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Junger Mensch und Schlaganfall

Einen Schlaganfall kriegen nur ganz alte Leute. So ab 29.

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Junge Menschen im Gespräch beim Erfahrungsaustausch

Rund Dreiviertel aller Schlaganfälle weltweit treffen Menschen über 70 Jahre. Fakt ist aber auch: fünf bis zehn Prozent der Schlaganfälle treffen Menschen unter 50 Jahren. Das sind pro Jahr in Deutschland etwa 9.000 bis 14.000 Männer und Frauen. Genauere Zahlen existieren zurzeit nicht.

Gedächtnisstörungen, Behinderungen, Sprachschwierigkeiten, Isolation - der Schlaganfall verändert das Leben radikal und der Neustart erfordert viel Kraft. Der Kontakt mit ähnlich Betroffenen in ihrer Altersgruppe eröffnet neue Perspektiven und gibt neuen Lebensmut.
Ihre Spende
für junge Betroffene ist eine Hilfe zur Selbsthilfe!

Ursachen

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Junge Menschen im Gespräch beim Erfahrungsaustausch

Spezielle Ursachen für einen Schlaganfall bei den 18- bis 50-Jährigen gibt es nicht, aber Auffälligkeiten. Viele Betroffene – 20 bis 50 Prozent der jüngeren Schlaganfall-Patienten – leiden aber zum Beispiel unter Bluthochdruck, viele weisen aber auch andere Risikofaktoren auf. 
„Rund 20 Prozent der jüngeren Patienten haben erhöhte Blutfettwerte. Auch Diabetes, Herzrhythmusstörungen oder Migräneattacken erhöhen das Schlaganfall-Risiko", weiß Priv.-Doz. Dr. Hans-Christian Koennecke. Er ist Neurologe und arbeitet im „Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth", dem Akademischen Lehrkrankenhaus der Charitè.

Anders als bei älteren Betroffenen wird der Schlaganfall bei der Hälfte der unter 50-Jährigen durch eine Blutung ausgelöst. Trotz aufwändiger Diagnostik: bei 25 Prozent der Schlaganfälle, die durch einen Gefäßverschluss ausgelöst wurden, kann keine eindeutige Ursache festgestellt werden.  

Mögliche Ursachen für einen Schlaganfall bei einem jüngeren Menschen sind z.B. genetisch bedingte (Stoffwechsel) Erkrankungen, die zu Gefäßmissbildungen bzw. Störungen der Blutgerinnung führen können.
Herz- oder Gefäßerkrankungen können ebenfalls mögliche Ursachen sein.

Folgen

Ein Schlaganfall trifft einen jüngeren Menschen völlig unerwartet. Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen schränken die Mobilität ein. Für Menschen, die z.B.  noch mitten im Berufsleben stehen, ist das nicht nur körperlich, sondern auch psychisch ein großes Problem. Depressionen können die Folge sein.

Nach einem Schlaganfall muss oft das Leben neu organisiert werden. Doch es gibt gute Gründe, nicht aufzugeben.
Jüngeren Menschen fällt es oft leichter als älteren, bestimmte Funktionen wie Gehen oder Sprechen wieder zu erlernen. Vor allem bei jungen Patienten treten diese Verbesserungen auch noch lange nach dem Schlaganfall auf.

Mit Ihrer Spende Schaffen Sie Raum für Austausch und gegenseitige Hilfe!

"Das schlimmste ist das Gefühl, ganz allein mit seinem Schicksal zu sein."

Gedächtnisstörungen, Behinderungen, Sprachschwierigkeiten, Isolation - der Schlaganfall verändert das Leben radikal und der Neustart erfordert viel Kraft. Der Kontakt mit ähnlich Betroffenen in ihrer Altersgruppe eröffnet neue Perspektiven und gibt neuen Lebensmut.

