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Akutbehandlung

Schnelles Handeln rettet Lebensqualität

Ein Schlaganfall-Patient muss so schnell wie möglich in die Klinik gebracht werden. Die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Zeitverlust in dieser Akutphase kann somit zu Verlust von Lebensqualität führen.

 

Ein Schlaganfall-Patient muss so schnell wie möglich in die Klinik gebracht werden. Die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Zeitverlust kann somit zu Verlust von Lebensqualität führen. Zudem können einige Therapiemöglichkeiten nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters nach einem Schlaganfall eingesetzt werden.

Die Akutversorgung eines Schlaganfalls gliedert sich in drei Schritte:

  • Die Notfallversorgung, die zum Teil außerhalb der Klinik stattfindet.
  • Die Akutbehandlung sollte im besten Falle auf einer Stroke Unit im Krankenhaus stattfinden (nicht geeignet für bewusstlose oder beatmungspflichtige Patienten)
  • Die Nachbehandlung, die zum Teil außerhalb der Akutklinik stattfindet.

Im Anschluss an diese drei Schritte folgt dann die klassische Rehabilitation, die heute in manchen Fällen auch direkt ambulant erfolgen kann. In seltenen Fällen werden die Patienten direkt von der Stroke Unit in die Rehabilitationsklinik verlegt. In der Regel liegen dazwischen einige Tage auf der Normalstation, in denen die Behandlung der Risikofaktoren im Vordergrund steht.
 

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Krankenhaus

Akutversorgung

Ein Arzt macht einen Ultraschall bei einem Patienten.

Der bei Schlaganfall-Symptomen alarmierte Rettungsdienst bringt den Betroffenen in ein Akutkrankenhaus – im besten Fall mit einer Stroke Unit. Ob der Patient auf einer Stroke Unit versorgt wird, obliegt der Entscheidung des Arztes.

Ein Arzt macht einen Ultraschall bei einem Patienten.  

Der bei Schlaganfall-Symptomen alarmierte Rettungsdienst bringt den Betroffenen in ein Akutkrankenhaus – im besten Fall mit einer Stroke Unit. Ob der Patient auf einer Stroke Unit versorgt wird, obliegt der Entscheidung des Arztes.

Erst im Krankenhaus kann mit Sicherheit geklärt werden, ob der Patient einen Schlaganfall erlitten hat und wie die weitere Behandlung erfolgen soll.
Die stationäre Behandlung findet in der Regel in den ersten zwei bis drei Tagen auf einer Stroke Unit statt. Auf dieser Station werden sämtliche wichtigen Lebensfunktionen rund um die Uhr überwacht. Insgesamt liegt die mittlere Verweildauer im Krankenhaus in Deutschland beim Schlaganfall bei etwa zehn Tagen.

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Stroke Unit

Geprüfte Versorgungsqualität

Ein Schild einer Schlaganfallstation in einem Krankenhaus.

Auf einerspezialisierten Schlaganfall-Station, einer sogenannten Stroke Unit, wird der Schlaganfall-Patient im Akutstadium mit einem umfassenden Behandlungskonzept schnell und sicher einer fachübergreifenden Therapie zugeführt. Die Chance zu überleben und keine Behinderungen davon zu tragen erhöht sich dadurch um 25 Prozent.

Ein Schild einer Schlaganfallstation in einem Krankenhaus.  

Eine Stroke Unit, zu Deutsch "Schlaganfall Station", ist eine Spezialstation. Hier wird der Schlaganfall-Patient im Akutstadium mit einem umfassenden Behandlungskonzept schnell und sicher einer fachübergreifenden Therapie zugeführt. Eine Stroke Unit hat die apparativen und die personellen Voraussetzungen für die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Die lebensnotwendigen Funktionen der Betroffenen können rund um die Uhr überwacht werden, ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte, bestehend aus Neurologen, Kardiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen sowie Radiologen, arbeitet zusammen. Die Chance zu überleben und keine Behinderungen davon zu tragen erhöht sich dadurch um 25 Prozent.

In der Regel verlassen die Betroffenen nach drei bis fünf Tagen die Stroke Unit. Von hier aus werden sie entweder auf eine neurologische bzw. allgemeine Normalstation verlegt oder sie werden direkt in eine Rehabilitationseinrichtung überwiesen. Hier beginnt schon in den ersten Tagen die Rehabilitation durch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Pflegende.

Gütesiegel für Stroke Units

In Deutschland werden seit Mitte der 1990er Jahre Stroke Units aufgebaut. Inzwischen gibt es über 280 von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifizierte Stationen.
Ein Gütesiegel für Stroke Units, das die Schlaganfall-Hilfe gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft 2008 nach neuesten Erkenntnissen überarbeitet hat, fördert die Versorgungsqualität und sorgt für Transparenz – zum Wohle der Betroffenen. 

