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Bundesweiter Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai

Starke Patienten leben besser

50 Prozent der chronisch kranken Patienten verhalten sich nicht therapietreu, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gerade nach einem Schlaganfall kann das schwerwiegende Folgen haben. Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Er trägt das Motto „Starke Patienten leben besser".

 

50 Prozent der chronisch kranken Patienten verhalten sich nicht therapietreu, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gerade nach einem Schlaganfall kann das schwerwiegende Folgen haben. Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Er trägt das Motto „Starke Patienten leben besser".

Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die gute Nachricht: Immer weniger müssen daran versterben, weil die Akutversorgung auf höchstem Niveau stattfindet. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren mehr als 260 Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert.

Doch es gibt auch eine Kehrseite. Immer mehr Menschen müssen mit den oft schwerwiegenden Folgen des Schlaganfalls leben. Er ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter, viele Patienten sind dauerhaft auf Therapien und Hilfsmittel angewiesen. Gleichzeitig hat ein Schlaganfall-Patient ein deutlich erhöhtes Risiko für einen zweiten, oft deutlich schwereren Schlaganfall. Die Einnahme von Medikamenten – meist lebenslang – und die Umstellung des Lebensstils sind lebenswichtig. Das stellt viele Patienten vor große Herausforderungen.

Warum ist das so? Eine aktuelle französische Studie ist dieser Frage nachgegangen (Eur Neurol 2014, 72:262-70). Die drei wichtigsten Gründe für mangelhafte Therapietreue waren Schwierigkeiten bei der Einnahme der Medikamente, ungenügendes Wissen um die Notwendigkeit der Behandlung sowie Ängste vor Übermedikation. Der „Tag gegen den Schlaganfall" will deshalb Patienten ermuntern, sich in seriösen Quellen zu informieren, Hilfeangebote zu suchen, Schulungen wahrzunehmen und sich intensiv auf einen Arztbesuch vorzubereiten.  

Am 10. Mai 1999 rief die Deutsche Schlaganfall-Hilfe erstmalig den bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall" aus. Kliniken, Ärzte und Selbsthilfegruppen führen zum diesjährigen Aktionstag wieder mehr als 80 Veranstaltungen durch.

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Gut informiert

Bestellen Sie jetzt Ihr Info-Set

Der Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai steht unter dem Motto "Starke Patienten leben besser". Passend dazu  bieten wir Ihnen neben vielfältigen Informationen auch ein kostenloses Info-Set an. Jetzt bestellen!

 

Anlässlich des „Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai  bieten wir Ihnen ein kostenloses Info-Set an.

In unserem Service- und Beratungszentrum können Sie Ihr kostenloses Info-Set: "Starke Patienten leben besser" bestellen. Darin enthalten sind

  • ein 10-seitiger Informationsflyer mit Anregungen und Hinweisen zum Thema Patientenstärkung,
  • ein Flyer mit den bestellbaren Druckmaterialien der Stiftung im Überblick sowie
  • ein „Mobile Cleaner" (Kleines Tuch zur Display-Reinigung von Mobiltelefonen).
  • Außerdem erhalten Sie eine Gutschein-Karte für eine Info-Tasche Schlaganfall – für sich oder zum Verschenken.

 

Bestellungen sind möglich per:

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So finden Sie seriöse Gesundheitsinformationen

Praxisleitfaden Internet-Recherche

Internetnutzer können Aussagen oft kaum auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Doch auch für medizinische Laien gibt es Kriterien. Wir haben die wichtigsten Kriterien für Sie in unserem Praxisleitfaden zusammengefasst.

 

Internetnutzer können Aussagen oft kaum auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Doch auch für medizinische Laien gibt es Kriterien, um die Qualität von Gesundheitsseiten einzuschätzen. Die Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung hat dazu einen Fragenkatalog entwickelt.

Wir haben die wichtigsten Kriterien für Sie aufgearbeitet und in unserem Praxisleitfaden () zusammengefasst.

