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„Kümmert euch!“

Interview mit dem Pflegekritiker Claus Fussek

„Kümmert euch!"

Claus Fussek ist Deutschlands wohl bekanntester Pflegekritiker. Seit Jahrzehnten kritisiert er öffentlich die Zustände in deutschen Pflegeheimen. Der Sozialpädagoge aus der Nähe von München ist Mitautor des Buches „Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte" (Fussek/Schober), Knaur Klartext. Für sein besonderes Engagement wurde ihm im Januar 2008 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mario Leisle, Pressesprecher der Schlaganfall-Hilfe, unterhielt sich mit ihm unter anderem über die Frage, warum es so schwierig ist, ein gutes Pflegeheim oder einen guten ambulanten Dienst zu finden, obwohl es eigentlich ganz leicht sein müsste.

Claus Fussek ist Deutschlands wohl bekanntester Pflegekritiker.

 

Seit Jahrzehnten kritisiert er öffentlich die Zustände in deutschen Pflegeheimen. Der Sozialpädagoge aus der Nähe von München ist Mitautor des Buches „Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte" (Fussek/Schober), Knaur Klartext. Für sein besonderes Engagement wurde ihm im Januar 2008 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mario Leisle, Pressesprecher der Schlaganfall-Hilfe, unterhielt sich mit ihm unter anderem über die Frage, warum es so schwierig ist, ein gutes Pflegeheim oder einen guten ambulanten Dienst zu finden, obwohl es eigentlich ganz leicht sein müsste.

  • Herr Fussek, seit Jahrzehnten streiten sie öffentlich für eine bessere Pflege. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Im Prinzip fast nichts, das ist ja die Misere. Wir führen eine absurde Diskussion ohne Gegner!  Es gibt in Deutschland niemand, der für schlechte Pflege ist, niemand möchte nach Minuten gepflegt werden, keine Pflegekraft hat gelernt im Akkord zu pflegen. Und trotzdem ändert sich nichts.
 

  • Wird in Deutschland also schlecht gepflegt?

Nicht grundsätzlich, nein. Es gibt bessere und schlechtere Heime und Pflegedienste. Das Problem ist, dass wir die Unterschiede kaschieren.
 

  • Bevor wir in die politische Dimension einsteigen, eine pragmatische Frage: Welche Tipps würden Sie mit Ihrer Erfahrung jemandem geben, dessen Angehöriger durch Schlaganfall plötzlich pflegebedürftig wird?

Im Idealfall hat die Akutklinik einen engagierten und kompetenten Sozialdienst. Die haben im Laufe der Jahre ihre Erfahrungen gemacht mit Heimen und Pflegediensten. Offiziell dürfen sie leider keine Empfehlungen abgeben, aber einen guten Rat kann man dort sicher bekommen.
 

  • Der Medizinische Dienst der Krankenkassen verteilt Pflegenoten. Geben die Aufschluss?

Das Prinzip ist doch einfach: Wer ganz viel dokumentiert, hat die besten Noten. Er kommt dann nur leider nicht mehr zum Pflegen. Wir haben das bestzertifizierte Pflegesystem überhaupt. In Baden-Württemberg haben die Heime Bestnoten von 1,0 und 100 Prozent Zufriedenheit. Ein Abitur müsste wahrscheinlich wiederholt werden, weil es angezweifelt würde. Aber hier kräht kein Hahn. Ich sage immer: Seid doch bitte mal ehrlich!
 

  • Gibt es denn andere Indizien für gute Qualität?

Vieles erkennt man nicht auf den ersten Blick. Manchmal spürt man eine besondere Atmosphäre, manche sagen, es gibt Heime, die haben eine Seele. Ein Anhaltspunkt vielleicht: die Guten sind meist überlaufen, haben lange Wartelisten. Die anderen haben ständig freie Kapazitäten. Das Schlimme ist: Je größer die Verzweiflung, desto niedriger werden die Ansprüche. Deshalb werden auch schlechte Heime belegt und schlechte Pflegedienste beschäftigt. Wenn ich einen ganz pragmatischen Tipp bei der Heimsuche geben sollte, würde ich sagen: Fragen Sie einfach den örtlichen Bestatter und Notarzt!
 