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Neustart nach Schlaganfall mit 35

„Vielleicht können andere von meinen Erfahrungen profitieren"

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Mario Rustemeier (40) feiert gerne Karneval. Das hatte er auch an jenem Samstagabend im Februar 2007 geplant. Doch dann wurde ihm plötzlich schlecht und schwindelig, er musste sich hinlegen. Am Sonntag war er wieder soweit hergestellt, dass er zum Umzug gehen konnte. Und am Montag wieder zur Arbeit. Doch irgendwie war alles anders in dieser Woche, bis zum Donnerstag. Sein Arzt schickte ihn zur MRT-Untersuchung. Ergebnis: Mario Rustemeier hatte eine Blutung im Kleinhirn.

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Ein Karnevalsbesuch war an jenem Samstagabend im Februar 2007 geplant. Doch dann wurde ihm plötzlich schlecht und schwindelig, er musste sich hinlegen. Am Sonntag war er wieder soweit hergestellt, dass er zum Umzug gehen konnte. Und am Montag wieder zur Arbeit. Doch irgendwie war alles anders in dieser Woche, bis zum Donnerstag. Sein Arzt schickte ihn zur MRT-Untersuchung. Ergebnis: Mario Rustemeier hatte eine Blutung im Kleinhirn.

Von der Intensivstation aus rief er seine Partnerin an, die am Telefon in Tränen ausbrach. „Und mir ging´s ja auch nicht besser,“ erinnert er sich. „Ich dachte: Wieso ich? Und was passiert jetzt? Irgendwie ist man plötzlich allein auf dieser Welt.“ Einige Tage später wurde Mario Rustemeier entlassen. Die Ursache für die Blutung wurde nicht gefunden. Die Ärzte klärten ihn intensiv auf, sprachen von den unkalkulierbaren Risiken eine weiteren Blutung oder einer Epilepsie. Mario Rustemeier hörte sich all das an, wirklich verstehen konnte er es noch nicht.

Von seinen persönlichen Plänen ließ er sich nicht abbringen. Im April fand die lang geplante Hochzeit statt. Und doch war das Glück getrübt von den vielen Unsicherheiten. Die Blutung hinterließ leichte Gefühlsstörungen und auch psychische Beeinträchtigungen. So konnte sich Mario Rustemeier nicht mehr in großen Menschenmengen aufhalten. „Und niemand konnte mir wirklich sagen, wie engmaschig ich mich untersuchen lassen sollte.“ Deshalb ließ er insgesamt 10 MRT-Untersuchungen machen. Bis er eines Tages zu der Überzeugung kam, dass er vor allem wieder zur Normalität zurückfinden musste.

Inzwischen sind fünf Jahre ohne weitere Vorfälle vergangen. „Mein Hausarzt meint, ich sollte mir keine großen Sorgen mehr machen, mein Risiko für eine weitere Blutung sei überschaubar.“ Die Krankheit verarbeitet hat Mario Rustemeier durch seine Familie: 2008 und 2010 bekam das Ehepaar zwei gesunde Kinder. Aber er suchte auch den Austausch mit Gleichgesinnten. „Im Internet habe ich nach langem Suchen ein Forum gefunden. Das hat mir letztlich viel geholfen, weil ich merkte, ich bin gar nicht allein mit meinem Schicksal. Und es gibt viele, denen es noch deutlich schlechter geht.“

Der gelernte Elektriker spielt mittlerweile mit dem Gedanken, seine Erfahrungen beruflich zu nutzen. Sein Arbeitgeber plant die Einführung eines Wiedereingliederungsmanagements für Mitarbeiter nach langer Krankheit. „Ich denke, das ich da sehr viel Einfühlungsvermögen einbringen könnte,“ so Mario Rustemeier. Ähnlich wie in der Selbsthilfegruppenarbeit.

In seiner Heimatstadt Gütersloh formiert sich gerade eine Gruppe für jüngere Betroffene. Zumindest die ersten Treffen möchte er mit begleiten. „Ich brauche das nicht mehr für mich, aber vielleicht können die anderen Mitglieder von meinen Erfahrungen profitieren. Ich hätte mir damals so eine Gruppe gewünscht.“

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Aus dem Alltag junger Schlaganfallbetroffener

Schritte die Krankheit zu bewältigen

Ron Hendrik Weber.

