder den Schlaganfall erhöht. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Patienten mit dem so genannten Typ-2-Diabetes, der mit Abstand häufigsten Form der Zuckerkrankheit.

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung mindestens 30 Jahre alt und litten nicht an kardiovaskulären Erkrankungen. In einem Zeitraum von 5,5 Jahren trat bei einem von 19 nicht diabetischen Studienteilnehmern eine Erkrankung auf. Dagegen traf es in der Gruppe der Diabetiker etwa jeden fünften. Diabetiker hatten also ein vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die Forscher wollten es noch genauer wissen und differenzierten nach Krankheitsarten. Am häufigsten trat die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) auf, die Durchblutungsstörungen von Armen oder Beinen verursacht. Überraschend war, dass nicht Herzerkrankungen, sondern Schlaganfälle an zweiter Stelle folgten mit einer gut 70prozentigen Risikoerhöhung.

Wichtig zu wissen: in vielen Fällen weisen Patienten mit Diabetes auch einen hohen Blutdruck auf, der größte Risikofaktor des Schlaganfalls. „Das liegt daran, dass zwei Risikofaktoren des Diabetes und Bluthochdrucks identisch sind: bauchbetontes Übergewicht und Bewegungsmangel", erklärt Dr. Bettina Begerow, Präventionsexpertin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Zudem wirkt sich ein chronisch erhöhter Blutzucker negativ auf die Gefäßwände aus und begünstigt damit einen Bluthochdruck. Langfristig betrachtet ist deshalb bei diesen Patienten eine gute Einstellung des Blutdrucks ebenso wichtig wie die Therapie des Diabetes."

In Deutschland leben geschätzt mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes, mehr als 90 Prozent von ihnen mit dem lebensstilbedingten Diabetes Typ-2. In weniger als 20 Jahren ist die Zahl der Erkrankungen um 38 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind unsere veränderten Lebensgewohnheiten, vor allem eine ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Rund 50 Prozent der Erkrankten könnten ohne Medikamente leben, wenn sie ihren Lebensstil anpassen würden. „Patienten können selbst sehr viel für ihre Gesundheit tun", sagt Dr. Bettina Begerow. Sie rät: „Drei- bis viermal die Woche Ausdauersport in Verbindung mit einer ausgewogenen, salzarmen Ernährung – das ist die sanfte Art, seinen Blutdruck zu senken und das Risiko für Diabetes zu minimieren".

(Lancet 2015; 385; doi:10.106/S0140-6736(15)60401-9)

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„Das Leben ist nicht gerecht"

Zum Tode Roger Ciceros

29. März 2016: „Das Leben ist nicht gerecht"

Die Nachricht vom Tod des wohl bekanntesten deutschen Swing- und Jazzsängers hat nicht nur die Musikwelt erschüttert. Mit nur 45 Jahren erlag er den Folgen eines Hirninfarktes. Fans des Entertainers sind fassungslos, wie zahllose Kommentare in sozialen Netzwerken zeigen. Cicero hinterlässt einen siebenjährigen Sohn – und viele Fragen.

 

Die Nachricht vom Tod des wohl bekanntesten deutschen Swing- und Jazzsängers hat nicht nur die Musikwelt erschüttert. Mit nur 45 Jahren erlag er den Folgen eines Hirninfarktes. Fans des Entertainers sind fassungslos, wie zahllose Kommentare in sozialen Netzwerken zeigen. Cicero hinterlässt einen siebenjährigen Sohn – und viele Fragen.

„Unfassbar", „ich war geschockt" und „das Leben ist nicht gerecht" lauten nur einige der Kommentare auf Roger Ciceros offizieller Facebook-Seite. Wenn der Schlaganfall jüngere Menschen trifft, ist das Entsetzen groß. Immer noch gilt er bei den meisten als Krankheit älterer Leute. Statistisch ist das richtig, der Großteil der Betroffenen (rund 80 Prozent) ist bereits über 60 Jahre alt. Doch es gibt eindeutige Hinweise, dass auch immer mehr jüngere Menschen betroffen sind.

Die Fachzeitschrift „The Lancet" hat 2014 die Ergebnisse der „Global Burden of Disease"-Studie veröffentlicht. Danach mehren sich Schlaganfälle bei Patienten mittleren Alters auf der ganzen Welt. Eine amerikanische Studie, deren Ergebnisse 2012 erscheinen, weist für den Mittleren Westen der USA nach, dass sich die Anzahl der Schlaganfälle bei den 20- bis 55-Jährigen in nur 12 Jahren fast verdoppelt hat.

Für Deutschland lassen sich diese Aussagen zurzeit nicht bestätigen, dazu ist die Datenlage zu schlecht. Viele Experten allerdings glauben, dass sich der Trend auch bei uns bestätigen wird. Sie machen vor allem unsere veränderte Lebensweise dafür verantwortlich: weniger Bewegung, ungesündere Ernährung und in der Folge mehr Bluthochdruck- und Diabetes-Erkrankungen, zwei wesentliche Risikofaktoren des Schlaganfalls.

Etwas Hoffnung gibt es aber auch: immer weniger Menschen mussten in den letzten Jahren an einem Schlaganfall versterben, weil unsere Akutversorgung so viel besser geworden ist. 280 Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Roger Cicero konnte auch das nicht helfen. Fassungslos müssen wir anerkennen: nicht alles liegt in unserer Macht. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden.

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Der Feind des Guten ist das Bessere

Stroke Unit Fachtagung

Redner: Prof. Dr. Darius G. Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

18. März 2016. Der Feind des Guten ist das Bessere

Wer in Deutschland einen Schlaganfall erleidet, wird akut fast überall hervorragend versorgt. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft will dennoch dafür sorgen, dass dies noch besser wird. Mitte März diskutierten die Neurologen in Berlin.

Zwei wichtige, neue Themen der Akutbehandlung und der Sekundärprävention haben sich in den letzten Monaten ergeben.

 
Redner: Prof. Dr. Darius G. Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

Wer in Deutschland einen Schlaganfall erleidet, wird akut fast überall hervorragend versorgt. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft will dennoch dafür sorgen, dass dies noch besser wird. Mitte März diskutierten die Neurologen in Berlin.

280 zertifizierte Stroke Units – Schlaganfall-Spezialstationen – gibt es aktuell in Deutschland. Rund 200 Vertreter nahmen am Stroke Unit Betreibertreffen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) teil. Die Fachgesellschaft stellt jenen Kriterienkatalog auf, den Kliniken für die Zertifizierung erfüllen müssen. Beteiligt sind darüber hinaus die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert (Nürnberg).

Dass Stroke Units eine Erfolgsgeschichte sind, wurde an dieser Stelle schon häufiger berichtet. Dafür gibt es viele lebende Beweise, denn die Ausweitung der Stationen über ganz Deutschland geht einher mit einer konsequent sinkenden Sterberate von Schlaganfall-Patienten. Doch weil der Feind des Guten das Bessere ist, arbeiten die Neurologen weiter an der Qualität ihrer Behandlung.

Zwei wichtige, neue Themen der Akutbehandlung und der Sekundärprävention haben sich in den letzten Monaten ergeben. Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, einer der größten Risikofaktoren für den Schlaganfall, kann durch neue Methoden noch besser identifiziert und wirkungsvoller behandelt werden. Und mit der Thrombektomie hat sich eine neue Methode der Schlaganfall-Behandlung etabliert. Dabei werden große Gefäßverschlüsse im Gehirn mittels eines Katheters mechanisch entfernt. Beide Entwicklungen sind grundsätzlich ein Segen für viele Patienten. Doch es braucht Leitlinien, die definieren, wer wann was zu tun hat und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein sollten. Deshalb ging es vor allem um die aktuelle Studienlage und einen Erfahrungsaustausch auf der Tagung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft.

Was man wissen muss: die Tatsache, dass es Stroke Units gibt, ist keine Garantie dafür, dass man nach eínem Schlaganfall auf einer solchen behandelt wird. Zwar hat sich das Konzept durchgesetzt, und nach Schätzung des DSG-Geschäftsführers,  Prof. Otto Busse, werden mittlerweile 70 bis 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten auf Spezialstationen behandelt. Doch Prof. Joachim Röther, Pressesprecher der DSG, wies darauf hin, dass noch vor sechs Jahren 34.000 der rund 270.000 Schlaganfall-Patienten jährlich in Kliniken behandelt wurden, die nicht einmal die Standardtherapie bei einem Gefäßverschluss anboten. Gemeint ist die Thrombolyse, die medikamentöse Auflösung eines Gerinnsels. Insofern gilt: Deutsche Patienten sind überwiegend sehr gut versorgt, doch es existieren weiterhin einige weiße Flecken auf der Versorgungslandkarte.

Eine wichtige Ergänzung der Thrombolyse ist das neue Verfahren der Thrombektomie, das für geschätzte fünf Prozent der Schlaganfall-Patienten in Frage kommt. Es sind diejenigen mit großen Gefäßverschlüssen, und zahlreiche Studien zeigen, dass sie deutlich von der neuen Methode profitieren. Einige dieser Patienten können quasi geheilt entlassen werden, früher wären sie lebenslang behindert gewesen. Aktuell sind es 420 Ärzte an 127 Kliniken in Deutschland, die dieses Verfahren durchführen.

Fast immer sind es Neuroradiologen, teilweise mit einem speziellen Zertifikat ausgestattet. Die Frage, ob es künftig Kriterien dafür geben wird, welche Ärzte dieses Verfahren durchführen und welche Kliniken, wird die DSG in den kommenden Jahren beschäftigen. Deutlich wurde auf der Tagung in Berlin noch einmal, dass die Behandlung auf einer Stroke Unit der erste und wichtigste Erfolgsfaktor für die Patienten bleibt und es auch in Zukunft keine Stationen erster und zweiter Klasse geben soll. Prof. Darius Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, warb dafür, dass kleinere (regionale) Stroke Units Partnerschaften mit großen Zentren eingehen, in die Patienten verlegt werden könnten, sofern sie für eine Thrombektomie in Frage kommen.

Ein weiteres aktuelles Thema für Neurologen ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Geschätzt wird, dass jeder vierte Hirninfarkt darauf zurückgeht. Man kann die Erkrankung mittlerweile sehr wirksam behandeln, doch weil diese Flimmerepisoden oft nur phasenweise auftreten, ist es schwer zu diagnostizieren. Ist das Langzeit-EKG die Lösung? Sollte man Patienten auf Verdacht einen sogenannten Event-Rekorder implantieren, der die Herztätigkeit aufzeichnet? Oder kann man allein über Patientenschulungen in der Selbstmessung des Pulses passable Erfolge erzielen? Alle drei Methoden können Erfolge aufweisen, wie unterschiedliche Studien belegen. Einen Königsweg scheint es derzeit (noch) nicht zu geben.

Klar wurde: in den nächsten zwei Jahren kommt viel Arbeit auf die DSG und die Stroke Unit Kommission zu. Über allen Diskussionen steht dabei die Grundbotschaft: Schlaganfall-Patienten in Deutschland sind akut bereits jetzt sehr gut versorgt. Das unterstrich auch Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, zum Ende der Tagung. Deshalb erinnerte er daran, auch die Nachsorge von Schlaganfall-Patienten im Blick zu behalten. Wenn die Therapietreue bei Patienten nachlässt, eine häufige Beobachtung in der Langzeitbetrachtung, drohen die Erfolge der Akutklinik zu verpuffen. Allseitiger Applaus.

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Fokus Kind beim "Rosenball 2016"

 

15. März 2016: Fokus Kind beim "Rosenball 2016"

Kinder, die einen Schlaganfall erleiden, müssen weite Wege auf sich nehmen. Daran möchten Liz Mohn, Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, und Bertelsmann etwas ändern: Sie laden am 30. April 2016 zum festlichen Rosenball in Berlin, um für den guten Zweck zu sammeln.

Kinder, die einen Schlaganfall erleiden, müssen weite Wege auf sich nehmen. Daran möchten Liz Mohn, Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, und Bertelsmann etwas ändern: Sie laden am 30. April 2016 zum festlichen Rosenball in Berlin, um für den guten Zweck zu sammeln.

Die Spenden des Abends – es ist bereits der 12. Rosenball - werden diesmal vor allem in den Aufbau eines Netzwerks pädiatrischer Versorgungszentren fließen, das schlaganfallbetroffenen Kindern künftig flächendeckend die Chance auf eine schnelle, qualifizierte Diagnose und optimale Therapie bieten soll.

 
Frauke Ludowig besucht Dr. Ronald Sträter und traf dabei die kleinen Patientinnen Janina (links) und Fehmke.

Eines dieser Versorgungszentren entsteht in Münster. Auf Einladung von Liz Mohn besuchte jetzt RTL-Frontfrau Frauke Ludowig die dortige Unikinderklinik. Ludowig engagiert sich schon viele Jahre als Botschafterin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Als Moderatorin des Rosenballs wollte sie sich vor dem großen Event ein aktuelles Bild der Versorgung von Kindern machen. In Münster hat Dr. Ronald Sträter bereits mehr als 1.000 Kinder nach Schlaganfall behandelt. Er arbeitet schon lange eng mit der Schlaganfall-Hilfe zusammen und wird durch sie gefördert.

Zum Rosenball – eine der glanzvollsten Charity-Galas in Deutschland – erwarten Liz Mohn und Bertelsmann Ende April rund 600 namhafte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Großen Ballsaal des Hotels InterContinental. Die Ballgäste können sich dabei auf ein Live-Programm der Extraklasse freuen: Mit der britischen Erfolgs-Band Simply Red um Frontman Mick Hucknall und Nena, eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der deutschen Musikgeschichte, werden gleich zwei echte Pop-Legenden auftreten.

Simply Red erlangte mit Hits wie „Holding Back The Years", „If You Don't Know Me By Now", „Something Got Me Started" oder „Stars" weltweit Kultstatus. Die seit drei Jahrzehnten erfolgreiche Band verkaufte bis heute rund 65 Millionen Tonträger. Nena, Pop-Ikone und künstlerisches Multitalent, landete 1983 mit „99 Luftballons" einen Welthit und ist seither aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie hat bis heute zahlreiche erfolgreiche Alben veröffentlicht und sorgte auch als Pop-Jurorin für Furore. Sowohl Simply Red als auch Nena werden von der Bertelsmann-Musiktochter BMG vertreten.

Für eine volle Tanzfläche werden in der Nacht zum 1. Mai der Entertainer Tom Gaebel & His Orchestra sorgen. Die Gäste des Rosenballs können sich außerdem auf ein viergängiges Gala-Menü freuen. Durch den Abend führt das Moderatoren-Duo Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer – beide sind Botschafter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe setzt sich bundesweit für die Vorbeugung und Aufklärung über Risikofaktoren sowie für Initiativen zur besseren Versorgung von Schlaganfall-Patienten ein. Die von Liz Mohn initiierte Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe kümmert sich dabei insbesondere um die Belange der jüngsten Betroffenen. Mindestens 300 Kinder, vermutlich aber sehr viel mehr, erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall – oft schon im Mutterleib oder bei der Geburt. Die Dunkelziffer ist so hoch, weil viele kindliche Schlaganfälle gar nicht oder erst Jahre später diagnostiziert werden.

 
Liz Mohn lenkte die kleine Fehmke während der Ultraschalluntersuchung durch Dr. Ronald Sträter ab.

In den kommenden Jahren wird die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe maßgeblich Kinderkliniken mit ausgewiesener neurologischer Kompetenz fördern, um sie zu spezialisierten Versorgungszentren für den kindlichen Schlaganfall (Pediatric Stroke Centers) auszubauen. Geplant sind etwa zehn Standorte, verteilt über das ganze Bundesgebiet. Ziel ist, dass künftig kein schlaganfallbetroffenes Kind mehr als 200 km für eine optimale Versorgung reisen muss. Die beiden ersten Zentren, die gefördert werden, entstehen um die Unikinderklinik Münster und das Dr. von Haunersche Kinderspital in München. Gefördert werden die Fort- und Weiterbildung von Ärzten, die Forschung und die Ausstattung der Kinderkliniken. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe wird auch eine breite Öffentlichkeitsarbeit in den Regionen sein.

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Rote Karte dem Schlaganfall

 

11. März 2016: Rote Karte dem Schlaganfall

Die von Bayer HealthCare initiierte bundesweite Aufklärungskampagne startet ins fünfte Jahr. Einige Neuigkeiten rund um die Schlaganfall-Prävention gab es auf der Pressekonferenz in Leverkusen zu hören.

 

Die von Bayer HealthCare initiierte bundesweite Aufklärungskampagne startet ins fünfte Jahr. Einige Neuigkeiten rund um die Schlaganfall-Prävention gab es auf der Pressekonferenz in Leverkusen zu hören.

In den letzten vier Jahren konnte die Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall" Betroffene, Angehörige und Interessierte erfolgreich mit zahlreichen Informationen, Tipps und Anregungen rund um die Themen Schlaganfall und Vorhofflimmern versorgen. Kampagnenpartner sind die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Sporthochschule in Köln. Neben einer Website mit monatlichem Newsletter bietet „Rote Karte dem Schlaganfall" unter anderem zahlreiche Broschüren, zwei Übungsposter und ein E-Book zum Thema.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern ist einer der größten Risikofaktoren für den Schlaganfall. Noch immer ist das in der Bevölkerung nur wenig bekannt, und häufig bleibt Vorhofflimmern unentdeckt, bis es zum Schlaganfall kommt. Prof Dr. Harald Darius, Kardiologe am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin, stellte auf der Pressekonferenz der Kampagne aktuelle Studien zu den neuen Antikoagulanzien (Blutverdünnern) vor. Ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Medikamenten seien erwiesen: das Blutungsrisiko sei geringer und die Blutgerinnung der Patienten ließe sich besser einstellen. Damit seien die Patienten sicherer vor einem Schlaganfall geschützt.

Ein Problem sieht Darius nach wie vor in der Anwendung der neuen Medikamente. Niedergelassene Ärzte fürchten das Blutungsrisiko ihrer Patienten nach einem Sturz, deshalb würden viele Patienten die Arznei bewusst unterdosieren. „So können die Medikamente oft nicht ihre volle Wirkung entfalten," meint Darius.. Hinzu käme eine mangelnde Therapietreue vieler Patienten. Eine Zählung bei Krankenkassen hat ergeben, dass die eingelösten Rezepte der Patienten nur für 70 Prozent des Jahres ausreichen. Eine regelmäßige Einnahme ist damit bei vielen nicht gegeben, ein wirksamer Schutz gegen einen Schlaganfall ebenso wenig.

Neben der Behandlung des Vorhofflimmerns gibt es weitere wichtige Maßnahme im Rahmen der Schlaganfall-Prävention. Prof. Dr. Peter Schwarz, Präventionsexperte der Uniklinik Dresden, hat ein verblüffend einfaches Rezept, einen Schlaganfall zu verhindern. „10.000 Schritte pro Tag, ab dem 25. Lebensjahr, und Sie werden keine chronische Krankheit bekommen", lautet seine These nach Auswertung zahlreicher  Studien. Die regelmäßige Bewegung schütze nicht nur vor Schlaganfall und Herzinfarkt, sondern beispielsweise auch vor Diabetes und Demenz.
10.000 Schritte – das entspricht etwa 6,5 Kilometern. Erschreckend viel für den durchschnittlichen Deutschen, der es laut Schwarz gerade einmal auf 2.700 Schritte am Tag bringt. Sein Tipp: Bewegung in den Alltag integrieren. Aufzüge meiden, im Stehen telefonieren, auf der Stelle gehen. „Das funktioniert auch vor dem Fernseher, wenn die Sportschau läuft", so der Experte.