  • Weil die wissen, wie es in den Heimen aussieht?

Ganz genau, die gehen dort regelmäßig unangemeldet ein und aus.
 

  • Und die werden mir Auskunft geben?

Da kommen wir zum Kern des Problems. Manche vielleicht, die meisten jedoch nicht. In Sachen Pflege haben wir es mit einer Mauer der Angst und des Schweigens zu tun. Fast alle machen mit. Die einen haben Angst, die anderen verdienen daran.
 

 
  • Sie kritisieren immer wieder auch die Pflegekräfte. Was genau werfen Sie ihnen vor?

Ich kritisiere Pflegekräfte nicht pauschal, es gibt da unheimlich tolle und engagierte Menschen. Aber ich kritisiere eine Grundhaltung, die mir immer wieder begegnet, wenn wir über die Misere sprechen. Jeder weiß, dass es katastrophale Zustände gibt, die größtenteils auf zu wenig Personal zurückzuführen sind. Die Leute sind überfordert und überlastet. Was machen die meisten Pflegenden aber: Sie kaschieren das Problem, das sie selbst beklagen. Indem sie bis zum Burnout arbeiten und dokumentieren, was sie gar nicht leisten können.
 

  • Das wäre Betrug …

… von dem jeder weiß, aber nicht laut spricht. Fast jede Geschichte, die ich höre, beginnt mit: „Herr Fussek, ich sag Ihnen jetzt was, das muss aber unter uns bleiben!" Die haben Angst vor Repressionen. Und das ist ein Argument, dass ich nicht nachvollziehen kann. Einen krisensicheren Arbeitsplatz als in der Pflege gibt es momentan in Deutschland kaum. Zumindest für gute Pflegekräfte.
 

  • Was sollen sie Ihrer Meinung nach tun?

Ehrlich sein. Ich höre auf jeder Veranstaltung: „Wir müssen so viel dokumentieren, dass wir nicht mehr zur Grundpflege kommen." Die ist aber trotzdem dokumentiert. Was soll das?, frage ich mich. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen jedenfalls fordert nicht, dass Dokumentationen gefälscht werden. Die Pflegenden schießen sich damit ein Eigentor.
 

  • Wieso?

Weil sie mit ihrer tollen Dokumentation die Pflegenote 1,0 bekommen und 100 Prozent Zufriedenheit. Das sind Werte wie bei Wahlen in Nordkorea. Und dann erklären sie mal Politikern, wie sie das noch verbessern wollen. Fast alle machen mit in diesem Spiel, bis auf wenige Ausnahmen. Da gibt es ja die Geschichte eines Heimleiters, der sich verweigert hat. Das Haus hat dafür die Note 3,5 bekommen, ist aber trotzdem voll belegt. Weil es gut ist und sich das rumspricht.
 

  • Wie geht das?

Was andere in Marketing und eine gute Außendarstellung stecken, investieren die in ihre Mitarbeiter. Da gibt es Fort- und Weiterbildungen, Gesundheitsförderung, Supervision. Und ein angstfreies, wertschätzendes Arbeitsklima. Personalfluktuation und Krankenstand sind gering, weil die Mitarbeiter zufrieden sind. Das spricht sich rum in der Stadt, und selbst die Auszubildenden sprechen in ihrer Freizeit begeistert von ihrem Arbeitsplatz.
 

  • Das klingt eher nach Wunschvorstellung als nach Realität.

Das höre ich sehr oft. Aber es gibt diese Heime, ich kann Ihnen die Adressen geben. Die haben Wartelisten und schreiben schwarze Zahlen. Die haben noch nicht mal den Reinigungsdienst outgesourct, sondern arbeiten mit Kräften aus dem Ort, die Deutsch sprechen. Das ist wichtig, weil sie mit den Patienten kommunizieren. Die machen sogar Fortbildungen, und das rechnet sich. Weil sie ganz viel Patientenkontakt haben und die Pflegekräfte entlasten. Allerdings braucht man für ein solches Konstrukt auch viele Ehrenamtliche und Angehörige.
 

