Richtig handeln bei
Schlaganfall
Aktion Kinder
Schlaganfall-Hilfe

Newsletter

Web Content Anzeige

Hilfsmittel fördern die Mobilität

 

Eine Frau geht auf einen Rollator gestützt neben einem Mann her, der seine Hand auf ihre legt,

Um die Mobilität zu fördern, gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die das Leben erleichtern. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr auf die kleinen Helfer verlassen. Oberstes Ziel ist, möglichst ohne deren Unterstützung zu leben, denn ansonsten können zum Beispiel krankengymnastische Bemühungen zur Wiederherstellung einer möglichst hohen Selbständigkeit behindert werden.

Eine Frau geht auf einen Rollator gestützt neben einem Mann her, der seine Hand auf ihre legt,  

Um die Mobilität zu fördern, gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die das Leben erleichtern. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr auf die kleinen Helfer verlassen. Ziel ist es möglichst ohne deren Unterstützung zu leben. Denn zum Teil behindern sie krankengymnastische Bemühungen zur Wiederherstellung einer möglichen Selbständigkeit.
Oft sind spezielle Hilfsmittel nur für einen begrenzten Zeitraum sinnvoll und notwendig. Wird die Mobilität besser, kann wieder darauf verzichtet werden. Das gilt beispielsweise für Rollstühle, die oft nur in der ersten Zeit nach dem Schlaganfall nötig sind.

Die Anpassung der Hilfsmittel sollten Fachleuten vornehmen. In der Regel übernehmen Hausarzt, Physiotherapeut und Orthopädiemechaniker diese Aufgabe.

Was genau sind Hilfsmittel, wie kommen sie zum Patienten und wie sieht es mit der Finanzierung aus? Unser Hilfsmittelführer hilft Ihnen, einen Überblick zu bekommen.

Rollstuhl

Ist ein Rollstuhl nötig, dann muss er individuell angepasst sein. Sitzhöhe, -breite und -tiefe sowie die Form der Fußstützen und der Rücken- und Armlehnen müssen richtig eingestellt sein. Wenn Patienten dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sollte ein durchsichtiger Rollstuhltisch angebracht werden. Denn der schränkt das Blickfeld des Patienten beim Manövrieren nicht ein.

Gehhilfen

Wer wieder etwas besser gehen kann, kann einen sogenannte Vierpunktstock nutzen.  Das ist ein Leichtmetallstock mit vier Füßen. Beim Gehen ist auf den Rhythmus "gesundes Bein - Stock - krankes Bein" zu achten.

Allerdings: Bei jeder Anwendung von Stützhilfen wird der Körperschwerpunkt des Patienten auf die gesunde Seite verlagert. Dadurch entsteht ein widernatürliches, unphysiologisches Gangmuster. Das normale Gleichgewichtsgefühl wird unterdrückt. Deshalb sollten normale Gehstöcke erst dann zum Einsatz kommen, wenn nur noch eine Balancehilfe zur Steigerung des Sicherheitsgefühls nötig ist.

Hilfsmittel in Haushalt und Freizeit

Bei einer Halbseitenlähmung sollte immer auch die betroffene Hand mit eingesetzt werden - selbst, wenn es "nur" um das Halten geht. Beim Abwasch zum Beispiel ruhig die kranke Hand mit in das Wasser tauchen, denn das stimuliert. 

Auch "Alltagstricks" helfen manchmal: Reißverschlüsse lassen sich auch von einem Halbseitengelähmten problemlos schließen, wenn am unteren Ende eine Schlaufe angebracht wird. Mit Hilfe der Schlaufe kann die kranke Hand den Reißverschluss festhalten, während ihn die gesunde Hand hochzieht.

Gut für Arbeiten am Tisch ist eine Anti-Rutsch-Unterlage, auf der beispielsweise der kranke Arm liegen kann. Sie dient auch dazu, ein Rutschen von Telefon oder Schreibunterlage zu verhindern. Diese Unterlage ist ebenso wie Schraubverschlussöffner, Küchenreiben, Essbesteck, Kartoffelschäler oder Fixierbretter im Sanitätshandel, in Kaufhäusern oder Haushaltswarengeschäften zu bekommen.

Menschen, die gerne schreiben, sollten sich eine Schreibmaschine oder einen Computer anschaffen.  Lehr- und Arbeitsbücher für das einhändige Schreiben gibt es im Handel.

Bei Schwierigkeiten mit einem normalen Telefon bieten sich Geräte an, die ein Halten des Hörers unnötig machen, wie etwa solche mit einer Freisprechanlage.

