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Mehr Suizide nach Schlaganfall

Schlaganfall und Psyche

6. September 2015: Mehr Suizide nach Schlaganfall

Schlaganfall-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Selbstmord-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September hin.

 

Schlaganfall-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Selbstmord-Risiko. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September hin.

Schwedische Neurologen haben dazu eine aktuelle Studie veröffentlicht. Von rund 220.000 Schlaganfall-Patienten in Schweden nahmen innerhalb von vier Jahren 1.217 einen Selbstmordversuch vor. Das waren etwa doppelt so viele wie in der schwedischen Gesamtbevölkerung. Alleinstehende und Patienten mit geringem Einkommen waren häufiger betroffen.
Auch die Schwere des Schlaganfalls spielte eine Rolle. Ärzte und Neuropsychologen gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Schlaganfall-Betroffenen früher oder später eine so genannte Post-Stroke-Depression entwickelt. Depressionen gefährden auch die Rehabilitation von Patienten, weil Antriebslosigkeit die Therapietreue deutlich senken kann.
Gerade die Nachsorge des Schlaganfalls muss nach Ansicht der Deutschen Schlaganfall-Hilfe weiter verbessert werden. Die schwedische Untersuchung legt nahe, auf die psychischen Folgen des Schlaganfalls ein besonderes Augenmerk zu legen, insbesondere bei schwer betroffenen und allein lebenden Patienten.

(Neurology 2015; 1. April 2015; doi: 10.1212/WNL.0000000000001514)

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Wenn nicht nur der Körper leidet...

Schlaganfall und Psyche

Mediziner, Theologen und Philosophen haben teilweise unterschiedliche Auffassungen darüber, wo die Seele des Menschen liegt. Unstrittig ist, dass sie nach einem Schlaganfall häufig Schaden nimmt. Gesprochen wird darüber noch viel zu selten.

 

Halbseitenlähmung und Sprachstörung sind häufige Folgen eines Schlaganfalls, das wissen die Menschen heute. Aber Depression? Nur 30 Prozent der Deutschen bringen diese psychische Erkrankung mit einem Schlaganfall in Verbindung. Das ist das Ergebnis einer großen Umfrage der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aus dem vergangenen Jahr. Obwohl diese Erkrankung weit verbreitet ist. 10 Prozent der Bundesbürger erkranken ein- oder mehrmals in ihrem Leben an einer schweren depressiven Episode, wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ermittelt hat. Bei Schlaganfall-Betroffenen geht man von rund einem Drittel aus.

Wer erkrankt daran, wer nicht?

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Dr. Hartwig Kulke

Am Freitod von Fußballnationaltorhüter Robert Enke nahm 2009 eine ganze Nation Anteil. Er war prominent, erfolgreich, vermögend, beliebt, jung und scheinbar gesund - objektiv betrachtet alles andere als ein Mensch, hinter dem man eine Depression vermutete. Wer erkrankt also daran, wer nicht? Alter und Geschlecht, die soziale Situation und die eigene Vorgeschichte sind bedeutende Risikofaktoren. "Grundsätzlich spielt immer die familiäre Disposition eine Rolle", sagt Diplompsychologe Dr. Hartwig Kulke aus der Fachklinik Herzogenaurach (s. Interview). Doch auch die Art und Stärke eines Schlaganfalls können eine Rolle spielen.

Post Stroke Depression

Eine Post Stroke Depression – so der Fachausdruck für die Depression nach einem Schlaganfall - kann zwei Quellen haben, wobei die Fachwelt noch keine Einigkeit darüber erzielt hat, welcher die größere Bedeutung zukommt.

  • Zunächst der Schlaganfall an sich, der eine Verletzung des Gehirns darstellt und dadurch eine direkte Auswirkung auf die Gefühlswelt des Patienten haben kann.
  • Auf der anderen Seite die Trauer oder das Entsetzen darüber, dass sich das eigene Leben dramatisch und unumkehrbar verändert hat. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer reaktiven Depression.

Beobachtet wird, dass schwere Schlaganfälle häufiger zu einer Depression führen als leichtere.


