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Fragen rund um den Schlaganfall

Allgemeine Informationen und Wissenswertes

Ein Querschnitt eines Kopfes, an dem ein Schlaganfall simuliert wird.

Hier erhalten Sie Antworten zu wesentlichen Fragen rund um das Thema  Schlaganfall.

Allgemeine Informationen

Ein Querschnitt eines Kopfes, an dem ein Schlaganfall simuliert wird.  

Ein Schlaganfall resultiert aus einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Er entsteht, wenn hirnversorgende Blutgefäße (Arterien) „verstopft" sind oder „platzen". Durch die daraus folgende Minderversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen können wichtige Funktionen des Gehirns unvermittelt („schlagartig") ausfallen, Zellen beginnen abzusterben.

Für etwa 80 Prozent aller Schlaganfälle ist eine „Verstopfung" der Gefäße verantwortlich. Sie entsteht durch Blutgerinnsel, die entweder mit dem Blutstrom aus anderen Gefäßen „verschleppt" werden (Embolie), oder direkt „vor Ort" entstehen (Thrombose) – Mediziner sprechen von einem Hirninfarkt. Seltener entsteht ein Schlaganfall durch „Platzen" eines Hirngefäßes – hier sprechen Mediziner von einer Hirnblutung.

Abhängig von der betroffenen Hirnregion kann ein Schlaganfall unterschiedlichste Auswirkungen haben. Charakteristisch sind die Lähmung oder Gefühlsstörungen einer Körperhälfte sowie Seh- und/oder Sprachstörungen.

Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen jährlich in Deutschland, etwa 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

 

Was macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe?

Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und den Folgen dieser Erkrankung entgegenzutreten. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls.

Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 so genannten Regionalbeauftragten, die meist Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen sind. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden.

Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 250 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert werden, um ihre Qualität zu fördern.

Wissenswertes über den Schlaganfall

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe klärt mit Ihrer Kampagne „Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Symptome erkennen und richtig handeln" die Bevölkerung über Symptome und den alles entscheidenden Zeitfaktor bei einem Schlaganfall auf. Doch was geschieht eigentlich bei einem Schlaganfall?

Lebensbedrohliche Funktionsstörung des Gehirns
Ein Schlaganfall ist eine plötzlich einsetzende Funktionsstörung des Gehirns. Man unterscheidet zwischen zwei Ursachen für einen Schlaganfall:

1.    Ein Blutgerinnsel verschließt ein gehirnversorgendes Gefäß und führt zu einer Durchblutungsstörung (80 Prozent aller Fälle)

2.    Ein Blutgefäß im Gehirn reißt plötzlich und es kommt zu einer Blutansammlung (20 Prozent aller Fälle)

Durch diese Durchblutungsstörung werden die Nervenzellen des Gehirns an der betroffenen Stelle nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und beginnen abzusterben. Je länger diese Durchblutungsstörung andauert, desto mehr Nervengewebe wird unwiederbringlich zerstört.

Das Gehirn toleriert Sauerstoff- und Zuckermangel nur für sehr kurze Zeit. Deshalb ist der plötzliche Verschluss einer hirnversorgenden Arterie ein Notfall, der einer raschen und erfahrenen Diagnostik und Therapie bedarf.Nach einer bestimmten Zeitspanne wird der Schaden irreversibel und andauernd.

Deswegen sollte man bei schlagartig auftretenden, typischen Symptomen wie Lähmungs- oder Taubheitsgefühle einer Körperhälfte, Sprach- oder Sehstörungen sofort reagieren und die Notfallnummer 112 wählen.

Ablauf der Therapie
Durch den Eingang des Notrufs bei der Rettungsleitstelle wird der Notarzt bzw. der Rettungsdienst alarmiert. Dieser versorgt den Betroffenen vor Ort und bringt ihn idealerweise so schnell wie möglich in ein für Schlaganfall-Betroffene spezialisiertes Krankenhaus. Dort wird der Betroffene zunächst körperlich untersucht. Um schnellstmöglich mit einer Therapie beginnen zu können, wird mittels einer Computertomographie (CT) nach dem Hauptgrund für den Schlaganfall gesucht. In dieser Röntgenschichtaufnahme kann schon zu Beginn zwischen einer Hirnblutung oder einem Hirninfarkt unterschieden werden. Abhängig vom ermittelten Hauptgrund wird dann die weitere Therapie eingeleitet.

Die ersten Stunden und Tage nach einem Schlaganfall verbringt der Betroffene idealerweise auf einer speziellen Überwachungs- und Therapiestation, einer so genannten Stroke Unit („Schlaganfall-Einheit").

Möglichkeiten der Therapie
Die beim Herzinfarkt schon seit längerer Zeit eingesetzte so genannte Thrombolyse wird seit einigen Jahren auch in der Therapie von Hirninfarkten eingesetzt. Bei der „Lyse" werden Medikamente in den Körper eingebracht, um Blutgerinnsel aufzulösen. Dahinter steckt die Idee, dass die durch den Verschluss eines Gefäßes von der Versorgung abgeschnittenen Hirnbereiche wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und somit vor dem Absterben bewahrt werden. Werden die Medikamente über eine venöse Infusion gegeben und wirken sie  im ganzen Körper, sprechen Mediziner von einer systemischen Thrombolyse. Dieses Verfahren ist allerdings nur bis zu drei Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome des Schlaganfalls möglich. Von einer lokalen Thrombolyse spricht man, wenn das Medikament über einen Katheter direkt „vor Ort" in der Arterie verabreicht wird. Dieses Verfahren ist bis zu sechs Stunden nach Einsetzen der Symptome möglich, unterliegt jedoch strengen medizinischen Ausschlusskriterien.

Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt ist die so genannte Sekundärprävention. Ziel ist es, von Anfang an durch Medikamente die Blutgerinnung zu hemmen und dadurch die Bildung von weiteren „Verstopfungen" der Gefäße zu verhindern, also einem weiteren Hirninfarkt vorzubeugen.

Verbreitung des Schlaganfalls
Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen jährlich in Deutschland, etwa 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle. Jeder fünfte Betroffene stirbt in den ersten Wochen an den Folgen. Ein Jahr nach dem Schlaganfall bleiben rund 64 Prozent der überlebenden Patienten pflegebedürftig - davon müssen ca. 15 Prozent in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen in Deutschland. Die Altersgruppe ab 60 Lebensjahren erleidet fast 80 Prozent aller oben genannten Schlaganfälle. Der Schlaganfall stellt nicht nur für die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern auch gesundheitspolitisch und volkswirtschaftlich ein großes Problem dar.