 

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Verlage zum Thema Gesundheit

Literatur für jeden Zweck

Gesundheitsratgeber gehören zu den ältesten Druckerzeugnissen für ein breites Publikum. Sie haben über die Jahrhunderte nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt. Dem Informationsbedürfnis sind also kaum Grenzen gesetzt. Wer ein bisschen Geduld bei der Recherche mitbringt, findet garantiert das passende Buch für sich. Trotz moderner Medien ist es nach wie vor hilfreich, sich in der Buchhandlung beraten zu lassen. Wir haben für Sie exemplarisch eine Liste einschlägiger Verlage zusammengestellt.

Gesundheitsratgeber gehören zu den ältesten Druckerzeugnissen für ein breites Publikum. Sie haben über die Jahrhunderte nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt. Dem Informationsbedürfnis sind also kaum Grenzen gesetzt. Wer ein bisschen Geduld bei der Recherche mitbringt, findet garantiert das passende Buch für sich. Trotz moderner Medien ist es nach wie vor hilfreich, sich in der Buchhandlung beraten zu lassen. Wir haben für Sie exemplarisch eine Liste einschlägiger Verlage zusammengestellt.

Die Palette reicht von medizinischen Hausbüchern über Ratgeber zu Sonderthemen wie Impfen oder spezielle Vitamintherapien bis hin zu medizinischen Nachschlagewerken wie „Pschyrembel" oder die „Rote Liste". So erlebte der deutschsprachige Medizinklassiker des 20. Jahrhunderts, Dr. med. Anna Fischer-Dückelmanns „Die Frau als Hausärztin", in den Jahren zwischen 1901 und 1993 (!) eine Auflage von 3,36 Mio. Exemplaren. Das 1894 erstmals erschienene, medizinische Wörterbuch „Pschyrembel" geht in die nunmehr 265. Auflage, und auch das deutsche Arzneimittelverzeichnis „Rote Liste" ist schon seit 1933 fester Bestandteil medizinischer Handbibliotheken.

Recherchen im Internet fördern für den Suchbegriff „Gesundheitsbuch" über 16.000 Treffer zutage. Man findet dabei neben einer Vielzahl an Diät-, Ernährungs- und Fitnessratgebern sowie Büchern für eine bessere Lebensführung auch die gutgehenden Einzeltitel im Sortiment großer Publikumsverlage, wie „Gesundheit heute" (Knaur), „Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit" (rororo) oder das „Kinder-Gesundheitsbuch" (GU). Nahezu jeder Verlag führt heute den einen oder anderen Titel zu populären Gesundheitsthemen.

Dabei lohnt für Interessierte durchaus der Blick auf das Sortiment kleinerer Spezialverlage, die sich ausschließlich auf Gesundheitsthemen verlegt haben. So bietet der Mankau Verlag alles zu Klangtherapie, TCM, Schüssler Salzen und Neuer Homöopathie (Zahlenheilkunde). Der Schweizer AT Verlag hingegen hat sich ganz den Themen natürliche Gesundheit, Heilpflanzen, Spiritualität und Heilsteine verschrieben. Wer Informationen zu Ergotherapie, Logopädie und Pflegekinderwesen sucht, wird bei dem in der Nähe von Frankfurt beheimateten Schulz-Kirchner Verlag fündig. Akupunktur, TCM, Homöopathie, Qigong und Naturheilverfahren sind die Themen des ML-Verlags in Kulmbach, während das Schwesterunternehmen Comed die Bereiche Complementär- und Ganzheitsmedizin abdeckt.

Demgegenüber decken Großverlage wie Südwest und Gräfe & Unzer (GU) ein vergleichsweise breites Spektrum ab. So listet GU Bücher von Brustkrebs über Hashimoto, Diabetes und Bluthochdruck bis hin zu Homöopathie. Bei Südwest finden sich neben allgemeinen Gesundheitsratgebern und Büchern zu diversen Beschwerden hauptsächlich die Themen gesunde Ernährung, Entgiftung, Naturheilkunde und Energieheilweisen. Eine weitere Gruppe bilden die Wissenschaftsverlage wie De Gruyter und Thieme, die sich in erster Linie an Ärzte und Medizinstudenten wenden, wobei Thieme mit dem Trias Verlag auch Ratgeber für ein breiteres Publikum im Programm führt. Dort gibt es neben Büchern zu Baby & Schwangerschaft sowie gesunde Ernährung alles rund um Frauengesundheit, Spiraldynamik, TCM, Homöopathie, Schüssler-Salze, Krankheiten A-Z und gesundes Leben.