Frauen wird durch viele Studien ein etwas größeres Risiko für eine Depression zugeschrieben. Auf jeden Fall scheinen sie eher bereit zu sein, sich in Behandlung zu begeben. Aktuell berichten Krankenkassen, dass Frauen drei Viertel der so genannten Antidepressiva verschrieben werden.

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Antidepressiva dienen der medikamentösen Therapie einer Depression. Sie wirken auf das Gehirn und haben oft Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zur Folge. Deshalb sollten Patienten eng überwacht werden. Daneben werden in der Regel auch psychotherapeutische Methoden eingesetzt.

Depression ist eine ernsthafte Erkrankung

Rund 10.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr in Deutschland das Leben, ein Großteil von ihnen leidet an einer Depression. Der Schlaganfall bedroht also auf zweifache Weise das Leben. Eine weitere Erkenntnis erhärtet sich zunehmend durch Studien. Dass nämlich umgekehrt eine Depression auch einen Schlaganfall begünstigen kann. Sprich: Wer depressiv nach Schlaganfall wird, erhöht sein ohnehin höheres Risiko für einen zweiten Infarkt.

Eine amerikanische Studie mit 320.000 Patientendaten erhärtete diesen Verdacht. Der Anteil der Schlaganfall-Patienten, die zuvor an einer Depression erkrankt waren, war um 45 Prozent höher. Dafür machten die Forscher zwei Ursachen aus.

  • Einerseits neigen Menschen mit einer Depression dazu, sich „hängen zu lassen", was häufig mit einem ungesünderen Lebenswandel einhergeht, der wiederum Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder mangelnde Bewegung bewirkt.
  • Doch einige Einzelstudien haben diese Effekte berücksichtigt, so dass die Forscher davon ausgehen können, dass die Depression selbst ein unabhängiger Risikofaktor für den Schlaganfall ist.


Welche Therapien insbesondere bei Depressionen nach Schlaganfall die beste Wirkung zeigen, ist bisher kaum wissenschaftlich untersucht worden. Nicht immer geht es darum, „gesund" zu werden. Manche Schlaganfall-Folgen werden nie weichen. Es geht häufig um das, was Gesundheitswissenschaftler als „Krankheitsmanagement" bezeichnen. Das anerkannte Kölner Institut für Qualität im Gesundheitswesen (IQWIG) weist darauf hin, „dass eine besonders gut organisierte Behandlung, an der Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeuten und Angehörige beteiligt sind, die langfristige Krankheitsbewältigung fördern kann".

Unser Service für Sie

Wer hilft?
Fachleute zur Behandlung der Depression sind Psychiater und Psychotherapeuten. Während Psychiater Fachärzte sind, können Psychotherapeuten sowohl Psychologen als auch Mediziner sein. In beiden Fällen übernehmen Krankenkassen die Kosten, sofern eine Kassenzulassung vorliegt.

Was tun in akuten Krisen?
In akuten Krisen können Sie jederzeit die nächste psychiatrische Klinik aufsuchen. Viele Städte haben auch einen Krisendienst eingerichtet, der in den Nachtstunden und am Wochenende telefonisch erreichbar ist. In der Regel ist die Nummer durch eine einfache Internetsuche zu finden, indem man „Krisendienst" gemeinsam mit dem Namen der Stadt eingibt. Ist keine Nummer und keine spezifische Adresse in der Nähe zu finden, besteht auch die Möglichkeit, sich zunächst an die bundesweite Telefonseelsorge zu wenden:  
Tel. 08 00 / 111 0 111 oder 111 0 222.

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"Post Stroke Depression"

Kranke Psyche gefährdet körperliche Rehabilitation

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Zu Ursache, Wirkung und Therapie der so genannten "Post Stroke Depression" sprach Mario Leisle mit Dr. Hartwig Kulke, Diplom-Psychologe, Neuropsychologe und Psychotherapeut an der Fachklinik Herzogenaurach.

  • Herr Dr. Kulke, wie häufig kommt eine Depression nach Schlaganfall vor?

In der internationalen Literatur schwanken die Zahlen zwischen 10 und 75 Prozent, weil man sich nicht einig ist, was unter einer Post Stroke Depression zu fassen ist.
Ursprünglich ging man davon aus, dass sie organischer Natur ist, also durch die Verletzung im Gehirn ausgelöst. Heute weiß man schon lange, dass zusätzlich auch der erlebte Verlust von Kompetenzen ein wichtiger Faktor ist. Ich denke, eine Zahl zwischen 30 und 40 Prozent ist realistisch.