„Einen Schlaganfall mit 28 Jahren, das glauben mir viele Menschen nicht." Mit solchen Reaktionen, wie ihn eine Schlaganfall-Patientin beschreibt, haben viele jüngere Schlaganfall-Betroffene zu kämpfen. „Einen Schlaganfall, den bekommen nur alte Menschen". Das ist die landläufige Meinung.

„Einen Schlaganfall mit 28 Jahren, das glauben mir viele Menschen nicht." Mit solchen Reaktionen, wie ihn eine Schlaganfall-Patientin beschreibt, haben viele jüngere Schlaganfall-Betroffene zu kämpfen. „Einen Schlaganfall, den bekommen nur alte Menschen". Das ist die landläufige Meinung.
Ein Grund, warum die Verarbeitung der Krankheit und der Umgang mit ihr für junge Betroffene ein schwieriges Feld ist.

Mein Umfeld versichert mir immer wieder, dass man mir den Schlaganfall gar nicht mehr anmerken würde", erklärt eine andere junge Schlaganfall-Patientin. „Das ist sicherlich gut gemeint, doch mich setzt es unter Druck. Denn ich merke sehr wohl, dass da etwas anders ist, sich einfach in mir und mit mir verändert hat. Doch das wollen die meisten nicht hören."

Ein junges Pärchen auf dem Sofa.  

Die Krankheit verarbeiten, den Schlaganfall annehmen, sich als Schlaganfall-Patienten „outen"- das sind Schritte, um die Krankheit zu bewältigen.
Liegen keine sichtbaren Lähmungen oder Einschränkungen vor, dann akzeptieren Umwelt und auch viele Betroffene die Krankheit erst einmal nicht. Die Folgen sind manchmal schwerwiegend:
„Ich habe lange Zeit richtiggehend gekämpft, um mich wieder vollständig gesund zu fühlen und auch so zu wirken. Manche Auswirkungen des Schlaganfalls bleiben. Ich kann mich schlechter konzentrieren, habe manchmal Schwierigkeiten die richtigen Worte zu fnden. Das wird sich auch nicht mehr ändern - aber heute habe ich es akzeptiert", berichtet ein 32-jähriger Schlaganfall-Patient.

Kampfgeist zu haben ist erst einmal gut. „Mir haben viele Ärzte gesagt, dass ich niemals mehr so reden könnte wie vor dem Schlaganfall", erklärt eine 35-jährige Schlaganfall-Patientin. „Das hat bei mir eine regelrechte Trotzreaktion hervorgerufen: Denen werde ich es zeigen, jetzt erst recht. Heute ist mir die Sprachbehinderung nicht mehr anzumerken."

Ein harter Kampf, der sich gelohnt hat. Der Kampfgeist der 35-Jährigen ist auch heute noch da, sie teilt sich ihre Energie jedoch mehr ein: „Immer nur kämpfen, das geht nicht. Ich versuche jetzt, einen Schritt nach dem anderen zu machen - in meinem Tempo."
Den eigenen Takt, das eigene Tempo finden: Auch das ist ein Schritt auf dem Weg zur Krankheitsbewältigung.
 
Der Weg zu so einer Einsicht ist ein mühsamer, das Ziel „völlige Gesundung" oft so hoch gesteckt, das es nicht erreichbar ist. Das bringt viele Enttäuschungen mit sich, in der Rehabilitation, aber auch später zuhause. Kampfgeist ist eben nur begrenzt verfügbar. Irgendwann einmal kommt der Zeitpunkt, an dem es heißt: Nobody is perfect - niemand ist perfekt.

Ein weiterer, wichtiger Punkt: kein Fall gleicht dem anderen. Bei der späteren Behandlung von Schlaganfall-Patienten kann nicht nach „Schema F" vorgegangen werden. So unterschiedlich, wie Menschen sind, ist auch der Verlauf der Krankheit. Was dem einen Patienten hilft, muss beim Nächsten nicht unbedingt wirken. Die Erfahrungen, die junge Schlaganfall-Patienten machen, sind sich ähnlich, doch letztendlich alle unterschiedlich. Mit anderen Worten: Jede und jeder macht seine eigenen Erfahrungen und weiß, was ihr oder ihm am besten gefällt.

