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Prävention

Wissen um Risikofaktoren

Ein Vielzahl von Studien belegen für den Schlaganfall besonders eindrucksvoll, dass durch eine konsequente Verminderung der wichtigsten Risikofaktoren ein großer Teil der Erkrankungen vermieden werden könnte. Dem gegenüber steht allerdings die Erkenntnis, dass die Übertragung des Studienwissens in den praktischen Alltag oft nur unzureichend gelingt.

Prävention und Gesundheitsförderung sind wichtige, bisher jedoch vernachlässigte Aufgabenfelder im deutschen Gesundheitswesen. Mit rund zehn Milliarden Euro werden in Deutschland aktuell nur etwa 4,5 Prozent aller Gesundheitsausgaben für Maßnahmen in diesen Bereichen verwendet. Angesichts des absehbar deutlich ansteigenden Versorgungsbedarfs für eine älter werdende Bevölkerung, ist ein Umdenken in der Gesundheitspolitik notwendig. Eine stärkere Orientierung auf die Vermeidung von Krankheiten und die Schaffung von geeigneten Strukturen hierfür sind zentrale Aufgaben der Zukunft.

 

Einführung von Präventionskonzepten

Herz-Kreislauferkrankungen als "Todesursache Nummer 1" sind für die Einführung von Präventionskonzepten besonders geeignet. Die Hauptrisikofaktoren für diese Erkrankungen sind bekannt und in der Mehrzahl verhaltensbedingt. Damit auch veränderbar. Andererseits ist aufgrund der zunehmenden Zahl von Menschen, bei denen die Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen vorliegen, mit einem deutlichen Gesamtanstieg der Erkrankungen zu rechnen.

Ein Vielzahl von Studien belegen für den Schlaganfall besonders eindrucksvoll, dass durch eine konsequente Verminderung der wichtigsten Risikofaktoren ein großer Teil der Erkrankungen vermieden werden könnte. Dem gegenüber steht allerdings die Erkenntnis, dass die Übertragung des Studienwissens in den praktischen Alltag oft nur unzureichend gelingt. In den letzten 20 Jahren konnte eine Senkung der durch Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt) bedingten Todesfälle in den westlichen Industrienationen erreicht werden. Derzeit scheint sich der Trend durch einen Anstieg des "tödlichen Trios" Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und Diabetes allerdings wieder umzukehren.

Ferner lässt sich gerade bei Kindern und jungen Menschen feststellen, dass die Anzahl der durch eine ungesunde Lebensweise bedingten Risikofaktoren in dieser Bevölkerungsgruppe ansteigt. Damit erhöht die Gefahr einer späteren Gefäßerkrankung bereits bei vielen jungen Menschen. Hieraus lässt sich ableiten, dass das stetig wachsende Wissen aus Medizin und Forschung noch besser in die Praxis und das Alltagsleben überführt werden muss. Unerlässlicher Baustein der Herz-Kreislauf-Prävention ist hierbei die zielgerichtete Aufklärung gerade auch der jüngeren Bevölkerung. Zusätzlich ist das systematische Erkennen von Menschen mit erhöhten Risikofaktorwerten (Screening) wichtig. Nur so kann die Entwicklung von Risikofaktoren verhindert und gefährdete Personen rechtzeitig erkannt werden.

Jeder Mensch - unabhängig von seinem Alter - kann etwas gegen den Schlaganfall tun!

Zusammenarbeit

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe leistet seit vielen Jahren mit bundesweiten Kampagnen, einem Risiko-Test und Informationsmaterialien einen wichtigen Beitrag zur Aufklärungsarbeit.

Neben dem Wissen um die eigenen Risikofaktoren und gegebenenfalls einer Lebensstilveränderung ist es von besonderer Bedeutung, dass Patienten mit erhöhten Risikofaktorwerten ärztlich behandelt werden. Hier kommt dem behandelnden Arzt auch in der Kommunikation mit dem Patienten eine zentrale Rolle zu.

Stiftungen, Ärzteschaft, Kostenträger und Gesundheitspolitik sind aufgefordert, gemeinschaftlich tragfähige Konzepte zu erarbeiten und im Sinne der betroffenen Bevölkerung umzusetzen!

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Risikofaktoren

Ein Schlaganfall kann jeden treffen - vom Säugling bis zum Greis

Grundsätzlich ist der Schlaganfall keine reine "Alterskrankheit". Allerdings: die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alter.

Grundsätzlich ist der Schlaganfall keine reine "Alterskrankheit". Allerdings: die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alter.

Einem Schlaganfall können nicht beeinflussbare und beeinflussbare Risikofaktoren zugrunde liegen. Wichtig zu wissen ist, dass die Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt, arterielle Verschlusskrankheit) sich gegenseitig beeinflussen und dieses negative Zusammenspiel sich in einem erhöhten "globalen" Gesamtrisiko äußert.