Zunächst rät Schwarz zur Anschaffung eines Schrittzählers. Größtes Manko dürfte jedoch für viele der (schwache) Wille sein. Ein drohender Verlust, das wisse man aus der Forschung, motiviere die Menschen mehr als die Aussicht auf einen möglichen Gewinn. Schwarz rät deshalb zu Motivationstricks, zum Beispiel zu der App „AnkerSteps". Dort kann man virtuell einen Wettbewerb mit anderen Schrittesammlern eingehen, den natürlich niemand gern verlieren möchte.

Informationen zu Schlaganfall und Vorhofflimmern

Seit Beginn der Kampagne sind zwölf kostenlose Broschüren zu den Erkrankungen Schlaganfall und Vorhofflimmern erschienen. Die aktuellste Broschüre „Platzverweis für den Schlaganfall – Bestmögliche Versorgung bei Vorhofflimmern" fasst wichtige Erkenntnisse des im September 2015 vorgestellten Weißbuchs „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern" zusammen. Darüber hinaus informiert sie über den Zusammenhang von Schlaganfällen und der Herzrhythmusstörung, bietet aktuelle Zahlen und Fakten zu den Erkrankungen sowie Tipps zu Risikoerkennung und Prävention.

Die Broschüren der Aufklärungskampagne können kostenfrei bestellt werden.
Rote Karte dem Schlaganfall/Bayer
Postfach 10 03 61
47703 Krefeld

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Für Notfälle in Europa nur mäßig gewappnet

Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert

9. Februar 2016: Für Notfälle in Europa nur mäßig gewappnet

Hätten Sie es gewusst? In der gesamten EU gilt die 112 als Notrufnummer. 42 Prozent der Deutschen ist das bereits bekannt. Doch im Verhältnis zu ihrer Reisefreudigkeit sind das noch deutlich zu wenig, meint die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar.

 

Hätten Sie es gewusst? In der gesamten EU gilt die 112 als Notrufnummer. 42 Prozent der Deutschen ist das bereits bekannt. Doch im Verhältnis zu ihrer Reisefreudigkeit sind das noch deutlich zu wenig, meint die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar.

2008 wurde der EU-weite Notruf 112 eingeführt. Er funktioniert in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Anfangs hinkten die Deutschen ihren europäischen Nachbarn im Wissen um die EU-weite Notrufnummer hinterher, jetzt liegen sie im Schnitt (EU gesamt: 41 Prozent). Das ist das Ergebnis des „Eurobarometers 414", eine repräsentative Umfrage unter EUBürgern.

„Doch wenn man sich die Reisefreudigkeit der Deutschen anschaut, müssen wir an dieser Stelle noch deutlich mehr Aufklärung leisten", meint Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Tatsächlich reisen 52 Prozent der Deutschen mindestens einmal jährlich in ein anderes EU-Land. Berücksichtigt man auch dies in der Statistik, liegen die Deutschen nur noch auf Rang 21.
Das Ringen der Schlaganfall-Hilfe um mehr Notfallwissen hat einen ernsten Hintergrund: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Seit Jahren propagiert die Schlaganfall-Hilfe ihren Leitsatz „Jede Minute zählt".

Das Eurobarometer ist eine regelmäßige Erhebung im Auftrag der Europäischen Kommission. Für die repräsentative Umfrage werden in den aktuell 28 Mitgliedsstaaten jeweils 1.000 Bürgerinnen und Bürger befragt. Den 11. Februar hat die EU-Kommission in Anspielung auf das Datum (11.2.) zum europäischen Notruftag erklärt, um das Wissen über die Notrufnummer zu verbreiten.

Mehr Informationen zum Notrufwissen der Europäer und über den Schlaganfall unter www.schlaganfall-hilfe.de oder im Service- und Beratungszentrum der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Tel. 05241 - 97700.

Quelle: Special Eurobarometer 414, Europäische Kommission

 

Unser Service für Sie

Tabelle Reisehäufigkeit von EU-Bürgern in Mitgliedsstaaten und Korrelation mit dem Wissen um die EU-weite Notrufnummer 112

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Alkohol vernebelt die Diagnose

Rettungsdienste sensibilisieren

28. Januar 2016: Alkohol vernebelt die Diagnose

3.700 Schlaganfälle werden sich voraussichtlich allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Deutschland ereignen. Doch wer in dieser Zeit lallt, schwankt und schielt, fällt nicht immer auf. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mahnt deshalb, Schlaganfall-Symptome in den kommenden Tagen besonders ernst zu nehmen.

3.700 Schlaganfälle werden sich voraussichtlich allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Deutschland ereignen. Doch wer in dieser Zeit lallt, schwankt und schielt, fällt nicht immer auf. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mahnt deshalb, Schlaganfall-Symptome in den kommenden Tagen besonders ernst zu nehmen.

 

 

Selten fließt so viel Alkohol in Deutschland wie in diesen Tagen. Wen wundert es da, wenn angetrunkene Jecken die Kontrolle über ihren Körper verlieren? „Alkohol birgt immer die Gefahr, andere Diagnosen zu verschleiern", warnt Privatdozent Dr. Andreas Bohn. Er ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Münster. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sensibilisiert er insbesondere zur Karnevalszeit die Bevölkerung, aber auch das Rettungspersonal für die Symptome eines Schlaganfalls.

„Deutschland hat eines der besten Rettungssysteme der Welt", lobt Bohn Notärzte und Sanitäter. „Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: man ist am Einsatzort immer geneigt, sich von der Umgebungssituation beeinflussen zu lassen". Körperliche Ausfälle sollten nicht zu schnell auf Alkoholkonsum geschoben werden. „Bewährte Verfahren wie der so genannte FAST-Test bei Schlaganfall-Verdacht funktionieren auch bei alkoholisierten Patienten zuverlässig", so der Notarzt.

 

Statistiken gibt es keine, doch viele Rettungs- und Intensivmediziner können von Fällen berichten, in denen die richtige Diagnose zu spät gestellt wurde - teilweise mit tragischen Konsequenzen. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Deshalb sollte bei jedem Verdacht der Notruf 112 gewählt werden. Ein kostenloses Notfall-Infopaket ist erhältlich bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Tel. 05241 9770-0 oder info@schlaganfall-hilfe.de

Häufige Anzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende:

  • Sehstörungen,
  • Sprach- und Sprachverständnisstörungen,
  • Lähmungen und Taubheitsgefühle,
  • Schwindel mit Gangunsicherheit.


An dieser Stelle finden Sie mehr Wissen über den Schlaganfall und seine Symptome.

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Fachtagung kindlicher Schlaganfall

 

22. Janaur 2016: Fachtagung kindlicher Schlaganfall

Über 120 Anmeldungen verzeichnete der 2. Pediatric Stroke Tag im Dr. von Haunerschen Kinderspital München.
Aktuelle Studien wurden auf der Fachtagung ebenso besprochen wie Fallbeispiele.

 

Über 120 Anmeldungen verzeichnete der 2. Pediatric Stroke Tag Mitte Januar im Dr. von Haunerschen Kinderspital München. Der Schlaganfall des Kindes ist deutlich komplexer als beim Erwachsenen, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Die Ursachen sind zum Teil noch nicht ausreichend erforscht, und auch in der Anwendung von Therapien gibt es noch viele offene Fragen.

Aktuelle Studien wurden auf der Fachtagung ebenso besprochen wie Fallbeispiele. Neben verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen (Pädiatrie, Kinderneurologie, Kinderneuradiologie, Kinderkardiologie) waren viele Pflegende, Therapeuten sowie Rettungsassistenten vertreten.

Seit rund dreieinhalb Jahren widmet sich das Dr. von Haunersche Kinderspital intensiv den Fragen des kindlichen Schlaganfalls. 2014 gründete die Klinik die erste Schlaganfallstation für Kinder bundesweit. Auf der Kinder-Intensivstation stehen rund um die Uhr zwei Betten für kleine Schlaganfall-Patienten zur Verfügung.
Die Münchner Experten um Prof. Florian Heinen und seine Oberärztin Dr. Lucia Gerstl arbeiten gemeinsam mit Fachleuten in ganz Deutschland daran, die Ursachen des kindlichen Schlaganfalls besser zu erforschen und Leitlinien für Diagnostik und Therapie aufzustellen.

Die Schlaganfall-Hilfe mit ihrer Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe unterstützt diese Ziele. Sie will in den kommenden Jahren beim Aufbau weiterer Kompetenzzentren in Deutschland helfen, die Forschung und Bildung vorantreiben sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema forcieren. Noch immer erhalten betroffene Familien häufig viel zu spät eine Diagnose.

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Die Kraft der Illusion

Spiegeltherapie wirkt

Foto: Schmieder-Kliniken

15. Januar 2016: Die Kraft der Illusion

Ein Spiegel kann zum Therapiegerät werden. Was viele Schlaganfall-Patienten schon am eigenen Leib erlebt haben, bestätigt nun eine neue Studie aus der Türkei. Betroffene können durch ihn lernen, ihren Arm wieder besser zu bewegen.

 
Foto: Schmieder-Kliniken

Ein Spiegel kann zum Therapiegerät werden. Was viele Schlaganfall-Patienten schon am eigenen Leib erlebt haben, bestätigt nun eine neue Studie aus der Türkei. Betroffene können durch ihn lernen, ihren Arm wieder besser zu bewegen.

Die Halbseitenlähmung gehört zu den häufigsten Folgen des Schlaganfalls. Patienten können Arm und Hand einer Seite meist nicht kontrolliert bewegen. Seit einigen Jahren setzen Ergotherapeuten in der Rehabilitation dieser Patienten zunehmend die Spiegeltherapie ein.
Dabei wird der Körper des Betroffenen in der Mitte gespiegelt, die betroffene Seite sieht er nicht. Mit der gesunden Hand macht der Greif- und Bewegungsübungen. Der Blick in den Spiegel täuscht das Gehirn und vermittelt den Eindruck, als bewege sich der betroffene Arm. Diese simple Illusion zeigt eine verblüffende Wirkung, wie türkische Ärzte jetzt in einer Studie eindrucksvoll belegten.

Eine Gruppe von 30 Schlaganfall-Patienten wurde unterteilt. Die Hälfte erhielt eine intensive konventionelle Rehabilitation, die andere Hälfte zusätzlich 30 Minuten Spiegeltherapie pro Tag. Beide Gruppen erzielten innerhalb von vier Wochen große Fortschritte, doch in der Gruppe mit Spiegeltherapie waren die funktionellen Verbesserungen deutlich größer. Zusätzlich empfanden diese Patienten auch weniger Schmerzen.

Viele Rehabilitationskliniken und niedergelassene Ergotherapeuten setzen die Spiegeltherapie bereits ein. Patienten den positiven Effekt dieser Übungen zu vermitteln ist jedoch nicht immer ganz einfach. Sie sind es gewohnt, ihre betroffene Körperseite zu trainieren. Doch gerade bei der Spiegeltherapie ist es wichtig, dass Patienten sich auf sie einlassen und konzentriert mitarbeiten. Therapeuten dürften also über die neue Studie jubeln. Nun haben sie einen Beweis mehr in der Hand, um ihre Patienten von der Wirksamkeit einer Therapie zu überzeugen, die im Grunde auf Illusion beruht.

(Arch Phys Med Rehabil 23. Dezember 2015; doi: 10.1016/j.apmr.2015.12.008)

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Neue Perspektiven entwickeln

Langzeit-Rehabilitation

15. Janaur 2016: Neue Perspektiven entwickeln

Im Norden Berlins ging Ende des Jahres ein innovatives neurologisches Rehabilitationszentrum ans Netz. Finanziell, architektonisch und therapeutisch setzt es Maßstäbe und könnte richtungsweisend werden für weitere Projekte in Deutschland.

 

Im Norden Berlins ging Ende des Jahres ein innovatives neurologisches Rehabilitationszentrum ans Netz. Finanziell, architektonisch und therapeutisch setzt es Maßstäbe und könnte richtungsweisend werden für weitere Projekte in Deutschland.
 
Über 35 Millionen Euro hat die Fürst Donnersmarck Stiftung aus Eigenmitteln in die Entwicklung des neuen P.A.N. Zentrums investiert. Fünf Jahre mussten Bewohner und Mitarbeiter dafür auf einer Baustelle leben und arbeiten. Doch am Ende sind alle einer Meinung: der Einsatz hat sich gelohnt. „Dieses Zentrum soll ein Leuchtturm werden", sagte Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Stiftung, zur Eröffnung.

Langzeitrehabilitation mit hoher Erfolgsquote

P.A.N. steht für Post-akute Neurorehabilitation. Was das Zentrum leistet, ist im sozialrechtlichen Sinn nicht die klassische medizinische Rehabilitation. In Frohnau werden Menschen aufgenommen, die oft schon eine lange Reha hinter sich haben, aber so schwer beeinträchtigt sind, dass sie kein eigenständiges Leben führen können. Manche gelten als „austherapiert", glauben aber ebenso wie die Therapeuten des Zentrums an ihr Potenzial. Zurecht, denn schon in den alten Räumlichkeiten wies die Einrichtung eine beeindruckende Erfolgsquote vor. Rund zwei Drittel der Patienten werden am Ende der Maßnahme in die eigene Wohnung oder eine ambulant betreute Wohnform entlassen. Knapp die Hälfte von ihnen sind Schlaganfall-Patienten. Hirnblutungen sind dabei überrepräsentiert, das liegt am verhältnismäßig jungen Klientel. Das Programm zielt vorrangig auf die Altersgruppe der 18 bis 55jährigen.

Architektur trifft Therapie

 

Vom Neubau verspricht sich die Einrichtung jetzt noch mehr positive Effekte.
„Enriched Environment" lautet der Fachbegriff für das Raumkonzept: eine reizreiche und komplexe Gestaltung soll positiven Einfluss auf die Therapie haben. Die Architektur ist licht und großzügig, Raumanordnung und Wegeführung erlauben auch Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten, sich selbständig zu bewegen. Großzügiger Mittelpunkt und Verbindung zwischen dem Wohn- und dem Therapiebereich ist der so genannte „Marktplatz". Hier trifft man sich, kommuniziert, spielt, liest, surft im Internet, trinkt seinen Kaffee allein oder mit anderen. Therapeuten und Rehabilitanden waren von Beginn an in den Planungsprozess eingezogen.

Ein neuer Lebensabschnitt

Im August 2011 erlitt Karola V. eine schwere Hirnblutung. Es folgte eine lange Odyssee aus Akutkrankenhaus, Operationen, verschiedenen Reha-Stationen. Die Perspektive schien klar: ein Leben in einer stationären Einrichtung. Doch damit fand sich die agile junge Frau nicht ab. Vor der Erkrankung war sie stellvertretende Filialleiterin eines Modeherstellers und ging in ihrem Job auf. Im P.A.N. Zentrum nahm sie einen letzten Anlauf.
 
Es wurde ein langer Lauf und manches Mal war sie kurz davor, die Brocken hinzuwerfen. „In diesem Phasen hat mich der Urlaub bei meiner Familie immer wieder motiviert, da konnte ich mich erholen", macht die Rehabilitandin deutlich, dass der Aufenthalt im P.A.N. Zentrum nicht Kur, sondern harte (Therapie-)Arbeit ist. Gut drei Jahre nach ihrer Aufnahme bereitet sie sich jetzt auf ihren Auszug vor. „Bald habe ich meine eigene, kleine 2-Zimmer-Wohung im Märkischen Viertel", freut sie sich. „So, wie ich mir das gewünscht habe. Komplett behindertengerecht, Ärzte und Therapeuten sind gleich gegenüber."
 
Falls nötig, kann sie weiter ambulante Unterstützung in Anspruch nehmen. Doch Karola V. will es selbst schaffen. „Ich habe da keine Angst mehr vor, ich bin hier in den letzten Monaten sehr gut auf ein selbständiges Leben vorbereitet worden". Seit anderthalb Jahren lebt sie bereits zur Probe in einem Appartement auf dem Gelände. Sie kann wieder kürzere Strecken laufen, hat gelernt, die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin zu nutzen, kann einkaufen und mit einer Hand Essen zubereiten. „Freitags koche ich immer mit meiner Nachbarin. Heute machen wir Pilze, mit Spinat gefüllt und Gorgonzola überbacken".
 
Und noch etwas hat die Mode-Fachfrau in der Rehabilitation gelernt. Sie kann jetzt mit einer Hand nähen, hat bereits ihr gesamtes Umfeld mit selbst entworfenen Taschen versorgt. Karola V. hat eine neue Leidenschaft entdeckt und kann sich vorstellen, dass mehr daraus wird als ein Hobby. „Vielleicht kann ich mir daraus sogar eine neue Existenz aufbauen", sagt sie. Eine schöne Perspektive, die vor drei Jahren noch undenkbar war.

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Schlaganfall-Lotsen sind die Zukunft

Patientenbeauftragter informierte sich

Karl-Josef Laumann (2. von rechts) besuchte jetzt das EvKB und sprach mit (von links) Dr. Michael Brinkmeier, Schlaganfall-Lotsin Petra Tarrach-Rieks, Geschäftsführer Dr. Rainer Norden und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Chefarzt Neurologie). Foto: Manuel Bünemann

12. Januar 2016: Schlaganfall-Lotsen sind die Zukunft

Schlaganfall-Lotsen können die Versorgung von Patienten deutlich verbessern. Davon hat sich jetzt auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch im Ev. Krankenhaus Bielefeld überzeugt.

 
Karl-Josef Laumann (2. von rechts) besuchte jetzt das EvKB und sprach mit (von links) Dr. Michael Brinkmeier, Schlaganfall-Lotsin Petra Tarrach-Rieks, Geschäftsführer Dr. Rainer Norden und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Chefarzt Neurologie). Foto: Manuel Bünemann

Schlaganfall-Lotsen können die Versorgung von Patienten deutlich verbessern. Davon hat sich jetzt auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch im Ev. Krankenhaus Bielefeld überzeugt.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, hatte Laumann eingeladen, sich persönlich ein Bild von der Arbeit der Schlaganfall-Lotsen zu machen. Als Patientenbeauftragter der Bundesregierung liegt Laumann die gute Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen am Herz. Viele Patienten fallen nach der Entlassung aus der Klinik in ein tiefes Loch. Sie verstehen die Krankheit und ihre Therapie nicht, sind psychisch labil und nur schwer zu motivieren. In dieser Situation sind sie mit der Steuerung ihrer weiteren Behandlung völlig überfordert.

Die Schlaganfall-Hilfe hatte deshalb das Projekt „Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe" gemeinsam mit regionalen Partnern auf den Weg gebracht. Im vergangenen Jahr betreuten fünf Schlaganfall-Lotsinnen in Bielefeld, Herford, Bad Oeynhausen und Gütersloh insgesamt 300 Patienten. Eine Befragung der Patienten und ihrer Angehörigen zeigte, dass die Betreuung zu deutlich mehr Information, Sicherheit und Zufriedenheit führte.