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Familienleben

Lieben und Leben nach Schlaganfall

Zwei Jungs und ihre Eltern sitzen lächelnd auf dem Boden.

Nach Krankenhaus und Rehabilitation kommt der Schlaganfall-Patient, wenn es sein Gesundheitszustand zulässt, nach Hause - und dann? Ob Kinderwunsch, Familienleben, Sexualität und Partnerschaft, erst einmal muss man sich wieder aneinander gewöhnen. Das ist normal.

Schlaganfall – aus „heiterem Himmel"

Zwei Jungs und ihre Eltern sitzen lächelnd auf dem Boden.  
Viele Schlaganfall-Patientinnen habe Angst, dass eine Schwangerschaft ein Risiko für einen erneuten Schlaganfall darstellt.

Ein Schlaganfall trifft sowohl die Betroffenen als auch deren Umfeld immer völlig unvorbereitet. Die Auswirkungen sind unterschiedlich: Die einen haben eine halbseitige Lähmung, können nicht mehr sprechen oder haben Gesichtsfeldausfälle, den anderen sieht man von außen nichts an. Trotzdem hat sich viel verändert.
Nach Krankenhaus und Rehabilitation kommt der Schlaganfall-Patient, wenn es sein Gesundheitszustand zulässt, nach Hause - und dann? Erst einmal muss man sich wieder aneinander gewöhnen. Das ist normal.

Ein Schlaganfall kann verändern

„Als ich zurück nach Hause kam, fühlte ich mich fremd", berichtet eine Schlaganfall-Patientin. „Ich habe mich verändert, mein Wesen ist ein anderes als vor dem Schlaganfall. Damit müssen meine Angehörigen klar kommen. Oft hieß es am Anfang: Früher hättest du anders reagiert. Mein Mann und meine Tochter lebten plötzlich mit einer anderen Frau und Mutter zusammen. Wir mussten uns erst einmal wieder zusammenraufen."

Angst vor Schwangerschaft und Geburt

„Mein Mann und ich planten kurz vor dem Schlaganfall ein weiteres Kind", erzählt eine Schlaganfall-Patientin. „Doch nach dem Schlaganfall hatte ich Angst: Könnte die Schwangerschaft oder die Geburt nicht ein Auslöser für einen weiteren Schlaganfall sein? Erst nach zwei Jahren haben wir es gewagt: Ich wurde schwanger und bekam ein Mädchen."
Ob es möglich ist, trotz erlittenem Schlaganfall problemlos ein Kind auszutragen und auf die Welt zu bringen, hängt von der Ursache des Schlaganfalls ab. Doch viele Frauen wissen nicht, warum sie einen Schlaganfall erlitten haben. Eine Schwangerschaft führt zu einem leicht erhöhten Risiko, einen weiteren Schlaganfall zu erleiden. Das Beste ist, nach einem erlittenen Schlaganfall mit dem Arzt den möglichen Kinderwunsch zu besprechen.

Auch Verhütung bespricht man mit dem Arzt

Viele jüngere Schlaganfall-Patienten stecken noch in der „Vor-Familien-Planungsphase" und sind unsicher, ob sie Kinder bekommen können, wie sie verhüten und so weiter. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille sind nach Meinung mancher Mediziner oft nicht das richtige Verhütungsmittel für eine Schlaganfall-Patientin. Manche können die Thromboseneigung erhöhen. Diese Frage sollte mit einem Gynäkologen und einem Neurologen besprochen werden. Wurde der Schlaganfall durch eine Durchblutungsstörung ausgelöst, dann sollte man keine Hormonpräparate einnehmen. Doch letztendlich ist jeder Fall individuell, generelle Empfehlungen können nicht gegeben werden.

Kann das Schlaganfall-Risiko vererbt werden?

Eine weitere große Frage: „Ist mein Kind Schlaganfall gefährdet, vererbe ich das Risiko weiter?" Falls Vater oder Mutter dazu neigen, Thrombosen, also Blutgerinnsel zu bilden, dann können sie das an ihre Kinder weiter vererben. Doch das kann im Rahmen einer Untersuchung geklärt werden. Dazu werden die Blutwerte der Eltern und ihrer Kinder auf Thromboseneigung hin untersucht. Allerdings: Es gibt nicht den Schlaganfall-Test, so wie es auch nicht das Schlaganfall-Gen gibt. 