Verlage (Auszug):

Kopp Verlag e.K., Bertha-Benz-Str. 10, 72108 Rottenburg a. N.
Schwerpunkte u.a.: Kolloidale Edelmetalle
www.kopp-verlag.de (Suchwort „Medizin" eingeben)

Arcis Verlag, Wendelsteinstr. 2, 85579 München
Medizin & Kunst
www.arcis-verlag.de

Zabert&Sandmann Verlag GmbH, Türkenstraße 9, 80333 München
Schwerpunkte u.a.: Krebs, Frauenheilkunde
www.zs-verlag.com

ML Verlag und Comed Verlag - Mediengruppe Oberfranken Fachverlage GmbH & Co. KG, E.-C.-Baumann-Straße 5, 95326 Kulmbach
Akupunktur, TCM, Homöopathie, Qigong, Naturheilverfahren, Complementär- und Ganzheitsmedizin
www.ml-buchverlag.de

Mankau Verlag GmbH, Reschstraße 2, 82418 Murnau
Schwerpunkte u.a.: Naturheilverfahren, Klangtherapie, TCM, Schüssler Salze, Neue Homöopathie
www.mankau-verlag.de

Georg Thieme Verlag KG, Rüdigerstraße 14,70469 Stuttgart
Führender Fachverlag von Büchern und Zeitschriften rund um Medizin und Gesundheit
www.thieme.de

Trias (Thieme Verlag, w.o.)
Baby & Schwangerschaft, Ernährung, Frauengesundheit, Spiraldynamik, TCM, Homöopathie, Schüssler-Salze, Krankheiten A-Z
www.thieme.de

AT Verlag. AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, CH - 5000 Aarau
Natürliche Gesundheit, Heilpfanzen, Spiritualität, Heilsteine
www.at-verlag.ch

Gräfe & Unzer Verlag, Grillparzerstraße 12, 81675 München
Diverse Beschwerden & Erkrankungen, alternative Heilmethoden, ganzheitliches Leben
www.gu.de

Schulz-Kirchner Verlag GmbH, Mollweg 2, 65510 Idstein
Ergotherapie, Logopädie, Pflegekinderwesen
www.schulz-kirchner.de

Südwest Verlag, Bayerstraße 71-73, D-80335 München
Ratgeber, diverse Beschwerden, gesunde Ernährung, Entgiftung, Naturheilkunde, Energieheilweisen
www.randomhouse.de/suedwest/

systemed GmbH, Kastanienstraße 10, 44534 Lünen
Gesunde Ernährung und Abnehmen, Allergien
www.systemed.de

Walter de Gruyter GmbH, Genthiner Straße 13D-10785 Berlin
Renommierter wissenschaftlicher medizinischer Fachverlag
www.degruyter.com

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Ihr gutes Recht

Orientierung im Paragraphen-Dschungel

Kennen Sie das so genannte "Patientenrechtegesetz"? Sind ihnen die Regeln zum „Pflegegeld" bekannt oder wissen Sie, wie es um die freie Wahl der Rehaklinik steht? Tipps zu wichtigen Rechtsthemen vermittelt Gabriele Reckord, Fachanwältin für Medizinrecht.

 

Kennen Sie das so genannte "Patientenrechtegesetz"? Sind ihnen die Regeln zum „Pflegegeld" bekannt oder wissen Sie, wie es um die freie Wahl der Rehaklinik steht?

Tipps zu wichtigen Rechtsthemen vermittelt regelmäßig Gabriele Reckord, Fachanwältin für Medizinrecht, im Internet-Portal der Schlaganfall-Hilfe. Zu ihren Artikeln geht es hier.

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Kein Geld verschenken

So gelingt die Steuererklärung

Das Steuerrecht eröffnet viele Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Die Kosten werden in typische und atypische behinderungsbedingte Kosten unterschieden.

 

Das Steuerrecht eröffnet viele Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Die Kosten werden in typische und atypische behinderungsbedingte Kosten unterschieden.

Soweit es sich um typische behinderungsbedingte Kosten handelt, bekommen Sie dafür grundsätzlich den sogenannten. Behinderten-Pauschbetrag. Durch diesen sind diese Kosten abgegolten.