Petra Tarrach-Rieks, Schlaganfall-Lotsin am Ev. Krankenhaus Bielefeld, schilderte Laumann eindrucksvoll alltägliche Erlebnisse aus ihrer Arbeit. Viele ihrer Patienten seien ohne fachliche und menschliche Begleitung kaum in der Lage, wieder zurück in ein normales Leben zu finden. Für Karl-Josef Laumann sind Modelle wie die Schlaganfall-Lotsen zukunftsweisend. Angesichts der demographischen Entwicklung werde es noch deutlich mehr Formen dieser aufsuchenden Hilfe brauchen.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe möchte die Notwendigkeit von Schlaganfall-Lotsen in der Modellregion Ostwestfalen-Lippe nachweisen. Derzeit verhandelt sie mit den Krankenkassen in OWL über eine weitere Finanzierung der Lotsen.

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Welcher Zielwert ist gesünder?

Diskussion um Bluthochdruck-Therapie entfacht

8. Januar 2016: Welcher Zielwert ist gesünder?

Schon wieder Neues vom Bluthochdruck: Mehr als 600.000 Patientendaten flossen in eine Studienanalyse, deren Ergebnisse kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurden. Immer wahrscheinlicher wird nun, dass künftig deutlich mehr Patienten gegen Bluthochdruck behandelt werden.

 

Schon wieder Neues vom Bluthochdruck: Mehr als 600.000 Patientendaten flossen in eine Studienanalyse, deren Ergebnisse kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurden. Immer wahrscheinlicher wird nun, dass künftig deutlich mehr Patienten gegen Bluthochdruck behandelt werden.

27 Prozent weniger Schlaganfälle, 13 Prozent weniger Sterbefälle – das ist das Ergebnis, wenn Bluthochdruck- Patienten ihren Blutdruck dauerhaft um 10 mmHg senken. Zu diesem Schluss kommt Professor Kazem Rahimi vom George Institute of Global Health in Oxford (England), der mit seinem Team 123 Studien auswertete. Überraschend an seiner Analyse ist vor allem dies: der Effekt scheint relativ unabhängig vom Ausgangswert zu sein.

Bislang gehen Ärzte davon aus, dass eine zu starke Blutdrucksenkung ihren Patienten eher schadet als nützt. Dieser Effekt lässt sich auch grafisch darstellen, Fachleute sprechen von einer so genannten „J"-Kurve. Das bedeutet, bei zu stark gesenktem Blutdruck steigt das kardiovaskuläre Risiko wieder leicht an. Deshalb liegt der Zielwert für den systolischen (oberen) Wert in der Behandlung von Bluthochdruck-Patienten bei maximal 140 mmHg.

Doch bereits im vergangenen September sorgte die USamerikanische SPRINT-Studie für Aufsehen in der Fachwelt. Sie verglich zwei Patientengruppen miteinander und kam zu dem Ergebnis, dass eine Senkung des oberen Werts auf unter 120 mmHg dazu führt, dass etwa ein Viertel weniger Bluthochdruck-Patienten an Schlaganfall oder Herzinfarkt versterben. Seither wird darüber diskutiert, die Behandlungsleitlinien anzupassen.

Die Ergebnisse der neuen Meta-Analyse aus England stützen die Aussagen der SPRINT-Studie. „Die potenziellen Konsequenzen sind erheblich", sagt Philipp Grätzel von Grätz. Für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beobachtet der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist seit Jahren die weltweite Schlaganfall-Forschung. Sollten sich die Ergebnisse weiter bestätigen, „dann gibt es gute Argumente, bei allen kardiovaskulären Risikopatienten unabhängig vom Blutdruck blutdrucksenkende Medikamente zu verordnen".

(The Lancet 23. 12. 2015; doi: 10.1016/S0140-6736(15)01225-8)

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Schlaganfall auf der politischen Agenda

 

Prof. Dr. Zaza Katsarava erklärt Hubert Hüppe (Mitte) die Schlaganfall-Diagnostik, links Dr. Michael Brinkmeier (Schlaganfall-Hilfe).

11. Dezember 2015: Schlaganfall auf der politischen Agenda

Auf Initiative der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe besuchte der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU) die Stroke Unit des Ev. Krankenhauses Unna.

 
Prof. Dr. Zaza Katsarava erklärt Hubert Hüppe (Mitte) die Schlaganfall-Diagnostik, links Dr. Michael Brinkmeier (Schlaganfall-Hilfe).

Auf Initiative der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe besuchte der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU) die Stroke Unit des Ev. Krankenhauses Unna.

 

Gemeinsam mit der Stiftung möchte Hüppe der Schlaganfall-Versorgung in der Gesundheitspolitik einen größeren Stellenwert einräumen. Für Hubert Hüppe ist der Schlaganfall kein neues Thema. Als ehemaliger behindertenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Beauftragter für die Belange behinderter Menschen war Hüppe mit den Folgen des Schlaganfalls konfrontiert. Denn der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Nun will Hüppe sich verstärkt dafür engagieren, dass weniger Menschen durch den Schlaganfall schwere Behinderungen davontragen müssen.

„Wir können nicht alle Schlaganfälle verhindern, aber wir können die schweren Folgen lindern", so Hüppe. „Mich beeindruckt nicht nur die hervorragende Akutversorgung auf der Stroke Unit in Unna.  Ich finde es auch vorbildlich, dass man sich hier auch für die Phase vor der Klinikaufnahme verantwortlich fühlt. Das kann aus meiner Sicht beispielhaft für ganz Deutschland werden". Hüppe versprach, sich im politischen Berlin für die Verbreitung von Notfallwissen einzusetzen. Er wies darauf hin, dass der Etat der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufgestockt worden sei.

Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit. 270.000 Menschen in Deutschland sind jährlich davon betroffen. „Und der demographische Wandel wird dazu führen, dass die Schlaganfall-Zahlen weiter steigen", machte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, bei einem Rundgang über die Stroke Unit die Relevanz des Themas deutlich. „Wirksam begegnen können wir dieser Herausforderung nur, wenn wir die gesamte Versorgungskette in den Blick nehmen". Brinkmeier plädiert für eine „integrierte" Versorgung, in der alle Beteiligten den gesamten Behandlungsprozess des Patienten im Blick haben, von der Aufklärung bis zur häuslichen Nachsorge.

„Wenn ich sehe, welche Bemühungen in Unna unternommen werden, um die Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern, wird dieser Gedanke hier bereits gut umgesetzt", lobte Brinkmeier die Arbeit der Klinik. Eine Studie des EK Unna und des St. Marien-Hospitals Lünen hatte gezeigt, dass rund ein Drittel der Schlaganfall-Patienten für eine wirksame Behandlung zu spät in die Klinik kommen. „Da wird deutlich, wie dringend notwendig weitere Aufklärungsarbeit ist", so der Stiftungsvorstand, der dafür seine Unterstützung anbot. Die Stiftung engagiert sich aktuell gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und dem Pharmaunternehmen Pfizer in der „Initiative Schlaganfallvorsorge – bei Vorhofflimmern handeln!" Rund 70 Prozent aller Schlaganfälle könnten durch gezielte Vorbeugung verhindert werden.

Professor Dr. med. Zaza Katsarava, Chefarzt der Klinik für Neurologie am EK Unna wird deshalb nicht müde, an die Regel „time is brain" zu erinnern. Zeit kostet Gehirnzellen – und daher ist ein schnelles Reagieren  bei den geringsten Anzeichen auf einen möglichen Schlaganfall so wichtig. Wer Warnzeichen wie zum Beispiel Seh- oder Sprachstörungen oder Lähmungen bemerkt, „der soll nicht bis zum nächsten Tag warten, ob es vielleicht von selbst besser wird. Er soll auch nicht warten, bis Sohn oder Tochter von der Arbeit kommen", erklärt Professor Katsarava und stellt klar: „Sofort 112 wählen!" Denn nur wer die Stroke Unit schnell erreicht, hat gute Chancen, die Folgen eines Schlaganfalls möglichst gering zu halten.

Vor mehr als zehn Jahren wurde die Stroke Unit am EK Unna gemeinsam durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Stroke Units sind Spezialeinheiten, die rund um die Uhr besonders qualifiziertes Personal und eine spezielle Ausstattung für die Diagnostik vorhalten. Diese Kombination garantiert die notwendige schnelle Diagnose. Denn nach einem Schlaganfall stirbt in jeder Minute Hirngewebe ab, den Ärzten bleibt nur wenig Zeit für eine erfolgreiche Behandlung. Das Konzept der Stroke Units hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Bundesweit sind mittlerweile 278 Stationen zertifiziert. In nur zehn Jahren sank dadurch die Sterblichkeit nach Schlaganfall um 22 Prozent.
 

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Auch den Blutdruck gut einstellen

Therapie bei Diabetes

12. November 2015: Auch den Blutdruck gut einstellen

Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich einer neuen Studie aus Großbritannien hin. Sie unterstreicht, wie wichtig eine gute Kontrolle der Risikofaktoren gerade bei dieser Patientengruppe ist. Der Welt-Diabetestag am 14. November will auf die Folgen der Volkskrankheit aufmerksam machen.

 

Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich einer neuen Studie aus Großbritannien hin. Sie unterstreicht, wie wichtig eine gute Kontrolle der Risikofaktoren gerade bei dieser Patientengruppe ist. Der Welt-Diabetestag am 14. November will auf die Folgen der Volkskrankheit aufmerksam machen.

 

Fast zwei Millionen Patienten haben die britischen Epidemiologen in ihre Studie eingeschlossen. Untersucht wurden deren Krankheitsdaten aus den Jahren 1997 bis 2010. Im Vordergrund der Studie stand vor allem die Frage, wie sehr Diabetes das Risiko für bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen wie den Herzinfarkt oder den Schlaganfall erhöht. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Patienten mit dem so genannten Typ-2-Diabetes, der mit Abstand häufigsten Form der Zuckerkrankheit.

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung mindestens 30 Jahre alt und litten nicht an kardiovaskulären Erkrankungen. In einem Zeitraum von 5,5 Jahren trat bei einem von 19 nicht diabetischen Studienteilnehmern eine Erkrankung auf. Dagegen traf es in der Gruppe der Diabetiker etwa jeden fünften. Diabetiker hatten also ein vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die Forscher wollten es noch genauer wissen und differenzierten nach Krankheitsarten. Am häufigsten trat die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) auf, die Durchblutungsstörungen von Armen oder Beinen verursacht. Der Schlaganfall lag an zweiter Stelle mit einer gut 70prozentigen Risikoerhöhung, die Herzerkrankungen folgten danach.

„Dass die PAVK die kardiovaskuläre Erkrankung ist, die bei Diabetes als erstes zuschlägt, überrascht nicht", urteilt der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist Philipp Grätzel von Grätz, Fachautor der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Doch „dass der Schlaganfall und nicht der Herzinfarkt auf Position zwei kommt, war so nicht unbedingt zu erwarten." Weil sich bei mehreren Risikofaktoren das Risiko nicht einfach addiert, sondern mehrfach erhöht, ist es so wichtig, gerade bei diesen Patienten auf eine gute Blutdrucksenkung zu achten.

(Lancet 2015; 385; doi:10.106/S0140-6736(15)60401-9)

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Diagnose Schlaganfall - die Chancen werden immer besser

Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober

29. Oktober 2015: Diagnose Schlaganfall - die Chancen werden immer besser

Am 29. Oktober ist Welt-Schlaganfalltag. Fast 270.000 Deutsche sind jedes Jahr von der Volkskrankheit betroffen. Die gute Nachricht lautet: Wer sich informiert und richtig verhält, hat immer bessere Chancen.

Am 29. Oktober ist Welt-Schlaganfalltag. Fast 270.000 Deutsche sind jedes Jahr von der Volkskrankheit betroffen. Die gute Nachricht lautet: Wer sich informiert und richtig verhält, hat immer bessere Chancen.

 

„Wir könnten 70 Prozent aller Schlaganfälle verhindern", sagt der Bielefelder Neurologe Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, „wenn wir Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes richtig behandeln und einen gesunden Lebensstil führen". Dazu zählen aus Sicht des Schlaganfall-Experten eine ausgewogene, mediterrane Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen.

Weil auch das nicht immer vor einem Schlaganfall schützen kann, sollte man die Symptome eines Schlaganfalls erkennen. Typisch sind sehr starke Kopfschmerzen, plötzlicher Schwindel, Lähmungen oder Gefühlsstörungen, Sehstörungen und Sprach- oder Sprachverständnisstörungen. „Diese Symptome treten in der Regel schlagartig auf", erklärt Schäbitz.

Bei einem Schlaganfall-Verdacht gilt immer: Sofort den Notarzt rufen – 112! Prof. Schäbitz: „Jede Minute zählt, weil Hirngewebe abstirbt und dadurch Funktionen verlorengehen. Viele Patienten können wir heute schon gut behandeln, wenn sie rechtzeitig auf eine Stroke Unit kommen".

Stroke Units sind Schlaganfall-Spezialstationen. Mehr als 270 dieser Stationen haben die Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft in den letzten Jahren zertifiziert. Mit großem Erfolg: Innerhalb von zehn Jahren sank die Sterblichkeit nach einem Schlaganfall um 22 Prozent.

Doch nach wie vor ist der Schlaganfall der häufigste Grund für Behinderungen. Zwei Drittel der Patienten behalten Folgeschäden, nur eine schnelle Behandlung kann das verhindern. Die Standardtherapie ist die sogenannte Thrombolyse. Dabei lösen Ärzte den Gefäßverschluss mit einem Medikament auf.

Jetzt steht in großen Schlaganfall-Zentren eine weitere Methode zur Verfügung. Bei der Thrombektomie werden große Gerinnsel im Gehirn mit einem Katheter entfernt. „Wir können diese Behandlung nur bei einem Teil der Patienten einsetzen. Doch wenn sie wirkt, entlassen wir Patienten geheilt, die früher dauerhaft behindert gewesen wären", so Schäbitz.

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Schlaganfall vorbeugen

Unbekannte Risikofaktoren und Symptome - Das sollten Sie wissen!

25. Oktober 2015: Schlaganfall vorbeugen

Zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober 2015 informiert die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln." über wichtige Risikofaktoren, typische und untypische Schlaganfallsymptome und Möglichkeiten zur Schlaganfallvorsorge.

Berlin/München/Gütersloh/Bonn, 22. Oktober 2015. Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland: Jährlich ereignen sich rund 270.000, darunter fast 200.000 erste und 66.000 erneute Schlaganfälle (1). Vorsorge kann helfen, das eigene Risiko zu senken und so einem Schlaganfall vorzubeugen. Zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober 2015 informiert die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln." über wichtige Risikofaktoren, typische und untypische Schlaganfallsymptome und Möglichkeiten zur Schlaganfallvorsorge.

Risikofaktoren kennen und beeinflussen

Das Schlaganfallrisiko hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Einige dieser Risikofaktoren können nicht beeinflusst werden, beispielsweise genetische Voraussetzungen oder das Alter. So sind etwa 80 Prozent der Schlaganfall-Patienten über 60 Jahre alt. Andere Risiken können hingegen durch eine aktive Vorsorge und einen gesunden Lebensstil reduziert werden. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Diabetes und Rauchen sowie Bluthochdruck und Vorhofflimmern (2). Da diese Grunderkrankungen häufig keine klar erkennbaren Beschwerden auslösen, ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen und auch das eigene Schlaganfallrisiko abklären zu lassen.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Schlaganfallrisiken

Lässt man die statistisch höhere Lebenserwartung von Frauen außer Acht, besitzen Männer ein höheres Schlaganfallrisiko im Vergleich zur weiblichen Bevölkerung (1). Dabei gibt es spezielle Risikofaktoren, die naturgemäß nur Frauen betreffen. So unterliegen Frauen im Laufe ihres Lebens hormonellen Schwankungen, insbesondere in Bezug auf das weibliche Sexualhormon Östrogen. Verschiedene Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen den Schwankungen im weiblichen Hormonhaushalt und einem Schlaganfallrisiko besteht (3). Ein erhöhtes Risiko haben Frauen vor allem dann, wenn sie mit der Antibabypille verhüten, während bestimmter Phasen der Schwangerschaft (drittes Trimester) und im Rahmen der Menopause (4). Es liegen derzeit allerdings keine eindeutigen Studienergebnisse vor, die eine klare Antwort auf die Frage geben, wie weibliche Hormone das Schlaganfallrisiko beeinflussen (3).

Mit Bewegung und gesunder Ernährung gegen den Schlaganfall

 
Die Symptome für einen Schlaganfall treten häufig unvermittelt und ohne Vorwarnung auf und können in einigen Fällen nach kurzer Zeit auch wieder abklingen. In solchen Fällen handelt es sich dennoch um einen Notfall und die Gefahr eines weiteren Schlaganfalls ist hoch.

Auch wenn das Schlaganfallrisiko von verschiedenen Faktoren abhängt, die nicht alle beeinflussbar sind, so lässt es sich auch durch einen gesunden Lebensstil senken – hier spielt eine „herzgesunde" Lebensweise eine wichtige Rolle. Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Denn körperliche Bewegung hat viele positive Auswirkungen: Sie kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken, den Herzrhythmus zu stabilisieren und Übergewicht zu reduzieren. Es soll dabei kein anstrengender Leistungssport sein. Schon regelmäßige körperliche Aktivität – auch bei geringer Belastungsintensität – wie flottes Gehen, Radfahren oder Schwimmen, wirkt sich positiv auf Wohlbefinden und Gesundheit aus. Empfehlenswert ist darüber hinaus eine ausgewogene Ernährung: Bewährt hat sich eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch. Hier kann mit einer bunten Auswahl an abwechslungsreichen Lebensmitteln experimentiert werden (5).

Im Notfall: Symptome frühzeitig erkennen

Das Wissen um Risikofaktoren und Vorsorgemöglichkeiten ist wichtig, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Genauso wichtig ist jedoch auch die Kenntnis von Schlaganfall-symptomen. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute: Bestimmte Behandlungsverfahren können nur bis zu drei Stunden nach Einsetzen der Symptome eingeleitet werden. Wer innerhalb der ersten zwei Stunden seit Symptombeginn die Notaufnahme erreicht und so schnell wie möglich auf einer Schlaganfall-Station behandelt wird, hat daher höhere Genesungschancen. Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls gehören plötzlich einsetzende halbseitige Lähmungen, die sich beispielsweise in einem hängenden Mundwinkel äußern können. Es können auch plötzlich Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel oder starke Kopfschmerzen auftreten. Darüber hinaus können auch eher untypische Symptome wie Desorientierung, Übelkeit, Erbrechen oder allgemeine Schwäche und Benommenheit ein Hinweis für einen Schlaganfall sein (6). Studien deuten an, dass Frauen häufiger als Männer unspezifische Symptome schildern (6,7). Bei den typischen Symptomen sollte sofort der Notarzt verständigt werden, aber auch die untypischen Symptome sollten beachtet und ernst genommen werden. So kann man im Notfall wertvolle Zeit gewinnen.