Liebe und Leben nach Schlaganfall

Auch Sexualität nach dem Schlaganfall kann für Betroffene ein Thema sein. Durch einen Schlaganfall werden die sexuellen Bedürfnisse und die sexuelle Leistungsfähigkeit nicht zwangsläufig beeinträchtigt. Doch das Körpergefühl kann sich grundlegend verändern. Man fühlt sich vielleicht einfach nicht wohl in seinem Körper oder leidet unter einer körperlichen Behinderung.

Trotzdem: Sexualität ist Kommunikation, kann Halt und Liebe geben. Sie kann dazu führen, wieder einen Bezug zum Körper zu bekommen. Die Angst, beim Sex einen weiteren Schlaganfall zu erleiden, ist fast immer unbegründet – eine Untersuchung beim Arzt kann da noch einmal Sicherheit geben. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der Broschüre „Lieben und Leben nach Schlaganfall". Diese können Sie bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bestellen. 

Die Broschüre "Lieben und Leben nach Schlaganfall" können Sie hier demnächst bestellen.

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Service Junger Mensch und Schlaganfall

Wir helfen Ihnen

Mehrere Menschen sitzen lachend nebeneinander.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unterstützt Sie und hilft Ihnen. Sie sind auf keinem Fall allein! Wir führen Sie mit anderen Betroffenen zusammen und geben Ihnen die Informationen zum Thema Schlaganfall, die Sie brauchen.

Mehrere Menschen sitzen lachend nebeneinander.  

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unterstützt Sie und hilft Ihnen. Sie sind auf keinem Fall allein! Wir führen Sie mit anderen Betroffenen zusammen und geben Ihnen die Informationen zum Thema Schlaganfall, die Sie brauchen.

Wir unterstützen Selbsthilfe

Wir unterstützen Sie bei der Suche nach der passenden Selbsthilfegruppe.

Noch gibt es wenige für jüngere Menschen, sollten Sie daher keine passende in Ihrer Umgebung finden, dann gründen Sie doch eine: Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Fordern Sie hierzu unseren Gründungsleitfaden für Selbsthilfegruppen an und sprechen Sie mit uns. Ein Kontaktformular finden Sie am Ende dieser Seite.  

Der Erfahrungs- und Informationsaustausch mit ähnlich Betroffenen in Ihrer Altersgruppe hilft - das versichern uns immer wieder die zahlreichen Mitglieder aller Schlaganfall-Selbsthilfegruppen in Deutschland. Zusammen sprechen, diskutieren oder unterwegs sein: das eröffnet neue Perspektiven und gibt neuen Lebensmut.

Wenn Sie wissen möchten, wie ein Erfahrungsaustausch der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe abläuft, dann können Sie diesen Bericht herunterladen: Dokumentation Erfahrungsaustausch Junger Mensch und Schlaganfall

Nutzen Sie unser Forum

Unser Forum bietet Betroffenen, Angehörigen, Medizinern und Interessierten die Möglichkeit für Gedankenaustausch, Diskussion, Fragen und Anregungen. Oder schreiben Sie sich einfach nur etwas von der Seele. Anmelden und mitreden! 

Wir informieren Sie

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen? Unser kostenloser Infobrief hält Sie auf dem Laufenden. Sie erhalten viermal im Jahr Informationen zum Thema „Junger Mensch und Schlaganfall". Wenden Sie sich an Sabine Dawabi - E-Mail: sabine.dawabi@schlaganfall-hilfe.de

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Erfahrungsaustausch 2010

Junge Schlaganfall-Patienten trafen sich zum Erfahrungsaustausch

Speziell für junge Schlaganfall-Betroffene und deren Angehörige gab es in 2010 auch wieder einen Erfahrungsaustausch. In Expertenvorträgen wurden Informationen vermittelt und zusätzlich hatten die Betroffenen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen.