Aber: Wenn Sie auf den Behinderten-Pauschbetrag verzichten, können alle typischen und atypischen behinderungsbedingten Kosten als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art berücksichtigt werden. Das kann sich lohnen, wenn die tatsächlich angefallenen, typischen behinderungsbedingten Kosten über dem Pauschbetrag liegen. Allerdings müssen Sie bedenken, dass dann Ihre gesamten abzugsfähigen Aufwendungen um die zumutbare Belastung gekürzt werden.

Empfehlung

Unabhängig davon, welche Variante Sie letztlich wählen: Sammeln Sie während des Jahres alle Belege. Denn erst am Jahresende können Sie berechnen, ob es besser ist, den Behinderten-Pauschbetrag zu beantragen oder auch diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art nach § 33 EStG geltend zu machen. Vor allem wenn Heimkosten ins Spiel kommen, ist der Pauschbetrag schnell überschritten.

Typische behinderungsbedingte Kosten sind alle Hilfen bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens: Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Aufstehen und Zubettgehen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung, An- und Auskleiden, hauswirtschaftliche Versorgung, Pflegekraft, Betreuung und Unterbringung in einem Heim und vieles mehr.

Je nach Grad der Behinderung und Merkzeichen können atypische behinderungsbedingte Kosten sein: Fahrtkosten, Kosten für den Erwerb des Führerscheins, reine Privatfahrten, krankheitsbedingte Fahrten aus medizinischem Anlass, unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Einzelnachweis bis zu 900 EUR, Fahrten mit dem Taxi oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, behindertengerechte Ausstattung des Fahrzeugs, Umzug in eine behindertengerechte Wohnung, behindertengerechter Um- oder Neubau, Urlaubsbegleitung, Kosten bei Kuren, alle Krankheitskosten und eventuell den Pflege-Pauschbetrag für den pflegenden Ehegatten/Angehörigen, Prozesskosten, Kosten der Personensorge und / oder Vermögenssorge.
Besondere Steuerermäßigungen gibt es für haushaltsnahe Hilfen. Wenn Sie wegen Ihrer Behinderung Ihren Beruf aufgeben und umschulen, können Sie diese Kosten je nach Einzelfall auch steuerlich ansetzen. Je nach Grad der Behinderung und dem Merkzeichen sind die medizinisch notwendigen Kosten und Eigenleistungen mit dem Behinderten-Pauschbetrag abgegolten. Da bietet es sich an, eine Günstiger Prüfung durchzuführen; Geltendmachung der Einzelkosten oder Inanspruchnahme des Pauschbetrages.

Beispiel Treppenlift

Mit Urteil vom 06.02.2014, Aktenzeichen VI R 61/12, hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Kosten für einen Treppenlift steuerlich berücksichtigt werden können. Der BFH stellt ausdrücklich klar, dass vor dem Einbau ein ausgestelltes Attest nicht erforderlich ist. Ausreichend sei beispielsweise auch die Einholung eines Sachverständigengutachtens. Anders als bei Kuren oder psychotherapeutischen Behandlungen kann die Notwendigkeit eines Treppenlifts auch nach dem Einbau noch festgestellt werden.

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Schlaganfall-Selbsthilfe

„Prinzipiell für jeden geeignet"

Rund 16.000 Menschen besuchen in Deutschland regelmäßig ihre Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, Betroffene und Angehörige. Stefan Stricker ist Referent für Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Er betreut das bundesweite Netzwerk aus rund 460 Gruppen. Wie Selbsthilfe wirkt und für wen sie ein gutes Angebot darstellt, darüber sprach Mario Leisle mit dem Referenten.

 

Rund 16.000 Menschen besuchen in Deutschland regelmäßig ihre Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, Betroffene und Angehörige. Stefan Stricker ist Referent für Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Er betreut das bundesweite Netzwerk aus rund 460 Gruppen. Wie Selbsthilfe wirkt und für wen sie ein gutes Angebot darstellt, darüber sprach Mario Leisle mit dem Referenten.

  • Herr Stricker, mehr als 20 Jahre existiert jetzt die Stiftung. Wie hat sich die Schlaganfall-Selbsthilfe in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland dieser Zeit entwickelt?