 

  • Rund ein Drittel also, das sind erschreckend viele. Wer erkrankt daran, wer nicht?

Grundsätzlich spielt immer die familiäre Disposition eine Rolle. Also: Es gibt Menschen, die familiär bedingt ein höheres Risiko haben und andere, deren Risiko gering ist. Der klassische Verlauf besteht aus drei Phasen, in denen unterschiedliche Faktoren im Vordergrund stehen. Zu Beginn ist es vor allem der organische Einfluss. In der zweiten Phase, häufig in der stationären Reha, mischt es sich. Hier wird der Patient mit seinen Defiziten konfrontiert und er bekommt eine Ahnung, dass sich sein Leben einschneidend verändern wird. Die dritte Phase ist die Nachsorge. Hier erlebt der Betroffene sich in der Rolle des Behinderten. Man kann also sagen: Je weiter der Schlaganfall zurück liegt, desto stärker wird eine Depression durch den subjektiv empfundenen Verlust an Lebensqualität bedingt.

 

  • Die Ursachen einer Depression sind also nicht immer eindeutig?

Sie sind zumindest nicht trennscharf. Es gibt durchaus Patienten, die die erste und zweite Phase auslassen, die erst zu Hause eine Depression entwickeln. Ein zentrales Thema für viele Betroffene ist der Perspektivenverlust, der entsteht, wenn die langfristigen Folgen des Schlaganfalls deutlicher werden.

 

  • Sind Depressionen überhaupt heilbar?

Ja, wir sprechen durchaus von Heilung. Sicherlich auch in Abhängigkeit davon, wann die Therapie einsetzt. Der familiäre Einfluss aber bleibt. Wer eine Depression ausgestanden hat, behält dennoch eine höhere Anfälligkeit, wieder daran zu erkranken.

 

  • Wie sieht die Therapie aus?

Der Standard ist seit vielen Jahren eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie, diese Zweigleisigkeit verspricht die besten Erfolge. Wobei es Erkenntnisse gibt, dass bei Depression nach Schlaganfall die medikamentöse Wirkung teilweise geringer ist. Das mag an dem Cocktail unterschiedlicher Medikamente liegen, die manche Patienten einnehmen müssen und die sich in ihrer Wirkung gegenseitig in schwer kalkulierbarer Weise beeinflussen.

 

  • Kann ich selbst testen, ob ich depressiv bin oder nur eine kleine Herbstverstimmung durchmache?

Selbsttests haben eine Schwäche, weil sie sich auf einen Zeitpunkt konzentrieren. Die klassische Depression dagegen ist eine Verlaufsdiagnose. Viele Fragen in den Tests beziehen sich auf Antriebslosigkeit, die muss aber nicht zwangsläufig Ausdruck einer Depression sein. Wenn man diese Fehlerquellen herausfiltert und sich auf die eigene Stimmung konzentriert, wird es deutlicher. Also: Finde ich alles irgendwie schlecht? Habe ich keine Hoffnung? Lässt sich meine Stimmung auch durch positive, äußere Einflüsse nicht aufhellen? Das sind Indikatoren für eine Depression.

 

  • Gefährdet eine Depression den Erfolg in der Reha?

Natürlich hat der Patient die besten Perspektiven, der in der Reha aktiv mitarbeitet. Das kann durch eine Depression erheblich beeinflusst werden. Als Psychologen sehen wir in unserer Klinik routinemäßig die meisten Patienten und können daher intervenieren, wenn sich eine Depression abzeichnet.

 

  • Wie sieht die Nachsorge depressiver Patienten aus?

Wir geben Empfehlungen und wo möglich, bahnen wir Kontakte an. Allerdings kommt es durch die verhältnismäßig geringe Zahl der ambulant tätigen Therapeuten zu Wartezeiten, in unserer Region sind 2 – 3 Monate die Regel. Wenn ein Patient jedoch verstanden hat, dass er an einer behandlungsbedürftigen Depression leidet, ist dies in der Regel hinnehmbar.

