Vanessa Dohren beim Training zum Škoda Velothon Berlin (Foto: privat)
Die heute 32-Jährige hat im Alter von 28 Jahren einen Schlag-anfall erlitten. Eine Ursache ist neben der unglücklichen Kombination von Rauchen und Einnahme der Anti-Babypille wahrscheinlich auch der Stress, dem sie damals aufgrund ihrer beruflichen Situation ausgesetzt war. Inzwischen hat sich Vanessa Dohren sehr gut von den Folgen des Schlaganfalls erholt, lediglich eine leichte Spastik ist geblieben: „Man sieht mir eigentlich gar nichts mehr an. Da muss ich schon einen ganz schlechten Tag haben", berichtet die Wahlberlinerin.
Dass es ihr heute so gut geht, dafür ist sie allen Wegbegleitern wie Ärzten, Therapeuten, Freunden und Familie sehr dankbar. Nur ihren erlernten Beruf als Pferdewirtin musste sie aufgeben, da sich die körperlich anstrengende Arbeit mit der Zeit doch als zu schwer erwies: „Vor allem die Kälte hat mir zu schaffen gemacht", erinnert sich Vanessa Dohren. Momentan nimmt sie in einem Berufsförderungswerk an einer Umschulung zur Industriekauffrau teil, die ihr große Freude bereitet. Da sie zu den Klassenbesten gehört, sieht sie den 2011/2012 anstehenden Prüfungen mit berechtigter Zuversicht entgegen.
Um einen Ausgleich zu ihrer hauptsächlich sitzenden Tätigkeit zu haben, sucht die sportbegeisterte junge Frau immer wieder nach neuen Herausforderungen. So trainierte sie während der Wintermonate eifrig in der „Ersten Rehasportgruppe für junge Schlaganfall-Betroffene" in Berlin. Obwohl sie eine passionierte Radfahrerin ist, lag ihr der Gedanke, an einem Radrennen teilzunehmen, sehr fern. Im vergangenen Jahr lernte sie jedoch bei einem Treffen für junge Schlaganfall-Patienten in Erkner Johannes Reile kennen, der selbst drei Schlaganfälle überstanden hat.
Reile hat im vergangenen Jahr per Rad die Alpen überquert und sammelte dabei Spenden für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Johannes Reile regte Vanessa Dohren dazuan, sich für den Berliner Velothon anzumelden. „Als ich 60 km hörte, habe ich erst einmal nur entsetzt die Augen verdreht", schildert sie schmunzelnd. Doch inzwischen hat sich Vanessa mit der Distanz angefreundet. Vor zwei Monaten kaufte sie sich ein neues Fahrrad und trainiert seither ehrgeizig. Heute ist sie optimistisch, dass sie die geforderte Durchschnittsgeschwindig-keit von 23 km/h auch durchhalten kann. Sie wird in einem Trikot der Schlaganfall-Hilfe an den Start gehen. Damit will sie ein Zeichen setzen, dass man nach erfolgreicher Rehabilitation wieder sehr fit werden kann. Vanessa Dohren weiß zwar noch nicht, wie ihre leicht spastische Hemiparese auf 60 km Fahrradfahren in High-End-Speed reagiert, aber „wer bremst - verliert...!"