Die Anzahl der Gruppen hat deutlich zugenommen, bei Gründung der Stiftung waren uns lediglich 100 bekannt. Wir haben für die Struktur und die Vernetzung gesorgt. Mit unserer Unterstützung sind in allen Teilen Deutschlands viele neue Gruppen entstanden. Heute sind es etwa 460, in denen sich rund 16.000 Menschen engagieren.


 

  • An wen richtet sich das Angebot?

Grundsätzlich an alle Betroffenen und auch ihre Angehörigen. Einige Gruppen sind über die Jahre immer spezieller geworden. Es gibt Gruppen für jüngere Betroffene, für Eltern betroffener Kinder, für Angehörige, Gruppen mit Menschen mit Aphasie.


 

  • Wie ist die regionale Abdeckung in Deutschland?

In Ballungsräumen sehr gut. In ländlichen Regionen kann es passieren, dass man mitunter 50 Kilometer fahren muss. Das ist manchmal ein Problem. In unserem Internet-Portal findet man ein Verzeichnis über alle Gruppen.


 

  • Was halten Sie von Online-Selbsthilfe?

Viel, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Online-Selbsthilfe ist im Kommen, es gibt immer mehr Foren. Der Vorteil des Internets ist, dass man viel mehr Menschen erreicht. Man findet fast immer jemanden, der die Antwort auf eine Frage hat. Großer Nachteil allerdings: Es fehlt der persönliche Kontakt.


 

  • Welche Rolle spielt der denn?

Er hat schon einen großen Anteil am Erfolg der Selbsthilfe. Der eine Teil ist die Informationsvermittlung, also Fragen wie: Welche Therapie hat dir geholfen? Oder: Wie kann ich dieses Hilfsmittel beantragen? Der andere ist die menschliche, die emotionale Seite. Man trifft dort Menschen, die Ähnliches erlebt haben, die einen verstehen. Gerade solche emotionalen Feinheiten sind online nicht vermittelbar. Das ist einer der Gründe dafür, dass sich eine große Online-Selbsthilfegruppe auch regelmäßig zu realen Treffen verabredet.


 

  • Wie muss ich mir die typische Selbsthilfegruppe vorstellen?

Es gibt eine große Bandbreite. Die durchschnittliche Schlaganfall-Selbsthilfegruppe hat 35 Mitglieder, die im Schnitt etwa 65 Jahre alt sind und sich monatlich einmal treffen. Frauen sind in der Mehrzahl.


 

  • Spielen Herkunft, Bildung und sozialer Status eine Rolle?

Ja, Selbsthilfe ist ein typisches Phänomen des Bildungsbürgertums. Dort treffen sich mehrheitlich Menschen, die es gelernt haben, sich zu informieren, zu kommunizieren und über sich selbst zu reflektieren. Und wir erreichen mit den Angeboten relativ wenig Menschen mit Migrationshintergrund. Das hat verschiedene Gründe, einer liegt sicher in den kulturellen Unterschieden. In anderen Kulturen gilt Krankheit als Schmach oder Schwäche. Die trägt man nicht zur Schau und thematisiert sie nicht öffentlich.


 

  • Würden Sie deshalb manchen Menschen abraten, eine Selbsthilfe-Gruppe aufzusuchen?

Nein, auf keinen Fall. Ein geringerer Bildungsabschluss ist doch kein Ausschlusskriterium. Von der Mitgliedschaft in einer Gruppe können fast alle profitieren. Lediglich ein Mindestmaß an Offenheit sollte man vielleicht mitbringen. Und was Menschen mit Migrationshintergrund angeht, müssen wir andere Konzepte entwickeln, um sie zu erreichen. Das gilt ja genauso für die Prävention.


 

  • Was ist die größte Herausforderung für die Selbsthilfe?

Sie braucht Menschen, die sich kümmern, die alles organisieren. Das sind die Sprecher der Selbsthilfegruppen. Wie in vielen Ehrenämtern wird es auch hier schwieriger, diese Menschen zu finden. Beim Schlaganfall kommt hinzu, dass es häufig ältere Menschen mit angeschlagener Gesundheit sind.


 

  • Hat sich das Image der Selbsthilfe verändert?