 

Bildungszentrum Erkner, vor den Toren Berlins. Hier trafen sich an einem schönen Frühlingswochenende 2010 auf Einladung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe 60 Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch „Junger Mensch und Schlaganfall". Viele kannten sich schon von vorhergegangenen Treffen, andere lernten sich ganz neu kennen und waren gespannt, was sie erwartet.

Schon nach der Begrüßung durch Projektleiterin Sabine Dawabi und der Vorstellungsrunde am Freitagabend lösten sich anfängliche Unsicherheiten von „Erstteilnehmern" auf und es entwickelte sich schon beim Abendessen und beim anschließenden gemütlichen Zusammensein am Abend ein reger Austausch. Sicherheit und Kraft gibt allen Betroffenen bei diesen Zusammentreffen, dass auch Angehörige willkommene Gäste sind!

Am Samstagmorgen nach dem Frühstück begann das offizielle Programm. Nach einem medizinischen Vortrag über Ursachen, Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls bei jungen Patienten gab es für die Betroffenen ganz praktische Tipps. Ein Verkehrspädagoge, Dozent für Verkehrsrecht und Fahrlehrer beantwortete alle Fragen zum Thema Autofahren nach Schlaganfall. Vom Führerscheinerwerb bis hin zu Fahrtgutscheinen, die es in manchen Städten gibt, wurde die komplette Thematik beleuchtet. Weitere Themen an diesem Tag waren Krankheitsbewältigung und Sport. Was über Sport gesagt wurde, konnte unter Anleitung eines Diplomsportlehrers zumindest teilweise direkt umgesetzt werden: einfache Salsaschritte und dazu passende Musik brachten alle Teilnehmer in Bewegung, auch die Grundbegriffe des Nordic Walking wurden erklärt und gleich geübt. Diese Einheit war eine willkommene Abwechslung von den Vorträgen und brachten viel Spaß.

Für die Angehörigen gab es parallel dazu erstmals die Möglichkeit, ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Seminar mit dem Titel „Angehörige – Wegbegleiter und Blitzableiter" zu besuchen. Klaus Vogelsänger, erfahrener Kommunikationstrainer und Coach, hatte die Leitung übernommen. Alle Teilnehmer beurteilten dieses Angebot als sehr gewinnbringend. Sie konnten über alle ihre Sorgen und Nöte sprechen und bekamen praktische Tipps zur Kommunikation mit den Betroffenen und für die Bewältigung ihres nicht immer einfachen Alltags. Doch zunächst war es einigen Angehörigen nicht leicht gefallen, ihren Partner alleine zu lassen. Dazu kam, dass in den Vorträgen für die Schlaganfall-Patienten viele Themen besprochen wurden, die auch die Angehörigen interessierten. Da war es nicht einfach, sich für das eine oder andere zu entscheiden. Es war aber nach Abstimmung mit dem Seminarleiter durchaus möglich, zwischendurch in einen Vortrag zu wechseln und dieses Angebot nahmen einige Angehörige auch wahr. Am Samstagabend sorgte dann Sängerin Hannah M. für eine schöne Überraschung: Selbst als knapp 20-Jährige von einem schweren Schlaganfall betroffen, gab sie ein wundervolles Konzert in der Bar des Bildungszentrums Erkner. In den Pausen während der Tage wurde das wunderbare Frühlingswetter genutzt undman tauschte sich in Grüppchen auf der Terrasse rege aus. Der Kontakt und Austausch mit anderen Betroffenen ist eine wichtige Säule eines solchen Zusammentreffens, das zeigte die Veranstaltung in Erkner einmal mehr. Auch in den Diskussionen, die sich an die Vorträge anschlossen, konnten viele Informationen und Tipps nicht nur von den Referenten, sondern auch von den Betroffenen und Angehörigen untereinander weitergegeben werden. Am Sonntag waren bis zum Mittagessen weitere Fachvorträge angesetzt: Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation und alle Wichtige zum Persönlichen Budget wurden erörtert.

Ein gemeinsames Mittagessen bildete den Schlusspunkt der Veranstaltung. Insgesamt war das Feedback der Teilnehmer durchwegs sehr positiv und alle freuen sich bereits auf den nächsten Erfahrungsaustausch Junger Mensch und Schlaganfall.