Hobbys

Freizeitaktivitäten können und sollten weiterhin verwirklicht werden. Vielleicht muss manches ein bisschen verändert werden, doch auch dafür gibt es Hilfsmittel. Für passionierte Kartenspieler gibt es beispielsweise eine einfache Karten-Haltevorrichtung.

Röhrenförmige Griffverdickungen sind notwendig bei Störungen der Feinmotorik. Sie können über schlecht zu greifende Gegenstände wie Stifte oder Schlüssel gestülpt werden. Wer gerne malt, kann damit Stifte oder Pinsel besser greifen. Wenn nötig gibt es auch Greifhilfen, um weit entferntere Gegenstände packen zu können.

Web Content Anzeige

Schlaganfall-Hilfe-Minis

Sie geben Reisenden Sicherheit

Der Weg zum Reiseziel sowie der Aufenthalt am Urlaubsort sollen entspannt und erholsam sein. Dazu gehört ein Gefühl der Sicherheit. Das gilt für gesunde, aber auch besonders für Menschen mit Gesundheitsrisiken und Vorerkrankungen. Mit unseren kostenlosen "Minis" sind Sie gut vorbereitet.

Einen Schlaganfall erkennt man... woran? Und was macht man, wenn man die Symptome erkannt hat?

50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland würden bei Entdeckung von Schlaganfall-Symptomen nicht den Notarzt über den Notruf 112 verständigen, viele hoffen, dass die Beschwerden wieder verschwinden. Ein gefährlicher Irrtum. Tritt ein Schlaganfall auf, zählt jede Minute. Daher ist es auch und gerade auf Reisen wichtig:
Nicht warten – starten!
Schlaganfall Symptome = Notruf 112
(gilt in der gesamten EU!)

Damit Sie helfen können und damit Ihnen im Notfall schnell und gezielt geholfen werden kann, haben wir die Schlaganfall-Hilfe-Minis entwickelt.

 
  • Mini 1: Die Schlaganfall-Symptom-Checkkarte

Wer einen Schlaganfall erleidet nimmt die Symptome oft nicht ernst; Helfenden stellt sich im Notfall die Frage „Was soll ich tun?". Die Symptom-Checkkarte im Kreditkartenformat hilft in diesen Situationen. Fünf Fragen machen es Ihnen ganz leicht, einen Schlaganfall schnell zu erkennen und dann richtig zu handeln.

Die Symptom-Checkkarte können Sie zusammen mit der FAST-Testkarte und dem Notfall-Ausweis in unserem Online-Shop bestellen.

 

 
  • Mini 2: Besonders für Schlaganfall-Betroffene - Der Schlaganfall-Patienten-Pass

Die Angst vor einem weiteren Schlaganfall reist bei vielen Schlaganfall-Betroffenen mit: im Urlaub, in der Freizeit oder beim Einkaufsbummel. Was tun, wenn die ersten Anzeichen spürbar sind? Was tun, wenn die Sprache versagt?

Der Schlaganfall-Patienten-Pass kann helfen. Er beinhaltet alle Erstinformationen, die der Notarzt oder der Rettungsdienst benötigt: Persönliche und medizinische Daten, Medikamente, behandelnder Arzt, aber auch wer im Notfall zu verständigen ist sowie eine Vorsorgevollmacht. Ein Ausweis, der in jeder Lebenslage hilft - und in jede Brieftasche passt.

Unser Service für Sie: Ihr persönlicher Schlaganfall-Patienten-Pass - hier downloaden, speichern und ausdrucken.

Einfach und kostenfrei erhalten Sie ein PDF, in das Sie gleich per Computer Ihre Daten eintragen können. Danach speichern Sie Ihren Pass und drucken ihn aus. Änderungen können Sie in Ihrem gespeicherten Dokument jederzeit vornehmen.
Selbstverständlich können Sie sich den Pass auch erst ausdrucken und dann handschriftlich Daten eintragen.

Damit Sie Ihren Pass immer bei sich tragen können, finden Sie auf dem Formular eine Faltanleitung, die das Blatt auf die Größe einer Scheckkarte komprimiert und es so ermöglicht, dass der Schlaganfall-Patienten-Pass in jedes gängige Portemonnaie hinein passt.

 

Für den sicheren Start in den Urlaub: Unsere Reisecheckliste

 

Wir haben für Sie eine Checkliste vorbereitet, die Ihnen beim sicheren Start in den Urlaub hilft: Denken Sie an ausreichende Medikamente! Die Auslandskrankenversicherung! Notruf-Nummern!

Einfach die Reisecheckliste ausdrucken und "abarbeiten". Dann kann die Reise beginnen.

 

Gesundheits-Tipps für Reise und Urlaubsaufenthalt

Durch Sommer-Hitze ist das Herz-Kreislaufsystem oft stark belastet und das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden damit erhöht. „Passen Sie Ihre Aktivitäten den Temperaturen an. Überfordern Sie sich nicht.", so Dr. Christian Dohmen, Neurologe.

Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie die Reise und den Urlaubsaufenthalt so gut wie möglich genießen können:

  • Wenn Sie unter einer Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems oder Bluthochdruck leiden, dann lassen Sie sich vor einer Reise von Ihrem Hausarzt beraten. Er kann Ihnen sagen, welche Anstrengungen Sie sich zumuten können.
  • Überprüfen Sie, ob Sie noch einen ausreichenden Medikamentenvorrat für die Reise haben, ansonsten den Arzt um Rezeptausstellung bitten.
  • Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport im Krankheitsfall ab. Eine solche Versicherung kostet nicht viel und schützt Sie im Ernstfall vor hohen Kosten.
  • Vermeiden Sie lange Autofahrten bei extremer Hitze. Besonders die Mittagshitze belastet den Herz-Kreislauf. Genauso belastend: große Temperaturunterschiede durch eine Klimaanlage im Auto. Regeln Sie die Temperatur lieber nicht zu weit herunter.

 

 

Thrombose - ein Schlaganfall Risiko!
Stundenlanges Sitzen ohne Bewegung im Auto, Zug oder Flugzeug kann den Blutfluss in den Venen stocken lassen. So bilden sich Blutgerinnsel, die Venen verstopfen und das kann zu einer Thrombose führen.
Unser Tipp:

  • Beine nicht übereinander schlagen und Knie nicht zu stark beugen
  • Fußraum nicht unnötig (durch Gepäck) einschränken
  • bequeme und lockere Kleidung tragen
  • wenn Sie bereits ein Thrombose-Risiko haben, empfehlen wir Stütz-, bzw. Kompressionsstrümpfe oder Thromboseprophylaxestrümpfe
  • Bewegungspausen einlegen:
    • auf der Stelle laufen, leicht federn, Füße dabei von der Ferse auf die Zehen rollen
    • Kniebeugen machen, Rücken gerade halten, so weit Sie hinunter kommen und so oft Sie können
    • eine Fußspitze am Boden aufsetzen, das jeweils andere Bein nach vorne anheben, den Fuß strecken und anziehen
    • abwechselnd mit sanftem Druck von den Fersen auf die Ballen abrollen und umgekehrt
    • beide Fersen bleiben am Boden, Fußspitzen anheben und kräftige Drehbewegungen nach innen und außen machen, 20-30 Mal
    • Füße abwechselnd mit der ganzen Fußsohle am Boden fest heranziehen und wieder vorstrecken. 20-30 Mal.

 

Trinken, Essen, Medizin

  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Flüssigkeit. Die besten Durstlöscher sind Mineralwasser (bei Bluthochdruck natriumarmes Mineralwasser), verdünnte Obstsäfte und kalter Tee.
  • Nehmen Sie leichte Kost zu sich (Obst, Gemüse, Fisch, Vollkornprodukte). Das entlastet den Organismus.
  • Teilen Sie Medikamente auf Reisen zwischen Hand- und Reisegepäck auf! (Falls Sie eines der Gepäckstücke verlieren, haben Sie zumindest noch einen kleinen Vorrat.)
  • Lagern Sie Medikamente am Urlaubsort unbedingt so, wie es der Beipackzettel vorgibt!

Web Content Anzeige

Autofahren muss nicht passé sein

 

Darf und kann man nach einem Schlaganfall ein Auto steuern? Diese Frage ist nicht einfach mit „ja" oder „nein" zu beantworten. Führerscheininhaber sollten sich jedoch nach einem Schlaganfall nicht einfach wieder ans Steuer setzen. Auch für Führerschein-Neulinge nach Schlaganfall ist Beratung vorab das A und O. Sibylle Reiter hat sich mit dem komplexen Thema auseinandergesetzt.