  • Wo sehen Sie denn die Rolle und die Verantwortung von Angehörigen?

Da sind wir bei einem gesamtgesellschaftlichen Problem. Eine der wichtigsten Botschaften an die Angehörigen lautet: „Kümmert Euch!". Alte und pflegebedürftige Menschen sind dazu selbst meist nicht mehr in der Lage. Und sie leben in einem Abhängigkeitsverhältnis: Sie zahlen 3.500 Euro monatlich für den Pflegeplatz. Aber die Pflegekraft entscheidet, ob sie gewaschen und mobilisiert wird. Die Patienten und Heimbewohner brauchen Fürsprecher.
 

  • Was sagen Sie zum Pflegenotstand?

Ein bekanntes Riesenproblem, ganz klar. Aber das kann man nicht nur auf die Demografie schieben, es ist zu einem guten Stück hausgemacht. Schülerinnen und Schüler werden in sehr vielen Pflegeheimen verheizt, auch das spricht sich rum. Dann wundert man sich, dass keiner mehr in die Pflege möchte. Und am Ende werden Leute in diesen Beruf geschickt, die vom Tierpark abgelehnt wurden.
 

  • Hat die Politik versagt?

Noch mal: Die Situation ist so absurd, weil alle sie mittragen. Herr Laumann, der Patientenbeauftragte, besucht Heime und sagt: Alles in Ordnung. Na klar, der kommt angemeldet. Da ist alles bestens präpariert. Gleichzeitig schimpfen die Leute, die für den Besuch alles blank geputzt haben, aber auf die Politik, von der sie angeblich keine Unterstützung bekommen. Und beklagen einen Zustand, den sie selbst vertuschen. Nur: Diesen Zusammenhang verstehen die nicht.
 

  • Sie gehören also nicht zu den Leuten, die sagen: Es muss mehr Geld ins System?

Wo fließt es dann hin, das Geld? Wir leisten uns einen ethischen und wirtschaftlichen Wahnsinn, weil wir die Folgen der schlechten Pflege belohnen. Mir hat neulich ein chirurgischer Chefarzt - natürlich wieder ganz im Vertrauen - gesagt: Jeder Dekubitus und jeder Oberschenkelhalsbruch ist gut für das wirtschaftliche Ergebnis meiner Klinik. Wenn sie so wollen, leben wir von der schlechten Pflege in den umliegenden Pflegeheimen. Da sage noch einer, es sei zu wenig Geld im System.
 

  • Welchen Beitrag kann die Politik denn leisten, außer Geld?

Zum Beispiel dafür sorgen, dass bestehende Gesetze umgesetzt werden. Rehabilitation vor Pflege - das Prinzip hat seinerzeit Norbert Blüm eingeführt. Damit könnten wir Milliarden einsparen. Funktioniert aber nicht, weil wir es nicht mal schaffen, Krankenkasse und Pflegekasse zusammenlegen. Solange die Krankenkasse die Kosten für die Rehabilitation bezahlt, aber die Pflegekasse profitiert, ist doch klar, dass die sparen, wo sie nur können. Und so geht das seit Jahrzehnten.
 

  • Was können aus ihrer Sicht Organisationen wie die Deutsche Schlaganfall-Hilfe daran ändern?

Die Stiftungen und Verbände, die Patientenvertreter, sie müssen sich von der stillen Diplomatie verabschieden. Sie müssen parteiischer werden. Es doch um menschliche Schicksale. Sie alle sind doch die Experten, sie haben alle Zahlen. Sie könnten belegen, wie man mehr Lebensqualität erzeugen kann, ohne dass es unbedingt mehr kosten muss. Es braucht eine Gesamtbetrachtung und mit ihrer Hilfe kann es gelingen, diese Teilinteressen zu überwinden. Aber dafür müssen wir das System auf den Kopf stellen.

