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Kindlicher Schlaganfall

50 Prozent werden nicht entdeckt

 

Stiftungsvorstand Dr. Michael Brinkmeier (rechts) begrüßte die Experten Dr. Ronald Sträter (links) und Marco Vollers zum 2. Forum Schlaganfall.

Auch Kinder erleiden Schlaganfälle, manchmal schon im Bauch ihrer Mutter. 50 Prozent dieser Schlaganfälle bleiben lange Zeit unerkannt. Das will die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ändern. Dr. Ronald Sträter, anerkannter Experte auf diesem Gebiet, und Schlaganfall-Kinderlotse Marco Vollers klären die Fachwelt und die Öffentlichkeit jetzt auf.

 
Stiftungsvorstand Dr. Michael Brinkmeier (rechts) begrüßte die Experten Dr. Ronald Sträter (links) und Marco Vollers zum 2. Forum Schlaganfall.

Auch Kinder erleiden Schlaganfälle, manchmal schon im Bauch ihrer Mutter. 50 Prozent dieser Schlaganfälle bleiben lange Zeit unerkannt. Das will die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ändern. Dr. Ronald Sträter, anerkannter Experte auf diesem Gebiet, und Schlaganfall-Kinderlotse Marco Vollers klären die Fachwelt und die Öffentlichkeit jetzt auf.

Das 2. Forum Schlaganfall in Gütersloh war mit mehr als 70 Teilnehmern ausgebucht. Ärzte, Therapeuten, Rettungsdienstmitarbeiter und pädagogische Fachkräfte hörten den Experten hochkonzentriert zu. Genau die Zielgruppe, die Sträter und Vollers erreichen möchten.

Die Problemlage

Kindliche Schlaganfälle sind selten, deshalb ziehen selbst Fachleute die Diagnose bei Kindern zu selten in Betracht. Und die Kinder – insbesondere Neugeborene und Kleinkinder – können sich oft nicht mitteilen. Es gibt bisher noch zu wenige Erkenntnisse über die Ursachen und die richtigen Therapien. Anders als beim „erwachsenen" Schlaganfall gibt es keine Leitlinien für die Behandlung. Eltern fühlen sich oft ratlos und isoliert, weil es quasi keine Beratungsangebote gibt und eine Prognose nur schwer möglich ist.

Die Ziele der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe

Bereits im Jahr 2000 begann die Stiftung mit ersten Projekten im Bereich des kindlichen Schlaganfalls. Daraus entstand die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe. Die Ziele stehen fest: Aufklärung der Bevölkerung, frühzeitige und sichere Diagnosen für die Kinder, wirksame Therapien und Fördermaßnahmen und eine qualifizierte und einfühlsame Beratung und Begleitung der betroffenen Familien - nach Bedarf bis zum Übergang in das Erwachsenenalter.

Der Beitrag der Schlaganfall-Hilfe

Die Arbeit von Privatdozent Dr. Ronald Sträter an der Uniklinik Münster fördert die Schlaganfall-Hilfe seit vielen Jahren. Die Kinderklinik hat sich zu einem Kompetenzzentrum für den kindlichen Schlaganfall herausgebildet, mehr als 1.000 Kinder wurden hier bereits behandelt. Am Neurologischen Rehabilitationszentrum Friedehorst in Bremen installierte die Schlaganfall-Hilfe Ende 2012 den ersten Schlaganfall-Kinderlotsen Deutschlands. Marco Vollers berät und begleitet mittlerweile 250 Familien in ganz Deutschland.

Erste Leitlinien in Sicht

In Gütersloh berichten beide Experten aus ihrer Arbeit, zeigte die Symptome und Therapiemöglichkeiten des kindlichen Schlaganfalls auf und schilderten die besonderen Probleme der Familien. Ein erstes Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar. Dr. Ronald Sträter ist Mitglied einer bundesweiten Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Lucia Gerstl (München). Ziel ist die Entwicklung von Leitlinien zur Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls im Kindesalter. Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften soll ein Raster an die Hand gegeben werden. Damit zum Beispiel ließen sich auch Pflegekräfte in überfüllten Notaufnahmen sensibilisieren, die entsprechenden Symptome zu erkennen. Denn oft müssen sie eine Ersteinschätzung der Patienten treffen und entscheiden, ob ein Notfall vorliegt.

Daten und Fakten*

 

Die Zahl der Schlaganfälle bei Kindern in Deutschland ist nicht bekannt, weil es bisher kein gemeinsames Register gab. Nach Hochrechnungen müssen mindestens 400 – 500 Kinder pro Jahr betroffen sein. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich größer, weil der kindliche Schlaganfall häufig nicht bzw. erst deutlich später diagnostiziert wird.