 

Einen Königsweg gibt es nicht, aber die Erfahrung zeigt: Der behandelnde Arzt, die Straßenverkehrsbehörde (auch Fahrerlaubnisbehörde oder Führerscheinstelle) und Fahrlehrer, die auf die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen spezialisiert sind, können kompetent Auskunft geben. Einer von ihnen ist Joachim Naase aus Mettmann bei Düsseldorf. Er ist Experte im doppelten Sinn. Zum einen kennt er aus seiner jahrelangen Arbeit die richtigen Wege zur (Wieder-)Erlangung einer Fahrerlaubnis. Zum anderen hat sein Sohn Tim im Alter von neun Jahren einen Schlaganfall erlitten und als Teenager den Führerschein erworben. Tim hatte Glück, er hat seinen Schlaganfall ohne Nachwirkungen überwunden. Den heute 21-jährigen Abiturienten, der gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, unterschied als Fahrschüler nichts von den anderen Prüflingen. „Aber jeder Fahrerlaubnisanwärter muss bei der Anmeldung auch einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Gegebenenfalls fordert das Straßenverkehrsamt dann Auflagen ein", erklärt Joachim Naase.

Mögliche Folgen eines Schlaganfalls – Halbseitenlähmung, Gleichgewichtsstörung, Konzentrationsstörung, Sehprobleme oder Einschränkung des Gesichtsfeldes – können dem Führen eines Kfz entgegenstehen. Es reicht nicht aus, sich das Autofahren selbst wieder zuzutrauen. „Ich habe ja einen Führerschein, wird schon gehen!" – diese Einstellung kann verhängnisvoll sein. Denn jeder Autofahrer trägt Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Wer nach einem Schlaganfall keine Vorsorge für die Teilnahme am Straßenverkehr trifft und einen Unfall hat, muss haften, denn die Versicherung zahlt dann den Schaden nicht.

Aber nicht jeder Patient hat dieselben Voraussetzungen. „Die zuständige Behörde muss die Fahreignung überprüfen und bestätigen" erklärt Fahrlehrer Joachim Naase und ergänzt: „In manchen Fällen schreibt die Behörde die Patienten an, wenn sie Kenntnis von der Erkrankung hat, auch die behandelnden Ärzte weisen die Patienten in der Regel darauf hin, dass die Fahreignung zu überprüfen ist."

Naase rät insbesondere Berufstätigen und Führerschein-Neulingen, erst einmal nach Kostenträgern zu suchen. Denn unterzeichnet man einen Vertrag mit einer Fahrschule ohne vorherige Rücksprache mit dem Kostenträger, zahlt dieser dann nicht mehr. Weiterer Rat von Joachim Naase: „Die Umrüstung eines Fahrzeugs erst in Auftrag geben, wenn die Fahrerlaubnis definitiv erteilt ist". Auf Messen, bei spezialisierten Firmen und in Fahrschulen können Umbauten und Hilfsmittel angeschaut und getestet werden – sie müssen nach Einbau ins eigene Fahrzeug vom TÜV (westliche Bundesländer) oder von der Dekra (östliche Bundesländer) abgenommen und von der Behörde im Führerschein eingetragen werden.
 
Vorbildlich hat Harald Bauer (52) aus Heiligenhaus gehandelt: Nach einem Schlaganfall im Januar 2012 leidet er unter einer Halbseitenlähmung links. Er ließ sich ein medizinisches Gutachten von einem Verkehrsmediziner ausstellen und ging damit zur Fahrschule Naase, wo er neun Doppel-Fahrstunden absolvierte. Danach legte er die praktische Fahrprüfung bei einem TÜV-Prüfer neu ab. „Die Theorieprüfung musste ich nicht mehr machen, denn ich hatte ja bereits einen Führerschein." Mit der Bescheinigung über die bestandene praktische Prüfung ging Harald Bauer zur Straßenverkehrsbehörde, gab seinen alten Führerschein ab und bekam einen neuen ausgestellt. Darin ist eingetragen, dass er ausschließlich ein Auto mit Automatikgetriebe und Lenkrad-Knauf fahren darf. Sein altes Auto musste Bauer verkaufen, nun steht der Kauf eines neuen oder gebrauchten, auf jeden Fall aber umgerüsteten Fahrzeugs, an. Da die neue Fahrerlaubnis inklusive Gutachten etwa 2.000 Euro gekostet hat, die er selbst bezahlen musste, ist das auch eine finanzielle Frage. „Ich bekomme Erwerbsminderungsrente, daher gibt es für mich keinen Kostenträger, der mich hier entlastet", erklärt Bauer.

Fahrschulen für Menschen mit Behinderungen finden Sie in diesem Dokument (PDF).

Web Content Anzeige

Autofahren nach dem Schlaganfall – In wenigen Schritten sicher mobil

 

Ein Mann sitzt im Rollstuhl und steht mit diesem vor einer geöffneten Fahrertür eines Autos.