Herr Fussek, herzlichen Dank für dieses offene Gespräch!

Gegenstände des täglichen Gebrauchs

Hilfsmittel? Fragen und Antworten

 

Was genau sind Hilfsmittel, wer empfiehlt und verordnet sie, was kann ich tun, wenn ein Hilfsmittel nicht genehmigt wird? Diese und mehr Fragen bewegen Patienten und ihre Angehörigen nach einem Schlaganfall. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit dem Experten Patrick Rösemeier gesprochen. Er ist seit 15 Jahren in der Gesundheitsbranche tätig, unter anderem als Medizinprodukteberater, und hat daher große Erfahrung, wenn es um Hilfsmittel geht.

 

Was genau sind Hilfsmittel, wer empfiehlt und verordnet sie, was kann ich tun, wenn ein Hilfsmittel nicht genehmigt wird? Diese und mehr Fragen bewegen Patienten und ihre Angehörigen nach einem Schlaganfall. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit dem Experten Patrick Rösemeier gesprochen. Er ist seit 15 Jahren in der Gesundheitsbranche tätig, unter anderem als Medizinprodukteberater, und hat daher große Erfahrung, wenn es um Hilfsmittel geht.

Im ersten Teil der Serie beantwortet Rösemeier grundlegende Fragen zum Thema.

  • Herr Rösemeier, was genau sind Hilfsmittel im medizinischen Sinn? Wie ist die Definition?

Allgemein gesagt sind Hilfsmittel Gegenstände, die den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern helfen. Sie sollen dazu beitragen, einer drohenden Behinderung vorzubeugen, eine Behinderung auszugleichen oder auch Pflegebedürftigkeit zu verhindern. Letztlich sollen Hilfsmittel auch dazu beitragen, dass der Patient wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Ziel ist es, dem Patienten durch den Einsatz von Hilfsmitteln soweit wie möglich wieder in ein „normales" Leben zurückzuverhelfen, in dem er mit größtmöglicher Selbstständigkeit agieren kann.
 

  • Sind bei der Beantragung von Hilfsmitteln unterschiedliche Grade der Behinderung zu beachten?

Nein, da gibt es keine Unterschiede.
 

  • Was ist eine Hilfsmittelnummer?

Es gibt einen Hilfsmittelkatalog, in dem alle verfügbaren Hilfsmittel aufgelistet sind. Produkte, die verordnet werden können, haben eine Hilfsmittelnummer. Sie werden von der Krankenkasse übernommen, der Patient muss lediglich eine geringe Zuzahlung leisten. Hat das Produkt keine Hilfsmittelnummer, ist es eine Privatleistung, die der Patient selbst übernehmen muss.
 

  • Umbauten in der Wohnung, zum Beispiel Treppenlift, Türschwellen und Rampen – sind diese auch als Hilfsmittel zu bezeichnen?

Grundsätzlich ja. Ein Treppenlift zum Beispiel ist nicht rezeptierfähig. Wer sich für einen Treppenlift entscheidet, sollte Kontakt mit der Pflegekasse aufnehmen, die einen Zuschuss in Höhe von 2.557 Euro gewährt, allerdings nur wenn eine Pflegestufe vorliegt. Die Differenz zum Verkaufspreis muss der Patient selbst bezahlen. Türschwellenbrücken und Rampen sind rezeptierfähig. Hat der Patient in der Wohnung Barrieren zu überwinden, kommt – nach Verordnung durch den Arzt – der Fachberater des Sanitätshauses zu ihm nach Hause und berät ihn, wie er diese Dinge ausgleichen kann.
 

  • Schlaganfall-Patienten leiden unter den unterschiedlichsten Einschränkungen. Sie brauchen Hilfsmittel, um diese Defizite auszugleichen. Wie erfahren Patienten, welche Hilfsmittel und Möglichkeiten es überhaupt gibt und wie und wo sie diese beantragen können?