Schlaganfallsymptome
Typische Symptome (8)
(plötzlich einsetzend):
  Zusätzliche, untypische Symptome können sein:
  • Sehstörung
  • Sprach- und Sprachverständnisstörung
  • Lähmung, Taubheitsgefühl
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Sehr starker Kopfschmerz
 
  • Desorientierung
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Allgemeines Schwächeempfinden
  • Benommenheit

 

Quellen:

(1) Heuschmann PU et al: Schlaganfallhäufigkeit und Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland. Akt Neurol 2010; 37:333-340. (Heuschmann bezieht sich auf Daten aus dem Erlanger Schlaganfall-Register aus dem Jahr 2008.).

(2) Kompetenznetz Schlaganfall. Patienteninformation: Risikofaktoren. (online) URL: http://www.kompetenznetz-schlaganfall.de/48.0.html (Stand: 17.12.2013).

(3) Ritzel RM. et al: Sex, Stroke, and Inflammation: The potential for Estrogen-mediated
immunoprotection in stroke. Horm Behav 2013 February; 63(2): 238-253.

(4) Bushnell C. et al: AHA/ASA Guideline – Guidelines for the Prevention of Stroke in Women. Stroke 2014; 45:1545-1588.

(5) Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. 4., vollständig überarbeitete Auflage 2013. (online) URL: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ (Stand: 02.10.2015).

(6) Jerath NU et al: Gender differences in presenting signs and symptoms of acute ischemic stroke: a population-based study. Gend Med 2011 Oct;8(5):312-319.

(7) Persky R. et al: Stroke in Women: Disparities and Outcomes. Curr Cardiol Rep 2010 Jan; 12(1): 6-13.

(8) Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall: Symptome erkennen und richtig handeln. Herausgeber Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. (online) URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/shop-portlet/DigitalDownload.do?downloadTracked=true&prodId=332 (Stand: 13.10.2015).

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und die Folgen dieser Erkrankung zu mildern. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meisten sind Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 270 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern".

Die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung moderner Medikamente gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.

Kontakt und weitere Informationen

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle, Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210, 33311 Gütersloh
Tel.: 05241/97 70-12, Fax: 05241/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der
Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)

Ursula Lenz, Pressereferat
Bonngasse 10, 53111 Bonn
Tel.: 0228/24 99 93-18, Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh, Public Affairs
Arnulfstraße 29, 80636 München
Tel.: 089/121 42-70 36, Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner, Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10, 10785 Berlin
Tel.: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com

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Ministerpräsidentin beim Check

 

2. Oktober 2015: Ministerpräsidentin beim Check

Gesundheitstag im Landtag Nordrhein-Westfalen - Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ließ sich von Dr. Bettina Begerow am Stand der Deutschen Schlaganfall-Hilfe den Blutdruck messen.

 

Gesundheitstag im Landtag Nordrhein-Westfalen - Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (im Bild links) ließ sich von Dr. Bettina Begerow am Stand der Deutschen Schlaganfall-Hilfe den Blutdruck messen.

Die Mitglieder der Landesregierung, alle Abgeordneten und die Angestellten des Düsseldorfer Landtags konnten die Gesundheitsangebote kostenfrei nutzen. Die Stiftung wurde auch in diesem Jahr unterstützt durch ihren Regionalbeauftragten Prof. Dr. Mario Siebler (mediclin Fachklinik Rhein-Ruhr). Mit seinem Team bot er EKG und Doppler-Untersuchungen der Gefäße an.

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Eine Revolution der Schlaganfall-Therapie

88. Neurologen-Kongress

Deutschlands Neurologen feiern – nicht sich selbst, sondern eine neue Therapieform des Schlaganfalls. Die mechanische Thrombektomie hat sich nach fünf positiven Studien in wenigen Monaten durchgesetzt. Am Wochenende ging der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Düsseldorf zu Ende. Mehr als 6.000 Teilnehmer verzeichnete er, Thema Nummer 1 war die Thrombektomie. Doch nach der Freude kommt die Arbeit, denn es gibt einige Fragen zu klären. Wer wir die Behandlung künftig durchführen? Und wie viele Patienten können davon profitieren?

 

Deutschlands Neurologen feiern – nicht sich selbst, sondern eine neue Therapieform des Schlaganfalls. Die mechanische Thrombektomie hat sich nach fünf positiven Studien in wenigen Monaten durchgesetzt. Am Wochenende ging der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Düsseldorf zu Ende. Mehr als 6.000 Teilnehmer verzeichnete er, Thema Nummer 1 war die Thrombektomie. Doch nach der Freude kommt die Arbeit, denn es gibt einige Fragen zu klären. Wer wir die Behandlung künftig durchführen? Und wie viele Patienten können davon profitieren?

 

Neurologen und Neuroradiologen berichten, dass jetzt manche Patienten geheilt die Klinik entlassen, die noch vor ein paar Jahren schwer behindert gewesen wären. Das erklärt ein Stück weit die Euphorie insbesondere der Ärzte, die noch Zeiten miterlebt haben, in denen es kein Mittel gegen den Schlaganfall gab. So wie der Essener Prof. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN: „Als ich 1975 meine Facharztausbildung zum Neurologen begann, war der Schlaganfall das ungeliebte Kind in der Neurologie. Die meisten Patienten mit Schlaganfall wurden in einer Klinik für Innere Medizin abgelegt. Dann wurde abgewartet, ob der Patient das Ereignis überlebt oder nicht."

Bisher war die Thrombolyse die Standardtherapie bei einem Gefäßverschluss im Gehirn. Bis zu 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall haben die Ärzte eine Chance, ein Gerinnsel medikamentös aufzulösen. Die Erfolgsquote liegt hier bei 40 bis 50 Prozent. Bei der mechanischen Thrombektomie kann ein großer Gefäßverschluss mittels eines Katheters entfernt werden, der in die Leiste eingeführt wird. Die Erfolgsquote hierbei liegt den neuen Studien zufolge bei 70 bis 90 Prozent. Fast alle Patienten erhalten zusätzlich eine Thrombolyse.
Welche Erfolge man mit der Thrombektomie allein erzielen würde, ist noch ungewiss. Ebenso wie viele Schlaganfall-Patienten künftig davon profitieren können? Von rund 10.000 Patienten war nach den ersten erfolgreichen Studien die Rede. Bisher waren es die Patienten mit großen Verschlüssen. Und das Motto „Time is brain" gilt prinzipiell auch für die Thrombektomie. Je früher die Patienten behandelt werden, desto besser die Chancen. Doch möglicherweise kann mancher Patienten auch jenseits eines Zeitfensters von 8 Stunden noch profitieren. Da in den Studien keine vermehrten Blutungen auftraten, kann die Therapie jedenfalls als relativ risikoarm betrachtet werden.

Nun ist es an den Fachgesellschaften, Rahmenbedingungen wie Leitlinien aufzustellen. Damit möglichst alle Patienten, die dafür infrage kommen, künftig von der neuen Methode profitieren und die Qualität der Behandlung gesichert ist. Dabei werden sicher manche Fragen kontrovers diskutiert. Solte man die Behandlung zentralisieren in großen Kliniken, die dann durch entsprechend hohe Fallzahlen mehr Erfahrung sammeln können? Was würde das für die künftige Einweisungs- und Verlegungspraxis bedeuten? Müssen mehr Spezialisten ausgebildet werden?
Durchgeführt wird die Thrombektomie in der Regel nicht von Neurologen, sondern von Neuroradiologen. Viele Teilnehmer des DGN-Kongresses waren überrascht von den Zahlen, die die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) dort vorstellte. Demnach wird die Thrombektomie aktuell bereits in 130 Zentren durchgeführt, die meisten mit überregionaler Stroke Unit. Rund 80 Prozent dieser Zentren führen schon jetzt jährlich mehr als 50 Thrombektomien durch. Reichlich Erfahrung ist also schon vorhanden. Eine gute Basis dafür, dass künftig noch mehr Patienten von der neuen Therapie profitieren können.

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Ärzte können immer besser helfen

88. Neurologen-Kongress

Bildquelle: dgn.org

23. September 2015: 88. Neurologen-Kongress

Düsseldorf ist vier Tage lang das Zentrum der deutschen Neurologie. Mehr als 6.000 Teilnehmer werden beim 88. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erwartet. Noch bis Samstag findet er in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt statt. "Mensch im Blick - Gehirn im Fokus" lautet der diesjährige Titel, unter dem 500 Vorträge gehalten werden. Die Neurologie ist eine rasant wachsende Disziplin, die ständig neue Erkenntnisse hervorbringt - auch zur Volkskrankheit Schlaganfall.

 
Bildquelle: dgn.org

Düsseldorf ist vier Tage lang das Zentrum der deutschen Neurologie. Mehr als 6.000 Teilnehmer werden beim 88. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erwartet. Noch bis Samstag findet er in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt statt. "Mensch im Blick - Gehirn im Fokus" lautet der diesjährige der Titel, unter dem 500 Vorträge gehalten werden. Die Neurologie ist eine rasant wachsende Disziplin, die ständig neue Erkenntnisse hervorbringt - auch zur Volkskrankheit Schlaganfall.


Faszination Gehirn: gerade einmal 1,4 Kilogramm bringt es auf die Waage, doch die haben es in sich. 100 Milliarden Nervenzellen sind hier zuhause, verbunden durch 5,8 Millionen Kilometer Nervenbahnen. Mit Formel-1-Geschwindigkeit rasen die Informationen durch dieses Netz. Dass in diesem komplexen System selbst kleine Defekte schwerste Konflikte hervorrufen können, kann man sich vorstellen.
 
1993, im Gründungsjahr der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, zählte Deutschland lediglich 1.270 Fachärzte für Neurologie. 2014 waren es bereits fünf mal so viele: 6.095. Damit machte Kongresspräsident Prof. Dr. Ralf Gold (Bochum) zur Eröffnung deutlich, wie sehr die Bedeutung dieses Wachstumsfaches zugenommen habe. Ein Ende der Entwicklung ist kaum absehbar angesicht der demographischen Entwicklung mit zunehmend mehr hochbetagten Menschen. Demenzen, aber auch Schlaganfälle werden zunehmen.
 
Neben zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt der Kongress auch neue Therapieverfahren. Als „Revolution in der Schlaganfall-Therapie" bezeichnete Prof. Gold die Thrombektomie, die in diesem Jahr durch mehrere hervoragende Studienergebnisse einen Durchbruch erzielte. Dabei wird Schlaganfall-Patienten ein Blutgerinnsel im Gehirn mechanisch mit einem Katheter entfernt.

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Mehr Suizide nach Schlaganfall

Schlaganfall und Psyche

6. September 2015: Mehr Suizide nach Schlaganfall

Schlaganfall-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Selbstmord-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September hin.

 

Schlaganfall-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Selbstmord-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September hin.

Schwedische Neurologen haben dazu eine aktuelle Studie veröffentlicht. Von rund 220.000 Schlaganfall-Patienten in Schweden nahmen innerhalb von vier Jahren 1.217 einen Selbstmordversuch vor. Das waren etwa doppelt so viele wie in der schwedischen Gesamtbevölkerung. Alleinstehende und Patienten mit geringem Einkommen waren häufiger betroffen.
Auch die Schwere des Schlaganfalls spielte eine Rolle. Ärzte und Neuropsychologen gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Schlaganfall-Betroffenen früher oder später eine so genannte Post-Stroke-Depression entwickelt. Depressionen gefährden auch die Rehabilitation von Patienten, weil Antriebslosigkeit die Therapietreue deutlich senken kann.
Gerade die Nachsorge des Schlaganfalls muss nach Ansicht der Deutschen Schlaganfall-Hilfe weiter verbessert werden. Die schwedische Untersuchung legt nahe, auf die psychischen Folgen des Schlaganfalls ein besonderes Augenmerk zu legen, insbesondere bei schwer betroffenen und allein lebenden Patienten.

(Neurology 2015; 1. April 2015; doi: 10.1212/WNL.0000000000001514)

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Versorgungsstärkungsgesetz

Schneller zum Termin beim Facharzt

28. Juli 2015: Versorgungsstärkungsgesetz

Das monatelange Warten auf einen Termin beim Orthopäden oder Neurologen soll jetzt ein Ende haben. Vergangene Woche ist das so genannte Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft getreten. Es zielt darauf ab, die ambulante ärztliche Versorgung zu verbessern.

 

Das monatelange Warten auf einen Termin beim Orthopäden oder Neurologen soll jetzt ein Ende haben. Vergangene Woche ist das so genannte Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft getreten. Es zielt darauf ab, die ambulante ärztliche Versorgung zu verbessern.

Gesetzlich Versicherte sollen künftig innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt erhalten. Gelingt ihnen das nicht, können sie sich an Terminservicestellen wenden, die sich um die Terminvermittlung kümmern. Die Servicestellen werden von den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichtet.

Weiterhin soll das Gesetz die Versorgung durch niedergelassene Ärzte regional besser strukturieren. Ärzte sollen dort tätig sein, wo sie für eine gute Versorgung gebraucht werden. Künftig soll eine Praxis in einem überversorgten Gebiet nur dann nachbesetzt werden, wenn dies für die Versorgung der Patienten auch sinnvoll ist. Diese Einzelfallentscheidung treffen Ärzte und Krankenkassen in den Zulassungsausschüssen vor Ort.

In unterversorgten, ländlichen Gebieten sollen Ärzten zusätzliche Anreize für eine Niederlassung geboten werden. „Gute medizinische Versorgung darf auch in Zukunft keine Frage des Wohnorts sein. Gerade im ländlichen Raum sind verstärkte Anstrengungen nötig, um eine gute Versorgung aufrechtzuerhalten" erklärte Bundesgesundheitsminister Herman Gröhe dazu.

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Modellprojekt beendet

Ehrenamtliche können nach Schlaganfall helfen

Prof. Dr. Kerstin Bilda (Hochschule für Gesundheit), Dr. Michael Brinkmeier (links) und Stefan Stricker (beide Deutsche Schlaganfall-Hilfe) zeichneten für das Projekt verantwortlich.

14. Juli 2015: Modellprojekt beendet

Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer können eine wichtige Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen werden. Im Juli endet ein Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen. Dessen Ergebnisse machen Hoffnung, dass andere Initiativen in Deutschland das Modell übernehmen.

 
Prof. Dr. Kerstin Bilda (Hochschule für Gesundheit), Dr. Michael Brinkmeier (links) und Stefan Stricker (beide Deutsche Schlaganfall-Hilfe) zeichneten für das Projekt verantwortlich.

Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer können eine wichtige Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen werden. Im Juli endet ein Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen. Dessen Ergebnisse machen Hoffnung, dass andere Initiativen in Deutschland das Modell übernehmen.

21 Ehrenamtliche - Frauen und Männer unterschiedlichen Alters – absolvierten im Frühjahr 2014 insgesamt 11 Schulungstage, konzipiert durch die Hochschule für Gesundheit Bochum und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie lernten Grundlagen des Sozialrechts, medizinische Aspekte und wurden geschult in Gesprächsführung. Anschließend betreuten sie sechs Monate lang Schlaganfall-Betroffene und ihre Angehörigen. Finanziert wurde das Projekt durch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium.

Nach einem Schlaganfall ist nichts mehr, wie es war. Die Betroffenen werden mit vielen Fragen und Problemen konfrontiert, Angehörige sind durch die Betreuung oft stark belastet. Die Idee des Projekts: Schlaganfall-Helfer bieten Unterstützung durch praktische Hilfen, Gespräche, Entlastung von Angehörigen und Vermittlung weiterer Unterstützungsangebote.

Dass diese Idee aufgehen kann, zeigen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projektes durch die Hochschule für Gesundheit Bochum. Fazit: Der Einsatz ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer trägt zu einer besseren Lebensqualität von Betroffenen und ihrer Angehörigen bei. Angehörige fühlen zwar auch weiterhin eine teilweise starke Belastung, lernen jedoch, besser damit umzugehen. Eigene Bedürfnisse werden wieder stärker wahrgenommen. Bei den Betroffenen ist tendenziell festzustellen, dass ihre emotionale Belastung abnimmt.

 
Regina Sielker (links) betreute Wolfgang und Barbara Gröbe aus Bochum ein halbes Jahr lang. Das freundschaftliche Verhältnis blieb auch über die Projektzeit bestehen.

Diesen Eindruck bestätigen Wolfgang Gröbe und seine Ehefrau Barbara. Im Februar 2014 erlitt der Bochumer einen schweren Schlaganfall. Seitdem ist er auf den Rollstuhl angewiesen, eine echte Herausforderung im hügeligen Stadtteil Stiepel. Jeder Arzttermin wurde zum Problem. Schlaganfall-Helferin Regina Sielker fand eine einfache Lösung. Sie vermittelte dem Ehepaar eine Ärztin, die Hausbesuche macht.

Anfangs kam die Helferin wöchentlich, mittlerweile schaut sie nur noch gelegentlich vorbei. Zu ihrer Schlaganfall-Helferin hat Barbara Gröbe ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. „Sie hat mir viel geholfen", sagt Barbara Gröbe heute, auch wenn sie weiterhin viele Herausforderungen zu meistern hat. Anträge und Diskussionen mit den Krankenkassen machen mürbe. Daneben muss sie sich täglich um Dinge kümmern, die früher ihr Mann wahrgenommen hat. Aber sie hat sich freigeschwommen, geht wieder regelmäßig in ihren Chor und nimmt Schritt für Schritt wieder eigene Interessen wahr.

Die positiven Rückmeldungen und die Ergebnisse der Begleitforschung könnten helfen, das Modell ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer in Deutschland zu verbreiten. Der Bezirk Unterfranken des Bayerischen Roten Kreuzes überlegt, das Konzept übernehmen zu übernehmen. In Nordrhein-Westfalen beabsichtigt der Landesverband der Schlaganfall-Selbsthilfe, das Projekt weiterzuführen. Im Oberbergischen Kreis ist der Aufbau eines Netzwerkes ehrenamtlicher Helfer bereits weit fortgeschritten. Auch in anderen Regionen laufen Gespräche.

Die Einführung eines Modells ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer erfordert finanzielle und strukturelle Voraussetzungen. Kosten entstehen vor allem durch die Schulungen. Zur Koordination des Einsatzes von Ehrenamtlichen braucht es lokale oder regionale Strukturen. Diese Aufgabe könnten zum Beispiel Selbsthilfe-Organisationen oder kommunale Stellen übernehmen.

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Deutscher Seniorentag 2015

Gesund altern – Schlaganfälle verhindern

10. Juli 2015: Deutscher Seniorentag 2015

An welchen Symptomen erkenne ich einen Schlaganfall? Wie handele ich im Notfall richtig? Über diese Fragen klärte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gemeinsam mit ihren Partnern der „Initiative Schlaganfallvorsorge" auf dem Deutschen Seniorentag in Frankfurt am Main auf.

 
Dr. Michael Brinkmeier, Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, betonte den hohen Stellenwert einer guten Arzt-Patienten-Kommunikation.