Ich finde ja. Viele haben noch das klassische Bild vom Stuhlkreis im Kopf. Da sitzen Menschen mit gesenkten Häuptern, und einer nach dem anderen erzählt seine Geschichte und wird von den anderen bemitleidet oder getröstet. Das ist natürlich Unfug. Die Selbsthilfegruppe ist heute eine starke Interessengemeinschaft, von der alle profitieren. Und für viele ist sie darüber hinaus ein wichtiger persönlicher Halt, manche treffen dort die einzigen Freunde, die ihnen geblieben sind.


 

  • Hat sich auch die Einstellung von Medizinern gegenüber den Gruppen verändert?

Tendenziell sicherlich. Anfangs hatten sie häufig Angst, dass die Gruppen ihnen ihre Patienten verrückt machen. Aber das Arzt-Patienten-Verhältnis ist ja in einem grundsätzlichen Wandel. Jeder moderne Arzt ist heute froh, einen aufgeklärten Patienten als Gegenüber zu haben, der in der Lage ist, seine Situation zu begreifen und aktiv an seiner Behandlung mitarbeitet. Dazu leistet die Selbsthilfe einen wichtigen Beitrag.


 

  • Und was genau leistet die Deutsche Schlaganfall-Hilfe für die Gruppen?

Wir verstehen unseren Auftrag als Hilfe zur Selbsthilfe. Wir unterstützen Neugründungen, organisatorisch und finanziell, bilden Gruppensprecher fort, versorgen die Gruppen mit Informationsmaterial und haben immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Mit unserem Selbsthilfe-Förderfonds unterstützen wir dieses Jahr wieder mehr als 90 Projektvorhaben von Gruppen, zum Beispiel therapeutische Projekte oder Bildungsangebote. Darüber hinaus schaffen wir tragfähige Organisationsstrukturen, beispielsweise durch die Gründung von Landesverbänden oder regionalen Partnerbüros.


 

  • Wenn ich Fragen habe zur Schlaganfall-Selbsthilfe tue ich was?

Sie schauen auf unser Internetportal unter schlaganfall-hilfe.de oder rufen unser Service- und Beratungszentrum an, Tel. 05241-97700.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

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So gelingt Patienten-Stärkung

„Manchmal macht die Haltung den Unterschied"

Wie kann es gelingen, Patienten zu stärken? Darüber sprach Mario Leisle mit Prof. Dr. Marie-Luise Dierks. Am Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover leitet sie den Forschungsschwerpunkt „Patientenorientierung und Gesundheitsbildung". 2008 gründete sie gemeinsam mit Prof. Friedrich Wilhelm Schwartz Deutschlands erste Patientenuniversität.

 

Wie kann es gelingen, Patienten zu stärken? Darüber sprach Mario Leisle mit Prof. Dr. Marie-Luise Dierks. Am Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover leitet sie den Forschungsschwerpunkt „Patientenorientierung und Gesundheitsbildung". 2008 gründete sie gemeinsam mit Prof. Friedrich Wilhelm Schwartz Deutschlands erste Patientenuniversität.

  • Frau Prof. Dierks, im Englischen gibt es den schönen Begriff: Patient Empowerment. Wie übersetzen Sie den?       

Es gibt kein gutes deutsches Wort dafür, am ehesten könnte man Empowerment mit Stärkung oder Kräftigung übersetzen. Wichtig ist der Gedanke, dass Empowerment zwei Dimensionen hat: Jeder Mensch hat die Fähigkeit, sich zu entwickeln. Gleichzeitig braucht er dazu aber immer auch Unterstützung von außen.

 

  • War das Ihr Motiv zur Gründung der Patientenuniversität?

Ja, wir wollen Menschen helfen, mit Gesundheit und Krankheit gut umzugehen. Hier haben wir eine Idee aus den USA übernommen, die sogenannten MiniMed-Schulen. Dort gibt man das medizinische Wissen, dass auch angehende Ärzte erlernen, in verständlicher Sprache an Bürgerinnen und Bürger weiter. Das ursprüngliche Konzept sieht lediglich Vorträge vor, in der Patientenuniversität ergänzen wir diese Vorträge durch weitere Angebote. Deshalb bieten wir nach einem Expertenvortrag 15 bis 20 unterschiedliche Lern- oder auch Mitmachstationen an, an denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte des Vortrags vertiefen können.

 

  • Wie kann man sich solche Lernstationen vorstellen?