Der Arzt oder der Therapeut schreiben eine Verordnung. Man muss jedoch dazusagen, dass auch Ärzte nicht alle Hilfsmittel kennen können. Oft wissen die Therapeuten in den Reha-Kliniken mehr über neue Entwicklungen und natürlich die Sanitätshäuser, die in Verbindung mit den Herstellern stehen und über Messen, Kongresse und Fortbildungen stets auf dem neuesten Stand sind. In der Regel ist es so, dass der Patient eine Verordnung vom Arzt hat und sich im Sanitätshaus beraten lässt. Der Fachberater kommt meist zweimal zum Patienten nach Hause, um zu sehen, wie er in seiner Umgebung zurechtkommt. Das Sanitätshaus berät unverbindlich. Dann kann es auch vorkommen, dass sich letztlich eine andere Lösung ergibt, als die vom Arzt zunächst angedachte. Dies muss nicht immer eine teurere Variante sein, im Gegenteil.
Manchmal merkt der Patient erst zu Hause, was ihm fehlt bzw. was er nicht kann, zum Beispiel duschen oder baden. Aber auch so banale Handlungen wie eine Flasche oder einen Joghurtbecher öffnen oder ein Brötchen in zwei Teile schneiden. Vieles kennt man als Patient ja gar nicht, einfach, weil man sich als Gesunder nicht damit beschäftigen musste. Nach einem Schlaganfall beschäftigen einen plötzlich Dinge wie Anziehhilfen, Orthesen, Einhänder-Tisch-Schere, Antirutschmatten für sicheren Stand von Tellern und Bechern, Greifhilfen, Blattwender etc.
 

  • Nehmen wir an, der Patient hat eine Verordnung vom Arzt bekommen, zum Beispiel für einen Duschstuhl. Wie geht er jetzt vor?

Er wendet sich mit der Verordnung ans Sanitätshaus, der Fachberater kommt zu ihm nach Hause. Je nach Beratungsergebnis schreibt der Fachberater einen Kostenvoranschlag und reicht diesen bei der Krankenkasse des Patienten ein. Genehmigt die Kasse, dauert es in der Regel etwa eine Woche, bis es zur Auslieferung des Duschstuhls durch das Sanitätshaus kommt.
 

  • Wie ist das mit der Zuzahlung geregelt?

Generell werden pro Hilfsmittel maximal zehn Prozent des Verkaufspreises berechnet. Jedoch werden mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro Zuzahlung verlangt.
 

  • Wie ist das bei Patienten, die nicht mehr arbeiten können und/oder auf Hartz IV angewiesen sind?

Auch sie müssen den Eigenanteil bezahlen. Allerdings gibt es Härtefälle, die von der Zuzahlung befreit werden. Aktuell liegt die Grenze bei 46 Euro. Die Befreiung muss der Patient allerdings selbst bei seiner Krankenkasse beantragen. Eine Befreiung von der Zuzahlung gilt jeweils für ein Jahr.
 

  • Kann man Hilfsmittel auch testen und wieder zurückgeben?

Ja, man kann Hilfsmittel zum Beispiel für die Dauer von sechs Wochen erproben.
 

  • Kann man sagen, dass in Deutschland zu wenige Hilfsmittel verordnet werden?

Jein. Zunächst muss man sagen, dass wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch am besten aufgestellt sind. Aber wir leiden in Deutschland unter zu viel Bürokratismus. Manche Patienten haben nicht die Kraft, mehrere Ablehnungen durchzustehen und für ein Hilfsmittel zu kämpfen, das medizinisch notwendig ist. Wenn sie auf sich allein gestellt sind, geben sie meist auf. Das tut mir immer sehr Leid. Wir brauchen an den verantwortlichen Stellen dringend Menschen, die sich besser in die Lage von Menschen mit Behinderungen hineinversetzen können.
Und dann haben wir noch ein Problem: Es ist zu wenig bekannt, welche Hilfsmittel es gibt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Patienten und Ärzte wissen, dass es Duschklappsitze gibt, Treppensteiger, Patientendrehscheiben oder Katapultsitze, um nur wenige Beispiele zu nennen. Wenn Hilfsmittel nicht bekannt sind, werden sie ja erst gar nicht verordnet und somit auch nicht beantragt.