Frankfurt am Main, 03 Juli 2015. Jährlich ereignen sich rund 270.000 Schlaganfälle in Deutschland. Zwei von drei Schlaganfällen könnten verhindert werden, wenn Risikofaktoren wie Vorhofflimmern, Bluthochdruck und Diabetes frühzeitig erkannt und eine optimale Prävention durchgeführt würde. Auf dem Deutschen Seniorentag in Frankfurt am Main gaben Vertreter der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" auf zwei Veranstaltungen neue Impulse, wie Ärzte, Patienten, öffentliches Gesundheitswesen und Politik die Vorsorge, Aufklärung und Versorgung im Bereich Schlaganfall gemeinsam verbessern können. An welchen Symptomen man einen Schlaganfall erkennen kann und wie im Notfall richtig gehandelt werden soll, wurde in einer Bühnenshow vor mehr als 100 Zuschauern erläutert. In einer Diskussionsrunde verdeutlichten Experten zudem, wie wichtig Kommunikation und Vernetzung sind – von der Prävention über die Akutversorgung bis zur Nachsorge. Dass tatsächlich etwas bewegt werden kann, wenn alle gemeinsam handeln, beweisen Pilotprojekte aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Am Anfang steht jedoch eine breite Aufklärung, um einem Schlaganfall vorzubeugen.

Arzt-Patienten-Kommunikation ist zentraler Baustein für optimale Vorsorge

 
Am Stand der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" konnten Besucher sowohl persönliche als auch medizinische Daten (Messung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin), die das Schlaganfallrisiko beeinflussen können, erheben und auswerten lassen.

Vorhofflimmern ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung eines Schlaganfalls. Patienten, die ihr individuelles Risiko kennen, können durch aktives Handeln ihr Schlaganfallrisiko senken. Eine Umfrage des letzten Jahres zeigt jedoch, dass im Informationsaustausch zwischen Patient und Arzt noch viel getan werden kann: Lediglich 43 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern fühlen sich von ihrem Arzt über ihr Schlaganfallrisiko aufgeklärt. Zugleich sagen Ärzte, dass nur 58 Prozent ihrer Patienten über ihr Schlaganfallrisiko Bescheid wissen. Einer der Gründe könnte Zeitmangel sein: 41 Prozent der Ärzte sagen, dass sie nicht genügend Zeit für das Gespräch mit ihren Patienten haben, obwohl 90 Prozent das ausführliche Patientengespräch für sehr wichtig erachten. Der Optimierungsbedarf in der Arzt-Patienten-Kommunikation ist also hoch. „Entscheidend ist eine patientenfreundliche Kommunikation, denn im Informations- und Versorgungsdschungel können sich Schlaganfallpatienten schnell verloren fühlen", erklärt Dr. Michael Brinkmeier (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe). Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Rund 80 Prozent der Schlaganfallpatienten sind über 60 Jahre alt. „Wir unterstützen ältere Menschen, damit sie bis ins hohe Lebensalter kompetent und selbstbestimmt leben können, und das bei bestmöglicher Gesundheit", so Prof. Ursula Lehr (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, BAGSO). „Denn Menschen haben in jedem Alter ein Recht auf optimale Prävention und Versorgung."

Patienten fühlen sich im Gesundheitssystem oft verloren

 
Professor Dr. Ursula Lehr, BAGSO, erläuterte in einer Podiumsdiskussion, wie ältere Menschen durch eine aktive Lebensweise ihr Schlaganfallrisiko senken können.

Während die Akutversorgung mit einer nahezu flächendeckenden Versorgung durch Stroke Units in Deutschland bereits sehr gut geregelt ist, fehle es nach Ansicht der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in der Prävention und Nachsorge an vernetzten Strukturen, die Patienten durch das fragmentierte Gesundheitssystem navigieren. „Die benötigte Verbesserung der Versorgung ist aber nicht alleine eine Strukturfrage: Vielmals könnten Verbesserungen erzielt werden, wenn Patienten und Angehörige zwischen den Sektoren stärker in die Kommunikation eingebunden würden – dies gilt sowohl bei der Erkennung von Risikofaktoren und der Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen als auch im Akutfall und in der Nachsorge eines erlittenen Schlaganfalls", erklärt Dr. Michael Brinkmeier. „Was wir brauchen sind tragfähige Netzwerke, in denen alle Akteure zusammenarbeiten. Nur so können wir Schlaganfälle verhindern", bestätigt Dr. Peter-Andreas Löschmann (Pfizer Pharma). Hier sieht Dr. Thomas Götz (Gesundheitsamt, Stadt Frankfurt am Main) auch Politik und Kommunen in der Verantwortung: „Städtische Angebote für Senioren können einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Gesundheitsförderung leisten. Sie informieren und stärken Senioren, damit sie ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen."

Eine Initiative für gesundes Altern

 
PD Dr. Frederick Palm, Klinikum Ludwigshafen, erklärte die Symptome eines Schlaganfalls.

Der Schlaganfall ist nach Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Diese Situation will die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" ändern. Gemeinsam gegründet von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) sowie den forschenden Pharmaunternehmen Pfizer und Bristol-Myers Squibb setzt sich die Initiative dafür ein, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern und so mehr Menschen ein gesundes Altern zu ermöglichen – durch verbessertes Wissen, Früherkennung von Risikofaktoren sowie konsequente Vorbeugung und leitliniengerechte Behandlung von Schlaganfällen.

„Schlaganfall-Lotsen" für Patienten – Hilfe und Unterstützung im Alltag

Eine bestmögliche Versorgung hat das Pilotprojekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe im Fokus. Schlaganfall-Lotsen begleiten Patienten von der Aufnahme auf der Stroke Unit bis in die ambulante Nachsorge. Die Lotsen beraten und vermitteln Hilfsangebote, motivieren zu Lebensstilveränderungen und einer gezielten Sekundärprävention. „Schlaganfall-Lotsen koordinieren den Austausch zwischen den Patienten und den unterschiedlichen Leistungserbringern in unserem Gesundheitssystem, um einen optimalen Behandlungserfolg und eine möglichst hohe Lebensqualität der Patienten zu erreichen", erklärt Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat.

Erfolgreiches Pilotprojekt: „Schlaganfälle vermeiden – WIR in Neukölln"

Auf Vorsorge und Aufklärung setzt das gemeinsame kommunale Pilotprojekt des Bezirksamts Berlin-Neukölln, des Vivantes Klinikums Neukölln, der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer. Nach der Identifizierung und Auswertung von Kommunikationsdefiziten haben sich Ärzte, Kliniken und Behörden eng vernetzt, um die Vorsorge der Patienten zu verbessern. Ein Ergebnis: In Wartezimmern und Bürgerämtern klärt ein Comic-Film die Neuköllner Bevölkerung über die Risikofaktoren und Prävention eines Schlaganfalls auf. Zugleich ermuntert er zu richtigem Handeln bei akutem Schlaganfallverdacht. Ein Projekt, das Modellcharakter für andere Städte hat.

 

Weitere Informationen und Tipps für Patienten unter www.schlaganfall-verhindern.de

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und die Folgen dieser Erkrankung zu mildern. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meisten sind Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 260 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

 

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren

Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern".

 

Die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer

Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung moderner Medikamente gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.

Kontakt und weitere Informationen

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle, Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210, 33311 Gütersloh
Tel.: 05241/97 70-12, Fax: 05241/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der
Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)

Ursula Lenz, Pressereferat
Bonngasse 10, 53111 Bonn
Tel.: 0228/24 99 93-18, Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh, Public Affairs
Arnulfstraße 29, 80636 München
Tel.: 089/121 42-70 36, Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner, Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10, 10785 Berlin
Tel.: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com

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Auch auf Reisen gut vorbereitet

Schlaganfall-App

Die News-Seite in der Schlaganfall-App

23. Juni 2015: Auch auf Reisen gut vorbereitet

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ihre Schlaganfall-App überarbeitet. Nutzer können einen Schlaganfall-Verdacht prüfen und direkt den Notruf auslösen, auch im europäischen Ausland. Bereits 27.000 Downloads verzeichnete die kostenlose App.

 
Die News-Seite in der Schlaganfall-App

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ihre Schlaganfall-App überarbeitet. Nutzer können einen Schlaganfall-Verdacht prüfen und direkt den Notruf auslösen, auch im europäischen Ausland. Bereits 27.000 Downloads verzeichnete die kostenlose App.

Drei einfache Fragen stellt der sogenannte FAST-Test, mit Audiobegleitung in drei Sprachen und Bildunterstützung. Durch einen Tastendruck lässt sich der Notruf 112 auslösen. Dieser funktioniert auch aus dem Mobilnetz in allen 28 EU-Staaten.

Zusätzlich hat die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihre im vergangenen Jahr entwickelte App um ein Infocenter erweitert. Es enthält Checklisten und vermittelt Wissen rund um den Schlaganfall. Wichtige Fragen für Angehörige und Patienten zum Aufenthalt auf einer Schlaganfall-Station (Stroke Unit) sind ebenfalls enthalten.

Eine weitere Neuheit ist das App-Center. Unter diesem Menüpunkt werden den Nutzern kostenlose medizinische Apps rund um das Thema Schlaganfall und Gesundheitsförderung neutral vorgestellt.

Partner der App ist die „Initiative Schlaganfallvorsorge". Ihr gehören neben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und der Schlaganfall-Hilfe die Pharmaunternehmen Pfizer und Bristol Myers-Squibb an. Die Initiative macht sich stark für die Prävention des Schlaganfalls durch bessere Informationen.

 

Die App ist erhältlich im Apple Store und im Google Play Store unter dem Stichwort „Schlaganfall-Hilfe". Weitere Informationen unter schlaganfall-hilfe.de/app.

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Hauptstadtkongress 2015

„Offener Dialog kann Leben retten"

alle Referenten des Podiums (von links): Falko Liecke (Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln), Dr. Barbara Keck (Geschäftsführerin der BAGSO Service GmbH), Peter Albiez (Geschäftsführer Pfizer Deutschland), Gisela Kiank (Vorsitzende des Schlaganfall-Selbsthilfeverbandes Berlin), Moderatorin Vera Cordes (NDR), Prof. Dr. Heinrich Audebert (Chefarzt Benjamin Franklin Klinkum, Charité Berlin), Anke Siebdrat (Schlaganfall-Lotsin, Gütersloh) , Dr. Michael Brinkmeier (Vorstandsvorsitzender Deutsche Schlaganfall-Hilfe)

12. Juni 2015: Hauptstadtkongress 2015

Mit 8.000 Besuchern ist der Hauptstadtkongress das Ereignis im deutschen Gesundheitswesen. Die Gütersloher Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat durfte auf Einladung der „Initiative Schlaganfallvorsorge" auf dem Ärzteforum ihre Arbeit vorstellen. Mit auf dem Podium auch Stiftungsvorstand Dr. Michael Brinkmeier. Das Thema war die Bedeutung der Kommunikation in der Schlaganfall-Versorgung.

 
alle Referenten des Podiums (von links): Falko Liecke (Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln), Dr. Barbara Keck (Geschäftsführerin der BAGSO Service GmbH), Peter Albiez (Geschäftsführer Pfizer Deutschland), Gisela Kiank (Vorsitzende des Schlaganfall-Selbsthilfeverbandes Berlin), Moderatorin Vera Cordes (NDR), Prof. Dr. Heinrich Audebert (Chefarzt Benjamin Franklin Klinkum, Charité Berlin), Anke Siebdrat (Schlaganfall-Lotsin, Gütersloh) , Dr. Michael Brinkmeier (Vorstandsvorsitzender Deutsche Schlaganfall-Hilfe)

Die Kommunikation sowohl zwischen Ärzten und Patienten bzw. Angehörigen als auch zwischen den einzelnen Gesundheitssektoren ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Schlaganfall-Versorgung. Wie eine Verbesserung der Kommunikation gefördert werden kann, wurde im Rahmen des diesjährigen Hauptstadtkongresses in Berlin diskutiert. „Der offene und breit angelegte Dialog in der Schlaganfall-Versorgung kann Leben retten", erklärt Professor Dr. Heinrich Audebert, ärztlicher Leiter der Klinik für Neurologie am Campus Benjamin Franklin/Charité. „Das gilt für die Prävention genauso wie für die Akutversorgung und die Rehabilitation. Dafür müssen jedoch Kommunikationshürden zwischen allen verantwortlichen Stellen abgebaut werden."

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, obwohl dieser in zwei von drei Fällen verhindert werden könnte. Wie eine Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung erreicht werden kann und welche Rolle die Förderung eines übergreifenden Dialogs zwischen den zuständigen Stellen dabei spielt, diskutierten Vertreter von Medizin, Forschung, Selbsthilfe, Industrie und Politik bei der Podiumsdiskussion „Patienten-Kommunikation in der Schlaganfall-Versorgung – Brückenbauer zwischen den Sektoren!" Sie folgten dabei einer Einladung der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln", die von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) sowie den pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer ins Leben gerufen wurde. Das Fazit der Medizinjournalistin Vera Cordes, die im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit die Podiumsdiskussion moderierte, lautet: „Um Patienten zu aktiven Partnern zu machen, sollte die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Akteuren in der Schlaganfallvorsorge und Behandlung gefördert werden. Dabei hat die Kommunikation mit den Betroffenen und Angehörigen einen hohen Stellenwert."

Vielen Patienten fehlt es allerdings an Kenntnis der Risikofaktoren, dem Wissen darüber, wann Vorsorgemaßnahmen notwendig sind und wie man diese umsetzen kann. Einer der größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist Vorhofflimmern. Sind die Risikofaktoren
festgestellt worden, ist die Einleitung einer geeigneten Schlaganfallvorsorge besonders wichtig. Nach einem Schlaganfall sollte alles unternommen werden, um ein weiteres Ereignis zu verhindern. Durch das Wirken verschiedener Behandler bei Prävention, Akutversorgung und Nachsorge wie Hausärzte und Spezialisten, Kliniken sowie Reha-Einrichtungen, befinden sich die Patienten im Spannungsfeld verschiedener Akteure. Dabei kommt ihnen, die auf eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Versorgungsstellen angewiesen sind, häufig selbst die Schlüsselrolle als Mittler und Brückenbauer zwischen den Akteuren zu – eine Situation, die viele Patienten überfordert.

 
Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Betroffen sind vor allem ältere Menschen: Etwa 80 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 60 Jahre alt. „Uns ist es wichtig, Menschen in Gesundheitsfragen zu unterstützen, damit sie selbst aktiv werden und möglichst bis ins hohe Lebensalter gesund bleiben", sagt Dr. Barbara Keck, Geschäftsführerin der BAGSO Service Gesellschaft. Jeder habe seine Gesundheit ein Stück weit selbst in der Hand – wichtig sei es, sich ausreichend zu bewegen, gesund zu ernähren sowie geistig und sozial aktiv zu bleiben. „Gerade Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder gar Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern sind Risikofaktoren, die es frühzeitig zu erkennen gilt, um einem Schlaganfall rechtzeitig vorzubeugen", so Keck. Ein gesunder Lebensstil trage genau wie die Präventionsberatung durch den Arzt maßgeblich dazu bei, möglichst lange gesund zu bleiben. Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, ergänzt: „Neben einer guten Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten spielt ein gleichberechtigter Umgang miteinander eine große Rolle, denn im Informations- und Versorgungsdschungel können sich viele Schlaganfall-Patienten verloren fühlen." Gisela Kiank, Erste Vorsitzende des Landesselbsthilfeverband Schlaganfall- und Aphasiebetroffener und gleichartig Behinderter Berlin e.V., bestätigt: „Nur ein informierter, motivierter Patient ist ein starker Patient."

 
Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat

Aber wie erreicht man das? Eine Antwort darauf bietet beispielsweise ein Pilot-Projekt der Schlaganfall-Hilfe. Als Berater und Unterstützer begleiten sogenannte Schlaganfall-Lotsen die Behandlung der Patienten vom ersten Tag in der Stroke Unit des Krankenhauses über die Reha-Behandlung ein ganzes Jahr lang. Das ist wichtig, denn nicht ausreichend aufgeklärte oder unterstützte Patienten brechen Maßnahmen zur Nachsorge bzw. Sekundärprävention häufiger ab. „Wir beraten Patienten und ihre Familien und begleiten unterstützend die Behandlung", beschreibt Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat ihre Arbeit. Sorgen und Wünsche der Betroffenen müssen besser verstanden werden, fordert sie, da der Heilungsprozess oft tiefgehende Veränderungen des Lebensstils verlange. „Dafür brauchen die Patienten und ihre Familien aktive Hilfe im Alltag."

Auf Aufklärung setzt das kommunale Pilot-Projekt „Schlaganfälle vermeiden – Wir in Neukölln handeln gemeinsam!" des Bezirksamts Berlin-Neukölln, des Vivantes Klinikums Neukölln, der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer. Hier arbeiten Klinikum, Behörden und niedergelassene Ärzte eng zusammen, um die Versorgung zu verbessern. Unter anderem wurde ein kurzer Film entwickelt, der in den Wartezimmern der Bürgerämter über die wichtigsten Risikofaktoren und die richtige Reaktion bei Verdacht auf einen Schlaganfall informiert. „Das speziell entwickelte Kurzvideo ermuntert zu richtigem Handeln bei Schlaganfallverdacht", betont der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Jugend und Gesundheit in Neukölln, Falko Liecke. Das Neuköllner Projekt zeigt: Auch Kommunen sind ein wichtiger Partner in der Schlaganfallvorsorge. Es könnte so Vorbild für viele Städte in ganz Deutschland sein.

Den Nutzen einer starken Vernetzung fasst zum Ende der Podiumsdiskussion Brinkmeier zusammen: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Zahl der Schlaganfälle bis 2024 deutlich zu verringern." Auch Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland GmbH, sieht in der Zusammenarbeit Anlass zur Hoffnung. „Wir können dieses Ziel erreichen, wenn alle Akteure gemeinschaftlich handeln und sich langfristig engagieren."

Schlaganfallvorsorge aktiv mit Aufklärung verbessern

Für ein verbessertes Wissen in der Bevölkerung, eine frühe Erkennung von Risikofaktoren wie Vorhofflimmern sowie für eine konsequente und leitliniengerechte Vorbeugung und Behandlung von Schlaganfällen setzt sich die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln." ein. Im Rahmen einer aktiven Vorsorge möchte die Initiative Schlaganfallvorsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Vorhofflimmer-Patienten profitieren beispielsweise von einer „herzgesunden" Lebensweise. Tipps hierzu finden Betroffene auf der Website www.schlaganfall-verhindern.de. Zudem erfahren Besucher des Internetangebots, wie sie das Arztgespräch gezielt vorbereiten können. Zum Download stehen außerdem ein Flyer und eine Patientenbroschüre zur Verfügung.

Unser Service für Sie

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und die Folgen dieser Erkrankung zu mildern. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meisten sind Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 260 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern".

Die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung moderner Medikamente gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.

Kontakt und weitere Informationen

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle, Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210, 33311 Gütersloh
Tel.: 05241/97 70-12, Fax: 05241/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)
Ursula Lenz, Pressereferat
Bonngasse 10, 53111 Bonn
Tel.: 0228/24 99 93-18, Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh, Public Affairs
Arnulfstraße 29, 80636 München
Tel.: 089/121 42-70 36, Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner, Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10, 10785 Berlin
Tel.: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com

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Luftverschmutzung und Schlaganfall

Auch Kurztripps in den Smog belasten

5. Juni 2015: Luftverschmutzung und Schlaganfall

Schlechte Luft erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Jetzt fand eine schottische Forschergruppe heraus, dass selbst Kurzaufenthalte in besonders belasteten Städten zu mehr Schlaganfällen führen.

 

Schlechte Luft erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Jetzt fand eine schottische Forschergruppe heraus, dass selbst Kurzaufenthalte in besonders belasteten Städten zu mehr Schlaganfällen führen.