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Fragen zum Schlaganfall

Fragen zu junger Mensch und Schlaganfall

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Hier erfahren Sie Wissenswertes rund um den Schlaganfall beim jungen Menschen.

Was ist ein Schlaganfall?

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Ein Schlaganfall resultiert aus einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Er entsteht, wenn hirnversorgende Blutgefäße (Arterien) „verstopft" sind oder „platzen". Durch die daraus folgende Minderversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen können wichtige Funktionen des Gehirns unvermittelt („schlagartig") ausfallen, Zellen beginnen abzusterben.

Für etwa 80 Prozent aller Schlaganfälle ist eine „Verstopfung" der Gefäße verantwortlich. Sie entsteht durch Blutgerinnsel, die entweder mit dem Blutstrom aus anderen Gefäßen „verschleppt" werden (Embolie) oder direkt „vor Ort" entstehen (Thrombose) - Mediziner sprechen von einem Hirninfarkt. Seltener entsteht ein Schlaganfall durch „Platzen" eines Hirngefäßes - hier sprechen Mediziner von einer Hirnblutung.

Abhängig von der betroffenen Hirnregion kann ein Schlaganfall unterschiedlichste Auswirkungen haben. Charakteristisch sind die Lähmung oder Gefühlsstörungen einer Körperhälfte sowie Seh- und/oder Sprachstörungen.

Jedes Jahr sind in Deutschland rund 250.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

Wie viele Menschen in der Altersgruppe 18 - 50 Jahre erleiden einen Schlaganfall?

Wissenschaftliche Schätzungen gehen auf Basis dokumentierter Registerangaben davon aus, dass etwa fünf bis maximal acht Prozent der Schlaganfall-Betroffenen jünger als 50 Jahre alt sind. Absolut gesehen erleiden somit pro Jahr etwa 9.000 bis 14.000 Menschen dieser Altersgruppe einen Schlaganfall. Genaue Zahlen existieren leider nicht.

Sind bei jüngeren Menschen andere Ursachen für einen Schlaganfall verantwortlich als bei älteren Menschen?

Prinzipiell sind die Schlaganfall-Ursachen die gleichen. Sie unterscheiden sich jedoch zum Teil in ihrer Häufigkeit. Anders als bei älteren Betroffenen ist bei den unter 50-Jährigen jeder zweite Schlaganfall durch eine Blutung bedingt. Für jeden vierten durch Gefäßverschluss ausgelösten Schlaganfall kann trotz aufwendiger Diagnostik keine eindeutige Ursache festgestellt werden.

Zu den vergleichsweise häufigeren Ursachen eines Hirninfarkts bzw. einer Hirnblutung bei jüngeren Betroffenen zählen genetisch bedingte (Stoffwechsel-) Erkrankungen, die zu Gefäßmissbildungen bzw. Störungen der Blutgerinnung führen können. Herzklappenerkrankungen begünstigen die Entstehung von Blutgerinnseln. Ein offenes Loch in der Trennwand zwischen den Vorhöfen des Herzens (offenes Foramen ovale) ermöglicht es Blutgerinnseln, vom venösen in das arterielle System überzutreten. Ein Hirninfarkt ist die mögliche Folge.

Eine weitere Schlaganfall-Ursache sind so genannte Dissektionen, feinste Einrisse in den Innenwänden hirnversorgender Arterien, die das betroffene Blutgefäß einengen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Gefäßverschluss. Der Konsum bestimmter Drogen (Kokain, Amphetamine, Ecstasy) ist nachweislich sowohl für Hirnblutungen als auch für Hirninfarkte verantwortlich.

Auch bei Menschen, die jünger als 50 Jahre alt sind, spielen Ablagerungsprozesse in den hirnversorgenden Arterien (Arteriosklerose) eine Rolle. Im Vergleich zu älteren Personen ist die „Arterienverkalkung" jedoch sehr viel seltener die Hauptursache für einen Schlaganfall.

Welche Faktoren erhöhen das Schlaganfall-Risiko für junge Menschen?