Experten unterscheiden den kindlichen und den neonatalen Schlaganfall. Rund ein Drittel der kindlichen Schlaganfälle passieren im Mutterleib oder während der Geburt (neonatal). Der Schlaganfall bei Neugeborenen trifft zu 60 Prozent Jungen. Nur selten versterben die Kinder daran, und nur 2 Prozent erleiden später weitere Schlaganfälle.

Der kindliche Schlaganfall (ab 3. Lebensjahr) verläuft in 15 Prozent der Fälle tödlich, weitere 15 Prozent der Kinder erleiden wiederholte Schlaganfälle. Mehr als 60 Prozent dieser Kinder haben in der Folge eine Hemiparese (halbseitige Lähmung), 15 Prozent eine Epilepsie. Allerdings werden rund 50 Prozent dieser kindlichen Schlaganfälle zunächst nicht erkannt.

Je früher Kinder einen Schlaganfall erleiden, desto stärker sind tendenziell die kognitiven Auswirkungen. Zwischen 10 und 30 Prozent der kindlichen Schlaganfälle sind kardiologisch bedingt. Diese Kinder haben mit rund 30 Prozent ein hohes Risiko für wiederholte Schlaganfälle. 30 bis 40 Prozent der schlaganfallbetroffenen Kinder hatten zuvor einen Infekt.


*Internationale Studienergebnisse, zusammengestellt und diskutiert auf dem Pediatric Stroke Tag 2016 am von Haunerschen Kinderspital München unter der Leitung von Dr. Lucia Gerstl.

Weitere Themen

REWE-Auszubildende engagieren sich

Engagement

Lisa Hinsche (2.v.l.) und Niklas Tanger (2.v.r.) überreichten einen Spendenscheck an den Schlaganfall-Kinderlotsen Marco Vollers. Mit ihnen freute sich Sylvia Strothotte.

Über einen Scheck in Höhe von 1.295,75 Euro freuten sich Schlaganfall-Kinderlotse Marco Vollers und die stellvertretende Vorsitzende der Schlaganfall-Hilfe Sylvia Strothotte. Mit dem Geld, welches im Rahmen einer Weihnachtsmarkt-Spendenaktion zusammenkam, wird die Finanzierung des Kinderlotsen unterstützt.

 
Lisa Hinsche (2.v.l.) und Niklas Tanger (2.v.r.) überreichten einen Spendenscheck an den Schlaganfall-Kinderlotsen Marco Vollers. Mit ihnen freute sich Sylvia Strothotte.

Über einen Scheck in Höhe von 1.295,75 Euro freuten sich Schlaganfall-Kinderlotse Marco Vollers und die stellvertretende Vorsitzende der Schlaganfall-Hilfe Sylvia Strothotte. Mit dem Geld, welches im Rahmen einer Weihnachtsmarkt-Spendenaktion zusammenkam, wird die Finanzierung des Kinderlotsen unterstützt.

Der Bedarf an Hilfe ist riesig: In Deutschland gibt es weit mehr als 5.000 Familien, die ein schlaganfallbetroffenes Kind haben und dringend auf Rat und Hilfe angewiesen sind. Marco Vollers ist der bundesweit erste und bisher einzige Schlaganfall-Kinderlotse. Er berät, unterstützt und begleitet er Eltern mit schlaganfallbetroffenen Kindern – telefonisch und persönlich.

Das Schicksal der betroffenen Familien berührt die Auszubildenden des Gütersloher REWE-Markts. Bereits mehrere Male unterstützte der Markt unter der Leitung von Goce Jandreoski die Schlaganfall-Hilfe bereits mit Spendenaktionen. Für die Auszubildenden Lisa Hinsche, Niklas Tanger und Jan Monkenbusch war klar: „Diese gute Tradition möchten wir fortsetzen." Mithilfe ihres Chefs organisierten sie einen Weihnachtsmarkt. Jeder verkaufte Glühwein brachte eine Spende ein. „Noch vor einiger Zeit dachte ich, nur ältere Leute können einen Schlaganfall bekommen", erzählt Lisa Hinsche Marco Vollers bei der Scheck-Übergabe. „Es ist beeindruckend, welche Hilfe Sie den betroffenen Familien sind." Der Schlaganfall-Kinderlotse schätzt die Förderung seiner Tätigkeit sehr: „Durch Menschen wie euch kann ich schlaganfallbetroffenen Familien helfen. Danke!"


Treffen der Partnerbüros

 

Auch Berater brauchen Beratung. In Gütersloh, am Stammsitz der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, trafen sich jetzt Schlaganfall-Beratungsstellen aus ganz Deutschland.

 

Auch Berater brauchen Beratung. In Gütersloh, am Stammsitz der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, trafen sich jetzt Schlaganfall-Beratungsstellen aus ganz Deutschland.