 

  • Wie steht es um Aphasiker, die zusätzlich eine Depression entwickeln?

Das ist in zweifacher Hinsicht ein schwieriges Thema. Aphasiker sind erfahrungsgemäß anfälliger für eine Depression. Und wenn Sprachfähigkeit und Sprachverständnis stark gestört sind, stößt die Psychotherapie an ihre Grenzen. Die Gesprächsebene funktioniert da nicht. Dann geht es vorrangig darum, das Milieu des Patienten so gut wie möglich zu arrangieren. Außerdem kommt der Medikation eine größere Bedeutung zu. Glücklicherweise ist die Zahl der starken Aphasiker in den vergangenen Jahren rückläufig. Das ist auf die verbesserte Akutversorgung zurückzuführen. Bei Menschen mit einer leichteren Form der Aphasie gibt es durchaus Interventionsmöglichkeiten. Man muss deren Handicap berücksichtigen, kürzere Termine machen, in einfachen, kurzen Sätzen sprechen, häufiger nachfragen etc.

 

  • Und in der Nachsorge?

Da müssen diese Patienten oder ihre Angehörigen sehr genau schauen, zu welchem Therapeuten sie gehen. Es gibt leider nur wenige, die Erfahrung in der Behandlung von Aphasikern haben. Man sollte sich bei anderen Betroffenen informieren oder den Therapeuten gezielt darauf ansprechen.

 

  • Wir sprechen bisher nur über Schlaganfall-Patienten. Wie sieht es mit der Belastung der Angehörigen aus?

Oft sind Angehörige in ähnlichem Maße betroffen. Sie sind völlig überlastet, weil sie die einzige, relevante Bezugsperson darstellen. Es kommt zur Vereinsamung, insbesondere bei Aphasikern. Angehörige dürfen in dieser Situation ihre eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen, auch wenn das zu Spannungen im Verhältnis führt. Ein Angehöriger, der am Limit ist, ist für niemanden hilfreich.

 

  • Schön gesagt, aber wie macht man das?

Viele müssen das erst lernen, wieder an sich selbst zu denken, sich Freiheiten und Auszeiten zu nehmen. Gesprächskreise, zum Beispiel für pflegende Angehörige, können sehr hilfreich sein. Oder Selbsthilfegruppen, sie können sowohl den Betroffenen als auch ihren Angehörigen helfen. Es geht vorrangig um die psychosoziale Eingliederung, die Überwindung der Isolation. Für den Schlaganfall-Betroffenen, zumindest den Jüngeren, sollte ein Kernziel sein, ihn in irgendeiner Form wieder in das Berufsleben zu integrieren. Es klingt banal, aber wer arbeiten geht, hat abends etwas zu erzählen. Wichtig ist, dass sowohl der Betroffene als auch der Angehörige seinen Lebensraum findet, genauso wie bei gesunden Menschen. Bei subjektiv nicht lösbaren Problemen sollte man nicht zögern, sich Rat zu holen.

 

  • Was sollte ich tun, wenn ich eine Depression bei mir befürchte?

Ich rate in einem solchen Fall, sofort einen Experten zu konsultieren. Das kann ein niedergelassener Psychiater oder ein psychologischer Psychotherapeut sein. Als gesetzlich Versicherter kann ich beide aufsuchen.

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Depression nach Schlaganfall

Psyche schadet Körper

Wie hoch genau ist das Risiko von Schlaganfall-Patienten, auch psychisch zu erkranken? Die Zahlen dazu schwanken in der Wissenschaft, was vor allem an unterschiedlichen Definitionen der Erkrankung liegt. 2013 haben Ärzte der Columbia University, New York, systematisch untersucht, wie hoch das Risiko einer so genannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) nach Schlaganfall ist.

Dass Schlaganfall-Betroffene besonders gefährdet sind, an einer Depression zu erkranken, ist in der Fachwelt bekannt. Eine Studie aus den USA belegt dies erneut. Die Frage ist: Welche Folgen lassen sich daraus ziehen?

