Kinder und Schlaganfall

Nikolaus spendet für "Kinder und Schlaganfall"

Er ist der Nikolaus: Für Manfred Lütjann aus Weseke im Kreis Borken beginnt im Dezember die heiße Zeit des Jahres. Kindergärten, Schulen, Weihnachtsmärkte oder –feiern sind dann die typischen Anlaufpunkte des 45jährigen. Der Erlös aus diesen Besuchen fließt 2009 in das Projekt "Kinder und Schlaganfall" der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Nikolaustag für die ElternberatungAnfang Januar 2010 überraschte der Borkener Nikolaus Frank Münzinger und Sabine Dawabi von der Schlaganfall-Hilfe sowie Prof. Dr. Ulrike Nowak-Göttl, verantwortliche Oberärztin der Kinder-Gerinnungsambulanz Münster mit einer prallgefüllten „Sammelbüchse“ in Höhe von 9.081,31 Euro.

Der Erlös kommt dem Projekt „Elternberatung" an der Kinderklinik zugute. Damit kann eine halbe Arztstelle für die Beratung betroffener Familien finanziert werden. „Die Elternberatung liefert wichtige Informationen, die die Ursachenforschung ergänzen. So kann die Diagnostik weiter verbessert und eine frühzeitigere Behandlung von schlaganfallbetroffenen Kindern ermöglicht werden“, so Frank Münzinger, Bereichsleiter Rehabilitation und Nachsorge. 

Die Einrichtung wurde 2003 gegründet. Ein Ärzteteam der Universitätsklinik Münster beantwortet hier alle Fragen, die sich nach einem Schlaganfall bei Kindern stellen. Die umfangreiche Datenbank dokumentiert über 800 Kranken- und Familiengeschichten. Mittlerweile suchen nicht nur Eltern, sondern auch Ärzte und andere Kinderkliniken den Münsteraner Rat.

Nikolaus und Knecht Ruprecht TeamIm "normalen" Leben ist Manfred Lütjann Polizeibeamter. "Da fallen viele Überstunden an", erklärt der Nikolaus aus Weseke. "Die werden Ende des Jahres aufgebraucht - auf die schönste Art, die ich mir vorstellen kann."

Seit fast 20 Jahren schlüpft Manfred Lütjann in die Rolle des Nikolaus. Im Laufe der Zeit hat er ein richtiges "Nikolaus und Knecht Ruprecht-Team" um sich herum aufgebaut. Seine Frau, die gemeinsamen drei Kinder, Verwandte und Freunde unterstützen ihn in vielen Bereichen. Es müssen Termine koordiniert, Kostüme gereinigt und Bärte aufarbeiten werden. Oft sind das mehrere Nikolausbesuche am Tag - am Ende sind wieder rund 100 Auftritte zusammen gekommen.
Alle arbeiten ehrenamtlich - das ist Ehrensache. „In den ersten Jahren bekam ich als Dank für meinen Auftritt als Nikolaus Gläser, Schnaps- oder Weinflaschen geschenkt, mit denen ich eigentlich nichts anfangen konnte. So kamen wir auf die Idee, eine Sammelbüchse mitzunehmen. Da konnte jeder, der wollte, etwas hineinstecken."

Jedes Jahr kommt dieses Geld einem bestimmten Projekt zugute - Hauptsache, es profitieren Kinder davon: Wie z.B. die Kinderkrebshilfe Münster, Behindertenvereine, der Palliativbereich einer Kinderklinik, Spielplätze oder dem Projekt "Kinder und Schlaganfall" der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. .
„Das ist schon ein großer Vertrauensbeweis der Eltern und Firmen, die ihre Spende in die Sammelbüchse stecken", meint Manfred Lütjann. "Schließlich ist erst einmal nicht nachvollziehbar, wo das Geld landet."
Doch dass es gut angelegt wird, da sind sich alle Spender sicher.
"Wir erklären Ende Dezember, welche Summe an welche Organisation geht und überreichen dann einen großen Demo-Scheck. Auf das Projekt ´Kinder und Schlaganfall` stießen wir in diesem Jahr", erzählt Manfred Lütjann. "Ein Kind in der Grundschule am Ort hatte einen Schlaganfall. So erfuhren wir, dass auch Kinder einen Schlaganfall bekommen können. Wir haben  recherchiert und sind auf die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gestoßen."

Mehrere Kostüme, Bärte und andere Utensilien lagern im "Nikolaus-Keller" des Mannes aus Weseke. Mittlerweile dürfen die auch ganz offen herumliegen. Das war früher, als seine Kinder nach kleiner waren und noch ganz fest an die Existenz des Nikolaus´ glaubten, ganz anders.
"Per Zufall entdeckte unser damals dreijähriger Sohn die Nikolaus-Kostüme im Keller. Er kam ganz aufgeregt zu mir gelaufen und erzählte, der Nikolaus wäre wohl da gewesen und hätte sich bei uns umgezogen. Das war gar nicht so leicht, ihn in diesem Glauben zu lassen."
Mittlerweile sind die Kinder erwachsen. Sie glauben vielleicht nicht mehr an den Nikolaus, wohl aber an die guten Taten ihres Vaters.
"Mir macht es immer noch so viel Spaß wie im ersten Jahr. Ich freue mich über die Kinder, die immer ganz baff sind, den Nikolaus zu treffen. Ich freue mich auch über die Spende, die wir dem Projekt "Kinder und Schlaganfall" zur Verfügung stellen können."

Wollen Sie auch unsere Arbeit mit Schlaganfall-Betroffenen Kindern unterstützen? Mit Ihrer Spende können wir die Versorgung und die Rehabilitation der kleinen Betroffenen verbessern. Geben Sie diesen Kindern bessere Chancen auf eine gesunde Zukunft!