Beim Abendthema Schlaganfall zum Beispiel informiert eine Lernstationen noch einmal darüber, was genau dabei im Körper passiert, eine andere, welche Risikofaktoren es bei dieser Erkrankung gibt. Wir zeigen anatomische Modelle, erklären, wie Menschen hier vorbeugen können und was getan werden kann, wenn ein Mensch einen Schlaganfall erleidet. Dabei geht es auch um Erste Hilfe oder darum, was genau eine Stroke Unit ist und was dort pas-siert. Außerdem zeigen wir, was die Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall bedeuten, was sie leisten können und wo sie durchgeführt werden. Schließlich erklären wir auch, dass es ärztliche Leitlinien gibt, wo es gute Gesundheitsinformationen im Internet gibt und welche Ansprüche Patienten gegenüber ihrer Krankenkasse oder der Rentenversicherung haben.

 

  • Was die Patienten dort erlernen, nennen Sie „Gesundheitskompetenz".

Ja, und ob uns das gelingt, haben wir unsere Teilnehmer gefragt. Heraus kam, dass die Menschen nach dem Besuch der Patientenuniversität besser mit Professionellen reden kön-nen und die Scheu vor ihnen verringert haben. Sie trauen sich, mehr Fragen an die Behandler zu stellen und wissen deutlich besser als vorher, an wen genau sie sich wenden können.

 

  • Wie motiviert man denn Patienten, ihr Wissen auch umzusetzen? Wir kennen ja alle das Problem mit guten Vorsätzen. Ist das auch ein Teil Ihres Programms?

Ja, wenngleich immer dann, wenn das Wissen dazu dient, im Umgang mit Professionellen gut gerüstet zu sein, das Thema der guten Vorsätze nicht unbedingt zentral ist. Zentral ist es eher dann, wenn zum Beispiel eine chronische Erkrankung Lebensstiländerungen erforderlich macht.
Dafür haben wir in diesem Jahr ein neues Selbstmanagement-Programm für chronisch Kranke und ihre Angehörigen begonnen. Hier geht es darum, den Betroffenen zu helfen, ihre die eigenen Fähigkeiten zu stärken und neue einzuüben.

 

  • Ist unser System auf solch gestärkte Patienten angewiesen? In einem Ihrer Vorträge bezeichnen Sie den Patienten als „tatsächliches Bindeglied zwischen den Sektoren der Versorgung".

Das ist ein Problem im deutschen Gesundheitswesen. Wir haben einen hohen technischen Standard, hervorragende Experten, aber leider ein schlechtes Prozessmanagement. Nicht nur innerhalb der Institutionen, sondern auch an den Schnittstellen zwischen zum Beispiel der ambulanten und der stationären Versorgung oder der Rehabilitation. Zwischen den Bereichen funktioniert die Kommunikation nicht immer gut, und Patienten sind dann die Leittragenden.

 

  • Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe setzt ihr Modell eines Schlaganfall-Lotsen dagegen, der Patienten ein Jahr lang in der Nachsorge begleitet. Ist das aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Ergänzung zum „Empowerment"?

Absolut. Wir müssen weiter an unseren Versorgungstrukturen arbeiten und diese separaten Säulen auflösen. Bis dahin aber müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die wir haben, um Patienten zu stärken.

 

  • Was ist Ihre Empfehlung an Patienten, um in diesem Gesundheitssystem besser klar zu kommen?

Der erste Schritt ist, sich so gut wie möglich zu informieren über verschiedene Quellen. Als zweites möchte ich raten, dass Menschen vorbereitet zum Arzt gehen. Das klingt banal, aber es ist wirklich hilfreich, sich Fragen aufzuschreiben und im Arztgespräch dann die Antworten zu notieren- und natürlich nachzufragen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Wichtig ist auch, sich darüber bewusst zu sein, dass man als Patient Rechte hat. Oft macht die innere Haltung schon einen Unterschied.

 

  • Wir haben noch nicht über den Begriff „Compliance" gesprochen. Therapietreue wünschen sich ja Ärzte von ihren Patienten. Was können denn die professionellen Helfer selbst dafür tun?