Über alle Altersgruppen hinweg gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen.

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Bewegungsmangel, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Darüber hinaus gibt es nicht beeinflussbare Risikofaktoren wie Alter, angeborene Gefäßkrankheiten, Herzfehler und Bluterkrankungen.

Die Kombination von Zigarettenrauchen und Einnahme der Pille erhöht das Risiko eines Hirninfarktes bei jungen Frauen. Schwangere im letzten Drittel der Schwangerschaft sowie junge Mütter kurz nach der Entbindung haben ein etwas höheres Schlaganfall-Risiko als die gleichaltrige Allgemeinbevölkerung. Mögliche Gründe sind der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck (Praeklampsie) und der Schwangerschaftsdiabetes. Ein erhöhtes Hirninfarktrisiko besteht auch bei Migräne-Attacken, die gemeinsam mit Symptomen wie Sehstörungen, halbseitigen Empfindungsstörungen oder Lähmungen sowie Sprachstörungen auftreten. Zudem haben Studien ergeben, dass Migränepatientinnen, die hormonell verhüten, ein um das Achtfache erhöhtes Schlaganfall-Risiko haben.

Auch bei jüngeren Menschen ist der Bluthochdruck ein wichtiger Risikofaktor. Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der Druck in den Arterien krankhaft auf einen Wert von über 140:90 mmHg gesteigert ist. Ein unbehandelter Bluthochdruck gepaart mit niedrigen Cholesterinwerten und gleichzeitigem Alkoholmissbrauch, erhöht das Risiko für eine Hirnblutung. Bei Menschen ab einem Alter von 40 Jahren erlangen zudem Rauchen, Diabetes und Störungen des Fettstoffwechsels zunehmende Bedeutung als Risikofaktoren.

Mit welchen Problemen sehen sich junge Menschen nach einem Schlaganfall konfrontiert?

Als akutes Ereignis trifft der Schlaganfall junge Erwachsene völlig unerwartet. In erster Linie sind es körperliche Einschränkungen, die die alltägliche Lebensführung belasten. Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen und Sehstörungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität. Ist das Sprachzentrum durch den Schlaganfall beeinträchtigt, leidet die Kommunikation mit dem sozialen Umfeld. Auch psychische Beschwerden, zum Beispiel Depressionen, sind mögliche Folgen.

Nach einem Schlaganfall muss häufig das ganze Leben neu organisiert werden. Junge Schlaganfall-Betroffene stehen vor vielfältigen Problemen. Sie benötigen Informationen zur Rehabilitation, beruflichen Reintegration und (versicherungs-) rechtlichen Ansprüchen. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert sich daher gezielt für junge Schlaganfall-Betroffene und ihre Angehörigen.

Welche Form der Unterstützung bietet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe für junge Betroffene?

Seit 2005 setzt sich die Stiftung verstärkt für junge Schlaganfall-Patienten in der Altersgruppe 18-50 Jahre ein. Mit dem Projekt wird durch Information und Beratung sowie durch Vernetzung und Begleitung eine Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen angestrebt.

Jährlich stattfindende Erfahrungsaustausche bieten jungen Betroffenen und deren Angehörigen die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die das gleiche Schicksal teilen. Die Veranstaltungen sind daher eine gute Gelegenheit, um neue Kontakte zu knüpfen. Schlaganfall-Experten halten Vorträge und stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Die Stiftung fördert den Austausch darüber hinaus durch eine Adressdatenbank.

Zusammen mit Thala - dem Gesundheitsmagazin der Schlaganfall-Hilfe erhalten junge Betroffene viermal im Jahr einen Infobrief, der eigens auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten ist.

Der Ratgeber „Lieben und Leben nach Schlaganfall" beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das partnerschaftliche Zusammenleben nach einem Schlaganfall verändert. Mit dieser Broschüre möchte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Betroffenen und deren Partnern Mut machen, den Glauben an die Kraft der Liebe und Sexualität nicht zu verlieren. Für Singles und Paare werden Wege aufgezeigt, um zu einer, der neuen Situation angepassten harmonischen Form der partnerschaftlichen Liebe zu finden.