Nicht beeinflussbare Faktoren

Alter
Das Schlaganfall-Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. So ereignen sich fast 80 Prozent aller Schlaganfälle in der Altersgruppe der über 65jährigen. Aber auch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Man schätzt, dass ca. 10 Prozent aller Schlaganfall-Patienten jünger als 45 Jahre sind.


Vererbung
Ist in der Familie bereits ein Schlaganfall aufgetreten, sollten Familienmitglieder unbedingt eine konsequente Vorbeugung betreiben. Besonders dann, wenn eine oder mehrere der folgenden vererbbaren Erkrankungen aufgetreten sind: Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung, Herzfehler, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen.

Beeinflussbare Faktoren

Damit Sie wissen, worauf Sie achten sollten, finden Sie hier die wichtigsten Risikofaktoren einschließlich medizinisch empfohlener Wertebereiche.


Gemeinsamer Nenner der meisten Risikofaktoren und die Ursache für die meisten Schlaganfälle ist die Arteriosklerose.
Durch die Einlagerung von Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalzen wird die normalerweise elastische Gefäßwand zunehmend starr. Die glatte Innenwand der Gefäße wird rau, die Ablagerungen wachsen an, so dass sich das Gefäß immer mehr verengt. Dort können Blutgerinnsel (Thromben) entstehen, die in kleinere Hirnarterien geschwemmt werden können und diese verschließen.

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Prävention

Risikofaktorenwahrnehmung - EMNID-Befragungen 1995-1996 und 2000-2001

Die Bekanntheit der Risikofaktoren des Schlaganfalls in der deutschen Wohnbevölkerung hat sich in einem Zeitraum von fünf Jahren deutlich verbessert. Jedoch wird der Zusammenhang einiger Erkrankungen mit dem Auftreten eines Schlaganfalls noch unterschätzt. 

EMNID-Befragungen zur Veränderung der Wahrnehmung der Risikofaktoren für den Schlaganfall in der deutschen Bevölkerung

Die Bekanntheit der Risikofaktoren des Schlaganfalls in der deutschen Wohnbevölkerung hat sich in einem Zeitraum von fünf Jahren deutlich verbessert. Jedoch wird der Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und dem Auftreten eines Schlaganfalls in der Bevölkerung unterschätzt. Zu diesen Ergebnissen kommen die repräsentativen EMNID-Befragungen zur Wahrnehmung der Risikofaktoren für den Schlaganfall in der deutschen Bevölkerung.
 

In den Jahren 1995-1996 und 2000-2001 wurden von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Kooperation mit der Barmer-Ersatzkasse und Sanofi-Synthelabo bundesweite Aufklärungskampagnen zum Krankheitsbild Schlaganfall initiiert. Im Rahmen dieser Aufklärungsprogramme wurden durch TNS EMNID zwei Befragung zum Wissen der Bevölkerung über Schlaganfall-Risikofaktoren durchgeführt. Hierzu wurde eine repräsentative Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung ausgewählt und die Teilnehmer aufgefordert, ihre subjektive Wahrnehmung hinsichtlich des Schlaganfall-Risikos für häufige vaskuläre Risikofaktoren in vier Kategorien einzustufen.

Ziel der beiden repräsentativen Umfragen war es, die Einstellungen und Veränderungen zur Wahrnehmung der Schlaganfall-Risikofaktoren in der deutschen Bevölkerung in diesem 5-Jahres-Zeitraum zu ermitteln.

Insgesamt wurden 8.193 Personen befragt (4.081 im Zeitraum 1995-1996; 4.112 im Zeitraum 2000-2001). Etwas mehr als 40 Prozent der Teilnehmer waren 50 Jahre und älter, der Frauenanteil lag bei 52,5 Prozent.

  • Bluthochdruck wurde von fast zwei Dritteln der Befragten mit der höchsten Kategorie für ein Schlaganfall-Risiko bewertet.
  • Ca. 50 Prozent der Befragten sahen Rauchen, Hypercholesterinämie und Übergewicht als großes Risiko an.
  • Ein Drittel der Teilnehmer glaubten, dass übermäßiger Alkoholkonsum ein großes Risiko ist.
  • Nur 26 Prozent der Befragten bewerteten Diabetes mellitus als großes Risiko für den Schlaganfall.

Der Anteil der Teilnehmer, der diese Faktoren für ursächlich für die Entstehung eines Schlaganfalls hielt, war in der Umfrage 2000-2001 durchgehend höher als 1995-1996.

Detaillierte Analysen wurden in Kooperation mit dem Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster und mit der Universität Bielefeld Bereich Public Health durchgeführt und sind mittlerweile auch in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW 2006, 131:314-318) veröffentlicht.