Eine ganze Menge: Gärten werden als soziale Orte erlebt. In einer Kleingärtnersiedlung gibt man sich Tipps und hilft einander. Außerdem riecht es gut, man sieht schöne Farben und spürt positive Stimmungen, die sich jeder wünscht. Patienten können die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Ein gut angelegter Garten gibt Orientierung und vermittelt auch in schweren Zeiten Erfolgserlebnisse. Hier erlebt man Selbstwirksamkeit: Ich pflanze etwas und darf die Früchte meiner Arbeit ernten. Aber er ist auch ein pädagogischer Ort: Wenn Schnecken die Aussaat fressen, muss man damit fertig werden, wie mit einer Erkrankung. Im Garten lerne ich, natürliche Bedingungen zu ertragen, Zusammenhänge zu verstehen und zu akzeptieren.
Wiedererkennung ist ein Aspekt, der insbesondere Demenzpatienten stärkt: Man erkennt eine Pflanze, weiß vielleicht sogar wie sie heißt und wie man sie pflegt. Therapiegärten sollten Wiedererkennung ermöglichen: Ein Rhododendron ist ein buckliges Ding, deshalb sollte er auch so geschnitten sein. Das Hauptelement des Bambus ist die Vertikale. Also entfernen wir ganz unauffällig viele Blätter, damit man die Stiele gut sehen kann. Denn Wiedererkennung gibt das Gefühl von Sicherheit, das ist wichtig für therapeutische Einrichtungen, in denen sich Patienten häufig fremd fühlen, weil sie, wie nach einem Schlaganfall, von heute auf morgen dort gelandet sind.
Genauso wichtig wie für die Patienten sind Gärten für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Eine Pause im Garten gibt Kraft, die anschließend wieder bei den Patienten ankommt!