Wissenschaftler von der Universität Edinburgh haben 94 Studien ausgewertet. In die Analyse gingen 6,2 Millionen Schlaganfälle aus 28 Ländern ein. Sie stellten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Krankenhauseinweisungen wegen Schlaganfall und erhöhten Kohlenmonoxidkonzentrationen, erhöhten Schwefel- und Stickstoffdioxidkonzentrationen sowie erhöhter Feinstaubbelastung fest.

Als Städte mit besonders großer Luftverschmutzung gelten unter anderem Neu Delhi (Indien), Santiago (Chile) und Peking (China), „Deswegen muss man nicht panisch werden, wenn man nach China reist", urteilt Arzt und Wissenschaftsjournalist Philipp Grätzel von Grätz (Berlin). Aber „diese Metaanalyse zeigt, dass bereits ein sehr kurzzeitiger Aufenthalt in stark verschmutzten Regionen mit einem messbar erhöhten Schlaganfall-Risiko einhergeht."

Die Vereinten Nationen haben den 5. Juni zum jährlichen "Tag der Umwelt" erklärt.

(BMJ 2015; 350:h1295)

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Eine ganz schädliche Kombination

Vorhofflimmern und Rauchen

29. Mai 2015: Eine ganz schädliche Kombination

Rauchen verdoppelt das Schlaganfall-Risiko. Doch manchen Rauchern droht nicht nur ein Gefäßverschluss im Gehirn. Eine neue Studie zeigt, dass sie auch stärker gefährdet sind, eine Hirnblutung zu erleiden.

 

Rauchen verdoppelt das Schlaganfall-Risiko. Doch manchen Rauchern droht nicht nur ein Gefäßverschluss im
Gehirn. Eine neue Studie zeigt, dass sie auch stärker gefährdet sind, eine Hirnblutung zu erleiden.

Raucher haben es nicht leicht. Sie haben nicht nur mehr Thrombosen und Schlaganfälle. Sie bluten auch leichter, wenn sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Das haben Wissenschaftler um Dr. Denis Angoulvant von der französischen Universität Tours herausgefunden. Sie haben in einer zehnjährigen Studie fast 8.000 Patienten mit der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern untersucht.

Allein in Deutschland, so wird vermutet, leiden mindestens 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern. Weil ihr Herz unregelmäßig pumpt, bilden sich schnell Blutgerinnsel, die kleinere Gefäße im Gehirn verschließen können. Zur Schlaganfall-Prävention sollte ein Großteil dieser Patienten daher regelmäßig Gerinnungshemmer einnehmen.

Während Raucher ihr Risiko für einen so genannten ischämischen Schlaganfall (Gefäßverschluss) ohnehin erhöhen, sind Raucher mit Vorhofflimmern nun doppelt gewarnt. Laut der französischen Studie neigen sie auch deutlich häufiger zu Hirnblutungen, wenn sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. „Das mag mit den komplexen Effekten der Inhaltsstoffe von Zigaretten auf die Blutgerinnung zu tun haben", vermutet der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist Philipp Grätzel von Grätz. Ein weiteres Argument dafür, dass Patienten mit Vorhofflimmern mit dem Rauchen aufhören sollten, liefere diese Studie allemal, so der Fachautor.

Die Art der Medikation hatte in der Untersuchung dabei keinen Einfluss auf das Ergebnis. Knapp zwei Drittel der Patienten nahmen so gennannte Vitamin K-Antagonisten, ein Drittel erhielt „Plättchenhemmer" wie ASS. Die in jüngster Zeit neu zugelassenen „Faktor-Xa-Hemmer" spielten in der Untersuchung noch keine Rolle.

Hoffnung für die Schlaganfall-Prävention

Aus Sicht der Schlaganfall-Prävention gibt es aktuell aber auch gute Nachrichten. Der in der vergangenen Woche vorgelegte Drogenbericht der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der jugendlichen Raucher zurückgeht. Der Anteil der rauchenden Zwölf- bis 17-Jährigen sank 2014 auf 9,7 Prozent und damit auf den tiefsten Wert seit 1979.

Und den älteren Rauchern könnten neue Erkenntnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg Mut machen. Ein Rauch-Stopp lohnt sich demnach auch noch im fortgeschrittenen Alter ‒ das berichteten die Wissenschaftler im „British Medical Journal". Selbst wer seine letzte Zigarette erst als über 60-Jähriger rauche, senke sein Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt innerhalb weniger Jahre erheblich. Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn 1987 ins Leben gerufen.
 

(Chest 2015; 26. März; doi: 10.1378/chest.14-3006)

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Bundesweite Tagung macht deutlich:

Schlaganfall-Lotsen sind ein Erfolgsmodell

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bildmitte) möchte das Modell der Schlaganfall-Lotsen gemeinsam mit Dr. Brigitte Mohn (Kuratorium Deutsche Schlaganfall-Hilfe) und Dr. Michael Brinkmeier (Vorstand Deutsche Schlaganfall-Hilfe) in die Fläche bringen.

28. Mai 2015: Bundesweite Tagung macht deutlich: Schlaganfall-Lotsen sind ein Erfolgsmodell

Schlaganfall-Patienten sind in der häuslichen Nachsorge oft nicht gut versorgt. Doch das soll sich ändern, waren sich die 200 Teilnehmer der 2. Lotsen-Tagung Schlaganfall gestern in Gütersloh einig. Politische Unterstützung erhielten sie von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Sie betonte: „Schlaganfall-Lotsen sind ein Projekt mit Strahlkraft. Damit wird NRW zum Vorreiter".

 
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bildmitte) möchte das Modell der Schlaganfall-Lotsen gemeinsam mit Dr. Brigitte Mohn (Kuratorium Deutsche Schlaganfall-Hilfe) und Dr. Michael Brinkmeier (Vorstand Deutsche Schlaganfall-Hilfe) in die Fläche bringen.

Schlaganfall-Patienten sind in der häuslichen Nachsorge oft nicht gut versorgt. Doch das soll sich ändern, waren sich die 200 Teilnehmer der 2. Lotsen-Tagung Schlaganfall gestern in Gütersloh einig. Politische Unterstützung erhielten sie von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Sie betonte: „Schlaganfall-Lotsen sind ein Projekt mit Strahlkraft. Damit wird NRW zum Vorreiter".

 

270.000 Schlaganfälle jährlich in Deutschland – die Volkskrankheit ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Fast zwei Drittel der Überlebenden sind dauerhaft auf Unterstützung, Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.

In der Akutklinik und der Rehabilitation bestens versorgt, fallen viele Patienten nach Entlassung aus der Klinik in ein tiefes Loch. Sie verstehen die Krankheit und ihre Therapie nicht, sind psychisch labil und nur schwer zu motivieren. In dieser Situation sollen sie selbst die Steuerung ihrer weiteren Behandlung übernehmen – für viele eine totale Überforderung.

Seit Jahren warnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gemeinsam mit vielen Neurologen und Versorgungsforschern, dass hier nicht nur menschliche Schicksale entstehen, sondern auch viel Geld verschleudert wird. Werden Patienten gut begleitet und ihre Behandlung koordiniert, ließe sich deren Therapietreue deutlich erhöhen. Ein besseres Rehabilitationsergebnis, geringerer Pflegebedarf und weniger wiederholte Schlaganfälle wären das Ergebnis.

Auf der 2. Lotsen-Tagung Schlaganfall schilderten die ersten Schlaganfall-Lotsen Erfahrungen aus ihrer täglichen Praxis. Fazit: Patienten nehmen das Angebot dankbar an und zeigen sich deutlich motivierter. „Das Projekt setzt an den Schnittstellen der Versorgung an, wo Menschen in riesige Löcher fallen," sagte Ministerin Steffens. „Sie bauen damit Brücken für Patienten und Angehörige".

Dass Schlaganfall-Lotsen ein Erfolgsmodell sind, soll in den kommenden drei bis fünf Jahren in Ostwestfalen-Lippe auch wissenschaftlich bewiesen werden. „Denn noch haben wir keine flächendeckenden Erfahrungswerte", erklärte Dr. Brigitte Mohn. Karsten Menn von der Barmer GEK sagte der Kuratoriumsvorsitzenden der Deutschen Schlaganfall-Hilfe Unterstützung zu. Seine Kasse wird – gemeinsam mit anderen Krankenkassen – im zweiten Halbjahr einen so genannten Selektivvertrag zur Finanzierung der Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe abschließen.

Aus ganz Deutschland kamen Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte, Kassenvertreter und Funktionäre aus dem Gesundheitswesen nach Gütersloh, um die Schlaganfall-Nachsorge der Zukunft zu diskutieren.

Impressionen der 2. Lotsen-Tagung



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Bluthochdruck bleibt die stille Gefahr

Welt-Hypertonietag 2015

17. Mai 2015: Bluthochdruck bleibt die stille Gefahr

Bluthochdruck steht als Risikofaktor für den Schlaganfall auf einer Stufe mit der gefährlichen Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Beide erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall statistisch um das Vierfache. Auch deswegen mahnen Ärzte, dem Hochdruck bereits in jungen Jahren vorzubeugen.

20 bis 30 Millionen Bundesbürger leiden unter Bluthochdruck, sagt das Berliner Robert-Koch-Institut. Sie haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Der Welt-Hypertonietag am 17. Mai will auf die Gefahren des Hochdrucks aufmerksam machen.

 

Bluthochdruck steht als Risikofaktor für den Schlaganfall auf einer Stufe mit der gefährlichen Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Beide erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall statistisch um das Vierfache. Auch deswegen mahnen Ärzte, dem Hochdruck bereits in jungen Jahren vorzubeugen.

Die Prävention jedoch ist bleibt die große Herausforderung. Der Bluthochdruck gilt als „stille Gefahr", die viele Jahre lang keine Beschwerden hervorruftt. Kein Leidensdruck also, der die Patienten zum Handeln veranlasst. Stattdessen ist viel Einsicht notwendig, um zu erkennen, dass eine gesunde Lebensweise heute viel Lebensqualität im Alter sichert.

Die wichtigsten Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise sind:

  • Normalgewicht anstreben
  • mäßiger Alkoholgenuss
  • wenig Kochsalz zu sich nehmen
  • gesunde Ernährung
  • Verzicht auf Nikotin
  • regelmäßige körperliche Betätigung
  • regelmäßiger Tagesablauf mit Pausen für Erholung und Entspannung

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 35 Jahre alle zwei Jahre Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung (Check-Up 35+), die unter anderem den Blutdruck in Augenschein nimmt.

Hier finden Sie weitere Informationen und einen Fragebogen für das Arztgespräch zum Thema Bluthochdruck.

Vorsorgen & Gesund bleiben: Bewegung, Entspannung und bewusste Ernährung für einen gesunden Blutdruck

Die meisten wüssten mittlerweile von ihrer Erkrankung, insbesondere Männer allerdings hätten noch Nachholbedarf. Nur zwei Drittel von ihnen ließe sich wegen Hochdruck behandeln.

 

Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck, bei den 70 bis 79-Jährigen leiden drei von vier darunter. Das Gefährliche: Bereits eine milde Hypertonie steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und somit einen früheren Tod. Dabei können schon nichtmedikamentöse Behandlungsschritte, etwa Lebensstiländerungen, zu einem gesunden Blutdruck beitragen und so die Gesundheit lange erhalten. Unter dem Motto „Vorsorgen & Gesund bleiben – Bewegung, Entspannung und bewusste Ernährung für einen gesunden Blutdruck" findet deshalb am 17. Mai 2015 der Welt Hypertonie Tag statt. Der Aktionstag rückt in den Fokus, wie wichtig Vorsorge ist und welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat, um zu seiner Gesundheit beizutragen. Welche Vorsorgemaßnahmen sich gut eignen, erklären Vertreter der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention am Welt Hypertonie Tag 2015 bundesweit.

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Charity-Event in Hamburg

Ladies helfen

13. Mai 2015: Charity-Event in Hamburg

Lunchen für einen guten Zweck – PR-Expertin Brita Segger hatte rund 50 Damen aus Wirtschaft und Gesellschaft zu einem edlen Ladies Lunch ins Hamburger Elbhotel Louis C. Jacob geladen. Rund 15.000 Euro kamen zusammen für die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe.

 

Lunchen für einen guten Zweck – PR-Expertin Brita Segger hatte rund 50 Damen aus Wirtschaft und Gesellschaft zu einem edlen Ladies Lunch ins Hamburger Elbhotel Louis C. Jacob geladen. Rund 15.000 Euro kamen zusammen für die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe.

Wer war da? Natürlich Gastgeberin Brita Segger und Schirmherrin Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie kündigte an, die Hilfe für schlaganfallbetroffene Kinder dauerhaft zu sichern. Zu diesem Zweck hat sie den Liz Mohn Kinder-Schlaganfall-Fonds gegründet. Die Erlöse aus dem Ladies Lunch in Hamburg werden bereits einfließen.

Star der Veranstaltung war die 15jährige Jule Köhler. Sie erlitt mit 6 Jahren einen Schlaganfall und engagiert sich seither als Botschafterin für die Stiftung. Noch heute leidet die Gymnasiastin an einer Halbseitenlähmung und muss oft Therapie machen, wenn ihre Mitschülerinnen bereits im Freibad liegen.

Die Veranstaltung begann eine Stunde später als geplant, weil das Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich nicht enden wollte. Die Schauspielerinnen Ursula Karven und Anouschka Renzi standen bei den Fotografen ebenso hoch im Kurs wie Werbe-Ikone Verona Pooth (Botschafterin der Schlaganfall-Hilfe), Tänzerin Isabel Edvardsson, Glücksrad-Legende Maren Gilzer, Miss Tagesschau Dagmar Berghoff und Unternehmerin Regine Sitxt.

Auch ein Herr betrat den Teppich: Sänger Alexander Klaws. Der Musical-Star sang mit Piano-Begleitung und verzichtete auf seine Gage für den guten Zweck. Für ihn eine Ehrensache, denn das Thema „Kinder und Schlaganfall" ist ihm eine Herzensangelegenheit. Im vergangenen Dezember besuchte er mit der Schlaganfall-Hilfe die Kinder im Neurologischen Rehabilitationszentrum Friedehorst in Bremen.
 
Moderiert wurde die Veranstaltung gewohnt charmant von den RTL-Frontfrauen Frauke Ludowig und Jennifer Knäble. Selbstverständlich verzichteten auch sie auf eine Gage.

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Patienten nicht immer optimal aufgeklärt

 

7. Mai 2015: Patienten nicht immer optimal aufgeklärt

In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Zwei von drei Schlaganfällen könnten mit einer verbesserten Prävention verhindert werden. Aktiv vorsorgen kann aber nur derjenige, der sein individuelles Schlaganfallrisiko kennt. Umso wichtiger ist es daher, mögliche Risikofaktoren frühzeitig mit dem Arzt abzuklären und gegebenenfalls geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Der Informationsaustausch zwischen Patient und Arzt spielt dabei eine zentrale Rolle.

In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Zwei von drei Schlaganfällen könnten mit einer verbesserten Prävention verhindert werden. Aktiv vorsorgen kann aber nur derjenige, der sein individuelles Schlaganfallrisiko kennt. Umso wichtiger ist es daher, mögliche Risikofaktoren frühzeitig mit dem Arzt abzuklären und gegebenenfalls geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Der Informationsaustausch zwischen Patient und Arzt spielt dabei eine zentrale Rolle. Aber: Eine aktuelle, europaweite Umfrage unter Patienten und Ärzten zeigt, dass das gemeinsame Gespräch nicht immer so informativ verläuft, wie von beiden Seiten gewünscht.

Das individuelle Schlaganfallrisiko ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Hierzu zählen Merkmale wie das Lebensalter und genetische Voraussetzungen, die nicht beeinflusst werden können, aber auch Lebensstilfaktoren, wie Rauchen und Bewegungsmangel, die jeder selbst in der Hand
hat. Eine wichtige Rolle spielen darüber hinaus Grunderkrankungen wie Vorhofflimmern, Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die das Schlaganfallrisiko um ein Vielfaches erhöhen können.

Erkrankungen wie Vorhofflimmern können aufgrund fehlender oder nicht eindeutiger Anzeichen unerkannt bleiben. Obwohl die Zahl der Betroffenen seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, bleibt die Anzahl der tatsächlichen Diagnosen hinter den geschätzten Zahlen zurück (1). Durch die Stärkung der Aufmerksamkeit für diese Erkrankung und ihre Symptome könnte die Rate von nicht diagnostizierten Vorhofflimmern-Patienten gesenkt werden: Bei Herzstolpern oder Herzrasen, Schwindel aber auch Abgeschlagenheit und Erschöpfung sollte daher der Arzt immer der erste Ansprechpartner sein. Er wird dem Verdacht nachgehen und im Zweifelsfall weitere Maßnahmen zur eindeutigen Erkennung des Vorhofflimmerns ergreifen und zum Beispiel ein Elektrokardiogramm (EKG) durchführen.

Unklarheit über Therapieziel bei Patienten mit Vorhofflimmern

Dem behandelnden Arzt bleibt beim Patientengespräch über die Risiken von Vorhofflimmern allerdings häufig nicht die Zeit, die er gern darauf verwenden würde – das zeigt eine europaweite Umfrage mit insgesamt 635 Patienten und Ärzten, deren Ergebnisse in einem Vortrag auf dem Europäischen Kongress zur kardiologischen Erstversorgung (The European Primary Care Cardiovascular Society, EPCCS) 2014 in Brüssel vorgestellt wurden (2). Obwohl Patienten und Ärzte auf viele Fragen ähnlich antworteten, konnten auch grundsätzliche Unterschiede bei der Wahrnehmung der Arzt-Patienten-Kommunikation festgestellt werden. Während 62 Prozent der befragten Ärzte angaben, die Senkung des Schlaganfallrisikos stehe im Fokus der Therapie bei Vorhofflimmern, so wussten das nur 38 Prozent der befragten Patienten. Und nur 43 Prozent der Patienten konnten sich daran erinnern, dass sie über ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern informiert wurden. Diese Ergebnisse decken sich mit den Resultaten einer 2010 veröffentlichten internationalen Studie der AF AWARE Gruppe (3). Beide Umfragen legen nahe, dass ein Informationsbedürfnis rund um das Thema Vorhofflimmern und Schlaganfallvorsorge besteht. Die Schwierigkeit für Patienten, relevante Informationen zur Erkrankung und Therapie zu finden, sehen auch 52 Prozent der befragten Ärzte (2). Fast genauso viele Ärzte (51 Prozent) wünschen sich ein größeres Informationsangebot für ihre Patienten (3).

Schlaganfallvorsorge aktiv mit Aufklärung verbessern

Für ein verbessertes Wissen in der Bevölkerung und eine frühe Erkennung von Risikofaktoren wie Vorhofflimmern sowie für eine konsequente und leitliniengerechte Behandlung von Schlaganfällen setzt sich auch die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln." ein. Gegründet wurde die Initiative von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) und den pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer. Im Rahmen einer aktiven Vorsorge möchte die Initiative Schlaganfallvorsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Vorhofflimmern-Patienten profitieren beispielsweise von einer „herzgesunden" Lebensweise – Tipps hierzu finden Betroffene auf der Website www.schlaganfall-verhindern.de. Zudem erfahren Besucher des Internetangebots bei Fragen rund um das Thema Schlaganfallvorsorge, wie sich das Arztgespräch gezielt vorbereiten lässt. Zum Download stehen außerdem ein Flyer und eine Patientenbroschüre zur Verfügung.

