Welthypertonietag 2013
Kalium gegen den Schlaganfall
Welthypertonietag 2013
Bluthochdruck ist der Risikofaktor Nummer 1 für Schlaganfall und Herzinfarkt. In Deutschland leiden etwa 35 Millionen Menschen an Hypertonie, aber nur jeder zweite weiß von seiner Krankheit. Denn ein erhöhter Blutdruck verursacht oft viele Jahre keine spürbaren Beschwerden. Dabei könnte eine gute Vorsorge so wirksam sein. Studien belegen, dass die frühzeitige Erkennung und Behandlung des Bluthochdrucks das Schlaganfall-Risiko um bis zu 40 Prozent senken kann.
Vorrang vor einer medikamentösen Therapie hat stets die Anpassung des Lebensstils. Ganz aktuell hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund von Studienergebnisse neue Ernährungsempfehlungen herausgegeben. Menschen mit gesunden Nieren sollten täglich 3500 Milligramm Kalium zu sich nehmen. Das entspricht beispielsweise 100 g getrockneten Aprikosen und 100 g Sojabohnen. Die dadurch erzielte Blutdrucksenkung vermindert das Schlaganfall-Risiko um 24 Prozent. Gleichzeitig warnt die WHO vor Salzkonsum. Die tägliche Natriumzufuhr sollte unter 2 g liegen.
„Seinen Blutdruck sollte jeder halbjährlich kontrollieren", rät Dr. Markus Wagner, Präventionsexperte der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Blutdruckmessungen sind heute in fast jeder Apotheke möglich. Darüber hinaus empfiehlt die Schlaganfall-Hilfe den kostenlosen Check-Up 35+ beim Hausarzt. Diese Routineuntersuchung steht jedem gesetzlich Versicherten ab 35 alle zwei Jahre zu. Besonders im Fokus steht dabei die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisher wird der Check von weniger als der Hälfte der Versicherten wahrgenommen.
Um Bluthochdruck wirksam zu behandeln, ist nach Aussage der Stiftung eine gute Patienteninformation erforderlich. „Der Verzicht auf liebgewordene Gewohnheiten ist für viele die größte Hürde", erklärt Wagner. „Nur wer seine Erkrankung gut versteht, wird bereit sein, für seine Gesundheit Opfer zu bringen." Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat für Bluthochdruckpatienten einen Fragenbogen zur Vorbereitung auf den Arztbesuch erstellt. Er ist kostenlos zum Download auf dem Internet-Portal der Stiftung erhältlich: Download Fragebogen zur Vorbereitung auf den Arztbesuch
WEITERE THEMEN
Kurzfilme klären auf
Zum heutigen Tag gegen den Schlaganfall veröffentlicht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe auf www.schlaganfall.de vier Filme, die in Kooperation mit dem Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) und der Kölner Kunsthochschule für Medien entstanden sind. Die Filme rücken dabei die Notfallsituation jedes Schlaganfalls in den Mittelpunkt. Die Filme beschäftigen sich beispielsweise mit unserem Botschafter Alexander Leipold, mehrfacher Welt- und Europameister im Ringen, der selbst mit nur 34 Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten hat. Ein Film lässt die kleine Leni mit kindlichen Worten vom Schlaganfall ihres Vaters erzählen. Ein anderer verdeutlicht auf selbstironische Art in einer „Pannenshow" die Symptome eines Schlaganfalls. Der vierte Film erklärt die Funktionsweise des Gehirns in seinen zwei Hälften – und zugleich die daraus entstehenden Ausfallerscheinungen im Falle eines Schlaganfalls.
Matthias Endres, Leiter der Klinik für Neurologie an der Charité und Vorstandsmitglied des CSB: „Schlaganfall ist ein sehr ernstes Thema, den Ärzten fällt es oft nicht leicht es in der Öffentlichkeit zur Sprache zu bringen. Wir haben das Filmprojekt mit den Studenten der KHM unter der Leitung des erfahrenen Filmschaffenden Lars Büchel als wunderbare Gelegenheit gesehen, das Thema Schlaganfall mit einem etwas anderen Ansatz in die Öffentlichkeit zu tragen." Zum Projektstart im vergangenen Jahr hatten die neun beteiligten Filmstudenten vor Ort an der Charité in Berlin recherchiert.
Leni erzählt
Ein ca. 6 Jahre altes Mädchen erzählt und interpretiert auf märchenhafte Weise den Schlaganfall ihres Vaters der mit einer Halbseitenlähmung im Rollstuhl sitzt. „Papa ist in einen tiefen Schlaf gefallen, so wie Schneewittchen, aber nur eine Seite..."
Herr Schmidt
Die beiden Gehirnhälften von Herrn Schmidt stellen zwei sehr unterschiedliche Charaktere dar, die sich auch oft streiten. Doch als eine von ihnen einen Schlaganfall erleidet, muss die andere ihr zu Hilfe eilen.
Die Pannenshow
Durch Situationskomik bzw. Slapstick soll zum einen dargestellt werden, wie oft die Symptome des Schlaganfalls auf die leichte Schulter genommen oder sogar ignoriert werden und zum anderen soll durch Witz und Komik eine unerwartete Wendung den Zuschauer mit der eigentlichen Herausforderung konfrontieren: Aufmerksamkeit und schnelles Reagieren im Fall eines Schlaganfalls.