Wie hoch genau ist das Risiko von Schlaganfall-Patienten, auch psychisch zu erkranken? Die Zahlen dazu schwanken in der Wissenschaft, was vor allem an unterschiedlichen Definitionen der Erkrankung liegt. 2013 haben Ärzte der Columbia University, New York, systematisch untersucht, wie hoch das Risiko einer so genannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) nach Schlaganfall ist. Hierbei werden die Symptome der Erkrankung wie Stimmungsschwankungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen eindeutig durch ein Trauma – in diesem Fall der Schlaganfall – ausgelöst.

 
Therapie ist harte Arbeit, die einen starken Willen vom Patienten verlangt. Aktuelle Studien untersuchen derzeit, ob eine unterstützende antidepressive Therapie bei bestimmten Patientengruppen das Rehaergebnis verbessert.

1.138 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Innerhalb des ersten Jahres nach dem Schlaganfall lag das Risiko der Erkrankung bei 23 Prozent. Je länger der Schlaganfall zurückliegt, desto mehr sinkt es. Außerhalb des Zeitfensters von einem Jahr lag es noch bei 11 Prozent. Rund jeder vierte Patient also entwickelte eine PTSD. Andere Untersuchen zeigen noch höhere Quoten von 30 bis 40 Prozent. Möglicher Grund für die Abweichung: Die New Yorker Wissenschaftler bezogen auch so genannte TIA-Patienten ein. Die transitorisch-ischämische Attacke gilt als Vorstufe des Schlaganfalls, bei der die Symptome sich schnell zurückbilden. Möglicherweise ist das Risiko in dieser Gruppe deutlich kleiner.

Unabhängig von der exakten Quote bleibt die entscheidende Frage: Welche Konsequenzen ziehen Mediziner aus diesen Erkenntnissen? Insbesondere Rehabilitationsmediziner weisen schon lange darauf hin, dass psychische Erkrankungen das langfristige Rehabilitationsergebnis stark beeinflussen könnten. Die Erfolge von Ergo- und Physiotherapie und von Logopädie hängen entscheidend von der Motivation und Mitarbeit der Patienten ab, die bei psychischer Beeinträchtigung nicht ausreichend gegeben sind. Möglicherweise geraten diese Patienten sogar in eine Spirale, wenn die Therapieerfolge ausbleiben und die Stimmung dadurch immer stärker gedrückt wird. Die Idee ist, mit einer frühzeitigen antidepressiven Therapie, medikamentös und psychotherapeutisch, den Störungen entgegenzuwirken. Ob dies das Rehabilitationsergebnis verbessern kann, wird derzeit in Studien untersucht. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse.

 

(Quelle: PLoS One 2013; 8(6):e66435)

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„Winterblues" versus Depression

 

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Viele Menschen erleben gerade in der dunklen Jahreszeit ein Stimmungstief. Experten sprechen bei einem solchen "Winterblues" von einer saisonal abhängigen Depression (SAD).

Was unterscheidet den "Winterblues" von einer Depression?

Sowohl an SAD erkrankte Menschen als auch depressive Menschen leiden unter einer gedrückten Stimmung. Sie haben selten bis gar keine Lust, sich beruflich oder privat aufzuraffen. Insbesondere morgens müssen sie sich zum Aufstehen zwingen, denn sie sind wie gelähmt. Demzufolge wird oftmals der Weg zur Arbeit zu einem Kraftakt. Soziale Kontakte bleiben aus.

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede in den Erkrankungen:

    saisonal abhängige Depression (SAD)   Depression  
 
Stimmung   Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere, Grübeln und Angst -und Schuldgefühle   Freudlosigkeit; Interessenverlust an Dingen, die dem Depressiven vorher wichtig waren; Schuldgefühle; Minderwertigkeitskomplexe
 
körperliche Anzeichen   Heißhunger auf Süßigkeiten, wie Zuckerhaltige Lebensmittel oder Schokolade, Folge: Gewichtszunahme
erhöhtes Schlafbedürfnis
  Appetitlosigkeit, Folge: Gewichtsabnahme Schlaflosigkeit

Von einer Depression spricht man, wenn das Stimmungstief länger als 2 Wochen andauert. Ein seriöser Selbsttest findet sich unter: www.buendnis-depression.de

Selbstverständlich ersetzt der Test keinen Arztbesuch.

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