Sich einfach hinter das Steuer setzen und los fahren, das ist für die meisten Menschen selbstverständlich und alltäglich. Auch nach einem Schlaganfall weiterhin mit dem Auto mobil zu sein, ist durchaus möglich, dennoch gilt es Einiges zu beachten. 

Ein Mann sitzt im Rollstuhl und steht mit diesem vor einer geöffneten Fahrertür eines Autos.  

Sich einfach hinter das Steuer setzen und los fahren, das ist für die meisten Menschen selbstverständlich und alltäglich. Autofahren ist für alle Altersgruppen von großer Bedeutung, um flexibel und schnell die täglichen Dinge des Lebens zu erledigen. Mobil sein trotz Schlaganfall, mit ein paar persönlichen Vorkehrungen ist das durchaus wieder möglich. Wie, das lesen Sie in unserer Checkliste.

Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) schreibt vor, dass Betroffene selber Vorsorge für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr treffen. Das bedeutet, sich durch Vorlage von bestimmten Gutachten amtlich die Eignung bestätigen zu lassen.

Wer aber fahruntauglich ist und sich trotzdem hinters Steuer setzt, gefährdet sich und andere, macht sich strafbar und verliert zudem seinen Versicherungsschutz. Einfach darauf zu vertrauen, dass die Behörde nichts vom Schlaganfall mitbekommt, kann schlimme Folgen haben.
Der Gesetzgeber verlangt von jedem Führerscheinbesitzer, „in geeigneter Weise Vorsorge" zu treffen. Erschreckend wenig Patienten nehmen sich das zu Herzen. Zudem werden Schlaganfall-Patienten von widersprüchlichen oder falschen Auskünften verunsichert.

Ein Schlaganfall bedeutet nicht, dass man nicht mehr Auto fahren darf. Beachten Sie folgende Hinweise und in wenigen Schritten besitzen Sie wieder einen gültigen Führerschein.

Schritt eins: Gutachten einholen

Lassen Sie Ihre Fahrtauglichkeit überprüfen. Holen Sie zuerst ein fachärztliches Gutachten ein. Das können der Entlassungsbericht einer Reha-Klinik und das Gutachten eines Neurologen mit verkehrsmedizinischer Qualifikation sein. Der Arzt beurteilt, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Dazu zählen beispielweise zusätzliche Fahrstunden, der Besuch beim Augenarzt oder neuropsychologische Untersuchungen. Die Adressen von Ärzten mit verkehrsmedizinischer Qualifikation erfahren Sie von Ihrem Hausarzt oder Neurologen oder dem Gesundheitsamt, TÜV oder der Führerscheinstelle.

Schritt zwei: Behörde informieren

Informieren Sie Ihre Führerscheinstelle und legen Sie dort Ihr ärztliches Gutachten vor. Ihr Gutachten darf nicht älter als sechs Monate sein und sollte eine Aussage über Ihre Fahreignung enthalten. In Einzelfällen ordnet die Behörde zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung an, die sogenannte MPU. Die MPU können Sie bei einer amtlich anerkannten Untersuchungsstelle des TÜV oder der DEKRA vornehmen lassen.

Schritt drei: Fahrzeug umbauen

Können Sie sich nach einem Schlaganfall nur noch eingeschränkt bewegen? Dann lassen Sie prüfen, ob Ihr Fahrzeug umgerüstet werden muss. Im gesamten Bundesgebiet gibt es spezielle KFZ-Betriebe, die Autos maßgeschneidert umbauen. Dort können Sie zum Beispiel das Gaspedal von rechts nach links verlagern und einen Knopf am Lenkrad anbringen lassen. Die Umbaumaßnahmen müssen Sie durch den TÜV oder die DEKRA abnehmen lassen. Mit einem umgerüsteten Fahrzeug müssen Sie außerdem eine Fahrprobe ablegen.

Schritt vier: Fahrtauglichkeit überprüfen

Gewinnen Sie wieder Fahrsicherheit und nehmen Sie Fahrstunden bei einer Behindertenfahrschule. Dort sind die Fahrlehrer speziell geschult, verfügen über langjährige Erfahrung und bereiten Sie gegebenenfalls gezielt auf die Prüfung vor. Die Fahrprüfung legen Sie dann beim TÜV oder bei der DEKRA ab.

Die Entscheidung

Eine Hand liegt auf einem Lenkrad.  