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und den Folgen dieser Erkrankung entgegenzutreten. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meist Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen sind. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 260 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Sie setzt sich unter anderem ein für:
- ein selbstbestimmtes Leben im Alter
- ein gesundes, aktives Altern
- eine aktive gesellschaftliche Teilhabe
- eine hochwertige gesundheitliche und pflegerische Versorgung.
Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern".

Über die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung von modernen Medikamenten gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.

Kontakt und weitere Informationen:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210
33311 Gütersloh
Tel.: 0 52 41/97 70-12
Fax: 0 52 41/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)
Ursula Lenz
Pressereferat
Bonngasse 10
53111 Bonn
Tel.: 0228/24 99 93-18
Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh
Public Affairs
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel.: 089/121 42-70 36
Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner
Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10
10785 Berlin
Tel.: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com

Referenzen:

(1): L'Hoest H: Vorhofflimmern: Die „neue Epidemie" der Herzkreislaufkrankheiten? BARMER GEK Gesundheitswesen aktuell 2012: 236-260.
(2): Camm J, Lobban T, Knight E: Atrial fibrillation (AF)-related stroke prevention – A survey to identify unmet needs in informed and shared decision making. Vorgestellt auf dem Kongress der European Primary Care Cardiovascular Society (EPCCS), 2014.
(3) Aliot E et al: An international survey of physician and patient understanding, perception, and attitudes to atrial fibrillation and its contribution to cardiovascular disease morbidity and mortality. Europace 2010 (12): 626–633, doi:10.1093/europace/euq109.

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Lotsin der Maternus-Klinik zieht positive Bilanz

Schlaganfall-Lotsin Bad Oeynhausen

Schlaganfall-Patientin Karin Quaas aus dem Oldenburger Land erhofft sich von ihrer Schlaganfall-Lotsin hilfreiche Tipps für Hilfsmittel und einen Motivationsschub für ihre Therapien. Michael Brinkmeier, Paul-Walter Schönle und Johannes Assfalg haben das Projekt ins Leben gerufen.

6. Mai 2015: Lotsin der Maternus-Klinik zieht positive Bilanz

Nach einem Schlaganfall ist viel Unterstützung für die Betroffenen gefragt. Eine der ersten Schlaganfall-Lotsinnen zieht anlässlich des bundesweiten „Tags gegen den Schlaganfall" eine erste positive Bilanz ihrer Arbeit.

 
Schlaganfall-Patientin Karin Quaas aus dem Oldenburger Land erhofft sich von ihrer Schlaganfall-Lotsin hilfreiche Tipps für Hilfsmittel und einen Motivationsschub für ihre Therapien. Michael Brinkmeier, Paul-Walter Schönle und Johannes Assfalg haben das Projekt ins Leben gerufen.

Ein Schlaganfall stellt das Leben der Betroffenen auf den Kopf, viel Unterstützung ist gefragt. Seit Juli 2014 arbeitet eine der ersten Schlaganfall-Lotsinnen in der Maternus-Klinik in Bad Oeynhausen. Anlässlich des bundesweiten „Tags gegen den Schlaganfall" am 10. Mai zieht sie eine erste positive Bilanz ihrer Arbeit.

Die im Sozialdienst tätige Lotsin ist eine von derzeit fünf Schlaganfall-Lotsinnen in Ostwestfalen-Lippe. Insgesamt betreuen die Lotsinnen mehr als 300 Patienten. Das Modellprojekt wurde initiiert von der Maternus-Klinik und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe und wird gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Maternus-Klinik in Bad Oeynhausen und die in Gütersloh ansässige Stiftung möchten die Versorgung von Schlaganfall-Patienten weiter verbessern. „Wir haben eine hervorragende Akut- und Rehabilitationsversorgung", erläutern Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Schlaganfall-Hilfe und Prof. Dr. Dr. Paul-Walter Schönle, Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik. „Aber anschließend sind die Patienten auf sich gestellt, damit sind viele überfordert". Das zergliederte Gesundheitssystem in Deutschland lässt bisher keine Patientensteuerung aus einer Hand zu. In der Folge sind Behandlungen und Anwendungen nicht immer aufeinander abgestimmt, Patienten häufig nicht ausreichend informiert und motiviert.

Ein Eindruck, den die Schlaganfall-Lotsin der MATERNUS-Klinik aus der Praxis bestätigen kann. „Die Patienten und ihre Angehörigen benötigen viele Informationen und jemanden, der ihnen all das erklärt", berichtet die Sozialarbeiterin aus ihrer Arbeit. „Es geht zunächst darum, ihnen Sicherheit und Orientierung zu geben, um dann die weiteren Schritte in der Behandlung zu koordinieren". Dazu gehören ganz praktische Hilfen wie die Unterstützung bei Anträgen oder die Koordinierung von Arzt- und Therapieterminen. Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht auch in der Motivation der Patienten, Therapieempfehlungen einzuhalten und Lebensgewohnheiten umzustellen. „Wichtig ist es, einem zweiten Schlaganfall vorzubeugen. Deshalb müssen alle Risikofaktoren gut kontrolliert werden", so die Fachfrau. „Stimmt der Blutdruck? Werden die Medikamente regelmäßig genommen? Schafft es der Patient, auf das Rauchen zu verzichten? Das sind die wichtigen Fragen."

Was die Schlaganfall-Lotsin in Bad Oeynhausen erlebt, ist ein globales Phänomen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat festgestellt, dass bei chronischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall die Therapietreue der Patienten bereits nach kurzer Zeit unter 50 Prozent sinkt. Das bedeutet, Patienten besuchen ihren Arzt nicht mehr, nehmen Medikamente nicht oder falsch ein, nutzen verschriebene Hilfsmittel nicht, führen ihre Übungen nicht mehr durch oder halten sich nicht an dringend notwendige Änderungen des Lebensstils. Unter dem Strich bleibt eine teure Behandlung, die einem großen Teil der Patienten nicht ausreichend hilft.

„Wenn Patienten unsere Klinik verlassen, haben wir keinen Einfluss mehr auf deren weitere Rehabilitation", beklagt deshalb Prof. Dr. Dr. Paul-Walter Schönle, Ärztlicher Direktor der Maternus-Kliniken AG. „Aber als Arzt möchte ich für jeden Patienten, dass unsere guten Behandlungserfolge fortgesetzt werden und die Effekte nicht verloren gehen", so der Neurologe. Bis zu einem Jahr nach dem Schlaganfall werden die Patienten von der Schlaganfall-Lotsin betreut. Dann sollen sie in der Lage sein, ihre Behandlung selbst zu koordinieren.

Rückmeldungen von Patienten sind durchweg positiv. Noch in diesem Jahr erfolgt eine erste wissenschaftliche Auswertung des Projekts. Schlaganfall-Hilfe und Maternus-Klinik möchten beweisen, dass die Lotsen den Patienten nachweislich helfen. Ziel ist es, eine Finanzierung ihrer Tätigkeit durch Kostenträger wie die Krankenkassen zu erreichen. Stiftungsvorstand Brinkmeier sieht die Zeichen dafür recht gut. „Gut rehabilitierte Patienten sind in unser aller Sinn."

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Schlaganfall-Patienten brauchen Informationen

Unsicherheit macht krank

4. Mai 2015: Schlaganfall-Patienten brauchen Informationen

Schlecht informierte und betreute Schlaganfall-Patienten werden immer kränker, warnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe seit Jahren. Jetzt erhält sie Bestätigung durch eine gerade veröffentlichte Studie.

Schlecht informierte und betreute Schlaganfall-Patienten werden immer kränker, warnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe seit Jahren. Jetzt erhält sie Bestätigung durch eine gerade veröffentlichte Studie.

Gesundheitspsychologen der Universität Luxemburg befragten 100 Schlaganfall-Patienten in ihrem häuslichen Umfeld. Alle Patienten waren etwa 65 Jahre alt, ihr Schlaganfall lag zwei Jahre zurück. Neben den körperlichen Einschränkungen litten die Patienten vor allem an der Unsicherheit ihrer Situation, hervorgerufen durch mangelnde und schlechte Informationen. „Zusätzlich scheint eine fehlende Koordination zwischen den Pflegekräften Unsicherheit zu schüren", so die Forschungsgruppe um die Medizinsoziologin Prof. Dr. Michéle Baumann.

Die stärksten Beeinträchtigungen stellten die Forscher bei Geringverdienern und Patienten mit niedrigem Bildungsniveau fest. Alarmierend fand das Forscherteam die häufigen Anzeichen depressiver Erkrankungen. „Depression ist dafür bekannt, physische, mentale und soziale Fähigkeiten einzuschränken und das Risiko von Behinderungen und frühzeitigem Tod zu erhöhen", erläutert Prof. Michéle Baumann.

Der 10. Mai ist der bundesweite „Tag gegen den Schlaganfall", bundesweit finden über 80 Aufklärungsveranstaltungen statt. Das Aktionsmotto lautet in diesem Jahr „Starke Patienten leben besser". Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe setzt sich ein für eine verbesserte, patientengerechte Information, Beratung und Begleitung. Insbesondere in der häuslichen Nachsorge besteht ein großer Bedarf. Zum „Tag gegen den Schlaganfall" bietet sie ein kostenloses Infoset an. Bestellt werden kann es im Online-Portal www.schlaganfall-hilfe.de und im Service- und Beratungszentrum der Schlaganfall-Hilfe, Tel. 05241-97700.

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Starke Patienten leben besser

Ergebnisse der Online-Umfrage

3. Mai 2015: Starke Patienten leben besser

Stimmt der Slogan zum diesjährigen Tag gegen den Schlaganfall? Leben starke Patienten wirklich besser? Das haben wir die Besucher unseres Portals gefragt. Ihre Meinung war eindeutig: Ja!

Stimmt der Slogan zum diesjährigen Tag gegen den Schlaganfall? Leben starke Patienten wirklich besser? Das haben wir die Besucher unseres Portals gefragt. Ihre Meinung war eindeutig: Ja!

676 Personen haben sich an unserer Umfrage „starke Patienten" beteiligt. Ein Großteil davon waren Schlaganfall-Betroffene (36 %) und deren Angehörige (29 %). 92 % bestätigten unsere These. Und immerhin die Hälfte der Teilnehmer (52 %) hält sich selbst für einen starken Patienten.

Was aber zeichnet einen starken Patienten aus? Vor allem zwei Eigenschaften, meinten die Teilnehmer. 82 % sagen, starke Patienten möchten Therapieentscheidungen verstehen und aktiv mitwirken. Und dafür sollten sie, so meinen 72 %, vor allem gut informiert sein über ihre Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten.

Außerdem fragten wir die Teilnehmer, was ihrer Meinung nach wichtig ist für ein gutes Leben nach dem Schlaganfall. Geld spielte für sie die geringste Rolle. Am häufigsten genannt wurden eine hohe Mobilität (67 %) und weitgehende Selbständigkeit (64 %).

Keine Überraschung: 70 % der Teilnehmer waren Frauen. Sie interessieren sich tendenziell stärker für Gesundheitsthemen. Und trotzdem der Schlaganfall als Alterskrankheit gilt, haben verhältnismäßig viele jüngere Leute teilgenommen. 45 % waren jünger als 40 Jahre.

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Jenke von Wilmsdorff zu Gast bei der Schlaganfall-Hilfe

Engagierter Besuch

23. April 2015: Jenke von Wilmsdorff zu Gast bei der Schlaganfall-Hilfe

TV-Journalist Jenke von Wilmsdorff besuchte diese Woche auf Einladung von Liz Mohn die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Schlaganfall-Selbsthilfe Gruppe „Young Strokers".

 

TV-Journalist Jenke von Wilmsdorff besuchte diese Woche auf Einladung von Liz Mohn die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Schlaganfall-Selbsthilfe Gruppe „Young Strokers".

Welche Herausforderungen meistern die 270.000 Menschen, die pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall erleiden? Dieser Frage ging Jenke von Wilmsdorff in Gütersloh nach. Mit Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, sprach er über Hürden, die Betroffene und ihre Familienangehörigen nach dem Verlassen der Klinik überwinden müssen – weil nichts mehr ist, wie es vorher war.

Danach erfuhr der für seine lebensnahen Reportagen bekannte RTL-Journalist („Das Jenke-Experiment") von Betroffenen aus erster Hand, wie sie den Weg zurück ins Leben meisterten.
„Es ist unglaublich, was Patienten und deren Familien leisten müssen", zeigte sich von Wilmsdorff bewegt und beeindruckt von den Schilderungen und versprach: „Ich werde auf das Thema Schlaganfall aufmerksam machen und mich für Betroffene einsetzen."

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Bundesweiter Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai

Starke Patienten leben besser

16. April 2015: Bundesweiter Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai

50 Prozent der chronisch kranken Patienten verhalten sich nicht therapietreu, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gerade nach einem Schlaganfall kann das schwerwiegende Folgen haben. Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Er trägt das Motto „Starke Patienten leben besser".

 

50 Prozent der chronisch kranken Patienten verhalten sich nicht therapietreu, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gerade nach einem Schlaganfall kann das schwerwiegende Folgen haben. Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Er trägt das Motto „Starke Patienten leben besser".

 

Schlaganfall. Die gute Nachricht: Immer weniger müssen daran versterben, weil die Akutversorgung auf höchstem Niveau stattfindet. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren mehr als 260 Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert.

Doch es gibt auch eine Kehrseite. Immer mehr Menschen müssen mit den oft schwerwiegenden Folgen des Schlaganfalls leben. Er ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter, viele Patienten sind dauerhaft auf Therapien und Hilfsmittel angewiesen. Gleichzeitig hat ein Schlaganfall-Patient ein deutlich erhöhtes Risiko für einen zweiten, oft deutlich schwereren Schlaganfall. Die Einnahme von Medikamenten – meist lebenslang – und die Umstellung des Lebensstils sind lebenswichtig. Das stellt viele Patienten vor große Herausforderungen.

Warum ist das so? Eine aktuelle französische Studie ist dieser Frage nachgegangen (Eur Neurol 2014, 72:262-70). Die drei wichtigsten Gründe für mangelhafte Therapietreue waren Schwierigkeiten bei der Einnahme der Medikamente, ungenügendes Wissen um die Notwendigkeit der Behandlung sowie Ängste vor Übermedikation. Der „Tag gegen den Schlaganfall" will deshalb Patienten ermuntern, sich in seriösen Quellen zu informieren, Hilfeangebote zu suchen, Schulungen wahrzunehmen und sich intensiv auf einen Arztbesuch vorzubereiten.

Am 10. Mai 1999 rief die Deutsche Schlaganfall-Hilfe erstmalig den bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall" aus. Kliniken, Ärzte und Selbsthilfegruppen führen zum diesjährigen Aktionstag wieder mehr als 80 Veranstaltungen durch.

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Zielgruppe jung und einkommensschwach

 

1. April 2015: Zielgruppe jung und einkommensschwach

Eine große Langzeitstudie aus Schweden bestätigt: die Basis für ein gesundes Leben wird meist in jungen Jahren gelegt. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April ruft die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu mehr Prävention auf.

 

Eine große Langzeitstudie aus Schweden bestätigt: die Basis für ein gesundes Leben wird meist in jungen Jahren gelegt. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April ruft die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu mehr Prävention auf.

Wer in jungen Jahren eine geringe körperliche Fitness aufweist, deutliches Übergewicht hat, an Diabetes leidet oder zu viel Alkohol trinkt entwickelt ein hohes Schlaganfall-Risiko. Diesen Zusammenhang wiesen schwedische Wissenschaftler nach. Sie hatten zwischen 1969 und 1986 Daten von über 800.000 schwedischen Männern erhoben, die zum Militärdienst eingezogen wurden. Rund 30 Jahre später verglichen die Wissenschaftler ihre Daten mit denen schwedischer Krankenhäuser.

Mehr als 8.000 Männer hatten in der Zwischenzeit einen Schlaganfall erlitten. Ein Großteil von ihnen wies bereits in jungen Jahren einen oder mehrere Risikofaktoren auf. Weiterer interessanter Aspekt: auch junge Männer aus einkommensschwachen Familien waren überproportional betroffen. Präventionsstrategien haben demnach viel Potenzial, wenn sie auf junge Menschen zielen und einkommensschwache Schichten ansprechen.

(Cerebrovasc Dis 2014; 39(1):63-71)

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300 Schlaganfall-Patienten haben einen Lotsen

 

25. März 2015: 300 Schlaganfall-Patienten haben einen Lotsen

In Ostwestfalen-Lippe werden jetzt 300 Patienten durch einen Schlaganfall-Lotsen betreut.

Die Lotsen begleiten die Patienten ein Jahr lang. Sie beraten, koordinieren Behandlungen, unterstützen in sozialrechtlichen Fragen und achten darauf, dass Therapieempfehlungen eingehalten werden.

In Ostwestfalen-Lippe werden jetzt 300 Patienten durch einen Schlaganfall-Lotsen betreut. Ziel ist es, Patienten und Angehörigen nach der plötzlichen Erkrankung mit oft schwerwiegenden Behinderungen langfristig eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Die Lotsen begleiten die Patienten ein Jahr lang. Sie beraten, koordinieren Behandlungen, unterstützen in sozialrechtlichen Fragen und achten darauf, dass Therapieempfehlungen eingehalten werden.

Schlaganfall-Lotsen sind ein Modellprojekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gemeinsam mit der Maternus-Klinik Bad Oeynhausen, dem Klinikum Herford, dem Ev. Krankenhaus Bielefeld und dem St. Elisabeth Hospital Gütersloh. Im Sommer werden erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung vorliegen. Gefördert wird das Projekt durch das Gesundheitsministerium NRW. In Ostwestfalen-Lippe erleiden jährlich etwa 6.000 Menschen einen Schlaganfall.

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Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall"

Erfolgreich ins vierte Jahr

6. März 2015: Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall"

Mit einer aktionsreichen Pressekonferenz in Hamburg ging die bundesweite Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall" erfolgreich ins vierte Jahr. In der Feuerwehr-Leitstelle in Hamburg-Wandsbek wurden Gesundheitsjournalisten aus ganz Deutschland Zeuge eines inszenierten Notfalls.

 

Mit einer aktionsreichen Pressekonferenz in Hamburg ging die bundesweite Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall" in dieser Woche erfolgreich ins vierte Jahr. In der Feuerwehr-Leitstelle in Hamburg-Wandsbek wurden rund 30 Gesundheitsjournalisten aus ganz Deutschland Zeuge eines inszenierten Notfalls. Das Erkennen von Schlaganfall-Symptomen, richtiges Verhalten als Ersthelfer und der professionelle Ablauf eines Rettungseinsatzes bei Schlaganfall-Verdacht standen im Mittelpunkt der Pressekonferenz. Eingeladen hatte Bayer HealthCare Deutschland.

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Deutsche Sporthochschule Köln und Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vermittelt die von Bayer ins Leben gerufene Initiative „Rote Karte dem Schlaganfall" Hintergrundwissen und bietet praktische Tipps, um das Risiko zu reduzieren, einen Schlaganfall zu erleiden. Viele Betroffene, Angehörige und Interessierte nutzen seit drei Jahren das umfangreiche Angebot: Mit einem breitgefächerten Portfolio und einem eigens eingerichteten Online-Portal klärt die Kampagne über Risikofaktoren auf.