Der persönliche Kontakt, das Vier-Augen-Gespräch, das ist für viele Menschen in der Beratung unerlässlich. Deshalb kooperiert die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe seit fast 20 Jahren mit regionalen Partnerbüros in ganz Deutschland. 29 solcher Kontaktstellen sind derzeit aktiv.

Beratung von Betroffenen und ihren Angehörigen, Aktivitäten zur Aufklärung und die Unterstützung der Selbsthilfe vor Ort sind die wesentlichen Aufgaben der Partnerbüros. Viele dieser Beratungsstellen sind an Kliniken angebunden und bieten regelmäßige Sprechstunden/Öffnungszeiten an.

Auf Einladung der Schlaganfall-Hilfe kamen Vertreter der Büros jetzt zu einem zweitägigen Arbeitstreffen in Gütersloh zusammen. Neben der gegenseitigen Information über die Aktivitäten ging es dabei auch um einen fachlichen Austausch zu inhaltlichen Themen. Deutlich wurde zum Beispiel, dass es noch einen großen Nachholbedarf an Informationen zur beruflichen Rehabilitation gibt.

Großes Interesse zeigten die Partner auch an den Projekten der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, den Schlaganfall-Lotsen und den Schlaganfall-Helfern. Insbesondere die ehrenamtlichen Helfer können eine ideale Ergänzung zur Beratungstätigkeit der Büros sein. Helfer erhalten eine Basisschulung in wichtigen Fragen der Schlaganfall-Nachsorge. Sie können Betroffene und Angehörige begleiten und bei Problemen an entsprechende Stellen vermitteln.

Hier kommen Sie zur Liste der Schlaganfall-Partnerbüros.


2.500 Euro für schlaganfallbetroffene Kinder

 

Matthias Wittich (rechts) überreichte den Spendenscheck an Dr. Ronald Sträter (Mitte). Mit ihm freute sich Dr. Michael Brinkmeier.

Einen Scheck über 2.500 EUR überreichte Matthias Wittich jetzt im Rahmen des 2. Forum Schlaganfall in Gütersloh an Dr. Ronald Sträter. Damit wird die Arbeit des Kinderarztes an der Uniklinik Münster unterstützt.

 
Matthias Wittich (rechts) überreichte den Spendenscheck an Dr. Ronald Sträter (Mitte). Mit ihm freute sich Dr. Michael Brinkmeier.

Einen Scheck über 2.500 EUR überreichte Matthias Wittich jetzt im Rahmen des 2. Forum Schlaganfall in Gütersloh an Dr. Ronald Sträter. Die Wittich Gmbh, ein Autoteile-Großhändler mit Hauptsitz in Bielefeld, unterstützt damit die Arbeit des Kinderarztes an der Uniklinik Münster. Mit Hilfe der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat er dort ein Kompetenzzentrum für den kindlichen Schlaganfall aufgebaut, in dem bereits mehr als 1.000 Kinder behandelt werden konnten.

Beim Gütersloher Schlaganfall-Forum klärte Dr. Sträter Ärzte, Therapeuten und Rettungsdienstmitarbeiter über Ursachen und Anzeichen des kindlichen Schlaganfalls auf. Das Wissen darüber ist kaum verbreitet, noch gibt es nur sehr wenige spezialisierte Zentren. Die Erkrankung ist so selten, dass sie oft nicht oder viel zu spät diagnostiziert wird.

„Wir wollen mit unserer Spende dazu beitragen, dass sich das ändert", erklärte Matthias Wittich. Es ist nicht das erste Engagement dieser Art der Wittich GmbH Schon in der Vergangenheit förderte das Unternehmen soziale Einrichtungen, unter anderem das Kinderhospiz Bethel. „Einmal im Jahr bewerben wir eine unserer Produktgruppen besonders, einen Teil des Umsatzes daraus spenden wir und runden den Betrag dann auf", so Wittich. Mit Dr. Sträter freute sich auch Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.


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Das 2. Forum Schlaganfall hat es erneut unterstrichen: Dass Kinder einen Schlaganfall erleiden können, ist viel zu wenig bekannt. Auch medizinisches Fachpersonal wie Rettungskräfte, Therapeuten und Ärzte nehmen die Informationsangebote der Schlaganfall-Hilfe zum Thema Kind und Schlaganfall gerne an. Alle sind sich einig: Es werden mehr Zentren mit Expertenwissen gebraucht.

Ihre Spende kann maßgeblich dazu beitragen. Wenn Sie die Arbeit in diesem Bereich nachhaltig unterstützen möchten, besteht die Möglichkeit einer Spende oder Zustiftung in den Kinder Schlaganfall-Fonds. Der Fonds dient zum Aufbau von Vermögen um mit den Zinserträgen die Arbeit in diesem Bereich langfristig zu sichern.

 

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