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1. Rehaforum Schlaganfall fand in Bielefeld statt
Schlaganfall-Hilfe verbessert Versorgung in OWL
„Gemeinsame Impulse für mehr Versorgungsqualität in unserer Region" lautete der Titel des 1. Rehaforums Schlaganfall in Ostwestfalen-Lippe. Rund 100 Fachleute aus der Region folgten der Einladung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und ihres Kooperationspartners Otto Bock HealthCare. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten und anderen Beteiligten in der Region soll die Versorgung zukünftig verbessern, so das Ergebnis.
Die Schlaganfall-Versorgung in Deutschland sei nicht in allen Punkten optimal, so Prof. Dr. Heinrich Audebert, Chefarzt an der Berliner Charité. Dabei stellte er weniger die Qualität der einzelnen Leistungen in Frage, sondern kritisierte vielmehr das fehlende Gesamtkonzept. Eine früh einsetzende, konsequente Rehabilitation und eine Integration der Versorgungssektoren seien nötig, so der Input des Experten zu der Fachtagung.
Die Schlaganfall-Hilfe und Otto Bock HealthCare hatten mit Unterstützung des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen, des Instituts Arbeit und Technik und des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) eingeladen. Im Rahmen der Initiative „Mobil nach Schlaganfall" streben die Schlaganfall-Hilfe und Otto Bock eine Qualitätsverbesserung der Versorgung insbesondere in der Rehabilitation und Nachsorge an.
Die Initiative startet exemplarisch mit drei Rehaforen Schlaganfall. Das Konzept: Unter Moderation der Schlaganfall-Hilfe und mit wissenschaftlicher Begleitung analysieren die an der Versorgung Beteiligten die Schwachstellen speziell in ihrer Region und erarbeiten gemeinsam Lösungen zur Verbesserung. Basis ist eine durch die Schlaganfall-Hilfe durchgeführte Regionalanalyse. Der Verbesserungsprozess wird durch die Schlaganfall-Hilfe weiter begleitet, Ergebnisse sollen dabei auch anderen Regionen zugute kommen.
Prof. Dr. Matthias Sitzer, Chefarzt am Klinikum Herford, betonte, dass die Akut-Versorgung in Deutschland relativ gut entwickelt und ausreichend finanziert sei. Nachholbedarf sah er wie die meisten Teilnehmer in Rehabilitation und Nachsorge. Dr. Thomas Brand, Chefarzt der Marcus Klinik in Bad Driburg, wies darauf hin, dass die Rehabilitation in Deutschland auf „schmalen Schultern" ruhe und wenig wissenschaftliche Unterstützung erfahre.
Über diese allgemein gültigen Erkenntnisse entdeckten die Beteiligten in drei Workshops auch regionale Schwachstellen, an denen sie in Zukunft arbeiten wollen. Insbesondere an den Schnittstellen zwischen Akut und Rehabilitation und beim Übergang in die Nachsorge seien noch deutliche Verbesserungen zu erzielen. Ein durchgängiges Case Management Konzept sei auf Dauer unerlässlich.
Unterschiedliche Qualitätsstandards wurden nicht nur in dem Einladungsworkshop „Brückenschläge" deutlich. Für die Beteiligten ist im Behandlungsprozess nicht immer deutlich, nach welchen Kriterien gesteuert wird. Und an einer systematischen Auswertung von Daten fehle es nach wie vor.
Dr. Andreas Kannenberg (Otto Bock HealthCare) freute sich über die Bereitschaft aller Beteiligten, die Qualität der Versorgung weiterhin konsequent zu verbessern, „obwohl wir uns schon auf einem recht hohen Niveau befinden". Und Franca Piepenbrock kündigte für die Schlaganfall-Hilfe an, den Prozess in Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit dem ZIG weiterhin zu moderieren und zu unterstützen, insbesondere durch das in der Stiftung entwickelte Modell des qualitätsgesicherten Case Managements.
Die Ergebnisse des 1. Rehaforums Ostwestfalen werden noch ausgewertet, in Kürze sollen die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer integrierten Schlaganfall-Versorgung in OWL geplant werden.