Herr Rösemeier, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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Kinder-Botschafterin Hanna nominiert

 

Ganz bestimmt ist sie eine „Heldin des Alltags": Unsere Kinder-Botschafterin Hanna ist für den Preis gleichen Namens nominiert, den eine TV-Zeitschrift ausschreibt. Jetzt ist mitmachen angesagt, denn die Wahl läuft telefonisch. Lesen Sie Hannas Geschichte. Wie die Abstimmung funktioniert, steht hier. Mitmachen!

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Auftakt „Münstarity": Charity-Gala und weitere Spendenaktionen

Münster sammelt für Kinder mit Schlaganfall

Echte Hingucker schmücken in den kommenden vier Wochen zahlreiche Schaufenster und Büros in Münster: Zu sehen sind etwa 35 Bilder, die von schlaganfallbetroffenen Kindern mit ihrer gelähmten Hand gemalt wurden. Sie stehen zum Verkauf für einen guten Zweck.

Echte Hingucker schmücken in den kommenden vier Wochen zahlreiche Schaufenster und Büros in Münster: Zu sehen sind etwa 35 Bilder, die von schlaganfallbetroffenen Kindern mit ihrer gelähmten Hand gemalt wurden. Diese besonderen Werke machen auf das seltene Krankheitsbild aufmerksam – und sie stehen zum Verkauf für einen guten Zweck. Denn die Erlöse gehen an die „Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe".

Eingebettet ist die Aktion in die „Münstarity", eine große Charity-Gala, die Ende September in Münster stattfindet.

 
Thomas du Buy, Filialgeschäftsführer Karstadt Münster, Madeleine Freisfeld, Juwelier Freisfeld, Trixi Bannert, Weinhandel Bannert, Markus Baumgarte, Immobilienbüro Engel & Völkers vor den Kunstwerken. Wie hier bei Karstadt sind die Bilder vier Wochen lang in Münsterschen Schaufenstern zu sehen.

Das Projekt hat somit Leuchtturm-Charakter – für Münster, aber auch bundesweit. Das Schicksal der betroffenen Kinder rührte die Münsteraner Unternehmerin Trixi Bannert an, so dass sie beschloss, hier zu unterstützen. Im Immobilienbüro Engel & Völkers fand Bannert ebenso engagierte Partner, mit denen sie am 25. September zur großen Charity-Gala in das Restaurant & Club Heaven am Hafenweg lädt. Stargäste des Abends werden neben Dr. Brigitte Mohn von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer sein. Ludowig führt als Moderatorin durch den Abend und Kretschmer stellt zusammen mit dem Haus Petzold in einer exklusiven Modenschau einige seiner Werke vor. Live-Musik und Akrobatik, das passende Essen sowie eine Tombola für den guten Zweck gehören auch zum Abend.

Karten für den Abend können unter anmeldung@muenstarity.de angefordert werden bei Trixi Bannert. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.muenstarity.de


Machen Sie den Risiko-Test!

Wie Sie Ihre persönlichen Risiken erkennen können

Der Schlaganfall und der Herzinfarkt weisen nahezu die gleichen Risikofaktoren auf. Ermitteln Sie Ihr persönliches Schlaganfall-Risiko!

 

Der Schlaganfall und der Herzinfarkt weisen nahezu die gleichen Risikofaktoren auf. Mehr als die Hälfte aller Deutschen stirbt an den Folgen einer Herzkreislauferkrankung.

Dieser Risiko-Test basiert auf medizinisch-wissenschaftlichen Grundlagen und ist auf Personen, die 40 Jahre oder älter sind, zugeschnitten. Jüngere Teilnehmer können die Auswertung nutzen, um sich generell über ihr Risiko zu informieren.

Klicken Sie hier, um zum Online Risiko-Test der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu gelangen und Ihre persönlichen Risikofaktoren zu ermitteln.


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