Der Ringer
Der Weltklasse-Ringer Alexander Leipold berichtet von seinem Schlaganfall und seinem Sieg über die Krankheit.
Sportlich aktiv
Isselhorster Nacht
Zum 10. Mal kommen am 1. Juniwochenende ca. 1.700 Läuferinnen und Läufer aus Nah und Fern, um den Lauf in Isselhorst zugunsten der Schlaganfall-Hilfe mitzumachen. In sieben Wettkämpfen werden die Besten und die Ausdauerndsten erlaufen.
Ob bei gutem Wetter oder Sturm und Regen säumen mehrere Tausend Zuschauer an den Strecken, um die eilnehmer anzufeuern und auch selbst mit Nachbarn und Freunden zu feiern. Ab Anbruch der Dämmerung werden Fackeln und Feuer an der Strecke gezündet die das unvergessliche Flair dieser Veranstaltung bieten.
Am Stand der Schlaganfall-Hilfe erhalten Besucher Infomaterial und können Blutdruck gemessen bekommen.
Therapie mit Eisen und Holz
Schlaganfall - und plötzlich ist alles anders: Ob links- oder rechtsseitig gelähmt, geh-, hör-, seh- oder sprachbehindert - häufig sind behinderte Menschen von der Gesellschaft ausgegrenzt und leben isoliert. Gerade plötzlich behinderte Menschen, die nach einem Schlaganfall aus ihrer gewohnten Lebensbahn geworfen werden, sind oft hilflos und verhalten sich passiv. Sie verlieren ihr Selbstwertgefühl und vereinsamen.
Hier setzt das PartnerProjektGolf (PPG) an: Plötzlich Behinderte und ihre nicht-behinderten Partner haben die Möglichkeit, mit behinderten-gerechten Geräten und geschulten Trainern gemeinsam den Golfsport zu erlernen, was nicht nur die Lebensfreude erheblich steigert.
Auf spielerische Art ist der Golfsport zudem eine ideale Ergänzung der Rehabilitation, denn es werden viele Funktionen beansprucht, die nach einem Schlaganfall beeinträchtigt sind. So wird beim Schlagen mit „Eisen" und „Holz" durch die erforderlichen Belastungswechsel von rechts nach links die behinderte Körperseite optimal trainiert und die Koordinationsfähigkeit verbessert, weiß Privatdozent Dr. Christian Dohmen, Neurologe an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln. Als Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe betreut er das PartnerProjektGolf von Anfang an.
Schnuppertag Golfen
Unter dem Motto „Golf mit Handicap" treffen sich am Samstag, den 25. Mai 2013, um 10 Uhr auf dem Golfplatz Gut Clarenhof in Frechen Schlaganfall-Betroffene und ihre Partner bei einem kostenlosen Schnuppertag zum gemeinsamen Golfspiel.
Das Ziel: gemeinsam den Golfsport kennen lernen, die Motorik fördern, Sport machen und Spaß haben! Wer mag, kann anschließend regelmäßig in einer Gruppe trainieren.
Alle Informationen gibt's unter www.ppgolf.de, Menüpunkt „Termine".
Das PartnerProjektGolf (PPG)
Unter dem Motto „Ein Schlag gegen den Schlag" wurde das Golf-Projekt am 25. Mai 2002 von Barbara Ullrich in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aus der Taufe gehoben, damals noch als Pilot-Projekt.
Heute nun ist das PartnerProjektGolf eindeutig den Kinderschuhen entwachsen: „Wir blicken zurück auf gut gut 250 „Schnupperer", über 100 regelmäßige Teilnehmer, die beim wöchentlichen Training ihr Handicap verbessern, 500.000 geschlagene Bälle, Berichterstattungen in Fernsehen, Fach- und Publikumspresse, diverse Vorträge und zwei wissenschaftliche Studien mit positiven Ergebnissen", freut sich Barbara Ullrich über die erfolgreiche Bilanz.
Ansprechpartner
Barbara Ullrich (Projektgründerin)
Öffentliche Golfanlage Gut Clarenhof
Bonnstraße
50226 Frechen
Tel.: 02234 943434
E-Mail: Barbara.Ullrich@t-online.de
Internet: www.ppgolf.de
Winni Bellinghausen
(Cheftrainer)
Brockendorfer Weg 6a
50189 Elsdorf
Tel.: 0173 8803443
E-Mail: winni.bellinghausen@t-online.de
Aktuelles in Kürze
Hilfsmittel des Monats
Schlupfsack ideal für die kalte Jahreszeit. Wärmendes Webpelz-Futter kombiniert mit wasserabweisendem Nylongewebe. Besonders leicht und passend für jede Körpergröße. Wenn Sie nähere Informationen über dieses Hilfsmittel benötigen, dann wenden Sie sich an Frau Sandra Rösemeier unter der Tel.: 05241-977019 oder sandra.roesemeier@schlaganfall-hilfe.de