Durch diese sogenannte Zertifizierung wird die Qualität der Stroke Units nachgewiesen und öffentlich dargestellt.Mit der kontinuierlichen Überarbeitung des Zertifizierungsverfahrens werden die Kriterien regelmäßig dem aktuellsten medizinischen Stand angepasst. Je mehr Stroke Units sich in Zukunft zur Einhaltung der Qualitätsrichtlinien verpflichten, desto mehr Patienten profitieren von einer bestmöglichen Versorgung.

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Untersuchung im Krankenhaus

Diagnose

Bei den meisten MRT-Untersuchungen wird der Patient auf dem Rücken liegend in den Gerätetunnel hinein gefahren. Er sollte möglichst ruhig liegen und normal atmen.

Der Schlaganfall wird in der Regel durch eine bildgebende Diagnostik wie ein Computertomogramm oder auch eine Magnetresonanztomographie (auch als Kernspintomographie bezeichnet) des Kopfes festgestellt. Diese Untersuchungen sollten sofort nach Einlieferung in die Klinik durchgeführt werden, denn jede Minute zählt.

 
Bei den meisten MRT-Untersuchungen wird der Patient auf dem Rücken liegend in den Gerätetunnel hinein gefahren. Er sollte möglichst ruhig liegen und normal atmen.

Der Schlaganfall wird in der Regel durch eine bildgebende Diagnostik wie ein Computertomogramm oder auch eine Magnetresonanztomographie (auch als Kernspintomographie bezeichnet) des Kopfes festgestellt. Diese Untersuchungen sollten sofort nach Einlieferung in die Klinik durchgeführt werden, denn jede Minute zählt.

  • Eine notfallmäßige Kontrolle des Blutes gibt Aufschluss über mögliche Gerinnungsstörungen.
  • Eine neurologische und internistische Untersuchung mit Abfrage der Vorgeschichte jedes Patienten fügt alles zu einem Gesamtbild zusammen.
  • Ein EKG klärt ab, ob der Grund für den Schlaganfall eventuell Rhythmusstörungen sind.

 

Erst jetzt fällt die Entscheidung, welche Therapie durchgeführt wird. Die Zeit von der Kliniktür bis zur Entscheidung, ob zum Beispiel eine Lysetherapie stattfinden soll oder nicht, sollte bei Patienten mit akutem Schlaganfall nicht über 60 Minuten liegen (sogenannte door-to-needle-time).

Die Folgetage in der Klinik werden zur weiteren Ursachenfindung genutzt.

  • Eine Langzeitblutdruckmessung klärt, ob eventuell ein Bluthochdruck vorliegt.
  • Ein Langzeit-EKG zeigt, ob eventuell anfallsartige Rhythmusstörungen vorliegen.
  • Eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße oder manchmal auch eine Röntgendarstellung der hirnversorgenden Gefäße kann nachweisen, ob Verengungen oder Verkalkungen vorliegen.
  • Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens kann nachweisen, ob eventuell Blutgerinnsel im Herzen die Ursache für den Schlaganfall sind.
  • Ausführliche Blutuntersuchungen können weitere Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen nachweisen.

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Therapiemöglichkeiten im Krankenhaus

Behandlung

Ein Mensch mit einem akuten Schlaganfall wird idealerweise in einer spezialisierten Klinik mit einer Spezialstation für Schlaganfall-Betroffene, einer so genannten Stroke Unit, zu Deutsch „Schlaganfall-Einheit" behandelt.

Im Krankenhaus wird der Betroffene zunächst körperlich untersucht um so schnell wie möglich mit einer geeigneten Therapie beginnen zu können.

Ein Mensch mit einem akuten Schlaganfall wird idealerweise in einer spezialisierten Klinik mit einer Spezialstation für Schlaganfall-Betroffene, einer so genannten Stroke Unit, zu Deutsch „Schlaganfall-Einheit" behandelt.

 

Im Krankenhaus wird der Betroffene zunächst körperlich untersucht. Um so schnell wie möglich mit einer Therapie beginnen zu können, wird mit einer Computertomographie nach dem Hauptgrund für den Schlaganfall gesucht. In dieser Röntgenschichtaufnahme können die Ärzte schon zu Beginn zwischen einer Hirnblutung oder einem Hirninfarkt unterscheiden. Abhängig vom ermittelten Hauptgrund wird dann die weitere Therapie eingeleitet.

 

Thrombolyse löst Blutgerinnsel

Bei der Lysetherapie werden Medikamente in den Körper eingebracht, um Blutgerinnsel aufzulösen. So können die Zellen am Rande des Hirninfarktes gerettet werden. Dadurch kann man die Größe und das Ausmaß des Hirninfarktes positiv beeinflussen. 

  • Wenn die Medikamente über eine venöse Infusion gegeben werden und im ganzen Körper wirken, sprechen Mediziner von einer systemischen Thrombolyse. Dieses Verfahren ist allerdings nur bis zu drei Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome des Schlaganfalls möglich.
     