Haben Sie das fachärztliche Gutachten, eventuell die MPU sowie die Fahrprobe durchlaufen und bei der Führerscheinstelle eingereicht, entscheidet die Behörde, ob Sie weiter Auto fahren dürfen. Achten Sie darauf, dass Sie eine Bestätigung für Ihr abgegebenes Gutachten erhalten. Bis auf wenige Ausnahmen werden Führerscheine der Klasse zwei für Lastkraftwagen und für das Führen von Fahrzeugen der Fahrgastbeförderung wie zum Beispiel Bus, Taxi oder Straßenbahn nicht wieder zugelassen.

Welche Kosten können entstehen?

Planen Sie für das fachärztliche Gutachten je nach Umfang 300 bis 600 Euro ein. Eventuell kommen noch Kosten für ein neuropsychologisches Gutachten hinzu. Benötigen Sie aufgrund eines Fahrzeugumbaus einen neuen Führerschein, entstehen Ihnen sowohl für den neuen Führerschein als auch für die Umrüstung des Fahrzeugs weitere Kosten. Für die Fahrprobe zahlen Sie dann beim TÜV oder bei der DEKRA zwischen 200 bis 300 Euro. Hinzu kommen zwischen 70 und 100 Euro pro Fahrstunde bei einer Fahrschule.

Rechtzeitig Kostenbeihilfe beantragen

Sind Sie infolge einer Behinderung dauerhaft auf Ihr Fahrzeug angewiesen, um zu Ihrer Ausbildungsstätte oder zu Ihrem Arbeitsplatz zu gelangen? Dann versuchen Sie, Kostenbeihilfe zu beantragen. Informieren Sie sich beim Arbeitsamt oder beim Rentenversicherungsträger.
Wichtig: Informieren Sie sich rechtzeitig. Grundsätzlich müssen Sie alle Anträge gestellt haben, bevor Sie eine Leistung in Anspruch nehmen.

Unser Tipp: Beantragen Sie einen Behindertenausweis!

Nach einem Schlaganfall können Sie beim Versorgungsamt (Bezeichnung je nach Bundesland unterschiedlich) einen Behindertenausweis beantragen. Wird in Ihrem Ausweis „aG" (Abkürzung für außergewöhnlich Gehbehindert) vermerkt, dürfen Sie Behindertenparkplätze nutzen. Als Besitzer eines aG-Ausweises sind Sie zu 100 Prozent von der KFZ-Steuer befreit. Mit Merkzeichen „G" haben Sie 50 Prozent KFZ-Steuer-Befreiung.
Wenn Sie von der KFZ Steuer befreit sind oder eine Ermäßigung erhalten haben, dürfen nur Sie persönlich als Fahrzeughalter oder zusammen mit einer Begleitperson das Fahrzeug benutzen. Das heißt, Sie dürfen das steuerbegünstigte Fahrzeug nicht anderen Personen überlassen.
 

Zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein, haben Sie ein sicheres Fahrgefühl und seien Sie rechtlich abgesichert.

Web Content Anzeige

Online-Infos über defekte Lifte

 

Die interaktive Seite www.brokenlifts.org liefert aktuelle Meldungen über Aufzugsausfälle im Berliner Nahverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zeichnete den Berliner Verein Sozialhelden e.V. jetzt für sein Projekt mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2016 aus.

 

Die interaktive Seite www.brokenlifts.org liefert aktuelle Meldungen über Aufzugsausfälle im Berliner Nahverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zeichnete den Berliner Verein Sozialhelden e.V. jetzt für sein Projekt mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2016 aus.

"Für mich als Rollstuhlfahrer ist es ein großes Hindernis, wenn ich nicht weiß, ob ein Aufzug funktioniert oder nicht, weil ich komplett darauf angewiesen bin", erklärt Sozialhelden-Vorstand Raul Krauthausen. Defekte Aufzüge an Bahnhöfen sind für Menschen, die auf Rollstühle und Gehhilfen angewiesen sind und Familien mit Kinderwagen, ein großes Problem. "Dadurch habe ich oft Umwege von 30 Minuten oder mehr", sagt Krauthausen.

Auf brokenlifts.org können Nutzer Informationen über defekte Aufzüge finden und selbst Störungen melden. "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, weil sie uns motiviert, an dem Projekt weiter zu arbeiten und es auch über Berlin hinaus anzubieten", erklärte Sozialhelden-Geschäftsführer Jonas Deister auf der Preisverleihung. Erste Interessenten wie die Aufzugshersteller Schindler und thyssenkrupp wurden bereits gefunden, um die Informationsangebote zu Aufzugstörungen bundesweit und international auszubauen. "Neben den Aufzugsherstellern möchten wir auch gerne mit regionalen Verkehrsverbünden über Lösungen sprechen. Das Projekt ist so gebaut, dass es auch auf andere Regionen übertragbar ist", so Jonas Deister.

Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich der Berliner Verein Sozialhelden. Alle Projekte weisen auf soziale Probleme hin, fördern gesellschaftliches Umdenken und erhöhen die Bereitschaft zu sozialem Engagement. Mitmachen kann jeder, der kreative Ideen hat und diese nutzen möchte, um anderen Gutes zu tun. „Für uns kann jede/r ein/e SOZIALHELD/IN sein" ist der Slogan des Vereins. Mehr Informationen über die Projekte der Sozialhelden www.sozialhelden.de

Web Content Anzeige

Barrierefrei unterwegs in der Stadt

 

Mit Rolli oder Gehhilfe unterwegs in einem unbekannten Viertel, das verursacht vielen Menschen immer noch ungute Gefühle. Jede Stufe kann das geplante Vorhaben abrupt beenden. Die „Wheelmap" will das ändern.

 

Mit Rolli oder Gehhilfe unterwegs in einem unbekannten Viertel, das verursacht vielen Menschen immer noch ungute Gefühle. Jede Stufe kann das geplante Vorhaben abrupt beenden. Die „Wheelmap" will das ändern.

2010 fiel der Startschuss für dieses Projekt der „Sozialhelden". Der Berliner Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit innovativen Ideen die Realisierung einer inklusiven Welt zu schaffen. Die „Sozialhelden" sind gemeinnützig, ihre zehn Mitarbeiter und deren Projekte werden durch Spenden und Sponsorengelder finanziert. Die „Wheelmap" ist das größte Projekt des Vereins, vier Mitarbeiter sind Vollzeit damit beschäftigt.

 

Was ist die Wheelmap? Sie ist eine interaktive Karte, in der die Zugänglichkeit von Orten gekennzeichnet ist. Das Besondere an dem System: es ist ein so genanntes Open Source System. Ähnlich wie andere Wissensdatenbanken (Wikipedia) lebt es davon, dass Nutzer es nicht nur anwenden, sondern selbst ihre Erfahrungen einbringen und Orte beschreiben.

„Das Kriterium für uns ist nicht die komplette Barrierefreiheit, sondern die Zugänglichkeit eines Ortes", erläutert Andi Weiland, einer der Initiatoren. Durch diese vergleichsweise einfache Bewertung im Ampelsystem ist das Programm leicht zu handhaben und wird gut angenommen. Neben der Zugänglichkeit eines Ortes wurde das System jetzt um ein weiteres Kriterium erweitert, das Vorhandensein einer behindertengerechten Toilette.

Richtig durchgestartet ist Wheelmap erst durch die Entwicklung einer App. Die haben sich mittlerweile 50.000 Nutzer heruntergeladen. An jedem Ort können sie jetzt ihre gerade gemachten Erfahrungen eingeben, 300 bis 500 neue Orte fließen so täglich in das System. Insgesamt verfügt Wheelmap jetzt über mehr als 600.000 Ortsbeschreibungen. Neben einer Bewertung können die Ortsbeschreiber auch ein Bild hochladen oder durch einen Kommentar weitere Informationen anfügen.

„In Berlin haben wir schon eine Abdeckung von 50 Prozent", berichtet Andi Weiland nicht ohne Stolz. Damit Nutzer sich in diesem Datenwust besser zurechtfinden, sind alle Orte bedienerfreundlich in Kategorien zusammengefasst, zum Beispiel Einkaufen, Bildung, Gesundheit oder Sport. Manchmal kommen von den Betreibern dieser Orte auch Reaktionen. Wer sich ungerecht bewertet fühlt, kann dies durch einen Kommentar deutlich machen. Andere werden durch Wheelmap erst auf das Thema aufmerksam und melden zurück, dass sie sich jetzt eine Rampe zugelegt haben.

„Dann haben wir erreicht, was wir wollten", sagt Andi Weiland. Denn das Ziel von Wheelmap in weiter Ferne ist, dass man sich überflüssig macht. Es gilt der einfache Grundsatz: Inklusion ist erreicht, wenn man nicht mehr darüber reden muss. Bis dahin werden aber wohl noch viele Datensätze in das System fließen müssen. Derweil arbeiten die Sozialhelden schon mit Hochdruck an ihrem neuen Projekt für 2016: eine Fotodatenbank zum Thema Behinderung - mit frei nutzbaren Bildern für eine klischeefreie Berichterstattung. Man darf gespannt sein.

Web Content Anzeige

Barrierefreie Kurztrips ins Grüne

 

Egapark in Erfurt Foto: Beate Neumann Erfurt Tourismus Marketing GmbH

Ein Kurztrip kann die Lebensgeister wecken. Die Tulpenpracht in Erfurt oder die Rhododendronblüte in Ostfriesland sind auch für Menschen mit Behinderung gut zugänglich. Neun deutsche Urlaubsregionen und Städte haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland zusammengeschlossen.

 
Egapark in Erfurt Foto: Beate Neumann Erfurt Tourismus Marketing GmbH

Ein Kurztrip im Frühjahr kann die Lebensgeister wecken. Die Tulpenpracht in Erfurt oder die Rhododendronblüte in Ostfriesland sind auch für Menschen mit Behinderung gut zugänglich. Neun deutsche Urlaubsregionen und Städte haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland zusammengeschlossen.

Gemeinsam wollen die Regionen Pionierarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leisten. Zu den Mitgliedern gehören die Regionen Eifel, Ostfriesland, Sächsische Schweiz und Romantischer Rhein sowie Fränkisches, Lausitzer und Ruppiner Seenland, außerdem die Städte Erfurt und Magdeburg. Einige der Regionen bieten sich besonders für einen Frühjahrstrip an.

 

  • Rhododendronblüte in Ostfriesland

Mitte April öffnet der „Park der Gärten" in Bad Zwischenahn, im ostfriesischen Ammerland. Auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau zeigt sich mit über 9 000 Pflanzen in mehr als 40 Muster- und Themengärten große botanische Vielfalt. Der 14 Hektar große Park gilt in Ostfriesland als Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit: Die Wege sind nahezu steigungsfrei, Rollstühle können kostenfrei geliehen werden.

 

  • Blühender Findlingspark im Lausitzer Seenland

Einmalig in Europa ist der Findlingspark Nochten, ein eindrucksvolles Beispiel rekultivierter Hinterlassenschaften des Braunkohleabbaus. Auf sattgrünen Hügeln, in seichten Tälern, an Bachläufen und kleinen Wasserfällen sind etwa 7 000 Findlinge aus der letzten Eiszeit drapiert. Im Frühjahr erstreckt sich ein dickes Polster aus rosa bis violett leuchtenden Flammenblumen. Zugänge und Wege sind stufenlos. Es gibt Behindertenparkplätze und Rollstühle im Verleih. Menschen im Rollstuhl wird eine Begleitperson empfohlen.

 

  • Barocke Orangerien in der Sächsischen Schweiz

Auch Zitrusfrüchte gedeihen in unseren Breiten. Der Barockgarten Großsedlitz in der Sächsischen Schweiz beherbergt zwei historische Orangerien mit einem Bestand aus etwa einhundert Bitterorangen. Im Mai werden die Bäumchen aus ihrem Winterquartier geholt. Der 1719 bis 1723 angelegte Garten lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Für Menschen im Rollstuhl bietet der Garten einen ausgeschilderten Rundgang. Die Wege sind mit befestigtem Sand bedeckt, der gut befahrbar ist. Eine Begleitperson wird empfohlen.

 

  • Tulpen und Narzissen in Erfurt

Die lange Gartenbautradition der Blumenstadt Erfurt repräsentiert Thüringens größte Landschafts- und Gartenanlage, der „egapark". Im Frühjahr recken 51 000 Tulpen und Narzissen und hunderttausende weitere Frühblüher auf den Wiesen und Beeten ihre Hälse empor. Ab April erstrahlen Kirsche und Magnolie. Und ab Mai erblüht die Pfingstrose. Die Hauptwege im „egapark" sind mit dem Rollstuhl gut befahrbar. Im Halbstundentakt tourt ab April der „egapark-Express" über das Gelände.

 

  • Florierende Elbauen in Magdeburg

Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zählt zu den grünsten Städten Deutschlands. Links und rechts der Elbe zieht sich ein grünes Band an Parks und Gärten durch die Domstadt. Darunter der 90 Hektar große Elbauenpark auf dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau 1999. Im Frühjahr kann man sich in der Elbauenlandschaft an hunderttausend Frühblühern erfreuen. Und ein Irrgarten aus Kletterpflanzen und Hainbuchenhecken - im Frühling gesäumt von 15.000 Tulpen - lädt zur Orientierungsprobe. Nahezu alle Bereiche des Parks sind barrierefrei. Rollstühle können kostenfrei geliehen werden. Ab 1. April schlängelt sich wieder der „Elbauen-Express" über das Areal.



Weitere Ideen für einen frühlingshaften Urlaub liefern die Mitglieder der AG auf ihrer Website www.barrierefreie-reiseziele.de.