Compliance hat etwas damit zu tun, wie Professionelle ihren Patienten begegnen und wie gut sie erklären können, worum eine Behandlung oder eine Lebensstiländerung notwendig ist. Ich kann Professionelle nur ermuntern, nicht nur deshalb, aber auch deshalb ihre Patienten ernst zu nehmen, ihnen wertschätzend zu begegnen, zuzuhören, sie ausreden zulassen, und die Bedürfnisse der Patienten zu erfahren.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Fragebögen

Vorbereitung auf den Arztbesuch

7,8 Minuten hat Ihr Hausarzt durchschnittlich Zeit, wenn Sie ihn besuchen. „Das ist wenig" sagen Sie jetzt? Finden wir auch.

 

7,8 Minuten hat Ihr Hausarzt durchschnittlich Zeit, wenn Sie ihn besuchen. „Das ist wenig" sagen Sie jetzt? Finden wir auch. Deshalb ist es umso wichtiger, die kurze Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Unser Tipp: Bereiten Sie sich auf jeden Arztbesuch vor. Überlegen Sie im Vorfeld, was Sie Ihrem Arzt mitteilen möchten und was Sie ihn fragen sollten. Zu diesem Zweck haben wir Fragen für Sie vorbereitet.

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Gesundheitsthemen online

Eine Linkliste

Eine Liste von Internetseiten, die über verschiedene Gesundheitsthemen informieren und aufklären.

Eine Liste von Internetseiten, die über verschiedene Gesundheitsthemen informieren und aufklären.

Allgemeine Informationen

Thema Patientenrechte und Beratung

Thema Selbsthilfe

Thema Weiterbildung für Patienten

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Mit freundlicher Unterstützung

 

Initiative SchlaganfallvorsorgeDie „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" macht es sich zur Aufgabe, die Zahl der Schlaganfälle zu verringern, indem sie Ärzte und Patienten dabei unterstützen will, Risikofaktoren für Schlaganfälle frühzeitig zu erkennen und zweckmäßige Vorsorgemaßnahmen einzuleiten.

In der Initiative engagieren sich folgende Partner:

  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
  • Bristol-Myers Squibb und Pfizer

 

Die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" macht es sich daher zur Aufgabe, die Zahl der Schlaganfälle zu verringern, indem sie Ärzte und Patienten dabei unterstützen will, Risikofaktoren für Schlaganfälle frühzeitig zu erkennen und zweckmäßige Vorsorgemaßnahmen einzuleiten. Die Initiative will einen Beitrag dazu leisten, die Versorgungslandschaft in der Schlaganfallprävention zu verbessern und die Partner im Gesundheitswesen enger miteinander zu vernetzen. Hierbei konzentriert sich die Initiative zunächst auf das Vorhofflimmern, das einen der größten Risikofaktoren darstellt, oftmals aber erst spät erkannt und therapiert wird und schwere Schlaganfälle verursacht. Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2014 wurde die „Initiative Schlaganfallvorsorge" erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

In der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" engagieren sich folgende Partner:
 

  • Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert sich seit Jahren für eine Aufklärung der Öffentlichkeit über Schlaganfälle und unter Federführung der wissenschaftlichen Fachgesellschaft auch für eine schnelle und flächendeckende Akutversorgung in Deutschland. Hier wurde bereits viel erreicht. Mit der Initiative möchte die Stiftung dazu beitragen, dass Deutschland bei der Prävention von Schlaganfällen genauso erfolgreich wird wie bei der Akutbehandlung.

 

  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) möchte, dass mehr Menschen in der besonders risikobehafteten Altersgruppe der über 65-Jährigen über die Risikofaktoren für einen Schlaganfall informiert werden, um so die Zahl der Schlaganfälle zu reduzieren. Obwohl das Risiko für einen Schlaganfall mit zunehmendem Alter steigt, können Betroffene etwas dagegen tun und so möglichst gesund ein hohes Lebensalter erreichen.

 

  • Seit 2007 bündeln die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer ihre langjährige Erfahrung und Kompetenz auf dem Gebiet der Gerinnungshemmung und der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einer Allianz, um aktuelle Therapiestandards kontinuierlich zu verbessern. Es gehört zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen für die Gestaltung einer Versorgungslandschaft zu engagieren, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam setzen sich Bristol-Myers Squibb und Pfizer für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein. – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.