  • Von einer lokalen Thrombolyse spricht man, wenn das Medikament über einen Katheter direkt „vor Ort" in der Arterie verabreicht wird. Dieses Verfahren ist bis zu sechs Stunden nach Einsetzen der Symptome möglich, unterliegt jedoch strengen medizinischen Ausschlusskriterien.

Diese Lysetherapie ist nicht für alle Patienten geeignet, zum Beispiel muss eine Blutung im Gehirn ausgeschlossen sein.

 

Operation am Gehirn

 

Bei einer Hirnblutung oder bei Hirninfarkten, die mit einer Schwellung des Hirngewebes einhergehen, kann eine Operation am Gehirn notwendig sein.

  • Diese kann bei einer Hirnblutung zum Beispiel dem „Ausräumen" von Blutungen dienen;
  • bei Hirninfarkten kann durch eine Entfernung von Teilen des Schädelknochens dem sich ausdehnenden Gehirn Raum geschaffen werden. Der entfernte Teil des Schädelknochens wird dann wieder eingesetzt, wenn sich die Schwellung zurückgebildet hat. Solche Eingriffe sind allerdings selten notwendig.

 

Frühe Rehabilitation

Wenn keine Lysetherapie durchgeführt werden kann, wird der Patient in einer Stroke Unit kontinuierlich überwacht. Dabei spielt die optimale Einstellung des Blutdrucks, der Körpertemperatur, des Sauerstoffgehaltes des Blutes und des Herzrhythmus eine wesentliche Rolle.
Der praktisch sofortige Beginn von rehabilitativen Maßnahmen ist ein weiterer wichtiger Behandlungsfaktor auf einer Stroke Unit. Schluck- und Sprachstörungen, Lähmungen und andere Ausfälle sollten so früh wie möglich im erfahrenen Physio- und Ergotherapeutenteam behandelt werden.

Diese Behandlung wird täglich sowohl auf der Normalstation als auch in der anschließenden Rehabilitation weitergeführt.

 

Sekundärprävention

Die Sekundärprävention, die das Auftreten eines erneuten Schlaganfalls verhindern soll, spielt auf einer Stroke Unit immer eine besondere Rolle. Hier ist die für den einzelnen Patienten richtige und individuelle Medikamenteneinstellung eine anspruchsvolle Aufgabe. Blutdruck- und Zuckereinstellung gebührt der meiste Aufwand. Wichtig sind auch die langfristige Blutverdünnung zum Beispiel mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure und die Behandlung einer möglichen Fettstoffwechselstörung. Bedeutend ist die Aufklärung des Patienten über seine Erkrankung, seine Risikofaktoren und seine persönlichen Möglichkeiten, seinen Zustand in den nächsten Jahren zu verbessern.

 

Neben einer so genannten Basistherapie, die aus einer Überwachung und Behandlung der Atem- und Herzkreislauffunktionen, der Körpertemperatur und des Blutzuckers besteht, gibt es abhängig vom ermittelten Hauptgrund und anderen medizinischen Ausschlusskriterien verschiedene therapeutische Maßnahmen.

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Wissenswertes

Tipps für Angehörige

Ein Mann im Beratungsgespräch.

Es gibt viele Belege dafür, dass eine engagierte Begleitung durch Angehörige die Genesung des Patienten entscheidend fördern kann.

Ein Mann im Beratungsgespräch.  

Es gibt viele Belege dafür, dass eine engagierte Begleitung durch Angehörige die Genesung des Patienten entscheidend fördern kann.

Sozialer Rückhalt von Familie und Freunden

  • gibt dem Patienten emotionale Stärkung und Sicherheit
  • unterstützt den Prozess der Krankheitsbewältigung
  • spendet Kraft und Zuversicht
  • motiviert den Patienten bei teilweise mühevollen Schritten "zurück ins Leben".

Tipps für die Zeit des Krankenhausaufenthaltes

  • Dem Betroffenen das Gefühl vermitteln, jetzt nicht allein zu sein.
  • Bleiben Sie zuversichtlich. Auch wenn es bedrückend aussieht, die meisten Patienten machen wieder große Fortschritte.
  • Ist die Kommunikation eingeschränkt, Störendes (Fernsehen, Musik etc.) vermeiden.
  • Besuch ist wichtig – aber gut dosiert.
  • Nicht erschrecken, wenn Sie vom Arzt auf eine gesetzliche Betreuung angesprochen werden. Es muss jemand stellvertretend für den Patienten in Untersuchungen einwilligen, falls er nicht ansprechbar ist. Legen Sie eine vorhandene Vorsorgevollmacht vor.
  • Seien Sie sorgsam mit sich und versuchen Sie, Kräfte zu sparen. Nehmen Sie Hilfsangebote an.

Informationen zu Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation

Welche Dinge des täglichen Bedarfs braucht ein Patient nach einem Schlaganfall im Krankenhaus oder in der Rehabilitation? Welche Unterlagen sind wichtig? Worauf sollten Sie als Angehöriger achten? Unsere Checklisten helfen Ihnen bei diesen Fragen: