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Kinder und Schlaganfall

Wenn Kinder der Schlag trifft

Wenn Kinder der Schlag trifftJährlich erleiden ca. 300 Kinder und Jugendliche in Deutschland einen Schlaganfall - fast ein Drittel davon sind Neugeborene. So schätzen es die Experten ein. Es kann aber sein, dass die Dunkelziffer um einiges höher liegt. Denn noch immer wird nicht jeder Schlaganfall bei einem Kind diagnostiziert.

 

Jährlich erleiden ca. 300 Kinder und Jugendliche in Deutschland einen Schlaganfall - fast ein Drittel davon sind Neugeborene. So schätzen es die Experten ein. Es kann aber sein, dass die Dunkelziffer um einiges höher liegt. Denn noch immer wird nicht jeder Schlaganfall bei einem Kind diagnostiziert.

Wie bei Erwachsenen wird ein kindlicher Schlaganfall durch Durchblutungsstörungen im Gehirn hervorgerufen: Hirnversorgende Gefäße (Arterien) sind verstopft, reißen oder platzen. Die daraus folgende Minderversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen lässt wichtige Funktionen des Gehirns schlagartig ausfallen und Zellen beginnen abzusterben.

Die Ursachen des kindlichen Schlaganfalls können Blutgerinnungsstörungen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen sein. Manchmal kann es auch eine Infektion sein, die einen Schlaganfall auslöst.

Geballte Kompetenz gegen den Schlag

Ein Junge hebt ein Spielflugzeug in die Luft.  

In der Kinderklinik der Universitätsklinik Münster entsteht seit einigen Jahren eine der weltweit größten Sammlungen von Daten zum Thema. Bisher wurden hier die Daten von über 800 Kindern und Jugendlichen, die einen Schlaganfall erlitten haben, erfasst. Anhand dieser Daten versuchen die Ärzte, mehr über Ursachen und mögliche Behandlungsmethoden des kindlichen Schlaganfalls heraus zu finden. „Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Kinderklinik bewährt sich Jahr für Jahr", erklärt Dr. Ronald Sträter, Kinder- und Jugendmediziner am Universitätsklinikum Münster. Seit 1996 arbeitet er unter der Leitung von Professor Dr. Ulrike Nowak-Göttl an der Langzeitstudie über Kinder mit Schlaganfall. „Wir machen die Eltern betroffener Kinder auf die Angebote der Schlaganfall-Hilfe aufmerksam. So können sie sich nach der Untersuchung bei der Stiftung informieren."

Dr. Sträter und die Schlaganfall-Hilfe arbeiten seit Jahren gemeinsam am Thema ‚Kinder und Schlaganfall'. Immer wieder steht der Mediziner auch auf dem von der Stiftung organisierten Erfahrungsaustausch allen interessierten Müttern und Vätern bei Fragen zum kindlichen Schlaganfall als kompetenter Ansprechpartner zur Seite.

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Genetik und kindlicher Schlaganfall

 

Eine Nahaufnahme von einer Babyhand.

Genetik kindlicher SchlaganfallWährend ein Schlaganfall bei Erwachsenen häufig durch Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Nikotinmissbrauch oder erworbene Fettstoffwechselstörungen verursacht wird, müssen bei einem Kind mehrere Faktoren zusammenkommen, damit es einen Schlaganfall erleidet. Eine genetische Veranlagung kann einer dieser Faktoren sein.

Eine Nahaufnahme von einer Babyhand.  

Genetik kindlicher SchlaganfallWährend ein Schlaganfall bei Erwachsenen häufig durch Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Nikotinmissbrauch oder erworbene Fettstoffwechselstörungen verursacht wird, müssen bei einem Kind mehrere Faktoren zusammenkommen, damit es einen Schlaganfall erleidet. Eine genetische Veranlagung kann einer dieser Faktoren sein.

Gene tragen die Information für die Bildung von Eiweißen. Wenn Gene verändert sind (=Mutationen), ist das Eiweiß in seiner Funktion beeinträchtigt. Diese Störungen führen dann zu einer Erkrankung.

Erhöhte Thromboseneigung

Verschiedene Eiweiße im Blut regeln die Blutgerinnung. Mutierte Gene der so genannten Blutgerinnungsfaktoren II oder V (Leiden) erhöhen die Gerinnungsneigung. Diese Mutationen sind häufig: Jeder 20. Deutsche hat eine Faktor V Leiden Mutation.

Erkrankungen der roten Blutkörperchen

Genetische Veränderungen im Blutfarbstoff dem sogenannten Hämoglobin führen dazu, dass die Blutkörperchen verkleben und die kleinen Gefäße verstopfen (z.B. Sichelzellanämie, Thalassämie).

Bindegewebserkrankungen

Bestimmte Eiweiße regeln den Auf- und Abbau von Bindegewebe. Bei - seltenen - genetisch bedingten Erkrankungen kann dieses Gleichgewicht gestört sein, sodass Blutgefäße durch die Ablagerung von zu viel produziertem Bindegewebe verstopft werden. Für die Bindegewebserkrankung Morbus Fabry, die im Vollbild bei Jungen auftritt und durch zunächst unerklärliche Schmerzen an Händen und Füßen auffällt, steht seit einiger Zeit eine Enzymersatztherapie zur Verfügung!
Andere Gene sind für die Zusammensetzung des Bindegewebes wichtig (Collagen, Elastin). Mutationen in diesen Genen führen zu einer brüchigen Gefäßwand und damit entweder zu einem Einriss (Dissektion) mit der Folge einer Durchblutungsstörung (Ischämie) oder zu einem Platzen des Gefäßes mit der Folge einer Hirnblutung.
Fehlbildungen der Gehirngefäße können zu Ausbeulungen der Gefäße (Aneurysmen) oder zur Bildung von vielen kleinen Gefäßen anstelle von einem (Kavernöse, Hämangiome) führen. Beide Erkrankungen sind mit einem hohen Risiko einer Hirnblutung verbunden. Diese Gefäßfehlbildungen können familiär gehäuft vorkommen oder Teil von übergeordneten, genetisch bedingten Erkrankungen sein (z. B. Von Hippel Lindau, Rendu Osler, Moya-Moya).

Herzerkrankungen

Angeborene Herzfehler sind meist genetisch bedingt. Strukturelle Veränderungen am Herzen oder Herzrhythmusstörungen erleichtern die Gerinnsel-Bildung. Auch mit der operativen Korrektur der Herzfehler ist ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko verbunden.

Autoimmunerkrankung der Blutgefäße

Rheuma-ähnliche Prozesse (Autoimmunerkrankungen) können eine so starke Entzündung einzelner Hirngefäße verursachen, dass sich diese verschließen.

Stoffwechselstörungen

Eine genetisch bedingte, massive Erhöhung der Fette (Cholesterin, Triglyceride) oder eine schlechte Einstellung eines jugendlichen Diabetes mellitus können über eine vorzeitige Arteriosklerose zum Schlaganfall führen.


Der Text wurde uns mit freundlicher Unterstützung von Frau Dr. med. Stephanie Spranger (www.praxis-fuer-humangenetik.de) zur Verfügung gestellt.

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Diagnostik

Je jünger das Kind desto schwieriger

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Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist die Diagnose, da die Symptome wie Lähmungserscheinungen unter Umständen nicht so eindeutig zu erkennen sind. Außerdem können kleine Kinder schlechter mitteilen, ob und welche Beschwerden sie haben.

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Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist die Diagnose, da die Symptome wie Lähmungserscheinungen unter Umständen nicht so eindeutig zu erkennen sind. Außerdem können kleine Kinder schlechter mitteilen, ob und welche Beschwerden sie haben.

Die medizinische Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchungen, Bluttests sowie insbesondere mit bildgebenden Verfahren wie Kernspintomografie (MRT), Computertomografie (CT) und Ultraschall.

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Projekte der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe

 

Aufklärung, Forschung und Information - damit will die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe Familien mit betroffenen Kindern helfen. Lesen Sie im aktuellen Projektbericht, wie wir das tun.

 

„Der Weg ist nie zu Ende", sagt Marco Vollers. Er ist Schlaganfall-Lotse und hilft im Auftrag der Schlaganfall-Hilfe Familien mit Kindern, die einen Schlaganfall erlitten haben. Die Erkrankung des Kindes lastet schwer auf den Kindern und ihren Familien. Es beginnt mit der Diagnose, die oft zu spät gestellt wird, und geht weiter mit unzähligen Therapien, Problemen in der Schule und im sozialen Umfeld. Doch Marco Vollers macht auch Hoffnung mit einem einprägsamen Bild: „Man muss manchmal das Unkraut entfernen, wenn man auf dem Weg nichts mehr sieht." Genau hier setzt die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe an. Wenn der Weg zu schwer wird, sind wir zur Stelle: mit unserem Familiencamp, mit Tipps für den Alltag, Beratung durch den Kinderlotsen und vielen Aktionen und Initiativen. Dieser Projektbericht gibt Ihnen hierzu einen kleinen Einblick.

Viel Spaß beim Lesen! Sie können den Projektbericht hier herunterladen (2MB).