Die körperliche Fitness kann einen sehr positiven Einfluss auf die Gesundheit haben und helfen, Schlaganfälle zu verhindern. Das neue Bewegungsprogramm "Klassenerhalt - Einfach fit mit dem Übungsband" möchte dazu motivieren, die Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen und aktiv zu werden. Hierzu entwickelten Wissenschaftler des Kampagnenpartners Deutsche Sporthochschule Köln Übungen, die ganz leicht in den Alltag integriert werden können. Das einzige, was benötigt wird, ist ein elastisches Übungsband. Damit lässt sich Bewegung ganz unkompliziert in den Alltag einbinden. Das Übungsband ermöglicht ein schonendes und dennoch sehr effektives Training.

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Risiken ungleich verteilt

Schlaganfall bei Frauen

27. Februar 2015: Risiken ungleich verteilt

270.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. 55 Prozent von ihnen sind Frauen. Plausible Erklärung: Frauen werden älter. Doch jüngere Studien weisen auf weitere ungleiche Risiken hin.

270.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. 55 Prozent von ihnen sind Frauen. Plausible Erklärung: Frauen werden älter. Doch jüngere Studien weisen auf weitere ungleiche Risiken hin.

 

Beispiel Vorhofflimmern: Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser Herzrhythmusstörung. Sie erhöht das Schlaganfall-Risiko fünffach. Doch Wissenschaftler aus Stockholm und Birmingham fanden heraus, dass Frauen mit Vorhofflimmern zusätzlich gefährdet sind. Gegenüber Männern haben sie ein 18 Prozent höheres Risiko für einen Schlaganfall.

Auch Raucher sind ungleich betroffen. Eine Auswertung des US National Health Interview Survey ergab, dass rauchende Männer ihr Schlaganfall-Risiko um das 1,7-fache erhöhen, Frauen dagegen um das 3-fache. Besonders gefährdet sind sie bei gleichzeitiger Einnahme der Antibabypille, da weibliche Hormone die Bildung von Thrombosen zusätzlich begünstigen.

Die Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) galt bisher als ein vornehmlich männliches Problem. Das stimmt tendenziell, doch spanische Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass betroffene Frauen ebenso ein höheres Schlaganfall-Risiko haben. Weitere ungleiche Risiken: Die Migräne mit so genannter Aura erhöht das Schlaganfall-Risiko leicht. Und laut einer finnischen Studie sind Frauen auch von Hirnblutungen durch Aneurysmen (Gefäßaussackungen) häufiger betroffen.

Die Studienlage hat die US-amerikanische Schlaganfall-Gesellschaft dazu veranlasst, spezielle Frauen-Leitlinien zur Schlaganfall-Prävention herauszugeben.

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Europäischer Notruf kommt langsam bei Bürgern an

Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert

8. Februar 2015: Europäischer Notruf kommt langsam bei Bürgern an

112 ist die Nummer für den Notfall. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen EU-Staaten. Das wissen mittlerweile 42 Prozent der Deutschen, berichtet die Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages (11.2.).

 

112 ist die Nummer für den Notfall. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen EU-Staaten. Das wissen mittlerweile 42 Prozent der Deutschen, berichtet die Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages (11.2.).

 

2008 wurde der EU-weite Notruf 112 eingeführt. Er funktioniert in allen EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Anfangs hinkten die Deutschen ihren europäischen Nachbarn im Wissen um die Notrufnummer hinterher. Jetzt liegen sie EU-weit im Schnitt: 41 Prozent der EU-Bürger wissen, dass sie auch im Ausland die 112 wählen können. Das ist das Ergebnis des Eurobarometers 414, eine repräsentative Umfrage unter EU-Bürgern.

Das Ringen der Schlaganfall-Hilfe um mehr Notfallwissen hat einen ernsten Hintergrund: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Seit Jahren propagiert die Schlaganfall-Hilfe „Jede Minute zählt". Wie viel genau, konnte jetzt sogar eine Gruppe finnischer und australischer Mediziner in einer Langzeitstudie berechnen. Jede Minute, die der Schlaganfall-Patient eher die Klinik erreicht, beschert ihm zwei Tage gesundes Leben.

Ein weiteres Ergebnis der EU-Umfrage: Die europäischen Notrufzentralen sind bemüht, keine Zeit zu verlieren. 21 von 28 Staaten berichten, dass ihre Zentralen Notrufe in weniger als 10 Sekunden beantworten. Für Deutschland liegt leider keine Auswertung vor.

Zum Europäischen Notruftag bietet die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ein kostenloses Infopaket an, mit Notfallausweis, Infoblatt und dem FAST-Test zur Prüfung von Schlaganfall-Symptomen. Bestellung unter Tel. 05241 9770-0 oder E-Mail info@schlaganfall-hilfe.de.

Quellen:
Special Eurobarometer 414 (2014). Europäische Kommission; und: Stroke. April 2014

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Patienten sind keine Bittsteller

Mobil nach Schlaganfall

4. Februar 2015: Patienten sind keine Bittsteller

Die optimale Versorgung mit Hilfsmitteln erfordert immer eine individuelle Beratung und Anpassung. Und: Patienten sind keine Bittsteller, sondern Versicherte mit einem Anrecht auf optimale Versorgung. Das ist das Ergebnis einer Patientenveranstaltung der Deutschen Schlaganfalll-Hilfe gemeinsam mit Ottobock HealthCare.

Die optimale Versorgung mit Hilfsmitteln erfordert immer eine individuelle Beratung und Anpassung. Und: Patienten sind keine Bittsteller, sondern Versicherte mit einem Anrecht auf optimale Versorgung. So ließe sich das Ergebnis einer Patientenveranstaltung der Deutschen Schlaganfalll-Hilfe gemeinsam mit dem Hilfsmittelhersteller Ottobock in Berlin zusammenfassen. Sie stieß auf reges Interesse.

Mobilität macht frei. Sie wirkt sich auf die Qualität verschiedener Lebensbereiche aus: Bewegung allgemein, Selbstständigkeit, soziales Leben und Zugang zu Dienstleistungen, wie Einkaufen oder ein Arztbesuch. Laut Umfragen steht die Bedeutung von Mobilität im Vergleich zu anderen Lebensbereichen ‒ hinter Familie, Wohnen, Freunde/Bekannte ‒ an vierter Stelle.

Was aber, wenn nach einem Schlaganfall die Mobilität eingeschränkt ist oder ganz verloren geht? Wie komme ich an das passende Hilfsmittel? Was kann ich von einer Beratung im Sanitätshaus erwarten und wie läuft diese ab? Wie reagiere ich bei einer Ablehnung von Hilfsmitteln durch die Krankenkasse?

 

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Referenten der Patientenveranstaltung. Stefan Stricker arbeitet im Stiftungsbereich „Rehabilitation und Nachsorge". Er wies auf die Angebote der Deutschen Schlaganfall-Hilfe hin, die zur Verbesserung der Mobilität beitragen. Dazu zählen die Selbsthilfe, der Rehasport, Informationsveranstaltungen sowie Beratung. Dr. Thorsten Böing von Ottobock ist Experte auf dem Gebiet der Neurorehabilitation. Er machte den Patienten Mut, Hilfsmittel zu beantragen und hob hervor, dass ein Hilfsmittel zum Patienten passen muss und nicht umgekehrt. Ein Kriterium sei nicht die maximale, sondern die optimale Versorgung. Arne Törber vom Berliner Sanitätshaus Hempel ist Orthopädietechniker. Er berichtete über den Ablauf einer professionellen Beratung und präsentierte ein Praxisbeispiel aus der Orthetik.

Die anschließende Fragerunde wurde von den Besuchern intensiv genutzt. So viele Fragen hätte TV-Moderatorin Birte Karalus nicht erwartet. Besonderes Interesse bestand an Neuroimplantaten, häufig auch als Muskelschrittmacher bezeichnet. Häufige Folge eines Schlaganfalls ist die Fußheberschwäche, durch die Patienten nicht mehr sicher gehen können. Aus Angst vor Stürzen verlassen viele Betroffene immer seltener das Haus und vereinsamen. Moderne Neuroimplantate können vielen Patienten helfen.

Weitere Informationen und Kontakte zum Thema „Mobilität nach Schlaganfall" sind erhältlich bei Christina Habig, Projektmanagerin Rehabilitation/Nachsorge, E-Mail: Christina.Habig@schlaganfall-hilfe.de, Tel.: 05241 9770-43.

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Deutsche Schlaganfall-Hilfe verlieh den Motivationspreis

"Schlaganfall-Helden" ausgezeichnet

31. Januar 2015: Deutsche Schlaganfall-Hilfe verlieh den Motivationspreis

In Berlin verlieh die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Wochenende ihren Motivationspreis. Sie zeichnete Menschen aus, die sich vorbildlich im Kampf gegen den Schlaganfall engagieren. Viele von ihnen standen erstmals im Rampenlicht. Ihre Geschichten verbreiteten Gänsehaut-Atmosphäre im Saal.

Schlaganfall-Betroffene, Selbsthilfegruppen, Ärzte und Kliniken aus ganz Deutschland konnten ihre persönlichen Schlaganfall-Helden für den Preis nominieren. Menschen, die für sich oder andere ein ganz besonderes Engagement im Kampf gegen den Schlaganfall und seine schweren Folgen gezeigt haben. Eine achtköpfige Jury suchte aus den vielen Vorschlägen jene Geschichten aus, die sie am meisten beeindruckten.

 
1.Preis in der Kategorie Betroffene: Marina Fraas nahm die Trophäe aus den Händen von Prof. Dr. Mario Siebler entgegen.

Eine dieser „Gänsehautgeschichten" erzählt die junge Marina Fraas aus Helmbrechts in Franken. Bis zu ihrem Schlaganfall vor fünf Jahren studiert sie Internationales Management. Dann prophezeien ihr die Ärzte ein Leben in der Behindertenwerkstatt. Trotz halbseitiger Lähmung und Sprachstörung akzeptiert sie die Diagnose nicht, macht anderthalb Jahre unermüdlich Rehabilitation. Fünf Jahre danach schließt sie ihre Bachelorarbeit in Rehabilitationspsychologie ab, die sie stolz bei der Preisverleihung präsentiert. „Durch den Schlaganfall habe ich erfahren, was wirklich wichtig ist im Leben. Das Materielle spielt für mich keine Rolle mehr", sagt die junge Frau. Sie wurde mit dem 1. Preis in der Kategorie Betroffene ausgezeichnet.

Insgesamt 15 Preise verlieh die Schlaganfall-Hilfe. Harald Viestenz (52) aus Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern widmete seinen Preis Ehefrau Simone. Seit ihrem schweren Schlaganfall vor drei Jahren pflegt er sie, gab dafür seinen Job auf. „Das war für mich gar keine Frage, wir sind doch über 30 Jahre verheiratet." Dass Schlaganfall keine Frage des Alters ist, zeigt die Geschichte des elfjährigen Jesko aus Adelebsen (Niedersachsen). Durch einen Schwimmbad-Unfall kommt es zum Riss der Halsschlagader. Tagelang bangt die Familie um Jeskos Leben. Heute ist er wieder ein fröhlicher, aufgeweckter Junge, fährt Waveboard und Ski.

Willi Daniels aus Steinhöring (Bayern) engagiert sich seit vielen Jahren in der Selbsthilfe. Doch gerade weniger mobile Schlaganfall-Betroffene erreichte er damit nicht. Deshalb gründete er eine Online-Selbsthilfegruppe, die inzwischen 1.900 Mitglieder zählt. Fast rund um die Uhr moderiert er die Gruppe, vermittelt Kontakte oder leitet Fragen an Experten weiter.
Feierlich war der Rahmen der Preisverleihung im Ottobock Science Center in Berlin, mit Blick auf den Reichstag und das Brandenburger Tor. TV-Moderatorin Birte Karalus führte charmant durch den Abend. Zu den Laudatoren zählte unter anderem Alexander Leipold, Weltmeister und Olympiasieger im Ringen und selbst Schlaganfall-Betroffener. Beide engagieren sich ehrenamtlich als Botschafter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Hören Sie, warum sich Interview mit Birte Karalus Birte Karalus und Interview mit Alexander Leipold Alexander Leipold ehrenamtlich für die Stiftung engagieren.

Knapp 270.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Er ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter, viele Menschen müssen mit Lähmungen und Sprachstörungen weiterleben. „Für mich sind es die wahren Helden unserer Gesellschaft", erklärt Stiftungspräsidentin Liz Mohn den Motivationspreis. „Jede Geschichte zeigt auf ihre Art, dass es sich lohnt, auch in schweren Lebenslagen nicht den Optimismus zu verlieren."

Alle Preisträger

Kategorie Betroffene


Kategorie Unterstützer


Kategorie Selbsthilfe


Sonderkategorie Kinder

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Weseker Nikolaus erzielt Rekordspende

12.500 Euro für Kinder Schlaganfall-Hilfe gesammelt

20. Januar 2015: Weseker Nikolaus erzielt Rekordspende

„Ein Wahnsinns-Ergebnis", jauchzt Sabine Dawabi von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. In den Händen hält die Projektleiterin einen Scheck über 12.500 Euro.
So viel Geld sammelte der Weseker Manfred Lütjann als Nikolaus im vergangenen Dezember. Jetzt übergab er die Spende gemeinsam mit einem Teil seines Teams in der Unikinderklinik Münster.

„Ein Wahnsinns-Ergebnis", jauchzt Sabine Dawabi von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. In den Händen hält die Projektleiterin einen Scheck über 12.500 Euro.
So viel Geld sammelte der Weseker Manfred Lütjann als Nikolaus im vergangenen Dezember. Jetzt übergab er die Spende gemeinsam mit einem Teil seines Teams in der Unikinderklinik Münster.

Im Oktober klingelte das Telefon am Sitz der Stiftung in Gütersloh. Manfred Lütjann rief an. „Ob ich mir vorstellen könnte, dass der Nikolaus in diesem Jahr für unsere Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe sammele, fragte er mich", erinnert sich Sabine Dawabi. „Klar, habe ich gesagt und mich gefreut. Aber ganz ehrlich: da dachte ich doch nicht an so eine Summe!"

Tatsächlich war es für Lütjann ein Rekord, so viel hatte sein Team noch nie gesammelt. Seit 25 Jahren schlüpft er in die Rolle des Nikolauses. Dafür nimmt sich der Polizist aus Weseke den halben Dezember frei. Eingespannt sind die ganze Familie, seine Ehefrau, die drei Kinder, Bruder und Nichten, aber auch Kollegen und Nachbarn. Denn bei dieser großen Nachfrage geht es nicht ohne ein großes Team.

Seit September glühte die Nikolaus-Hotline, riefen Firmen, Vereine und Schulen bei den Lütjanns an, um den Auftritt vom Nikolaus und seinem Knecht Ruprecht für die Weihnachtsfeier zu buchen. Die Telefonnummer des Nikolauses hat sich rund um Borken rumgesprochen. Werben muss Lütjann nicht mehr, im Gegenteil. „Wir bemühen uns, können aber längst nicht mehr alle Wünsche erfüllen", erklärt er. Rund 90 Termine waren es im letzten Dezember, etwa 5.000 Menschen hat sein Team erreicht.

Seine Auftritte sind kostenlos, aber nie umsonst. Denn stets berichtet er auch über den Spendenzweck, im vergangenen Dezember über Kinder mit Schlaganfall und die Arbeit der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe. Wenn dann die Spendendose durch die Reihen wandert, zeigen sich die meisten großzügig.

 
Freuen sich über die Rekordspende (von links): Manfred Lütjann, Dr. Ronald Sträter (Uniklinik), Martin Lütjann, Sabine Dawabi (Schlaganfall-Hilfe), Dennis Lütjann, Uwe Viefhues und Annika Peek.

Der Ort der Spendenübergabe war nicht zufällig gewählt. Die Unikinderklinik Münster ist eines der führenden Zentren für den kindlichen Schlaganfall. Mehr als 1.000 Kinder behandelten Dr. Ronald Sträter und sein Team. Gefördert wird die Ambulanz seit vielen Jahren durch die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe.
Zur Hälfte soll die Spende aus Weseke aber auch das Familiencamp finanzieren. Im November kommen Familien mit schlaganfallbetroffenen Kindern aus ganz Deutschland zusammen. Ein Wochenende lang erhalten sie intensive Beratung, tauschen sich aus und entspannen vom Alltag. „So was bezahlt keine Krankenkasse", erklärt Sabine Dawabi. „Wir haben viele alleinerziehende Mütter, die sich eine Teilnahme ohne diese Unterstützung gar nicht leisten könnten".

Für Nikolaus Manfred Lütjann und sein Team war es ein gutes Gefühl zu hören, dass ihre Arbeit Gutes bewirkt. Und natürlich Ansporn für die Nikolaus-Saison 2015, denn natürlich wird die Fortsetzung folgen.
Für welchen Zweck dann gesammelt wird, entscheidet sich im Herbst.

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Ausgezeichnete Spendenverwendung

Schlaganfall-Hilfe arbeitet transparent

15. Januar 2015: Ausgezeichnete Spendenverwendung

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist erneut mit dem DZI Spendensiegel - dem Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen - ausgezeichnet worden. Es belegt, dass verantwortungsvoll mit Spendengeldern umgegangen wird.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit Sitz in Gütersloh ist erneut mit dem DZI Spendensiegel ausgezeichnet worden. Das mehr als 100 Jahre alte Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin prüft regelmäßig den seriösen Umgang von Organisationen mit Spendenmitteln.

 

„Das DZI Spenden-Siegel ist das Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen", urteilt das Zentralinstitut selbst über seine Auszeichnung. „Es belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht." Immer wieder wurde das Vertrauen von Spendern in den vergangenen Jahren durch oft undurchsichtige Organisationen missbraucht Deshalb arbeiten die meisten deutschen Medien bei Spendenaktionen nur noch mit DZI-geprüften Organisationen zusammen.

Das Spendensiegel, im Volksmund auch „Spenden-TÜV" genannt, hat sich laut Stiftung Warentest als „echtes Qualitätssiegel für Spendensammler" erwiesen. Geprüft wird, ob Organisationen transparent arbeiten, sparsam wirtschaften, ihre Spender wahrhaftig informieren und sich selbst wirksam kontrollieren, um Missbräuche auszuschließen.

 
Freuen sich über die Auszeichnung mit dem DZI Spendensiegel: die Vorstände Dr. Michael Brinkmeier (rechts) und Wolfgang Koeckstadt sowie die Gütersloher Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat, deren Arbeit durch Spenden finanziert wird.

Spenden an die Deutsche Schlaganfall-Hilfe fließen unter anderem in das Projekt „Schlaganfall-Lotse", den die Stiftung in ganz Deutschland etablieren möchte. Der Lotse betreut Patienten und Angehörige über einen längeren Zeitraum und hilft ihnen zurück ins Leben. Anke Siebdrat arbeitet als erste Schlaganfall-Lotsin seit 2012 mit großem Erfolg am Gütersloher Elisabeth-Hospital, gefördert mit Mitteln der Bürgerstiftung Gütersloh. Ein Projekt, das der Stiftungsgründerin und Präsidentin Liz Mohn besonders am Herzen liegt.